Schulwoche 4

Die Welt titelt „Qualitätsstudie: In den Kitas droht Kollektivierung statt Individualisierung“, der Spiegel titelt: „Studie zu frühkindlicher Bildung – 1,7 Millionen Kinder in Kitas „nicht kindgerecht“ betreut“. Ich habe weder die Studie noch die Artikel gelesen. Fakt ist: der Missstand gilt nicht nur für Kitas sondern in höchstem Maße für das gesamte sogenannte Bildungssystem der BRD und vieler anderer Länder. Fakt ist weiterhin: dieser Missstand ist seit mehreren Jahrhunderten bekannt, gewollt und gezielt herbeigeführt. Fakt ist: es wird sich so schnell nicht ändern. Denn – und jetzt spule ich einfach mal ein paar Wochen zurück … so lange Behörden die Obhut über das Bildungssystem haben und hochnäsige Kultusministerinnen und Kultusminister Unfug in Lehrernewsletter texten dürfen, dürfen wir mit zusammengebissenen Zähnen dem Treiben weiterhin zusehen. Ich würde 100 Warnwesen auf einmal anziehen, wenn sich daran nur ein Deut ändern ließe.

Der Hochsommer ist hier erstmal vorbei. Die Temperatur des Seewassers fällt seit dem Wochenende wieder spürbar.

Feriengäste reisen frühzeitig ab. Sie hatten sich „verbucht“. Nein, unsere Ferienwohnung ist nicht behindertengerecht. Sie tragen’s mit Fassung. Ich auch.

Am Dienstag wird nochmal kräftig gegrillt. MMmmmmmmh. Schöner Sommer.

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Am Mittwoch reist unser Besuch mit dem Campingmobil schon wieder nach Süddeutschland ab.

Mein Arbeitslebentag ist gemischt. Es gibt manchmal mehr und manchmal weniger kranke Kinder zuhause. Ich schlage mich mit beratungsresistenten Ionoskunden herum. Manchmal ist auch was lustiges dabei. Ich darf mitarbeiten an der Seite eines deutschen Kabarettisten. Das animiert mich dann einmal mehr einen Stapel Bücher bei medimops zu bestellen.

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Am Freitag ist so eine Art Gedenktag. Vor sieben Jahren waren wir erstmals am Tressower See.

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Samson blickt hier im Alter von zwei Jahren auf seine Zukunft am Tressower See.

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Auch damals war das Haus schon zugewuchert. Die Linde steht noch und der Zaun auch.

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Und wir machen mal wieder den Ofen an.

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Es gibt Röschti mit Spiegelei.

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Der Grünspecht ist mal wieder da. Der Grünspecht ist einer der häufigsten Spechte in Europa, wie die Wikipedia weiß. Also eigentlich nichts besonderes.

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Hier ein Bild im Flug…

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Am Samstag rief eine Menschengruppe, die sich sehr innovativ mit einer Vorwahl schmückt in Berlin zu einer sogenannten Demonstration gegen Corona auf. Eine sehr kuriose Versammlung. Nur mit Mühe kann man sich ein Video vom Auftritt des Chefdemonstranten oder Demonstrantenchefs anschauen („… dann beendet die Bevölkerung die Pandemie … im Oktober wird neu gewählt …“). Es ist nicht unüblich, dass Veranstalter und Polizei mit verschiedenen Zählungen der Teilnehmenden aufwarten. Vor vier Wochen behauptete der Veranstalter, dass mindestens 800.000 bis 1,3 Mio. Menschen teilgenommen haben. Die Polizei sprach von 20.000. Diese Diskrepanz ist dann doch etwas bedenklich. Im Schatten der Verwirrten segelten dann Rechtsextremisten aus ganz Europa herbei. Für das sanfte Gemüt wird nicht so recht ersichtlich, dass hier eine neue Weltordnung geschaffen wird. Was dennoch nachdenklich machen kann, ist die Tatsache, dass den Wirrköpfen immerhin etwa 30.000 Menschen folgen – das ist nur die Zahl derjenigen, die als Schlachtenbummler unterwegs sind. Sei es aus Langeweile, sei es aus Überzeugung. Ich zitiere einmal Martin Sonneborn aus einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung: „Früher gab es auch Idioten. Aber die wurden im Dorf einfach ignoriert. Heute können sich alle Idioten vernetzen. Viel mehr Idioten können sich äußern.“

Am Wochenende gibt es nochmal wunderschönes Spätsommerwetter. Samson bläst das SUP nochmal auf. Am Samstag gibt es einen Draußentag. Ich decke das Brennholz ab, richte notdürftig das Carportdach, bestelle weiteres Befestigungsmaterial. Die Kinder haben die Initiative hinter dem Carport zu roden. Wir kommen immerhin bis zur Grundstücksgrenze auf der einen Seite und fast hinter den Holzlagerplatz zur anderen Seite. Ich träume von einem neuen Carport. Riesig. Platz für drei Fahrzeuge, Platz für den Rasentrecker und die Fahrräder.

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Am Sonntag nochmals: wunderbares Wetter. Eigentlich sollten wir segeln gehen … – alle fahren nochmal eine Runde mit dem SUP, Jonathan geht auf Barsch, das Segelboot ist nochmal unterwegs und wir machen Picknick mit Seesicht.

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Abends gibt es Pflaumenkuchen. Von selbst geklauten Pflaumen. Zwischen Gägelow und Zierow stehen Pflaumenbäume an der Straße. Eine Pflaumenallee. Da haben wir uns ein wenig bedient. Die Ernte war aber doch eher mühsam und spärlich. Außerdem gehen die Mecklenburger Pflaumen schwer vom Stein.

Schulwoche 3 – Krankheitswoche

Ganz hergestellt war ich noch nicht. Jonathan noch weniger. Da ging es am Dienstag erstmal zu Frau Dokter. Mit Antibiotika kamen sie wieder. Krank bis einschließlich Freitag. Anne-Christin hat die Betreuung übernommen. Nebenbei waren die Feriengäste aus Süddeutschland hier. Arbeiten war eher auf Sparflamme.

Am Freitag fuhr Anne-Christin nach Rügen, am Samstag dann Belegungswechsel. Und zusätzliche Campingurlauber aus Grenzach. Jibiiii. Endlich! Leider macht das Wetter dann einen Knick nach unten.

So war die Woche dann doch recht durchmischt.

Es war dies aber auch einmal wieder eine kulinarische Woche. Die Kinder haben Spätzle gewünscht und gemacht…

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Die Feriengäste haben feinste Lassagne gemacht. Holla die Waldfee! Da wurden sogar wir als Lassagnespezialisten etwas blass.

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Es wurde gegrillt – hier mit dem zweiten Versuch von selbst gebackenem Baguette. Das ist noch steigerungsfähig.

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Und hier mit spezial mariniertem Hühnchen und gegrillten Maiskolben.

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Am Sonntag wird der Garten durch ein Campingmobil endgültig zum Campinggarten.

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Und – auf Samsons Initiative – wieder einmal ein Rappelspiel aus immerhin über 500 Klötzchen.

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Nachdem es mehrere Startversuche gebraucht hat, ist es dann doch so schnell umgerappelt, dass ich mit diesem Foto gerade noch Glück hatte. Bodo schaut auch zu.

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Und wieder drei Blech Pizza.

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Woche 22 – Schulwoche 2

Es ist weiterhin recht warm, so auf um die 30°C tagsüber klettert das Thermometer. Es zeigt sich dabei, dass die frühen Ferien tatsächlich neben den Sommer gepflanzt sind. Etwas schade.

Am Haus tuen sich kleinere Änderungen. An der Vorderseite schon für den aufmerksamen Betrachter zu sehen. Ich habe nur noch kein Bild gemacht. Anne-Christin befreit das Haus von Unkraut. Wie spektakulär, wie revolutionär diese Veränderung ist, da mag sich jeder Betrachter gerne selbst ein Bild machen. Wir planen nichts anderes als eine radikale Veränderung des Geländes. Mit kleinen Schritten geht es los. Natürlich können wir heute noch nicht sagen wie lange der Atem wirklich reicht. Der Anfang ist schon ganz schön gut!

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Am Dienstag geht es erstmal wieder zum Dokter. Jonathan hat sich beim Rettungsversuch eines untergehenden Motorbootes das Genick gezerrt. Es tut weh. Und ich wollte bei nachlassenden Schulterbeschwerden doch nochmal hören, was der Dokter zum Röntgenbild sagt.Wir sind eine halbe Stunde vor Türöffnung bei der Praxis und die Reihe hinter uns wird lang und länger. Dennoch warten wir insgesamt eine Stunde. Hm. Das Röntgenbild sagt „kein Befund“. Jonathan bekommt Ibu. Ich rechne. Wenn etwa 1% aller Menschen in Deutschland etwa 1g Ibu pro Tag nehmen, dann kommen da pro Tag immerhin 800 kg Wirkstoff zusammen. Wirkstoff! Das ist ordentlich.

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Dieses von Samson selbst gebaute Kanisterboot sorgt täglich für Aufsehen am See.

Mittwoch gehen wir in die Musikschule, im Wismarer Stadtmuseum wird ein Film gezeigt. Die Kinder wünschen sich Fertigpizza. Samson macht Experimente mit Harz. Das geht gar nicht so leicht weg von den Händen wie es dran geht. Und bis es zu Bernstein versteinert wird noch eine zeitlang gehen.

Donnerstag erwarten wir ein Paket – sehnlichst. Das kommt leider nicht.

Freitag kommt das Paket auch nicht, aber wir bekommen eine Versandmeldung – Yibiiii! Ich backe noch einen Kuchen.

Am Samstag ist Belegungswechsel. Davor findet noch eine Fotosession auf dem Tressower See mit Ruderboot, Posaune und Trompete statt. Yuri fährt wieder nach Berlin. Byebye! oder Saludos! Vielleicht kommt ihr ja auch mal wieder. Meine Erkältung ist kaum besser – eher schlechter. Jonathan hat Ohrenschmerzen und nimmt wieder Ibu. Samson hilft mir erstmals in der Ferienwohnung. Er ist etwas missläunig. Naja. Aber dann macht es ihm auch Spaß und wir bekommen die Ferienwohnung relativ schnell in einen ordentlichen Zustand. Dann kommt – na endlich – das lang ersehnte Paket! Ein echtes SUP, genauer gesagt ein iSUP. i steht für inflatable, also aufblasbar, SUP steht für Standup Paddeling, also aufrecht stehendes Paddeln. Ich finde nicht so recht Zeit mich um das SUPi zu kümmern, die Feriengäste kommen an. Auch sie sind lang ersehnt. Aus Schwaben. Feriengäste aus Eimeldingen sind im Schloss Tressow angekommen. Wir verwickeln uns in ein Gespräch. Neben diversen Themen rund um Ost-West, Tressow und den Umzug vom Süden in den Norden interessiert sie eins: ob ich eher dem Lungenarzt A oder dem Lungenarzt B zugeneigt bin. Ich kann darauf keine Auskunft geben, da ich beide nicht mal dem Namen nach kenne. A macht Panik, B mahnt eher zur Besonnenheit. In Bayern herrscht große Aufregung. Dort sind 44.000 Tests an der Autobahn gemacht worden, 900 davon positiv. Allein die Weiterleitung der Testergebnisse an die Betroffenen hat nicht geklappt. Dabei kommt raus, dass die Testergebnisse per Exceltabellen verwaltet werden. Holladiewaldfeh – aus der Ferne ist Kopfschütteln angesagt. Es scheinen sich zwei Strömungen zu etablieren: jene, die auf Panik machen und jene, die zur Besonnenheit mahnen. A und B eben. Leider geben die Zahlen auch keinen so recht verständlichen Einblick über das Geschehen. Da gibt es Experten, die von einer Mortalität von 4% und mehr ausgehen. Andere Experten sehen die Mortalität bei 0,1% oder weniger. Immerhin ein Unterschied um den Faktor 40. Experten eben. Die uns vorliegenden Statistiken geben weder die eine noch die andere Zahl wieder. In München beispielsweise sind 7.000 Genesene registriert.  Dem stehen immerhin 223 Verstorbene gegenüber. Das sind schmerzliche 3,18%. Was diese Satatistik nicht sagt: auch in München wird es unsymptomatische und unregistrierte Fälle. Experten gehen von etwa 50% aus. Das würde die Mortalitätsrate auf 1,6% reduzieren, was immer noch ein hoher Wert ist, denn bei den Verstorbenen dürfte es weniger unregistrierte Fälle geben. Was noch nicht ersichtlich ist, ob es neue Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens geben wird. Der Wille bei der Bevölkerung für solche Maßnahmen ist offenbar eher verhalten. Die Politik macht Sommerpause. Herr Spahn begnügt sich damit, die Infektionszahlen als „beunruhigend“ zu bezeichnen.

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Endlich – das SUP ist da.

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Jonathan paddelt Anne-Christin ums Inseli.

Woche 21 – Schulwoche 1

Erster Schultag. 4. Klasse. In die neue 1. Klasse der Grundschule werden gerade einmal 14 Kinder eingeschult. Das ist übersichtlich. Es soll – so der Plan – wieder regulären Unterricht geben. Auch wir rüsten uns für den ersten Schultag, packen die Brotdosen wieder in die Schulranzen. Die Kinder fahren mit dem Fahrrad.

Der Wetterbericht prophezeit für die kommenden Tage schönes Sommerwetter mit Temperaturen um die 30°C. Das schafft Konflikte, denn der See lockt zum Bade. Meine Schulter schmerzt mehr. Ich muss das Arbeitspensum reduzieren. Auch Anne-Christin hat sich eine Erkältung eingefangen.

Am Mittwoch sage ich die Regatta ab. Zähneknirschend. Die Schulter schmerzt zu sehr. Das ist jetzt doppelter Ärger: abgesagte Regatta und schmerzende Schulter. Ich beschließe dann doch den örtlichen Landarzt aufzusuchen.

Am Donnerstag gehe ich durch die Gesundheitshölle. Wir fahren zusammen. Anne-Christin braucht einen gelben Zettel. Ich möchte gerne wissen, was mit der Schulter los ist. Der Arzt schickt mich zum Röntgen und verschreibt mir Schmerzlinderungspillen. Beim zweiten Anlauf finde ich auch die Röntgenpraxis. Dabei komme ich der Abstrichstation doch sehr nah. Riesige rote Container stehen dort im Hof. Dort wird der Müll reingepackt – gebrauchte Arbeitsanzüge und all sowas. Eine Abstrichkandidatin verirrt sich auch in die Röntgenpraxis. Sie wurde telefonisch dort hin geschickt. Angeblich. Vermutlich war sie nur etwas verwirrt. So kommt mir das aktuelle Weltthema auch wieder zum Bewusstsein und sehr nahe. In Deutschland steigen die Infektionszahlen weiter auf über 1000 pro Tag. Anders als im März sind es jedoch kleinere Ausbrüche über die Fläche. Familienfeiern. Urlaubsheimkehrer. Nachlässigkeit. Ich lese einen interessanten Artikel über die Ausbreitung von Aerosolen in geschlossenen Räumen. Darüber wird schon lange geforscht. Obwohl es weltweit große Anstrengungen gibt, weiß man noch wenig über die Verbreitung des Virus. „Es kann sein, dass wir in zwei oder drei Jahren darüber lachen was für ein Aufwand getrieben wurde zu Corona-Zeiten.“ So der Landarzt. Die Untersuchungen zur Übersterblichkeit legen nahe, dass die Todesfälle durch das Virus signifikant sind. Die ethischen Fragen „wie viele Menschen und wen lassen wir sterben“ bleibt ebenso ungelöst. Wie wägt man psychologische und soziale Schäden, wirtschaftliche Schäden und Risiko gegeneinander ab. Die Lufthansa hat 800 Piloten zu viel. Zum Beispiel. Es wird darüber gesprochen, dass auch Kinder in den Klassenzimmern den Mundnasenschutz aufziehen sollen. Hm. Ganz so optimistisch wie das Kultusministerium in seinem Lehrernewsletter vom 31.7. textet „Im neuen Schuljahr wird es an unseren Schulen einen täglichen, verlässlichen Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen geben.“ bin ich nicht. In der ersten Schulwoche wurden bereits zwei Schulen in Mecklenburg wieder geschlossen.

Freitag – das Wetter ist weiterhin wunderschön, schon am Morgen wenn es noch kühl ist.

Samstag ist es weiterhin sehr warm mit über 30°C. Yuri aus Berlin reist erstmals an. Er bringt zwei Personen als Begleitung mit.

Der Parkplatz und die Wendeschleife sind zugeparkt. Wir genießen den Schatten und müssen uns tagsüber nicht mit den zahlreichen Badegästen auf der Wiese treffen. Die Strände an der Ostsee werden wegen Überfüllung gesperrt. Mich plagen Halsschmerzen … Das sommerliche Wetter lädt auch die Jugend zu nächtlicher Party an den See. Erst gegen ein Uhr ist Ruhe – Dank der Ordnungshüter mit dem Streifenwagen.

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Letzte Ferienwoche

Es ist die letzte Woche der Sommerferien in Mecklenburg. „Was??? Die Sommerferien sind schon vorbei???“. Durch die lange Pause vor den Ferien schrumpfen die sechs Ferienwochen spürbar zusammen. So richtig kann sich noch keiner vorstellen wie das dann mit der Schule geht. Wir bereiten uns aber schon mal vor. Auf die Einschulungsfeier. Musikalisch. Es gibt einen Auftritt. Es ist auch ein Stück für Trompete und Klavier dabei. Mehr wird natürlich noch nicht verraten. Die Proben sind eher lästig. Zur Mitte der Woche zeigt sich dann aber, dass sie doch nicht so sinnlos sind …

Das Internet ist mal wieder leer. Und es ging schnell. Ca. 5 GB pro Tag rauschten da durch die Leitung. Das entspricht etwa 5 Euro und summiert sich auf 150 Euro im Monat. Hm. Feriengäste sind da. Die nutzen das Internet auch. Und ich. Für meine Arbeit. Geht leider nicht anders. Sonst kann ich nicht arbeiten. Nun … kaufe ich nach? Dann ist es gleich wieder leer. Etwas widerwillig schalte ich den Feriengästen das Internet ab. Probehalber sozusagen. Und kaufe nach. Sonst kann ich nicht arbeiten. Nach drei Tagen ist gerade mal 1 GB verbraucht – also weniger als ein Zehntel. Ich habe dabei den ganzen Tag gearbeitet, recherchiert und Zeitung gelesen. Macht nachdenklich. Ob all die Thunbergjüngerinnen und -jünger auch wissen wieviel Traffic ihr Smartphone oder anderes Gadget so unbemerkt verursacht und damit CO2 verbraucht und und und … die Welt vermutlich auch nicht besser macht …?

Nein, am Mittwoch fahre ich nicht zur Regatta. Es ist doch etwas ungemütlich viel Wind. Und ganz so gut kenne ich die Boote und das Revier auch noch nicht. Dafür gehe ich am Donnerstag auf einen Trimmschlag. Sehr schönes Wetter. Etwas böig zwar, aber wir gehen dann doch lieber angezogen raus – was sich als vernünftig herausstellt. Wir fahren erstmal nach Wendorf, legen dort am Kran an und treffen die Kollegen von der Dynamite, die noch fleißig am Basteln sind. Danach geht es nochmal ein Stündchen aufs Wasser mit ersten Schaumkronen. Segeln und fotografieren verträgt sich bei dem Wetter leider nicht so gut. Deswegen gibt es nur ein Bild von der Nytro, wie sie wieder brav am Steg liegt. Sieht man ihr gar nicht an, dass sie eine halbe Stunde vorher noch mit sieben Knoten und mehr die Wismarer Bucht umgepflügt hat.

Am Samstag ist Arbeitstag. Zunächst einen Abfluss in der oberen Ferienwohnung reparieren (Pfusch am Bau beseitigen). Einen Stein ausgraben, dessen Gewicht Jonathan auf mehr als eine Tonne schätzt, Rasen mähen, Schild neu einbetonieren. – Keine Bilder. Danach ist die Puste raus. Es ist warm, abends gehe ich nochmal kurz schwimmen. Anne-Christin und die Kinder bauen das Zelt auf.

Sonntag: Ruhetag.

Die Covid19 Fallzahlen steigen weltweit. Auch in Deutschland. Die Spitzenreiter sind Amerika (4,66 Mio/47)*, Brasilien (2,73 Mio/45), England (306 Tsd./70), Schweden (80 Tsd./50), Spanien (288 Tsd./61), Italien (248 Tsd./58) die dem Virus entweder planlos oder geplant ohne strenge Maßnahmen begegnen. In Deutschland (210 Tsd./11) ist eine zunehmende Gleichgültigkeit bis Protest gegen die Einschränkungen zu bemerken. Dies führt dann zu Clusterinfektionen, wie beispielsweise bei einer Familienfeier in Mecklenburg. Es wird weiterhin fieberhaft an einem Impfmittel gearbeitet. Ob dies der Durchbruch sein wird, darüber sind sich die Experten nicht einig.
* Zahlen in Klammern: Gesamtanzahl der Fälle / Tote pro 100.000 Einwohner am 3. August.

Der Newsletter des Kultusministeriums textet „… Nach den Monaten des sehr eingeschränkten Schulbetriebs, die allen Beteiligten viel abverlangt haben, hoffen alle, dass möglichst viel Normalität einzieht. …“

Sehr schade, dass die oberste Schulbehörde des Landes wieder einmal eine Riesenchance für eine echte Umkrempelung des Schulbetriebes ignoriert und mit banalen Textphrasen garniert.

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Unser Einkaufszettel am Pinnbrett. Links erkennt ihr noch eine Ankündigung zur Klassenabschlussfahrt der 3. Klasse aus Vorcoronazeit.

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Mittwoch: Anne-Christin macht ein ganz besonderes Essen.

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Die Nytro im Hafen in Wismar.

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Samsons Ferienhighlight: ein selbstgebautes Boot – das WUK (Wanne und Kanister). Nach etlichen Bootselbstbauversuchen steht nach wie vor ein SUP ganz oben auf der Wunschliste.

Noch eine Woche bis Schulanfang

Vor uns liegt die 20. Woche seit der Schulschließung. Das sind dann fast fünf Monate, in denen die Kinder viermal in die Schule gegangen sind. Daran werden sie sich sicher noch lange erinnern. Das sogenannte Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur MV textet weiterhin wirres Zeug wie dieses hier: „Aufgrund der Corona-Pandemie mussten wir über Nacht unsere Schulen schließen und auf neue Lernformen umsteigen.“ (Quelle: Lehrernewsletter vom 19.6.20)- Wie bitte? Auf welche Lernformen bitte wurde hier umgestellt? Von „unbrauchbar“ auf „keine“ wird hier großartig gefeiert. Naja – Selbstbewußtsein muss man haben. Und zur Schau stellen. Wenn nur dieses an den Schulen gelehrt würde …

Leider ist unsere Gesellschaft seit langem nicht mehr so strukturiert, dass sich im Alltag sinnvolle Lernmöglichkeiten für Kinder ergeben. So hoffen wir dann doch, dass sie von der Schulöffnung irgendwie profitieren.

Feriengäste kommen und gehen. Das Wetter zeigt sich weiter unbeständig, was uns nicht vom gelegentlichen Bade im See abhält. Wir waren in Dönkendorf bei einer Geburtstagsfeier und ein heraufziehender Gewitterschauer beschert uns spontanen Besuch aus dem Schloss. Ich versuche in dem ganzen Trubel etwas zu arbeiten.

Wir überlegen, ob und wie wir unser gesamtes Gelände umgestallten können oder wollen. Es werden Eisenbahnen und zusätzliche Gebäude geplant, ein Brotbackofen und ein Kartoffelacker…

Und ich finde ein tolles Fundstück am See…

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Ob ein 5-Pfennig Stück aus westlicher Produktion dreißig Jahre im Freien so unbeschadet überstanden hätte? Vielleicht war doch nicht alles so schlecht. Früher.

Woche 2 mit Feriengästen

Nun muss ich doch mal die Wochenzählung aus dem Betreff verbannen – es wird langweilig. Das Thema bleibt. Daher zähle ich weiter. Es ist die Woche 18. Das Wetter ist weiterhin durchmischt. „Der Juli ist der regenreichste Monat“ – sagt Anne-Christin. Offenbar hat sie recht. Jene Experten, die uns einen sehr trockenen und heißen Sommer prognostiziert haben, haben bisher nicht so wirklich ins Schwarze getroffen. Immerhin machen wir diese Woche auch mal den Ofen an, um Wohlfühltemperaturen zu erreichen. 20°C im Haus fühlen sich im Sommer einfach nicht so wirklich warm an.

Am Montag waren wir an der Ostsee. Wir entscheiden uns für Hohenwieschendorf. Eigentlich wollten wir nach Zierow laufen. Die Kinder entscheiden anders. So bleiben wir einfach dort. Nico findet eine versteinerte Schiffsschraube. Oder sowas ähnliches. Danach fahren wir noch nach Wismar. Fischbrötchen essen und heftigen Regenguss einfangen.

Am Dienstag machen wir eine Ausfahrt nach Rostock in den Zoo. Die Attraktionen des Zoos werden von den Besuchern unterschiedlich gewertet. Die Kinder beschäftigen sich gern mit dem mitgeführten Wägelchen (kein Foto). Unser alter Fahrradanhänger wird zum Zoowägelchen umgebaut. Dies ermöglicht uns einen schnellen Eintritt in den Zoo. Im Zoo herrscht gefühlte Normalität. Die zahlreichen Banner und Schilder haben eher symbolischen Charakter.

Die Lage an der Coronafront ist nach wie vor durchwachsen. In Amerika steigen die Fallzahlen so stark an, dass Experten der Ansicht sind, dass eine weitere Ausbreitung nicht mehr kontrollierbar ist. Bei über 65.000 registrierten Neuinfektionen pro Tag ist es schlicht unmöglich, deren Kontakte nachzuverfolgen. Der Ausgang ist offen und in den Schreckensszenarien bedrohlich. Das Virus schert sich einen Dreck darum, was der amerikanische Präsident vorhersagt: es verschwindet nicht so einfach. Dies ist übrigens auch die Ansicht eines deutschen Experten, der es für möglich hält, dass kein Impfmittel gefunden wird und wir uns schlicht daran gewöhnen müssen mit dem Virus zu leben.

Zurück in den Zoo. Die Spielplätze, insbesondere die Wasserspielplätze üben eine magische Anziehungskraft auf die Kinder aus.

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Nachmittags, vor dem Darwineum, gibt es endlich die von einigen lang ersehnte Panettone-Pause.

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Blühwiese vor dem Darwineum.

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Am Mittwoch ist Kindergeburtstag. Mit feinsten Kuchen. Und Burger. Und Eiersalat.

Am Donnerstag fahre ich nochmal mit den Feriengästen nach Rostock. Shopping, Stadtbesichtigung und andere Attraktionen stehen auf dem Programm.

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Ich musste den größtmöglichen Abstand wählen, um die ganze Gebäudedimension aus Bild zu bekommen. Auch wenn es zu der Zeit, als das Gebäude errichtet wurde, noch keine Fotografie gab, verfolgten die Erbauer vermutlich mit der Gebäudedimension eine gewisse Absicht. Immerhin musste jeder einzelne Backstein von Hand geformt werden. Vermutlich wurden die Steine mit Pferdefurhwerken zur Baustelle gekarrt. Nix Autobahn, nix Betonpumpe, nix Kranauto …

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Die Abbildung der Menschen ist mit der Panoramafreiheit gedeckt.

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„Das 54 m hohe, siebengeschossige Kröpeliner Tor ist das stattlichste mittelalterliche Tor Rostocks. Es erreichte um 1400 seine heutige Größe…“ – so die Infotafel am Fuße des Turmes.

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Das Highlight des Tages war in jedem Falle die Besichtigung der Stephan Jantzen, einem Eisbrecher aus der Blütezeit der DDR. Der frühere Kapitän selbst übernahm einen Teil der dreistündigen Führung durch das Schiff. Wir haben viel gelernt. Unter anderem konnte der Eisbrecher 80 cm dickes Festeis und bis 2,60 m dickes Packeis brechen.

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Die Kommandobrücke des Eisbrechers.

Die Stephan Jantzen war dieselelektrisch mit drei Elektromotoren mit jeweils 1,8 Megawatt Leistung unterwegs. Die hinteren zwei Schiffsschrauben haben jeweils einen Durchmesser von 3,4 Meter.

Am Freitag haben die Feriengäste einen Ausflug ans Meer gemacht. Ich habe meine ersten Versuche gemacht Baguettes selber zu backen.

Am Samstag hilft mir Jonathan bei der Reinigung der Ferienwohnung. Ich bin selbst überrascht, dass wir so schnell fertig sind. Es wird auch wieder deutlich wärmer.

Woche 17 – Schlechtes Wetter für die Feriengäste

Am Samstag ging es los. Schnell mal Ferienwohnung parat machen, Kirschen ernten, Kuchen backen. Dann, irgendwann, so um 4 waren sie dann da. Lang erwartet. Endlich da.

Es gab Kaffee und Kuchen und ein herzliches Wiedersehen! Und gleich eine erste Überraschung … Anna hat eine Katze gefunden. Die musste fotografiert werden. Das hat Jonathan übernommen. Auch Interessenten gab es für das Tier. Zunächst wurde aber Expertenwissen gebraucht, um die Katze bis Montag am Leben zu erhalten.

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Der Tierarzt hat ihr dann mit Wärmelampe, Spezialnahrung und anderen Kniffen das Leben gerettet und dem Tier ein neues Zuhause verschafft.

Was geschieht, wenn man in Mecklenburg Äpfel klaut und dabei von den Apfelbesitzern mit ihren großen Hunden erwischt wird? Wir hatten Glück – so könnte man es nennen. Sie bringen uns Kisten mit frischem Gemüse und hier so einen Blumenstrauß. Manchmal denkt man an eine verkehrte Welt.

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Wenn der Haushalt größer wird, kann man auch mal mehr Weckle backen.

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Am Dienstag war gemischtes Wetter und man konnte auch mal ein bisschen mit den Schiffchen spielen. Samson hat ein paar sehr schöne Fotos gemacht.

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Abends gibt es Nudeln mit Sushi.

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Überhaupt, ist die Küche wieder etwas mehr gefordert. Ich weiß aber grade gar nicht mehr, was wir so alles gemacht haben. Am einen Tag gab es Crepes, am andern haben wir gegrillt.

Am Samstag war so eine Kinderidee „wir wollen ein Floß bauen!“. Naja. Kinderideen. Aber es sind ja Ferien. Warum also nicht ein Floß bauen? Vier Kanister à 20 Liter geben einen Auftrieb von 80 kg. Das sollte für zwei Kinder reichen.

Das Floß nahm dann seinen Pendelbetrieb zwischen Badestelle und Hafen auf. Die Rückfahrt wurde dann wegen schweren Wetters abgebrochen.

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Abends gibt es Fischburger aus Brasse und Rotfeder, Kartoffeln mit Kartoffelsalat und Spätzle. Lekker.

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Sonntags folgte eine Ausfahrt an die Ostsee nach Schwansee.

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Abends dann Pizza für alle.

 

Woche 15 und 16

Die Zählung dürfte bis weit über 100 gehen. Heute wissen wir noch nicht viel über dieses kleine Partikelchen, das viele Menschen sterben lässt, einige etwas bekloppt werden lässt und uns alle irgendwie bewegt. Was wir heute wissen … bislang sind über eine Million Menschen daran gestorben. Dass es seinen Ursprung im chinesischen Wuhan im Dezember hat gilt als ausgeschlossen. In italienischen Rückstellproben aus Klärwerken vom Oktober 2019 sind die Partikel schon nachweisbar. Frettchen infizieren sich und geben das Virus an ihre Artgenossen weiter. Es ist bis heute keine Schmierinfektion bekannt – dennoch desinfizieren einige Mitbürgerinnen was das Zeug hält. Und die Mehrwertsteuer wird gesenkt – was einen an der Menschheit doch etwas zweifeln lässt. Wer sich diesen Quatsch ausgedacht hat? Es ist vor allem ein rechter Aufwand für alle Geschäftstreibende. Nutzen tut es vor allem jenen, die ohnehin genug Kohle haben um darüber nachzudenken, ob sie denn jetzt den Lambo drei Prozent billiger kriegen. Das ist, gelinde gesagt, etwas irr. Aber … – ich hoffe ich muss kein Dementi schreiben – im gleichen Atemzug – das Museum Wismar hat die Eintrittspreise gesenkt. Genauer gesagt hat dies die Bürgerschaft beschlossen. Das gilt, wie einmal ein Politiker vor der Wende gesagt hat „sofort, unverzüglich“. Ihr kommt also jetzt für sage und schreibe 6 Euro ins Wismarer stadtgeschichtliche Museum. Gegenüber dem Eintrittspreis vom Juni spart ihr also 2 Euro! Der reduzierte Eintritt kostet nur noch vier Euro. Nichts wie hin! Nur zum Vergleich … das Lörracher Museum verlangt von jedem Erwachsenen 3 Euro, ermäßigt 1 Euro. In New York sind zahlreiche Museen kostenlos, z.B. das Queens Museum of Art, andere Museen bieten an bestimmten Wochentagen freien Eintritt. Wer hier wohl Trendsetter ist?

Die Ostseezeitung textet zu diesem Ereignis auf einer halben Seite. Der Text beginnt mit „Das Stadtgeschichtliche Museum ‚Schabbel‘ soll attraktiver werden. Dazu werden ab Juli die Eintrittspreise gesenkt.“. Den Zusammenhang zwischen „attraktiver werden“ und „Eintrittspreise gesenkt“ darf sich der geneigte Leser selber ausdenken. Der Artikel enthält aber noch weitere interessante Aspekte. So steht dort beispielsweise, dass der Deckungsbeitrag 12,5% beträgt – bei 14.427 Besuchern 2018 und 13.458 Besuchern 2019. Ausgerechnet hieße das ungefähr, dass das Museum einen Gesamtetat von etwa 807.912 Euro pro Jahr hat, ausgehend von einem durchschnittlichen Eintrittspreis von sieben Euro. Auf jede Eintrittskarte legt die Stadt Wismar bzw. der steuerzahlende Bürger Wismars nochmal knapp fünfzig Euro drauf. Ganz nebenbei – das ist kein ungewöhnlicher Betrag für öffentliche Kultureinrichtungen. Der Bürgermeister meint jetzt, dass es dem Stadtbudget nicht zuzumuten ist, die Eintrittspreise auf vier Euro zu senken, so der Zeitungsartikel. Das würde, ausgehend von sechs Euro Eintrittspreis den Eintritt für den Besucher immerhin nochmals um ein Drittel senken. Für die Stadt wären dies aber lediglich Mehrausgaben in Höhe von etwa 4% pro Eintrittskarte. In diesem Zusammenhang drängt sich folgende Frage auf: wie lange kann sich die Stadt Wismar eine Hochpreispolitik für ein Heimatmuseum leisten, mit dem sich die steuerzahlende Bevölkerung nicht identifizieren kann oder will – aus welchen Gründen auch immer. Man kann den Gedanken auch noch weiter spinnen. Was würde sich in der Stadt Wismar kulturell ändern, wenn das lästige Stadtmuseum einfach geschlossen würde, die 807.912 Euro dem steuerzahlenden Bürger nicht mehr weggenommen würden sondern der Bürger selbst Kultur machen würde. Institutionelle Kultur hat immer etwas von Verordnung. Dem Bürger wird das Museum verordnet. Mitspracherecht hat er nicht. Zahlen darf er wohl, auch wenn er/sie nicht hin geht. Nur: Kultur lässt sich nicht verordnen. Der Bürger sträubt sich und protestiert mit den Füßen. Das kann man ihm nicht übel nehmen. Jüngst entsprang der Druckerpresse ein Hochglanzmagazin mit dem Titel „SUPER Ostsee 2020“ mit allen möglichen Freizeitangeboten. Es gibt auch ein Verzeichnis nach Region. Das Heimatmuseum Wismar ist nicht darin zu finden. Der Redaktion kann man das nicht übel nehmen.

Ich schreibe etwas kompakt, denn die Zeit rennt.

Vergangenes Wochenende habe ich erstmals in einem Offizierscasino übernachtet – und das war aufregender als ihr denkt! Denn so ein Offizierscasino ist nicht irgendein Gebäude, zumal wenn es privat „bewirtschaftet“ wird. Allein das Wohnzimmer ist dort 160 Quadratmeter groß und etwa vier Meter hoch. Da staunt selbst der wohnraumverwöhnte Wessi was da alles geht.

Die ersten Kirschen sind reif und ich koche mal auf Verdacht etwas Kirschen-Zitronen Marmelade. 24 Gläser.

Und ja – ihr ahnt es schon. Ich war segeln. Sogar zweimal. Einmal mit der Nytro und einmal mit der WOW. Die Nytro ist eine schicke Fritz Dyas, die WOW habe ich euch ja schonmal vorgestellt. Es ist traumhaftes Wetter und ein gelungener Wiedereinstieg in den Wassersport.

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Dies Bild ist vom Dienstag. Frühangeln am Tressower See.

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Am Mittwochabend hat Anne-Christin etwas aus DOCH-Teig gemacht. Ratet mal, wieviele dieser DOCH-Teig-Gebäcke in einen fast 10-jährigen Jungen rein gehen?

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Frühschwimmen und Frühangeln am Donnerstag. Sommerlich warme Temperaturen haben das Wasser angenehm temperiert.

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Am Nachmittag ernte ich ein paar Kilo Kirschen vom großen Baum. Wirklich reif sind sie nicht, aber es werden schon viele faul.

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Dunkle Wolken vertreiben mich bald von meinem Arbeitsplatz mit grüner Aussicht. Kurz darauf regnet es wieder heftig.

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24 Gläser Kirsch-Zitronen-Marmelade sind fertig. Die Zitrone musste rein. Für den Geschmack. Und damit es geliert.

Woche 14 ist kürzer

Zuallerallererst … ein ganz wichtiges Dementi! Ich habe schon überlegt, ob ich einen Extrabeitrag veröffentlichen muss. Das Wismarer Stadtmuseum hat nicht geschlossen. Es hat geöffnet. Ich hoffe ich habe mit meinem Beitrag der letzten Woche nicht viele Besucher davon abgehalten das Wismarer Stadtmuseum zu besuchen. Holt diesen geplanten Besuch in jedem Falle nach!

Sonntag – die Feriengäste reisen ab. Ganz ganz früh. Und wollen nächstes Jahr wieder kommen. Wir freuen uns schon darauf. Also einmal durch die Ferienwohnung gehen und dann die neue Duschstange montieren. Funktioniert soweit alles. Sieht gut aus.

Montag ist wieder herrlichstes Wetter. So gegen halbneun denke ich, dass die Kinder ja quasi Ferien haben und das Frühstück machen könnten. Ich frage freundlich und schon stehen zwei heranwachsende Jungs da und machen Frühstück. Draußen. Sehr schön.

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Warum erwähne ich so eine Banalität? Als Erziehungsberechtigter ist man manchmal geneigt mit seinem Schicksal zu hadern. Man ist ständig unterwegs, ständig beschäftigt. Immer liegt überall irgendwelcher Prött rum. Man muss sich überlegen, wann es denn was zu essen gibt und sich darum kümmern, dass auch was zu essen da ist. Und wozu das alles? Nein – das ist ja – wie schon bekannt – eh die falsche Sichtweise. Es gibt eben dann doch die Momente, an denen merkt: sie sind nicht bequem und faul, sie sind willig und klug. Aber sie sind eben Kinder. Man darf von ihnen nicht erwarten, dass sie sich wie Übererwachsene benehmen. Sie leben im Moment. Und dann decken sie draußen das Frühstück und wir frühstücken wie die Könige.

Zum Mittagessen gibt es Grießbrei mit zweifarbigem Wackelpudding.

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Von Jonathan gibt es einen Daumen nach oben. Allerdings auch nur, bis er auf die Idee kommt beides zu vermischen. Also hier der Tipp: wenn ihr frischen warmen Grießbrei habt, vermischt den besser nicht mit dem kalten Wackelpudding.

Ich bekomme Kenntnis von einer Mail, in der steht, dass der Empfänger etwas tun soll, was für das Seelenheil unerlässlich ist. Ich schreibe dies so etwas sperrig, damit niemand auf die Idee kommt auf den Ursprung bzw. den Verfasser zu schließen. Da mache ich mir Gedanken, was denn alles für mein Seelenheil unerlässlich ist und vor allem, wer dafür zuständig ist. Möglicherweise ist die Frage des Seelenheils doch recht individuell. Ob es gut bei der Kundschaft ankommen würde, wenn ich mitteilen würde: „lassen Sie Ihre Website bei mir machen, das ist gut für Ihr Seelenheil“? Sicherlich sind Zweifel angebracht, wenn der Schreiber ein mentales und/oder monetäres Interesse an meinem Seelenheil hat. Ein Pfarrer zum Beispiel, zieht seine berufliche Existenzberechtigung und sein Einkommen daraus, dass es genügend Menschen gibt, für deren Seelenheil er sich zuständig fühlen darf. Es ist ein Geschäft. Wie das eines Autohauses. Das Autohaus wirbt auch damit, dass es die geliebte Karre in Schwung hält. Ob man Interessen von Mobilität und Seelenheil in eine Kiste werfen kann? Naja. Lassen wir das.

Dienstag – ich bin zwar noch nicht wirklich fit. Gestern hatte ich mir frei genommen – irgendso eine Sommerunpässlichkeit (nein, kein Corvid19). Im Bereich Arbeitsplanung vom Segelverein war ein Task offen „Deck streichen Dynamite“. Also habe ich mich eingetragen. Es waren dann recht lässige zwei Stunden mit Friederike. Danach war das Deck gestrichen. Tolle Arbeitsplanung, tolle Organisation, toller Support.

Mittwoch – der letzte Schultag. Ich hatte abends vergessen die Kinder zu fragen, ob sie mit dem Fahrrad oder dem Bus zur Schule fahren wollen. Nach dem Wecken war einer der Ansicht, er wolle mit dem Bus fahren, der andere wollte mit dem Fahrrad fahren. Kurz drauf waren sie sich einig: wir fahren mit dem Fahrrad. Welch kluge Entscheidung bei dem herrlichen Wetter. Da es an meinem Arbeitsplatz schon 25 Grad hatte, habe ich mich um Fliegengitter gekümmert und konnte nun immerhin die Fenster auf machen. Sehr angenehm. Die Kinder kamen mit Zeugnissen. Schnitt in beiden Zeugnissen 1,692, ohne Kopfnoten 1,555. Viel zu meckern gibt es da nicht. Wir fahren noch in die Musikschule. Dort gibt es keine Zeugnisse dieses Jahr. Dann fange ich noch an die Ferienwohnung herzurichten. Morgen kommen Gäste. Außerdem ist Badewetter.

Donnerstag ist frühbaden – auch dieses: es ist wie Urlaub.

Samstag ist auch wieder frühbaden, allerdings dann doch erst um halb zehn. Ich nehme endlich die Kamera mit, um diese wunderbare und historische Botschaft zu fotografieren.

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Man kann wohl hoffen, dass nicht allzuviel Menschen den Text darauf lesen und versuchen ihn zu verstehen und versuchen den Sinn zu verstehen, der hinter dem Text steht. Wohl hat sich jemand hier sehr bemüht. An allen Ecken und Enden trifft man in diesen Tagen auf solche Rätsel.

Überhaupt scheint mir Corona doch sehr eine Kopfkrankheit zu sein. Man liest wirklich viel. Und man liest erstaunlich wenig Substantielles. So wird seit Monaten mit Infektionszahlen hantiert. Kaum eine Statistik, die die Infektionszahlen ins Verhältnis zur Bevölkerungszahl setzt. Die Infektionszahl pro 100.000 Einwohner ist da schon eine Ausnahme. Aber wisst ihr zum Beispiel, um wieviel die Infektionszahlen in den Vereinigten Staaten höher ist als in Deutschland? Ich habe für euch mal nachgerechnet. In Deutschland werden derzeit etwa 0,65 Infektionen pro 100.000 Einwohner registriert, in den USA sind es 7,86. Kritisch wird es nach derzeitiger offizieller Verlautbarung bei 50 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner und Woche. Damit liegen die Vereinigten Staaten knapp drüber (55,02), Deutschland deutlich darunter (4,58) wobei es lokal enorme Unterschiede gibt.

Der DPD bringt ein neues Gadget. Einen Multiapparat, mit dem man Hecke schneiden kann, Motorsensen kann, Hochentasten kann und Rasen trimmen kann. Eigentlich habe ich das Gerät zum Motorsensen, Hochentasten und Rasen trimmen bestellt. Da heute aber eh Hecke schneiden auf dem Programm stand, habe ich das Ding mal zusammen montiert. Ich habe mich extra für ein etwas hochpreisigeres Gerät entschieden. Es hätte zwar noch die orange schwäbische Version aus Waiblingen gegeben, die wäre aber so deutlich teurer gewesen, dass ich davon Abstand genommen habe. Schließlich will ich das Gerät nur ein paar Stunden im Jahr einsetzen. Auf dem Karton, den der DPD da gebracht hat, steht groß „Germany“ – und sehr klein „Made in China“. Naja. Nichts anderes hatte ich erwartet. Das Ding war schnell zusammen montiert. Dann ging es knatternd an die Hecke. Und naja – was soll ich sagen. Es funktioniert. Die andere Hälfte der Hecke habe ich dann mit einer elektrischen Heckenschere geschnitten. Und – was soll ich sagen? Es geht besser.

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Hier noch ein historisches Bild. So sah die Hecke im Februar 2015 aus.

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Dies ist ein Bild vom April 2015

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Es ist sozusagen das Jahr fünf der Hecke. Das Ziel, das ich vor mehr als fünf Jahren vor Augen hatte ist eigentlich erreicht. Die Hecke ist kleiner. Und sie ist dicht. Es bleibt allerdings eine Aufgabe, die Botanik auf dem Gelände in Zaum zu halten.

Ich schreibe den Beitrag heute schon. Morgen habe ich was vor.