Archiv für den Monat: März 2020

Corona – Woche 2

Oooh – die Zählerei geht wieder los … – das kann wohl nichts Gutes verheißen. – Nun. Schauen wir mal. Das Thema beschäftigt im Moment so gut wie alle Menschen. Weltweit. Insofern wäre es vermessen hier so zu tun als gäbe es das nicht. Denn auch Tradmans Life wird von den Tagesereignissen bestimmt – man sollte es nicht glauben. Immerhin sind die Kinder jetzt seit zwei Wochen von der Schulpflicht befreit. Wir machen hier Schule so gut wie es geht. Natürlich werden die Aufgaben gemacht. Die sind glücklicherweise nicht sehr zeitintensiv. Die Lehrerin rief an und ich habe mich sehr dafür bedankt, dass wir hier kein straffes Schulprogramm durchziehen müssen. Wir haben natürlich die normalen Unterrichtsfächer Deutsch, Rechnen (Mathe) und Englisch. Zusätzlich haben wir Sport, Musik, Kunst, Schach. Wir bauen alltägliche Tätigkeiten in unseren Unterrichtsplan. Backen/Kochen zum Beispiel. Außerdem machen wir Freilernen. Das heißt, die Kinder können sich ihren täglichen Unterrichtsplan selber zusammenstellen. Das ist zwar mehr oder weniger eine Krücke. So lange es keine Lerngruppen für ein Fach gibt, ist es für die Kinder auch schwierig ein Fach auszuwählen. Schließlich fehlen die Vorbilder. Schade eigentlich.

Social Media. Oooh weeeeh. Ich werde darüber schreiben. Auch dies ist Corona geschuldet. Das Museum hat geschlossen. Anne-Christin ist beruflich sehr engagiert. Also sucht sie sich ein Beschäftigungsfeld, welches quasi unendliche Arbeitszeiten erfordert und ermöglicht. Ortsunabhängig – Stichwort Homeoffice. Was läge da näher als Social Media. Ich muss dazu vorausschicken, dass ich mich von Social Media schon vor einigen Jahren ganz bewusst verabschiedet habe. Natürlich habe ich mich als Webentwickler so mehr oder weniger zwangsläufig damit beschäftigt. Ich hatte auch mal erwogen mich auf diesem Felde zu engagieren. Ich bin aber schnell drauf gekommen, dass das eher nichts für mich ist. Aus verschiedenen Gründen. Zum einen gibt es beim sogenannten Social Media nichts, was es im klassischen Web nicht auch gäbe. Es bringt keinen Mehrwert. Im Gegenteil. Und bevor ich jetzt anfange alle Mängel und Nachteile von Social Media aufzuzählen, beschränke ich mich mal auf wenige Punkte.

  • kein eigenes Content Hosting – man gibt alle Inhalte vorbehaltlos an einen Konzern ab
  • keine eigene Struktur möglich – man ist auf Gedeih und Verderb auf die Mechanismen und Möglichkeiten der Plattformen angewiesen, die dann auch noch extrem sperrig und schwer handhabbar sind
  • Sichtbarkeitszwang – wenn man eine gewisse Reichweite erreichen will, muss man stets neuen Content produzieren, Follower rekrutieren, selbst followen und liken (Suchtzwang)
  • 100%ige Überwachung der Nutzer
  • Datenschutz zu 100% ausgehebelt durch abnicken von Nutzungsbedingungen
  • professionelles Social Media ist nur durch Agenturen machbar (teuer, sinnlos)

Das Museum Wismar ist nun auch bei Instagram (genannt Insta). Der Sinn erschließt sich mir zwar nicht. Corona lässt aber die Aktivitäten auch hier ins Wohnzimmer schwappen. Ich bekomme ein „Engagement“. Die Kinder wollen natürlich auch mitmachen. Ich möchte die Kinder nicht abschneiden von Zeittrends, auch wenn diese sinnlos und schädlich sind. Sie sollen damit Bekanntschaft machen. Sie müssen damit Bekanntschaft machen. Also richte ich „mal eben schnell“ einen Insta Account ein. Ha … mal eben schnell … – da mein Händi nicht mit einem Googlekonto verbunden ist, ist „mal eben schnell“ eine etwas längere Aktion … Huhu Leser … merkt ihr was? Von Anne-Christin erhalte ich eine Kurzschulung in Insta. Man kann Insta nur über die Händiapp befüttern. Huhu Leser … merkt ihr was …? Wie so oft, haben wir es bei „Social Media“ mit einer Begriffsverwirrung zu tun. Es darf getrost als Asocial Media benannt werden. Wer sich fragt, weshalb unsere Gesellschaft sich mit atemberaubendem Tempo in den totalen Irrsinn, in die Verrohung, in die Anonymität, den Abgrund bewegt, darf sich gerne mal mit den Mechanismen von Facebook & Co. beschäftigen. Hm. Die ganze kuriose Greta-Bewegung bildet dabei eine der vielen Speerspitzen. Huhu Leser … merkt ihr was? – Muss ich gelegentlich mal nachfragen ob noch alle an Bord sind.

Kaum haben die Kinder einen Beitrag erstellt, geht auch schon die Fragerei los … wieviel Likes habe ich? – Das sind schon Erkenntnisse, die mich nachdenklich werden lassen. Das soll die Zukunft sein? Und wir machen da jetzt aktiv mit? „Meine Bilder haben weniger Likes als die von einem anderen Nutzer …“ usw. Das ist nur der Anfang. Die letzte Woche taktet Insta unser Leben. Da sich die Beiträge ohne Tools nicht vorplanen lassen, muss die Asocial Media Managerin vor dem Frühstück Insta machen. Nach dem Abendessen wird fleißig weiter geliked und kommentiert. Das Museumshändi ersetzt die häusliche Kommunikation. Faszinierend. Wie war das nochmal? Warum sind wir nach Tressow gezogen? Der Prozess vollzieht sich unbewusst und im festen Glauben etwas vollkommen sinnvolles, für die Welt wichtiges, etwas „Gutes“ zu tun. Faszinierend. Und das ist erst der Anfang …

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Ich beschäftige mich lieber mit handfesteren Dingen. Ich zeige euch erstmal ein Bild …

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Dies bisschen Metall hat etwa 400 Euro gekostet. Dafür geht Tradwife immerhin etwa zehnmal zur Maniküre. Ich hab das mal eben mit einem Klick im Webshop ausgegeben … Es sind dies, um es nicht zu spannend zu machen, die Teile für ein Sägewerk …

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Männerspielzeug eben. Nix Maniküre. Die Motorsäge hatte ich zwar schon. Ist nur eine kleine 261 CM mit 3,9 PS, also genau die richtige Größe für Brennholz. Erstmal gibt es keine neue Säge. Eine gute Säge kostet ja auch etwa 1000 Euro und ich wollte zunächst schauen, ob das mit dem Bretter sägen im Wald überhaupt klappt. Jetzt warte ich auf die Holzzuteilung, dann geht es in den Wald. Das dürfte auch in der aktuellen Situation gehen. Ich werde berichten.

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Das Schwert kommt übrigens aus Australien – nix China. Die Kette kommt aus den USA (Oregon).

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Wir hängen eine Lampe auf. Die Lichtleistung ist etwas überdimensioniert. Immerhin fünf mal sieben Watt LED hängen jetzt über dem Esstisch. Die moderne Lichttechnik verlangt nach weiteren Gadgets. Ich sollte mich um einen Dimmer kümmern …

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Hinten brutzelt Kaiserschmarren, vorne Hirseplätzchen.

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Recyclingessen 1: Die rote Sauce enthält die Reste vom Lauchgemüse vom Vortag, das es zu Hirse gab. Die Hirseplätzchen wurden aus der übrigen Hirse gebacken. Einfacher Tradman Trick (geht auch ohne Rezept): Zur Hirse eine gute Handvoll Mehl mischen. Dazu ein oder zwei Eier und so viel Wasser, dass die Masse geschmeidig wird. Etwas Salz dazu und in reichlich Öl ausbacken.

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Hmmmmmmmm!!!!!!

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Recyclingessen 2: Gesichter wurden gewünscht. Die rote Sauce wurde zu Pizzaweckle verarbeitet und mit Käse überbacken. Alle haben ihren Spaß. Installation ohne Insta.

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Da Insta die Bilder abschneidet (warum eigentlich???) seht ihr hier das ganze Bild. Noch ein Insta Tipp: wer Filter verwendet, bekommt mehr Likes.

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Recyclingessen 3: die rote Sauce wird zur Polentapizza verarbeitet (kam bei den Kindern nicht so gut an).

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Auch beim Tradman geht laufend was schief. Diese Weckle waren zu lange im Ofen. Ich habe sie ganz schlicht vergessen und statt dessen mit Jonathan Insta gemacht 😉 Davor habe ich um ein Jahr abgelaufene Trockenhefe für den Teig verwendet. Das funktionierte nicht. Also überhaupt gar nicht. Tradmans Tipp: lasst die Trockenhefe nicht ablaufen. Ich habe dann noch ein Päckchen nicht abgelaufene Hefe in den Teig geknetet. So musste ich den Teig wenigstens nicht wegwerfen.

Ansonsten steigt unser Internetvolumen auf über 150 GB pro Monat. Ich gehe mal wieder einkaufen. Heute ist das Mehl ausverkauft. Und Trockenhefe. Im Nachbarladen gibt es noch Mehl. Eine ganze Palette voll. Ich merke, wie wir doch verwöhnt sind und in der Annahme leben, dass zu jedem Moment alles verfügbar ist. Erste Einkäuferinnen kommen mit Handschuhen und Mundschutz in den Laden. Es gibt wieder Klopapier, allerdings nur eine Packung pro Einkauf. Wir haben zwar noch eine ganze Packung im Haus. Ich nehme dennoch eine Packung mit … man weiß ja nie …

Einen Tradman Tipp habe ich noch auf Lager: verwendet doch mal Flüssigseife statt Duschmittel. Flüssigseife kostet nur einen Bruchteil von Duschmittel, macht im Grunde das Gleiche und enthält weniger umweltschädigende Stoffe. Apropos Flüssigseife … ausverkauft …

Ein Beitrag zum allgemeinen Tagesgeschehen

Das Tagesweltthema geht auch an uns nicht ganz spurlos vorüber: auch wir sind vom Coronafieber betroffen. Die Kinder haben schulfrei, im Supermarkt ist das Toilettenpapier ausverkauft – kein einziges Blättchen mehr zu haben. Was ich erst in den Nachrichten gehört und gelesen habe und eher für einen lokalen Einzelfall gehalten habe, konnte ich dann mit eigenen Augen sehen. Es wird empfohlen kein Foto von leeren Regalen zu machen, weil dies wiederum andere Menschen zu Hamsterkäufen animieren könnte … Also gibt es auch kein Foto von leeren Regalen. Empfehlungen …

Nein, ich gebe keine Empfehlungen ab. Aber Erkenntnisse, Erlebnisse dürfen auch schonmal hier erscheinen.

Es ist allenthalben von Vereinsamung der Menschen die Rede. Davon, dass durch die Empfehlung soziale Kontakte zu vermeiden, Leerräume entstehen, die die Menschen nicht füllen können. Von Depressionen – und dies bereits nach drei Tagen. Ich weiß wovon die Rede ist. Bei mir ändert sich nicht viel. Die Chorprobe für die Kantorei fällt aus. Das ist verschmerzbar. Das Probenwochenende wurde abgesagt. Das ist verschmerzbar. Die wöchentliche Fahrt in die Musikschule fällt aus. Das ist verschmerzbar. Dennoch – ich weiß wovon die Rede ist, auch wenn ich mich da wiederhole. Und ich will hier gerne meine Erfahrungen teilen. Sprüche wie „freut euch doch, endlich habt ihr Zeit …“ – oder: „ihr müsst doch nur per Whatsapp Kontakt halten“ oder: „lest halt ein gutes Buch – geht euren Hobbies nach“ sind Ohrfeigen für die Betroffenen. Auch: „Du bist depressiv!“ hilft nicht wirklich weiter. Es ist durchaus so, dass Persönlichkeitsstrukturen unterschiedlich sind. Es muss nicht jeden treffen. Es ist aber durchaus so, dass wenn ein Mensch es gewohnt ist unter Menschen zu sein und diese menschlichen Kontakte schätzt und gerne lebt und pflegt, dies eine Umstellung ist, ähnlich wie wenn man einem Menschen das Essen entzieht oder ihn in die Kälte stellt. Er wird deswegen nicht gleich sterben. Es ist – dies nur nebenbei – seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte die Normalität, dass sich Menschen sozialisieren, in familialen Gruppen leben, sich austauschen, sich nahe sind, gemeinsam essen, arbeiten, leben. Darauf beruht die Entwicklung der gesamten Menschheit, die Zivilisation, die Erkenntnisse, die sozialen Fähigkeiten usw.

Aber ein wirklich wichtiger Hinweis: haltet euch zurück mit schlauen Tipps und Ratschlägen. Es ist nicht gleich jemand depressiv, weil er oder sie sich plötzlichen veränderten, vollkommen unnatürlichen Lebensumständen stellen muss. Was dem einen hilft, kann für den anderen vollkommen sinnlos sein. Was aber wichtig ist: hört zu! Mit großen Ohren. Und einem offenen Herzen! Das hilft Betroffenen viel mehr als ein Gang zum Psychologen oder ein Ratgeberbuch. Weil es mir wichtig ist: Hört zu! Mit großen Ohren und einem offenen Herzen. Wendet euch nicht ab! Delegiert das Problem nicht irgendwoanders hin, schon gar nicht an eine anonyme Instanz. Wer betroffen ist, hört bitte auch zu. Findet heraus, was euch gut tut. Dem einen hilft Alkohol, dem anderen schadet Alkohol. Dem einen hilft fernsehen, dem anderen schadet fernsehen. Bei mir ist es so: Alkohol schadet – er macht benommen – auch wenn die Wirkung nachlässt. Ich brauche aber meine ganze Aufmerksamkeit. Fernsehen schadet. Es macht bekloppt. Ein gutes Buch hilft. Klavier spielen hilft (sofern es geht!). Raus gehen hilft (sofern es geht!). Am besten ist es, wenn man herausfindet, was man Kreatives tun kann. Auch dies: es ist sehr individuell. Einer schreibt einen Brief, einer malt ein Bild. Einer spielt Schach oder löst Sudoku Rätsel. Es ist quasi alles erlaubt. Wenn es euch hilft, sprecht mit einem Therapeuten. Wer jetzt einen guten Freund oder zwei oder drei gute Freunde hat, der hat das große Los gezogen. Gute Freunde sind in Krisen Gold wert. Sie geben keine Ratschläge. Sie hören zu. Sie verstehen! Dem einen hilft es zu beten, dem anderen hilft es nicht. Es ist auch erlaubt einen imaginären Gott zu verfluchen, zu beschimpfen, der einem so ein Schicksal aufbürdet. Probiert Yoga. Atem- und Meditationsübungen. Versteht ihr was ich meine? Nehmt euch selbst ernst. Ihr habt kein Problem. Ihr habt eine Aufgabe zu lösen. Eine Aufgabe mit euch selbst zu lösen, wie ihr mit einer schwierigen, krank machenden und unguten Situation umgeht. Auch wenn jemand dazu „Depression“ sagt. Der Begriff ist mittlerweile assoziiert mit einer Krankheit. Ein Stimmungswechsel ist aber keine Krankheit. Er gehört zum Leben dazu wie der Regen zum Wetter. Wer euch als krank abstempeln will, hat die Welt nicht verstanden. Wenn ihr im Zweifel seid, geht zu einem guten Psychologen und lasst es abklären. Eure Aufgabe ist es, eine Resilienz aufzubauen gegen missliche Umstände. Das ist nicht angenehm. Die Resilienz nicht aufzubauen ist aber noch viel unangenehmer. Indem ihr die Widerstandskräfte aufbaut, tut ihr etwas sinnvolles. Das ist genau dasjenige was wichtig ist: etwas zu tun, was voller Sinn ist. Auch wenn es irrsinnig ist sich an Einsamkeit zu gewöhnen. Natürlich ist es sinnvoller die Einsamkeit zu überwinden, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Nur: ihr könnt das für den Moment nicht ändern. Also hilft es wirklich nur sich damit bestmöglich zu arrangieren. Meine guten Gedanken begleiten euch!

Und … die sonstige Erkenntnis? Wenn ich die Wissenschaft richtig interpretiere, hat irgendjemand, irgendwo auf der Welt etwas gegessen oder ist damit in Kontakt gekommen, was ihm nicht gut getan hat, was er weiter gegeben hat, was irgendwann den Namen Coronavirus bekommen hat, was sich nun weltweit verbreitet. Mittlerweile heißt das Ding Covid-19. Ist es nicht so, dass all das was wir tun eine Bedeutung hat? Wer kann schon wissen, dass dasjenige, was er tut oder nicht tut eine Pandemie auslöst? Ist es nicht so, dass es sinnvoll ist einmal zu fragen welchen Schaden oder Nutzen wir der Welt antun wenn wir uns in der einen oder der anderen Art und Weise verhalten? Nein, es ist unmöglich in jedem Moment alle Folgen unseres Tuns zu kennen. Dennoch – einmal inne halten und sich fragen: können wir unser Verhalten zum Wohl der Gemeinschaft ändern ohne dabei selbst Schaden zu nehmen? Das ist nicht der moralische Zeigefinger. Es ist eine einfache Frage. Haben wir tatsächlich nur die Aufgabe der Selbstverwirklichung in unserem Leben bekommen? Es wäre doch eine armselige Welt, die maßgeblich auf der Selbstverwirklichung der Individuen aufbaut. Weshalb hat der Mensch dann die Erkenntnis bekommen? Es ist eine tierische Lebensweise, keine menschliche. – Das mal als philosophischen Denkanstoß.

Keine Bilder?

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Ich schlage mich durch mit irgendwelchen Essensideen. Samson bestellt Nudelauflauf mit Brokkoli. Was für eine tolle Idee! – Es wird eine Eigenkreation. Chinakohl funktioniert gut als Salat. Der ist ein paar Tage lagerfähig und schmeckt auch den Kindern. Mal mit Möhren, mal mit Apfel, mal mit Orange.

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Das letzte Mandelhörnchen aus dem Cafe Glücklich in Wismar. Anne-Christin hat es mitgebracht.

Ein Bild kann ich nicht zeigen – eine Museumsmitarbeiterin in Heimarbeit.

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An diesem Platz haben am Tag zuvor noch Kinder gespielt. Jetzt ist der Platz verwaist.

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Ein weiterer Tradmans Trick die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen: Fußboden feucht wischen.

Tradmans Life

Die Tage und Nächte tröpfeln so wie die Perlen einer Perlenkette hintereinander her. Es sind nicht die wirklich durchschlagenden oder spektakulären Ereignisse, die mein Leben bestimmen. Die schlimmen Termine in der Firma sind abgearbeitet, der Druck lässt etwas nach. Das ist sehr angenehm. Auf der anderen Seite gibt es dann auch immer wieder Überraschungen …

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Dieses kleine Dingelchen, das ihr da auf meiner Hand seht, hat dann doch noch einen kleineren Umstand ausgelöst. Am Montag erhalte ich einen Anruf: „Hier ist die Kita Tressow. Samson hat einen platten Reifen am Fahrrad.“ Ob ich ihn abholen könnte. Ich ahnte es ja schon … Also … Transporter in Bewegung setzen, immerhin ein Monstrum von fast zwei Tonnen Gewicht, Hightech, Diesel, CO2 – ihr wisst schon. Aber toll, dass wir sowas haben und für eine Rettung eines Jungen mit Plattluft in Bewegung setzen können. Also Reifen wieder auseinander nehmen, nochmal flicken und diesmal etwas gründlicher nach der Ursache forschen. Und siehe da: eine kleine Dorne hat sich in den Fahrradreifen gebohrt. Vermutlich hatte ich das Ding am Vortag schlicht übersehen. Also – wer nicht gründlich arbeitet, arbeitet nicht nur zweimal, er muss auch noch einen Transporter in Bewegung setzen usw.

Anne-Christin stellt mir die Frage „wie macht man eine Kanne plus eine Tasse Tee?“ – das ist in letzter Zeit meine Methode Tee zu machen. Ich will da kurz einhaken. Diese Schwimmwestentees sind ja wieder so eine Seuche, die sich durch alle Kreise zieht wie ein Virus … Apropos … Selbst eingefleischte Ökos verbrauchen Schwimmwestentee. „Ich mach mir mal einen Tee“ – und schon schwimmt ein Teebeutel in einer Tasse. Toll. Wirklich? Schaut euch mal so ein Ding an. Bei meinem gibt es erstmal einen Umkarton aus Karton, da sind zwanzig Beutel drin. Dann gibt es einen alubeschichteten Beutel aus Papier. Der ist Sondermüll. Und da drin befindet sich dann der Teebeutel, der aus dem Inhalt (geshredderte Pflanzenteile), einem Fließpapier (vermutlich mit Kunststofffasern verstärkt), einem Schnürchen (möglicherweise Baumwolle), einer Klammer (vermutlich verzinktes Eisen) und einem Papieretikett besteht. Naja, könnt ihr sagen, ist ja nur ein kleiner und unscheinbarer Beutel … – Geht mal in so eine Teefabrik. Da haben sie Tonnen von beschichtetem Papier. Das landet alles nach einmaligem Gebrauch auf dem Sondermüll. Tolle Idee! Nun, so mag der geneigte Leser sich fragen: warum verwendest Du nicht losen Tee und machst den in ein Teesieb. Ja, das ist auch schlau gedacht, aber kaum bessere Ökologie. Das zeigt sich schon allein am Preis. Hm. Vielleicht sollten wir doch dazu übergehen und Tee künftig selber herstellen … – aber ich hab einen Trick versprochen. Der geht eigentlich ganz einfach: Teebeutel in die Thermoskanne hängen, Thermoskanne mit kochendem Wasser voll füllen, fünf Minuten warten, Teebeutel in den Komposteimer machen, eine Tasse zu etwa einem Drittel mit Tee füllen, Thermoskanne und Tasse mit heißem Wasser auffüllen. Tradmantrick. Nein, ich zeige euch jetzt das Teeetikett nicht – ich mache keine Produktwerbung.

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An anderen Orten wird um diese Zeit zwei Stunden auf Arbeitszeit Kaffee getrunken. Auch schön.

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Ohne Worte.

Heute nach dem Frühstück, Samson ahnt schon, dass dies ein schöner Tag werden wird, fragt er mich, ob in meinem Fotoapparat (Nikon D700 – 24 – 120 f4 – zwei Kilo Apparat) noch Akku drin ist. Und fotografiert den Sonnenaufgang – will ich euch doch auch nicht vorenthalten.

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Auch dies: unspektakulär. Ich habe nicht auf die Uhr geschaut. Ich habe aber sicher deutlich weniger Zeit gebraucht als gedacht. Schublade einmal ausräumen und wieder einräumen. Zwei angebrochene Päckchen Nudeln werden am Abend gekocht. Eine angefangene Reistüte kommt zum anderen Reis dazu. Zwei halbe Päckchen Backpulver landen im Müll. Die Dörrpflaumen lasse ich mir schmecken (Tradmans Secret) und ungeöffnete Preiselbeeren kommen in den Vorratsschrank.

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Das Essen die letzten Tage war nicht so ansehnlich, dass sich dafür Fotos lohnen. Am Montag gibt es Eintopf mit Ingwer, Curry, Kokosmilch, Weißkraut und Wienerle – sehr fein, aber optisch nicht so der Hit. Am Dienstag gibt es Käserösti mit Spiegelei. Das Rösti ist etwas dunkel geworden, hat aber dennoch gut geschmeckt. Zum Nachtisch gibt es Obstsalat mit Schlagsahne. Am Mittwoch gibt es besagte Nudeln mit Tomaten-, Möhren-, Thunfischsauce und Pecorino. Auch lecker.

Hier noch ein weiterer Tradman-Trick. Ich kenne mich in der Szene ja noch nicht so gut aus. Über Tradwifes habe ich gelesen, dass sie auch gerne zum Wellness und zur Maniküre gehen, um die Langeweile zu verdrängen. Ich arbeite statt dessen nach wie vor in eigener Sache als Webentwickler und mache Nasenspülung. Gegenüber der Maniküre hat Nasenspülung einige Vorteile: ich kann das zu Hause machen, muss also nicht wegfahren. Auch preislich ist die Nasenspülung im Vorteil. Während Frau für eine Maniküre locker zwischen dreißig und fünfzig Euro ausgibt, kostet die Nasenspülung unter zwei Cent. Ein weiterer Vorteil der Nasenspülung gegenüber der Maniküre: von der Maniküre wird die Nase nicht frei. Aber kein Tradman-Trick ohne Trandman-Trick. Man kann vom Hersteller solche Originalsalzpäckchen kaufen. Achtuuung – festhalten … Kosten pro Anwendung: ab 20 Cent. Hupps. In der Anleitung steht, man solle keineswegs normales Kochsalz verwenden und nur das Original Herstellersalz verwenden. Gefährlich! Nach kurzer Recherche stellt sich raus: in der Tat ist in Kochsalz Rieselhilfe drin – irgendein Carbonat. Aber was schütten die da beim Hersteller der nasendusche nun wirklich in das Papiertütchen? Im örtlichen Supermarkt werde ich schließlich fündig: Ursalz. 600 g für 99 Cent. Damit mache ich ungefähr 240 Nasenspülungen. Ich habe es für euch nachgerechnet: Kosten pro Anwendung: 0,4125 Cent. Dann brauche ich noch etwas Leitungswasser für die Anwendung und anschließend nochmal weiteres Leitungswasser, um den Apparat abzuspülen. Das Leitungswasser erwärme ich etwas. So komme ich geschätzt auf zwei Cent. Achso genau … die Dosierung. 2,5 Gramm sollen jeweils in eine Füllung. Ich habe es ausprobiert – es ist genau ein Salzlöffel voll. Das ist hinlänglich genau und schneller dosiert, als ein Papiertütchen aufgerissen. Außerdem: jede Menge Verpackungsmüll gespart.

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Bleiben Sie auf diesem Kanal und lesen Sie bald weitere Tradman Tricks.

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Ab April kostet der Eintritt ins stadtgeschichtliche Museum in Wismar statt acht Euro nur noch vier Euro. Es gibt Menschen, die sind entsetzt über die Entscheidung der Wismarer Bürgerschaft. Ändern lässt sich das nicht so einfach. Die Regelung gilt ab April. – Der Grund für diese Preissenkung ist weniger die Erkenntnis, dass acht Euro Eintritt für eine Erwachsene Person in ein durchschnittliches Heimatmuseum etwas happig sind. Der Grund hierfür ist, dass die Besucherzahlen steigen sollen. Also – nichts wie hin!

Fahrradreparatur

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Heute steht unter anderem die Reparatur eines platten Reifens auf dem Programm. Es ist nicht der erste platte Reifen den ich repariere. Geschätzt sind es pro Jahr etwa drei Reifenreparaturen. Für die Hinterräder der Kinderfahrräder und für mein Fahrrad habe ich schonmal die teuren Antiplattreifen von Schwalbe besorgt. Heute ist wieder ein Vorderrad dran. Die Überraschung kam am Donnerstagmorgen, als wir schon auf den Rädern saßen, um an die Bushaltestelle zu fahren. Da meldete Samson einen Platten. Wir sind dann einfach kurzerhand vom Fahrrad ins Auto umgestiegen. Sehr komfortabel und luxuriös, wenn man mehrere Möglichkeiten hat ans Ziel zu kommen.

Diese Reparatur regt mich natürlich wieder einmal an zu philosphischen-praktischen Überlegungen … Wer flickt denn die Reifen in einer Familie mit einem Tradwife? Wird die Dame des Hauses dann nach der Maniküre zum Werkzeugkasten greifen? Anne-Christin meint, das würde der Mann ja dann am Wochenende als sein Hobby machen. Es kam dann doch nicht zur Aufgabenübertragung, denn wir sind keine echte Tradwife oder Tradman Familie. Dafür habe ich eine sehr komfortable Fahrradwerkstatt: den Eingangsbereich. Er ist beheizt, es gibt ausreichend Platz und der Fliesenboden ist unempfindlich. Bei schönem Wetter repariere ich natürlich draußen. Die Werkstatt ist schlicht zu klein für Fahrradreparaturen.

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Nebenher backe ich Mischbrötchen. Sie bestehen aus einer Mischung aus Weißbrot- und Bauernbrotbackfertigmischung.

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Zum Mittagessen gibt es IIII – also DOCH in I-Form. Dazu gab es Möhrensalat aus Aldi-Biomöhren, Äpfel, Joghurt, Rapsöl, Knoblauch, Zucker, Salz und Apfelsaft (eigenes Spontanrezept, kein Foto).

Die Kinder spielen seit gestern Lego City Undercover, nach einem Download via LTE von fast 20 GB. Hm – das entspricht fast der Hälfte unseres Monatskontingentes, das heißt, ich werde diesen Monat wieder kräftig Gigabytes nachkaufen müssen. Ich habe es zähneknirschend zugelassen. Die letzten Wochen und Monate waren auch für sie ein Schlauch. Ein bisschen Belohnung darf auch sein.

Täglich trage ich etwa eine Kiste Holz rein. Als wir gestern das Holz umgestapelt haben, kam mir der Gedanke, weshalb Holzheizungen so unpopulär sind. Es ist schlicht ein teures Hobby. Bis das Holz wirklich warm gibt, wird es etwa zehnmal in die Hand genommen. Zunächst wird es im Wald von 3-Meter-Stämmen auf 1-Meter-Stücke gesägt und aufgeladen. Zu Hause wird es abgeladen, dann als 1-Meter-Stücke gespaltet und wieder aufgestapelt. Dann wird es auf der Kreissäge auf Länge gesägt und wieder aufgestapelt. Je nachdem wird es dann nochmal ins Vorratslager umgestapelt. Schließlich kurz vor dem Verbrauch in eine Kiste geladen, ins Haus getragen und dann aus der Kiste in den Ofen gegeben. Öl wird überhaupt nicht in die Hand genommen. Bis das Öl warm gibt, ist null Handarbeit erforderlich. Auch sieht man normalerweise nichts davon. Der Tank ist unter der Erde. Das Öl fließt durch Leitungen – zunächst aus der Förderstation in den Öltanker, dann in die Raffinerie oder ins Zwischenlager – ich habe ja keine Ahnung davon … schließlich kommt der Tankwagen und pumpt 2000 Liter davon in den Erdtank. Das entspricht so ziemlich dem Zeitgeist … keine dreckigen Finger, keine Bewegung, fast ein bisschen virtuell.

Basteln fürs Museum

Wie kamen wir nochmal drauf? Ich weiß es nicht mehr. Aber googelt (oder bingt – oder was auch immer ihr verwendet) doch mal nach tradwife. Lest vielleicht eher den Artikel aus der Zeit, nicht den von ze.tt. Es spielt hier auch nicht wirklich eine Rolle, dass das Thema etwas kontrovers diskutiert wird. Und dann googelt ihr bitte auch noch nach tradman. Hm. – Merkt ihr was? Wo ist denn da die Gleichberechtigung stehen geblieben? Das, liebe Männer, muss sich ganz klar mal ändern. Ich bin zwar noch am Anfang meiner Karriere, aber tradman ist möglicherweise doch auch ein Traumberuf. Vielleicht finden sich ja Gleichgesinnte. ok – ich gebe zu, das ist ein Spaß, denn ich bin zugegebenermaßen nicht der Socialmediaprofi (SM Profi). Dafür braucht man dann doch etwas Sendungsbewusstsein. Aber die Idee ist doch lustig …

Kann ein Kind mit neun Jahren mit einer Blechschere 0,5 mm Kupferblech ausschneiden? Das ist heute eine Frage, die uns alle mehr oder weniger beschäftigt. Eine spannende Frage. Die uns zum Beispiel zu weiteren Fragen führt. Zum Beispiel dieser: gibt es Blechscheren für Kinder (anscheinend nicht). Oder die Frage: haben wir einen Körner? Was ist ein Körner? Kann unser Senker ein 2 mm Loch entgraten. Museumspädagogik ist ein breites und ein spannendes Feld. Es führt uns auch in den örtlichen Baumarkt und dort nach einiger Sucherei zum Informationsstand. Haben Sie eine Stechahle? Der Mensch mit mecklenburger Mentalität schüttelt verhalten den Kopf. Schaut dann aber doch in seinem Computer nach und führt uns dann wortlos zur Abteilung der Hand-Werkzeuge. Dort findet sich noch eine allerletzte Stechahle. Geht doch. Alles toll. Alles spannend. Wir sind dann noch auf der Suche nach schickem Licht fürs Wohnzimmer. Immerhin kommen wir einer Entscheidung näher. Darüber werde ich hoffentlich noch berichten.

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Als nächstes füllen wir den Holzvorrat im Holzlager auf. Hier stellt sich etwas wirklich Erstaunliches heraus … Bei der Frage, wie arbeitet man zu zweit am besten? Kann man zu der Antwort kommen: einer bringt das Holz mit der Schubkarre, der andere stapelt auf. Nur: beide Arbeitsgänge dauern unterschiedlich lang. Einer hat immer etwas Langeweile. Es geht tatsächlich am besten, wenn beide gleichzeitig einladen und dann gleichzeitig ausladen. Dann muss die Schubkarre auch nicht ausgekippt werden, was insbesondere nachteilig ist, wenn der Holzstapel schon höher ist. Leserinnen und Leser aufgepasst: man kann zu erstaunlichen Erkenntnissen kommen – wenn man will. Was heißt nochmal wollen …? Es ist so wunderschöner Sonnenschein heute. Samson hilft dabei die Brombeerranken klein zu schnibbeln. Er ist Brombeerrankenprofi und hat offenbar überhaupt keine Scheu vor den Stacheln, die die Brombeerranken schon seit tausenden von Jahren wachsen lassen. Das kommt daher, dass es in der Schule auch eine Brombeerhecke gibt. Dort verschwindet offenbar hin und wieder ein Ball. Und da braucht es dann einen Profi, der den Ball wieder raus holen kann. Sein Tipp: man muss die Ranke dort festhalten, wo sie keine Stacheln hat.

Es soll Menschen geben, die immer ihr Essen fotografieren. Langweilig? Vielleicht. Ich finde, gelegentlich das Essen zu fotografieren erweitert den Horizont. Es sagt doch so viel aus, was wir essen und vor allem: wie ist es zubereitet?

Wir haben noch zwei Stangen Lauch. Daraus basteln wir schnell zu zweit eine feine Lauchquiche mit Speck. Selbst das Besuchskind, das sonst auch mal seinen Teller halbvoll zurückgehen lässt nimmt sich nochmal ein Extrastück. Heute mal mit Quarkölteig aus 300 g Mehl. Auch wenn es den Eindruck macht, dass es viel Teig ist. Es passt wunderbar. Creme Fraiche haben wir nicht. Anne-Christin kommt auf die Idee Frischkäse zu nehmen. Frischkäse plus Magerjoghurt gibt eine feine Mischung. Ehrlich schon lange nicht mehr so eine feine Lauchquiche gegessen! Also – viele Köche mögen wohl den Brei verderben. Zwei Köche verderben auf jeden Fall nicht die Quiche. Und da ist meine Tradman-Karriere auch schon wieder unterbrochen. Deswegen gibt es auch ein Bild davon.

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Eine Blechschere ist eine Einhandschere und eine Kinderhand eines 9jährigen ist schlicht zu klein, um die Blechschere mit einer Hand zu bedienen und gleichzeitig das Werkstück festzuhalten.

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Don’t ask me vor light … heute habe ich dann noch die Kompaktanlage aus den späten 90ern aufgebaut. Ja, ich weiß, dass es mittlerweile mp3-Player mit Bluetooth gibt.

Fest des leeren Holzlagers mit Salti TV

Man muss es wohl so sagen: ein besonderer Tag! Sicher habt ihr euch gefragt, was das mit dem „noch x Tage“ bedeutet. Heute war es dann endlich so weit und der so sehnlichst erwartete Tag war endlich da. An diesem Tag findet ein ganz besonderers Fest statt. Dieses Fest wird nur am Tressower See gefeiert und ist das allerhöchste Fest im Jahr: das Fest des leeren Holzlagers. Vielleicht muss ich das mal etwas erklären. Es finden ja allenthalben irgendwelche Feste statt. Dazu gehören Ostern, Weihnachten und Pfingsten mit ihren Bedeutungen. Das Fest des leeren Holzlagers kennzeichnet einen Wendepunkt im Jahr. Es zeigt: die kalte Jahreszeit ist vorbei. Natürlich haben wir noch genügend Brennholz, um auch im kühlen Mecklenburger Frühling den Ofen zu heizen. Aber im Grunde ist der Winter mit dem leer geheizten Holzlager auch zu Ende. Das muss gebührend gefeiert werden.

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Dieser Platz war zum Anfang des Winters noch komplett voll Holz.

Das geht schon zum Frühstück los. Es gibt an diesem Tag nicht nur den einfachen Naturjoghurt zum Frühstück. Nein, es gibt auch sieben verschiedene Marmeladen dazu und zusätzlich noch den billigen Fruchtjoghurt! Im Hintergrund seht ihr übrigens die gepackten Brotdosen für die Schule.

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Die Kinder dürfen sich an diesem Tage das Motto des Festes wünschen. Es heißt in diesem Jahr „Code“. Es werden auch bunte Luftballons aufgehängt – mit einer besonderen codierten Aufschrift. Am Abend wissen wir noch nicht, ob es codiert oder kodiert heißt. Und wie die deutsche Übersetzung von Code heißt. Deepl schlägt Kode vor und selbst der Duden enthält das Kodewort mit K am Anfang – das ist in meinen Augen Quatsch.

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Die Kinder dürfen sich wünschen, was es zu Essen gibt. Auf Platz 1 steht Tieffrierpizza. Naja … also … warum auch nicht …

Was ganz besonderes haben sie sich auch gewünscht – und der Wunsch geht sogar in Erfüllung. Die Radiomoderatorin Anne-Christin Liebscher von wismar.fm holt die Kinder mit ihrem Auto von der Schule ab!

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Und dann lösen wir auf, was es zum Nachtisch gibt. Mit ein wenig Hilfe, hat es Anne-Christin erraten. Als Hilfe kam noch eine weitere Zutat (Löffelbisquits) und ein Geräusch (Espressomaschine) hinzu.

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Salti TV sagt herzlichen Glückwunsch zum Hauptgewinn!

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Bei Salti TV geht es darum, besonders gewagte Salti – der Duden erlaubt auch Saltos – auf das Sofa zu machen. Die Zuschauer müssen dann voten und Daumen hoch geben und den Kanal – zu neudeutsch Channel, gesprochen: Tschännel – abonnieren. Der Höhepunkt sind dann Sprünge über aufgestapelte Taschentuchpäckchen.

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Ganz traditionell steht auch noch ein Bad im Tressower See auf dem Programm. Dieses Bad zeichnet symbolhaft für die Reinigung von winterlichen Gedanken und Gefühlen – ihr wisst schon … Das Ritual verschieben wir lieber auf den Juni, die kalten Gedanken und Gefühle lassen wir dennoch schonmal hinter uns.

Kundschaaaft!!!

Ich backe heute mal wieder Schwarzbrot – äääh – Schwarzbrötchen.

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Nicht aufgepasst und andere Sachen nebenher gemacht.

Kundschaaaaaaft!!! … Ungefähr alle drei Jahre – halt, ich übertreibe … ungefähr einmal im Jahr kommen auch Kunden zu mir – zusätzlich zu den Feriengästen aus Nauheim. Heute war es wieder so weit. Da lasse ich es mir nicht nehmen ein bisschen Kundenpflege zu betreiben. Es gibt drei verschiedene Sorten Wasser (Classic, medium und aus der Leitung). Es gibt Kräutertee, Espresso, aufgebrühten Kaffee, Milch, selbst gepressten Apfelsaft und Orangensaft. Und wer weiß, vielleicht wollen die Kunden ja auch eine Kleinigkeit zu sich nehmen. Das wird nicht gekauft, denn gekauft ist blöd! Marmorkuchen? Irgendwie langweilig. Nusskuchen? Hatten wir neulich erst. Schokokuchen? Hatten wir neulich erst. Hm. Also – her mit einem neuen Rezept, das Internet steht ja mittlerweile quasi in der Küche. Es wird Butterkuchen. Aufgrund der etwas knappen Zeit mit Backpulver. Das Rezept wird etwas variiert. Schmand und Joghurt statt Magerquark, gemahlene Haselnüsse statt Mandelsplitter.

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Die Kundschaft ist begeistert und fragt, ob ich den selber gebacken habe. Nein, natürlich habe ich den im Backofen gebacken. Und Arbeit habe ich jetzt auch wieder … z.B. die Küche aufräumen. Auch die Kinder finden den Kuchen ganz furchtbar. Könnte es also jetzt öfter geben. Ist in die Rezeptsammlung aufgenommen und eigentlich auch schnell gemacht.

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Hier noch ein Rätsel … was gibt das für einen Nachtisch? Wer es heraus bekommt, bekommt am Wochenende eine Fahrradreparatur bei Plattluft.

Beim Abendessen ist der Hit Schwarzbrötchen mit Jagdwurst auf Frischkäse. Sehr gut! – Dann weiß ich, was morgen in die Brotdose kommt.

Hört euch das an!

Luftbefeuchung ist ein Thema. Luftbefeuchtung ist nicht nur gegen Atemwegserkrankungen sinnvoll. Insbesondere das Klavier dankt eine gleichmäßige Luftfeuchtigkeit. Dem steht die Holzheizung im Wege, auch wenn der Ofenbauer etwas anderes behauptet. Ich habe schon einige abenteuerliche Vorstellungen über Luftfeuchtigkeit gehört. So sagte mir jemand, dass ein Lehmofen die im Holz enthaltene Feuchtigkeit ausschwitzt. Hä??? Der Ofenbauer sagte, dass mit dem Lehmofen keine Probleme mit der Luftfeuchtigkeit entstehen. Natürlich ist das Gegenteil der Fall. Ich muss nur auf das Hygrometer schauen. Der Grund hierfür ist auch relativ schnell erklärt. Der Ofen zieht die Feuerluft aus der Raumluft. Damit gelangt frische Außenluft in den Raum – weshalb man zum Beispiel auch relativ wenig lüften muss wenn man so einen Ofen in Betrieb hat. Diese frische Außenluft enthält relativ weniger Feuchtigkeit als die Raumluft. Die Raumluft wird durch die Bewohner und deren Verhalten befeuchtet. Wenn die relativ weniger Feuchtigkeit enthaltende Raumluft nun erwärmt wird, so sinkt die relative Luftfeuchtigkeit. Dies gilt gleichermaßen für einen Kaminofen wie für einen Lehmofen.

Und wie bringt man jetzt wieder neue Feuchtigkeit in den Raum? Ein Luftbefeuchter wäre das naheliegendste. Nur: gute Geräte sind teuer. Ich schätze, dass wir gut 2.000 Euro ausgeben könnten für einen Luftbefeuchter. Dann hat man ein technisches Gerät. Das kann kaputt gehen, braucht Strom und Wartung, steht irgendwo herum … Die effektivste Möglichkeit der Luftbefeuchtung ist der Wäschetrockner. Nur dumm, dass ich gerade eine Wäschetrocknungslösung im Heizungsraum gebastelt habe … – Dennoch gibt es hier mal ein Bild von einem Luftbefeuchter …

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Dieser Luftbefeuchter bringt mal eben schnell 3% mehr Feuchtigkeit. Und schnell getrocknete Bettwäsche.

Wir sind im Radio … https://www.wismar.fm/hinter-den-mauern-des-schabbell-ein-haus-das-noch-viel-mehr-zu-bieten-hat/

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Nein. Nicht „wir“ sind im Radio. Anne-Christin ist im Radio. Hört es euch an. „Höchst professionell, wie macht sie das bloß …“ – sagt Silke. Und ich. Respekt. Ich bin auch ein klein wenig stolz auf Dich, Anne-Christin! Immerhin darf ich Dich unterstützen, Dir den Rücken frei halten, Dir ermöglichen Dich voll und ganz im und für das Schabbell zu engagieren.

Und – was gibt es heute nur zum Abendessen? „Pizza“ wünscht sich Samson. Samson … Pizza gibt es doch am Freitag! „Aber wir könnten doch auch heute …“. Es gibt dann so etwas wie Schnellpizza – und die werden wir gelegentlich mal noch verbessern :-) – Diese hier besteht aus Brot, Jagdwurst und Emmentaler – einfach überbacken im Backofen.

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Gestern war Chorprobe und ich hatte noch einen Termin in Wismar. Deswegen gab es gestern keinen Blogeintrag.

Gemeinsame Küchenarbeit

Ich habe heute Buchhaltungstag. Am Nachmittag bin ich dann Kindertaxi zu den Filmspatzen, danach einkaufen. Beinahe schon Routine. Hm – was gibt es zu Essen? Ich mache heute mal schnelle Küche. Es gibt überbackenes Baguette, eigene Variation. Kurz: 200 ml saure Sahne, 200 g geriebenen Käse, 200 g gekochten Schinken, eine halbe Stange Lauch klein geschnitten, minimal (!) Chili aus der Mühle, Salz, Pfeffer, Knoblauch :-) vermischen, auf das aufgeschnittene Baguette verteilen und in den Backofen (180°C, gut 10 Minuten). Kommt gut an bei der Familie. Die Kinder wünschen sich die Reste in die Brotbox am nächsten Tag, Anne-Christin nimmt sie auch gerne mit.

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Danach machen wir gemeinsam die Küche. Anne-Christin spült, ich trockne ab. Das ist irgendwie auch sehr schön. Danke Anne-Christin! Die Kinder beschäftigen sich derweil am Tablett Computer, also kein Salti TV heute. Die Küche ist nun nicht ein Ort für gehaltvolle Gespräche. Immerhin sprechen wir belangloses. Ist es nun wichtig, ob man gehaltvolle oder belanglose Gespräche führt? Vielleicht besser belanglose Gespräche als gar keine Gespräche. Man kann so oder so machen – ich bin für so. Muss man überhaupt Gespräche führen? Muss man belanglose Gespräche führen? Muss man gehaltvolle Gespräche führen? Nein, niemand muss Gespräche führen. Erzwungene Gespräche sind übel. Dennoch – mit den Kindern übe ich durchaus, wie wir uns auch über Dinge unterhalten können, die uns beschäftigen, die uns wichtig sind. Ich frage Samson, ob er eine Botschaft an Frau F. hat. Jonathan ist schon irgendwo am Computer beschäftigt. Morgen haben wir wieder einen Termin (für alle Daumendrücker!). Er zögert. Ich solle mehr Zeit für ihn haben, damit er mehr HTML lernen kann. Ich übersetze: also die Eltern sollen mehr Zeit für euch haben? – Ja.

Wir wollen die Küchenarbeitsplatte abschleifen und neu behandeln. Sie sieht schon echt ramponiert aus und hat an einigen Stellen schon richtig schwarze Flecken. Wer einen Tipp hat, mit was man die am besten behandelt, darf sich gerne melden. Ich habe keine Ahnung was im Moment drauf ist. Sie könnte geölt sein.

Meteorologischer Frühlingsanfang

Ich stelle euch heute mal zwei unentbehrliche Helferlein aus unserer Küche vor. Gestatten …

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Es ist dies, ich muss das vielleicht ergänzen, die einfachste und preiswerteste Ausstattung, um sich den Luxus eines feinen Espressos zu gönnen. Espresso, das wissen möglicherweise einige der Leser nicht, ist eine recht moderne Erfindung. Es gibt wohl viele andere Kaffeezubereitungsarten. Espresso hat den Vorteil sowohl bekömmlich als auch schmackhaft zu sein. Wenn ich ganz ehrlich bin: man kann sich daran gewöhnen. Wenn dann die Maschinen einmal da stehen, geht das Theater erst richtig los. Die richtigen Bohnen müssen gefunden werden und die Maschinen müssen richtig eingestellt werden … Aber wenn man das Prozedere dann endlich hinter sich hat, ist der Genuss pur! Die Maschinen sind eine Investition in die Zukunft. Die Kaffeemühle ist für professionellen Einsatz ausgelegt. Wenn sie eine Million Portionen mahlt, dann kostet die Maschine pro Mahlung gerade mal noch 0,035 Cent. Das ist verschmerzbar. Die Espressomaschine kostet möglicherweise etwas mehr, ist aber dank einfachster Technik auch fast unkaputtbar. Und … es macht Freude. Den Milchschaum machen wir noch konventionell mit einem einfachen Schäumer von Hand. – Also wer sich unsicher ist, ob ein Vollautomat oder ein Siebträger die richtige Investition ist: ich würde immer den Siebträger vorziehen. Man ist wohl etwas länger mit der Zubereitung beschäftigt. Das ist aber auch schon eine schöne Zeremonie, die ich mir nicht unbedingt von einer Maschine abnehmen lassen will.

Ich habe heute das Heizungskellerregal auf der Liste stehen und die Fahrräder. Bratäpfel machen und Brötchen backen. Fangen wir beim Heizungskellerregal an. Einen Anfang gab es schon vor ich glaube drei Wochen. Da fehlte mir dann aber weiteres Material für die Fächer. Das habe ich irgendwann aus dem Baumarkt mitgebracht. Stand heute sieht das Regal so aus:

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Jetzt fehlen noch längere Träger für die fehlende Etage. Solche Verbesserungen sind sehr einfach umzusetzen, sind aber recht wirkungsvoll.

„Die Bratäpfel sind perfekt – so gute hast Du noch nie gemacht“ – das war Samsons Urteil. Danke!

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Hier seht ihr die Vorbereitungen fürs Backen. Der Ofen ist herunter gebrannt, die Brötchen sind gegangen. Neben der Mehltüte seht ihr den in etwa 10 Minuten selbst gebastelten Brotschieber. Mit den Messern hebe ich die Teiglinge auf den Brotschieber. Die Teiglinge sollten möglichst wenig bewegt werden, damit sie nicht zusammen fallen.

Es gibt noch eine Nachricht, die habe ich gerade bekommen. Dieses Haus ist zu verkaufen:

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Es steht in Deisendorf bei Überlingen am Bodensee und ist mein Elternhaus. Es war quasi schon verkauft. Nun ist der Käufer vom Kaufvertrag zurück getreten. Etwas Pech für uns, möglicherweise Glück für einen anderen Käufer. Nur Mist, dass jetzt die ganze Prozedur mit der Interessentensuche wieder von vorne anfängt. Ihr glaubt gar nicht, wieviele Menschen nicht lesen können, wenn da deutlich steht „Makleranfragen werden nicht beantwortet“.