Wer die Wahl hat …

In zwei Wochen sind Wahlen. Die Landrätin oder der Landrat wird gewählt. Es stellen sich eine Kandidatin und drei Kandidaten zur Wahl. Die Kandidatin ist die Amtsinhaberin. Ihr werden die besten Chancen auf den Erfolg zugesprochen. Aber … wir wollen es uns doch nicht ganz so einfach machen, auch wenn meine Stimme nur eine von 130.000 wahlberechtigten ist. Wenn etwa die Hälfte der 130.000 von ihrem Recht Gebrauch machen, so ist meine Stimme immerhin ein fünfundsechzigtausendstel – das sollte man nicht als zu gering erachten. Aber … wer die Wahl hat …

  • hat die Qual
  • wohnt in Quaal
  • hat einen Stimmzettel

Zusätzlich zur Amtsinhaberin stellt sich noch ein Kandidat der Piratenpartei, einer von der Linkspartei und einer von der CDU zur Wahl. Den beiden erstgenannten dürfte eine sehr geringe Bedeutung zukommen. Ihnen eine Stimme zu geben, dürfte eher einen symbolischen Wert haben. Der Herr von der Piratenpartei stellt sich als Servicekraft vor. Eine Internetrepräsentanz seiner selbst suchte ich vergeblich. Das ist ein etwas schwaches Bild für den Repräsentant einer Partei, die sich eben auch die Digitalisierung auf die Fahnen geschrieben hat. Um dennoch etwas über den Herrn zu erfahren, organisiere ich mir ein Digitalabo der Ostseezeitung. Hier erfahre ich, dass er großer Fan der Winkingerzeit ist und in seinem Bufdi Jahr in einer Einrichtung für Schwererziehbare gearbeitet hat. Er will sich für mehr Schulsozialarbeit einsetzen. Das ist auf jeden Fall ein guter Plan.

Die Straßenplakate der Amtsinhaberin und des Kontrahenten der CDU Partei sind mäßig aussagekräftig. Die Amtsinhaberin hat immerhin „den ganzen Kreis im Blick“. Ich studiere das Plakat sehr gründlich und kann den Kreis in ihrem Blick nicht erkennen. Der CDU-Mann hat immerhin eine Internetpräsenz. Dennoch – Wahlkampf, so meine Erfahrung, ist doch die aktivste Zeit einer Politikerin oder eines Politikers. Ich hake also nach.

Um es den Kandidaten nicht allzu schwer zu machen, schreibe ich etwas Prosa und versuche mich in einfacher Fragestellung.

Die Landrätin bekommt die Frage:

Was werden Sie für die Schulen tun?

Der Christenmann bekommt folgenden Satz:

Daher meine Frage an Sie: was werden Sie tun, um unsinnige
Bürokratisierung – insbesondere im Bildungsbereich – aufzuheben?

Das war Karfreitag, 2. April.

Nicht schlecht gestaunt habe ich, dass ich am gleichen Tage, also an just jenem denkwürdigen Karfreitag, 2. April 2021 eine ausführliche und persönliche Antwort der Landrätin erhalten habe. Ich erlaube mir ein paar Zitate daraus …

Ich bin sehr froh, dass es uns in den letzten Jahren trotz leerer Versprechungen von Bund und Land aus eigener Kraft gelungen ist, das Netz der Jugend- und Sozialarbeit zu halten und auch auszubauen. Schön wäre es, wenn wir von Bund und Land Unterstützung bekämen, um z. B. an jeder Schule einen Schulsozialarbeiter zu installieren. Das ist mein Ziel.
Der Erhalt der Schulen, ihre Digitalisierung und gute Ausstattung ist Sache des Schulträgers , also auch des Kreises. Dafür stehe ich.
Inhaltlich liegen alle Kompetenzen bei den Ländern. Da sind mir die Hände gebunden. Und der Förderalismus lässt grüßen.

Ich würde gern viele Dinge vereinfachen und entbürokratisieren und versuche, meine Verwaltung so bürgerfreundlich wie möglich zu organisieren. Ich ärgere mich über jeden MA, der die Auslegung von Gesetzen immer nur so versteht, dem Bürger zu sagen, was alles nicht geht, anstatt herauszuarbeiten, was geht.

Ich schreibe euch dieses, weil ja unter Umständen die Kandidatin auch die Wahl gewinnen kann. Es könnte sein, dass sie in der Hektik des Alltages ihre Wahlkampfziele und -versprechungen etwas aus den Augen verliert. Weist sie also auch gerne darauf hin, falls es sinnvoll ist.

Dass der Herr von der Glaubenspartei am Karfreitag nicht antwortet, kann ich ihm beileibe nicht übel nehmen. Das geht für mich vollkommen in Ordnung.

Ich will euch aber über seine Antwort auch nicht im Ungewissen lassen. Am Mittwoch erreichte mich dieser Einzeiler:

Können Sie Ihre Frage nochmals bitte konkretisieren? Ich möchte Ihnen gerne vollumfänglich darauf antworten.

Nebst Anrede und Gruß.

Ich habe dann wie folgt umgehend konkretisiert:

Wo sehen Sie die Hauptaufgaben im Bereich Bildung, um Kinder aus bildungsfernen Familien zu fördern?

[  ] die Digitalisierung der Schulen ist der wichtigste Aspekt, um Kinder aus bildungsfernen Familien zu fördern

[  ]  Schulsozialarbeit muss an erster Stelle stehen, um Kinder aus bildungsfernen Familien zu fördern und zu integrieren

Was wollen Sie tun, um Hemmnisse – insbesondere im Bildungsbereich – durch Bürokratisierung abzubauen?

[  ]  Es gibt keine Hemmnisse durch Bürokratisierung im Bildungsbereich.

[  ]  Ich werde mich bei der Landesregierung einsetzen, um den Schulen mehr Eigenverantwortung und Gestaltung einzuräumen.

[  ]  Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Schulämter mit mehr Personal ausgestattet werden

… und bin nun auf seine vollumfängliche Antwort gespannt.

Wir haben ein weiteres politisches Projekt in Arbeit.

Da nun etliche Versuche fehlgeschlagen sind die Schulranzen der Kinder leichter zu bekommen und ihnen dadurch sinnvoll zu ermöglichen auf eigener Achse bzw. aus eigener Kraft den Schulweg zu bewältigen, kam mir die Idee, ob wir nicht den Schulbus einfach bis vor die Haustüre fahren lassen. Es ist ja alles etwas unglaublich. Der Staat zwingt uns per Gesetz in die Schule. Die Behörden veranstalten dann ein Schulsystem, welches mit irrsinnigem Schulmaterial befrachtet ist – demnächst dürfen sie vermutlich noch einen Laptop mitschleppen …, schaffen es gleichzeitig nicht die sozialen Verhältnisse an den Schulen halbwegs optimal zu gestalten, erzählen uns, dass wir die Kinder doch bitte nicht mit dem Auto rumfahren sollen … – und: keiner fühlt sich verantwortlich.

Wir schreiben also an die Bürgermeisterin. Dabei lernen wir, wie man so einen Behördenbrief verfasst: freundlich, klar, deutlich. Wir schildern also unser Anliegen und bieten gleichzeitig an bei der Lösung behilflich zu sein. Angeblich kann der Bus hier auf der Wendeschleife nicht wenden – so haben wir mal gerüchteweise gehört.

Unsere Bürgermeisterin antwortet noch am selben Tage mit ihrem Mobiltelefon:

Liebe Tressower Schulkinder, lieber Herr Bund,
Euer Anliegen zur Schulbusbeförderung habe ich erhalten. Ihr habt es sehr nett und anschaulich formuliert. Ich werde es umgehend zur Prüfung weiterleiten und schauen, welche Möglichkeiten der Verbesserung es gibt. Nach Prüfung lasse ich wieder von mir hören. Bis dahin wünsche ich Euch frohes Lernen- mit möglichst viel Präsenzunterricht.
Beste Grüße
Eure Bürgermeisterin Anne Homann-Trieps

Ausgedoggt

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Die Global Dreamchen – Lakeexplorer Yacht Club de Tressow – vielleicht muss doch noch ein kürzerer Name gefunden werden … – wurde heute ausgedockt. Das klingt spektakulär und im Grunde ist es das auch. Aufgrund der Coronakrise wurde das Manöver nicht angekündigt. Es hätte vermutlich zu viele Zuschauer angelockt. Wie bei einer echten Ausdockung wurde das Werfttor ganz geöffnet und das Schiff auf seinem Wägelchen passte gerade so eben durch. Zum Schiffsnamen: der obere Namen ist vielleicht doch etwas lang und für Außenstehende nur schwer zu merken. Malizia wäre auch ein schöner Name. Aber der ist leider schon belegt. Und – wir wollen ja keine Namen kopieren – heute dachte ich an Ever Given – ein sehr schöner Name. Nur – was würden die Leute denken, wenn das Schiff auf dem AIS auf dem Tressower See zu sehen wäre? Der Tressower See ist schließlich nicht der Suez Kanal. Um Verwechslungen vorzubeugen, könnte man ja Ever Given II nehmen. Vielleicht hat ja eine Leserin oder ein Leser noch eine bessere Idee.

Viel Zeit ist allerdings (hoffentlich …) nicht mehr. Nachdem heute schönes Wetter war und das Ausdockmanöver durchgeführt werden konnte, kam die Global Dreamchen …. an den Ausrüstungskai. Es wurde den lieben langen Tag lang geschliffen und geschliffen und geschliffen. Ein Tipp: wenn euch beim Schleifen mit dem Bandschleifer bei laufender Maschine der Stecker aus dem Verlängerungskabel rutscht, stoppt der Motor des Bandschleifers. Schaltet dann den Schalter der Maschine auf AUS. Sonst kann es euch so gehen wie mir heute. Der Bandschleifer stand auf dem Schleifpapier auf dem Boden des kopfüber liegenden Bootes. Dann stecke ich den Stecker rein. Der Bandschleifer gibt Vollgas und saust über den Bug raus …. auf den Boden. Wenn es jemand gefilmt hätte, mit meinem dummen Gesicht hätte es das perfekte Fail Video gegeben. Also: Schalter auf Aus! Und Bandschleifer nicht auf das Schleifpapier stellen. Zum Glück ist der Maschine nichts schlimmes passiert.

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Schleifequipment.

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Am späten Nachmittag musste der Rumpf wieder unter Dach. Morgen ist Regen angesagt. Die kleine Ferienwohnung soll als Lackiererei dienen. Nur – wie kommt der Elefant durchs Nadelöhr? Nun, er passt so gerade eben durchs Fenster. Nun habe ich noch ein paar Stellen geflickt. Feierabend für heute.

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Blick in die Lackiererei.

Bei der Beize habe ich nicht auf den Rat des Fachmannes gehört. Der hat empfohlen, in die erste Lackschicht Beize zu mischen. Da wollte ich schlauer sein und habe gerechnet, dass dann ja nur ganz wenig Beize zum Einsatz kommt. Die 500 ml sollten für etwa 7 qm reichen – also bei sparsamem Einsatz für den ganzen Rumpf. Wenn man die Beize in die erste Lackschickt mischt, soll man maximal 10% zugeben. Da ich ca. 750 ml Lack für die erste Schicht rechne, wären dies nur 75 ml. Also war ich mutig – upppps – nach dem ersten Pinselstrich war mir dreierlei klar: der Rumpf wird recht dunkel, es gibt kein Zurück mehr und … ich hätte vielleicht doch auf den Fachmann hören sollen.

Ansonsten – es ist meine erste Arbeit mit DD Lack. Ist richtig toll das Zeug! Zum Glück bemale ich hier kein Messeausstellungsstück sondern ein Gebrauchsboot. So ganz 100%ig wird meine Arbeit dann doch nicht. Die Ferienwohnung wurde als Lackiererei gewählt, um den Wohnraum nicht mit Lackgeruch zu füllen. Echt eine coole Lackiererei. Jetzt kommt jeden Tag eine Lackschicht drauf – so zumindest der Plan. Die Lackmenge einer halben Dose passt genau auf eine Rumpfhälfte, zunächst innen, ab übermorgen dann außen. Schwertkasten von innen lackieren ist echt ein bisschen doof – aber wichtig.

Brief an das Schulamt – ein Entwurf.

Spanier dürfen nicht nach Malle, Deutsche aus Deutschland aber schon, aber Deutsche, die hier bleiben, erwartet evtl eine #Ausgangssperre. Mit dieser Taktik werden wir Corona endgültig verwirren und besiegen!

Quelle: https://twitter.com/AbdelkarimsLP/status/1373911279799304193?s=20

Das musste jetzt doch mal sein. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass das Virus sich zu einem Kopfvirus mutiert, der schlimmere Folgen hat als das Virus selbst.

Wir sind dennoch für ein langes Wochenende in den Süden gefahren. Anstrengend war’s. Aber auch schön. Besonders schön war auch die Einladung in die gw21.de. Wir durften das neue Bad anschauen und uns davon überzeugen, dass die BewohnerInnen dort das beste aus der kuriosen Situation machen.

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In Holzen, müsst ihr wissen, leben eine Menge Störche. Die laufen dann ganz unbekümmert in Gärten und Vorgärten herum, sammeln sich ihr Nistzeug und fliegen wieder davon.

Aus der Serie Briefe an das Schulamt gibt es eine Fortsetzung …

Sehr geehrte Frau O,
Lieber Herr G, (cc)
Sehr geehrte Frau Ministerin Bettina Martin, (cc)

Wir hatten kürzlich ein sehr nettes Telefongespräch. Vielen Dank nochmal für die Zeit, die Sie sich für mich und mein Anliegen genommen haben.

Gestern nun waren die Kinder nach drei Wochen Pause wieder in der Schule. Die Erklärungen, dass sie an Selbsttests teilnehmen dürfen, hatten sie natürlich unterschrieben im Schulranzen. Allein: es gab gar keine Selbsttests. Aufgrund unseres Telefongespräches habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, wie wir Ihre Tätigkeit als Überwacherin sinnvoller gestalten können. Und da ist mir auch gleich eine Idee gekommen: überwachen Sie doch einfach mal das Wohl der Schülerinnen und Schüler. Die haben es verdient. Sie sind schließlich die schwächsten in der ganzen Kette Ministerium – Regierungsbezirk – Schulamt – Schule – Lehrer … Ich habe heute zunächst zwei Anliegen.

Wir fangen mal bei den Schulranzen an. Wir wohnen etwa 1,5 Kilometer von der Bushaltestelle entfernt. In den Empfehlungen für Eltern wird immer wieder betont, dass die Eltern ihre Kinder nicht irgendwohin fahren sollen. Ich halte diese Empfehlungen für sehr sinnvoll. Wir haben die Kinder schon in der Kindergartenzeit zur Selbständigkeit erzogen. Das hat sich auch bewährt. Sie sind also durchaus in der Lage den Weg selbständig zurückzulegen. Nun werden sie allerdings neuerdings mit einem übervollen Schulranzen auf den Weg geschickt. „Es muss alles mit“ – so lautet die Devise. Der Schulranzen wiegt damit, inklusive Vesperbrot und Trinkflasche etwa 7 Kilo. Ich hab mal eben schnell gegoogelt – kennen Sie das? Man kann damit recht schnell Informationen einholen. „Höchstens zehn Prozent des Körpergewichts“, so lautet die Faustregel für das Gewicht eines Schulranzens. Das war bis in die 80er Jahre eine Regel und gilt für normale Schulwege. Die Regel wurde quasi ersatzlos gestrichen. Ein Dank geht raus an die Schulbuchlobby: Bravo, gut gemacht! Erfahrene Orthopäden warnen nach wie vor vor zu schweren Schulranzen. Nun, ich rechne es Ihnen mal kurz vor: unsere Kinder müssten 70 kg wiegen, damit das Maximalgewicht des Schulranzens nicht überschritten wird. Ich habe die Kinder jetzt nicht gewogen. Adipös sind sie nicht. Sie sind zehn Jahre alt und etwa 149 cm groß. Ihr Körpergewicht dürfte unter 40 kg liegen. Ihre Aufgabe lautet nun: Schulranzengewicht auf ein erträgliches Maß reduzieren. Auf Wunsch kann ich Ihnen gerne Lehrerinnen nennen, mit denen Sie sich austauschen können. Selbstverständlich stehe ich Ihnen auch gerne für Rücksprachen zur Verfügung. Die Gesundheit unserer Kinder ist gefährdet, es eilt also. Wirklich. Sollte Ihr Vorgesetzter anderer Meinung sein, dürfen Sie ihn auch gerne an mich verweisen.

Am Wochenende ist Uhrverdrehung (die Uhren werden in der Nacht von Samstag auf Sonntag um eine Stunde vorgestellt). Herr Juncker hat zwar in seinen letzten Amtstagen noch dafür gesorgt, dass dieses sinnlose und schädliche Relikt aus den 80er Jahren abgestellt wird, geschehen ist allerdings nichts. Die Uhrverdrehung führt dazu, dass die Kinder noch stärker als ohnehin schon unter Schlafmangel leiden. Das Problem ist gravierend. Lehrerinnen und Lehrer und der gesamte Klassenverbund leiden unter Konzentrationsdefizit unausgeschlafener Kinder. Der Unterricht leidet. Ihre Aufgabe besteht nun darin dafür zu sorgen und zu überwachen, dass die Kinder genügend Schlaf bekommen. Falls Sie auf die Idee kommen zu sagen „dann müssen die Kinder eben früher zu Bett gebracht werden“, kann ich Ihnen mitteilen, dass das der falsche Weg ist. Das funktioniert nämlich nicht. Kinder haben einen natürlichen Schlafrhythmus, der sich an der Tageszeit orientiert und nicht an einer verdrehten Uhr. Es gilt also diesen natürlichen Schlafrhythmus zu berücksichtigen. Schlafentzug, so hat man mir auch beim Kinderhilfswerk Unicef bescheinigt, ist keine Lapalie. Googeln Sie gerne mal nach dem Begriff. Es gibt bereits Schulen, die die Anfangszeiten flexibel gestalten. Tausende Kinder, Eltern und Lehrer werden Ihnen dankbar sein, wenn dieser schwere Mangel des Schulsystems beseitigt wird.

Antwort bitte gerne per E-Mail an meine Adresse, Rückfragen natürlich auch gerne telefonisch.

Bleiben Sie gesund!

Lieber Gruß,
Wolfgang Bund

Ein Feriengast sagt seinen Osterurlaub ab. Ich zitiere aus seiner Mail:

… Obwohl wir sehr gelassene und fröhliche Menschen sind und uns nicht so schnell aufregen, machen uns die getroffenen Beschlüsse fassungslos und auch wütend. Ich kenne jemanden, der ist jetzt nach Gran Canaria geflogen und von dort auf ein Kreuzfahrtschiff gegangen. Und wir dürfen nicht zu Ihnen kommen. Ich empfinde das als eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. …

Dazu passt: „Seehofer hält an Ostergottesdiensten fest“. Diese Einstellung wird Menschen in ein paar Jahren vor lachen komplett aus den Socken hauen.

1 Tag Schule

Am Donnerstag um 24.00 Uhr endete die Quarantäne. Am Freitag war die Präsenzpflicht aufgehoben, nun wurde sie wieder eingeführt. – Oder war es umgekehrt? Es ist eigentlich schon fast egal. Wir bleiben erstmal zuhause.

Zu tun gibt es genug, wie diese kurze Bilderserien zeigt.

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Ein neues Holzbearbeitungsinstrument hat den Weg zu uns gefunden. Die X25 von Fiskars. So ganz nebenbei: aus Finnland. Wenn wir nicht nach Finnland kommen, dann kommt Finnland eben zu uns. 60 Euro hat das gute Stück gekostet, incl. Versandkosten, im Baumarkt wären es mindestens 80 gewesen. Das Werkzeug liegt sehr gut in der Hand und es macht, was es machen soll – wie man auf dem Bildchen sehr schön sieht. Was man nicht so gut sieht: es macht Freude mit so einem Werkzeug zu arbeiten. Weil es ganz unspektakulär einfach nur gut funktioniert.

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Ohne viel Worte. Wer mehr erfahren will, findet das Projekt auch auf insta.

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Metallwarenausstellung für den Bau.

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Hier, auch spektakulär: letzte Leimung. Damit sind alle Teile angeleimt. Es fehlt noch: schleifen und lackieren, Schwert und Ruderblatt und Beschläge rein schrauben. Hierfür muss ich noch die passenden Edelstahlschrauben organisieren. Aber: es wird.

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Leimung Detail.

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Die sind heute umgezogen. Von Dambeck Ausbau nach Tressow.

Nicht auf den Bildern: Kinderbetreuung, Web-Entwicklung, Holz holen und heizen, Luft befeuchten (ca. 5 bis 10 Liter pro Tag), dies und jenes, Kuchen backen, Brot backen, Kundentelefonate und vieles mehr.

Schnelltest ausverkauft

Ein bekannter Discounter sichert sich eine frühe Lieferung für Corona Schnelltests und kündigt den Verkauf derselben für Samstag an. Erwartungsgemäß sind die Dinger schnell ausverkauft. Kurze Zeit später erscheinen die ersten Angebote auf einem bekannten Versteigerungsportal. Der Discounter zeigt sich sehr erstaunt, dass das Angebot so schnell ausverkauft war.

Diese Geschichte erwähne ich nur auf die Frage hin, ob es nun Profiteure der Krise gibt oder nicht. Ein bekannter CDU Politiker streicht offenbar 660.000 Euro an Provision ein für einen Maskendeal (Kauf von Mundschutzen). Ein anderer angeblich 250.000 €.

Die magische Infektionszahl pro Woche und 100.000 Einwohner knackt in Nordwestmecklenburg die Marke von 100. Die Ministerpräsidentinnenkonferenz beschließt weitgehende Lockerungen mit Auflagen. Man muss sich jetzt telefonisch einen Termin beim Baumarkt holen. Anne-Christin hat einen, am Montag um 8 Uhr.

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Schubkarrenradreparatur – bei milden Temperaturen.

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Kraniche.

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Die Scheuerleiste ist angeleimt. Endlich.

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Schraubensortiment für Hasenstallbau.

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Der Mast steht erstmals probehalber. Erstaunlich gerade.

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So wird der Mastfuß fixiert, wenn er dann einmal in den Rumpf geleimt wird. Mit Stecknadeln wird die exakte Position gesichert.

Wahre Geschichten aus Coronien

Eine Sonde der NASA landet auf dem Mars. Es ist ein faszinierendes Schauspiel. Ich klicke mich zufällig ein paar Minuten vor der Landung in die Lifeübertragung. Da sitzen etwa vierzig Männer und ein paar Frauen und starren vollkommen absorbiert, angespannt und gebannt in Bildschirme. Machen können sie eh nix. Das Ding landet automatisch. Oder eben nicht. Der Stress der Frauen und Männer ändert an der Landung des Teiles überhaupt nichts. Und plötzlich, innerhalb einer Sekunde erheben sie sich, klatschen, jolen, freuen sich, sind vollkommen aus dem Häuschen. Nun … möge das Milliardenteure Männerspielzeug die Menschheit weiter bringen? Eine Zweitmeinung kann man hier lesen https://www.golem.de/news/perseverance-diese-marsmission-hat-keinen-applaus-verdient-2102-154325.html . Wenn ich jetzt schreibe, dass die NASA eben auch nur eine Behörde ist, bekomme ich wieder wüste Zuschriften, ob ich etwas gegen Behören hätte. Ich mahne gerne zur Besonnenheit – auch mich selber. Muss sein.

Aktuell steigt die Anspannung. Der normale Mensch auf der Straße ist von den Maßnahmen nur noch frustriert und verärgert. Wirklich verstehen tut es keiner so richtig. Gleichzeitig erzählen die Experten etwas von einer Gefährlichkeit des mutierten Partikels, dass einem Himmelangst wird. Sehr sehr wohltuend ist es da einige Minuten dem Herrn Madsen, genannt Claus aus Rostock, zuzuhören und zuzuschauen. Er war nämlich im Fernsehen und hat ein bisschen aus seinem Leben erzählt. Sein Tenor: bekämpfen wir ein Virus oder bekämpfen wir Menschen. Und: ich habe noch nie gehört, dass sich eine Schuhverkäuferin in einem Schuhladen angesteckt hat. Und: wir mussten Strandkörbe absperren. – Schaut es euch an. Es tut gut. Danke Claus! Kaum auszudenken was los wäre, wenn mehr solche besonnenen, engagierten und beherzten Menschen an entscheidenden Stellen säßen.

Herr Lauterbach sagt seinen gewollt publikumswirksamen Auftritt in einem Impfzentrum ab. Aus Sicherheitsbedenken. Hm. Man muss den Herrn Lauterbach nicht mögen. Seine Meinung auch nicht. Es ist ärgerlich genug, dass solchen Persönlichkeiten gerade jetzt so viel Aufmerksamkeit gegeben wird. Ihn zu bedrohen ist sicher der falsche Weg. Ob man auf solche Piefkes überhaupt hören muss? Der Herr könnte ja mit seiner Sendungskraft in den SPD-geführten Ländern die Gesundheitsämter auf Vordermann bringen.

Ich werde zum Herrn Plattmeier. Der Herr Plattmeier ist Fahrradmechaniker in einem Kinderbuch. Weil er nun wirklich gar keine Lust mehr hat an rostigen Fahrrädern platte Reifen zu flicken, klaut er in der ganzen Stadt die Fahrräder … – das mach ich natürlich nicht. Aber ich entwickle ein gewisses Verständnis für den Herrn Plattmeier. Frühjahrsservice an zwei Kinderfahrrädern und eine platte Schubkarre wartet auf mich. Schubkarrenräder gehören in meiner Werkstatt zu den unbeliebtesten Aufgaben. Wenn ich nordkoreanischer Diktator wäre oder indischer Guru … – vielleicht hab ich einfach die falsche Berufswahl getroffen. Wie auch immer – die Fahrräder sind wieder fit. Allerdings brauchen wir dringend neue, die die wir jetzt haben sind eindeutig zu klein. Ob uns aktuelle Fahrradyoutuber bei der Fahrradsuche behilflich sind ist noch nicht ganz geklärt. Die Schubkarre fährt auch wieder und mir wird klar, dass die Handhabung einer Schubkarre auch eine gewisse Qualifikation erfordert. Nichts in dieser hochtechnisierten Welt ist selbstverständlich. Wer mit einer halbplatten Schubkarre losfährt, macht vielleicht einem anderen Menschen unnötige Arbeit – ohne es zu ahnen, ohne Absicht, ohne Böswilligkeit, einfach nur aus reiner Nachlässigkeit.

In Nordwestmecklenburg ist die Infektionsrate pro Woche und 100.000 Einwohner schlagartig von knapp fünfzig auf 75 gestiegen. Vermutlich hat ein fleißiger Mitabeiter im Gesundheitsamt noch eine Excelliste aus dem letzten Jahr gefunden und diese nachgemeldet. Man weiß es nicht. Im Landkreis Lörrach ist die vergleichbare Rate bei 37 – vielleicht hat ein umsichtiger Mitarbeiter eine Faxliste in den Shredder wandern lassen – man weiß es nicht. Die Schule öffnet, wenn zehn Tage in Folge weniger als fünfzig Neuinfektionen gemeldet werden. Also erstmal nicht.

Ein echter Scherz am Rande. Es ist erster Schultag. Es müssen unterschriebene Coronabestätigungen mit in die Schule. Die werden auch ausgefüllt und mitgegeben. Um 7 Uhr 20 kommt dann ein Anruf aus der Schule: die Bestätigungen müssen auch auf der Rückseite unterschrieben werden. Ob ich nicht in die Schule kommen könne und die Bestätigungen unterschreiben. Ich wollte grade sagen: dann stecke ich aber die ganze Schule mit Corona an. Habe es aber runtergeschluckt und den Vorschlag gemacht, dass die Jungs die Bestätigung ja wieder mitbringen können und wir sie dann unterschreiben. Wir haben uns dann dahingehend geeinigt, dass ich eine Bestätigungs-E-Mail schicke. Das habe ich gemacht.

Was sagt uns diese Geschichte? Die ganze Republik versinkt in einer Coronabürokratie. Vollkommen sinnfrei und irr – wie jede Bürokratie. Nun kommt der Herr Brinkhaus (Vorsitzender der CDU/CSU Fraktion im Bundestag) und fordert, aus den Mängeln der Pandemiebewältigung zu lernen und eine „Jahrhundertreform – vielleicht sogar eine Revolution“ zu fordern. Und wozu wird die deutsche Gründlichkeit dann führen? Genau: zu noch mehr Bürokratie. Chapeau. Übrigens weiß auch Google bereits über diese Geschichte. Wenn man im Suchschlitz „Brinkhaus“ eingibt, erscheint als Vorschlag „Brinkhaus Revolution“ an erster Stelle. Herr Brinkhaus nannte fünf Felder: Verwaltung, Digitalisierung, Bund-Länder-Kooperation, Bildungssystem und Katastrophenschutz. Äääh – wo bleibt hier das Gesundheitssystem? Also man könnte ja genausogut texten: Umwelt, Gesundheit, Verkehr, Kriegsmaterialbeschaffung und Kultur. Es gibt ja keinen Bereich, in dem es nicht massiv klemmt. Also – immerhin hat es Herr Brinkhaus damit in die breite Presse und in diesen Blog geschafft.

Zitat der Woche aus einem längeren Artikel der SZ

Doch bei aller gebotenen Vorsicht wirft die Hamburger Studie Fragen auf, die mitten ins Selbstverständnis der Schulen reichen: Ist der Fernunterricht besser als sein Ruf? Ist die Schule womöglich weniger wichtig als gedacht? Und sie erlaubt zumindest eine gesicherte Erkenntnis: Die Debatte über die Wissenslücken der Schüler leidet selbst an einer Wissenslücke.

Quelle: https://www.sueddeutsche.de/politik/schule-corona-lernen-lockdown-1.5219192

Frau O. vom Schulamt ruft mich an. Ob ich denn wisse wer sie sei. Naja, so habe ich gesagt, sie rufe ja vom Schulamt an und da wisse ich schon was das ist, denn ich habe ihr ja eine E-Mail geschickt. „Nein, nicht mir haben Sie die Mail geschickt, Sie haben diese an Herrn Gatz gerichtet, das ist mein Chef.“ – na gut, dass wir das geklärt haben. Vermutlich hat die Frau O die Mail gar nicht gelesen, denn da steht deutlich und als allererstes „Sehr geehrte Damen und Herren“. Die gute Frau O. war dann etwas unsicher, wie sie das vom Chef beauftragte Telefongespräch fortsetzen solle. Meine Mail, spontan in etwa einer Minute heruntergetippt, nachdem wir über die Quarantäne von der Lehrerin informiert wurden im Originaltext:

Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Frau Ministerin Bettina Martin,
Lieber Herr Gatz,

es ist schon fast unglaublich: drei Tage Schule, dann wieder in Quarantäne.

Liebe Freunde! Ich bin weder Leerdenker noch Coronaexperte. Ich bin einfach nur Vater von zwei schulpflichtigen Jungs. Aber ich wundere mich. Mit mir wundern sich viele. Ich habe noch niemanden gefunden, der sich nicht gewundert hat. Wundern tut sich der gemeine Mann  (und die gemeine Frau) über so manches, was ihm und ihr und unseren Kindern in diesen Tagen widerfährt. Zum Beispiel sowas: drei Tage Schule, dann wieder Quarantäne. Der gemeine Mann (und die gemeine Frau) fragen sich, was der Unfug eigentlich soll. Da werden doch tatsächlich ganze Klassen dicht gedrängt mit Mundschutz in geschlossene Räume gepackt. Ich habe mich da schon früher gefragt: meinen die das wirklich ernst oder machen die sich einen Jux mit uns?

Weshalb, zum Henker nochmal, so fragt man sich, werden die Klassen nicht ganz einfach geteilt. Alle, die ich gefragt habe haben entweder gesagt: das ist super! (z.B. Kollegen in Hessen) Die Kinder gehen gern in die Schule, weil der Unterricht viel entspannter ist. Das Infektionsrisiko ist nicht nur halbiert (durch die Teilung) sondern minimiert (durch zusätzlich größere Abstände, weniger Kinder im Schülertransport usw.). Und … wenn denn tatsächlich ein Coronafall auftritt, muss nicht die ganze Klasse in Quarantäne sondern eben nur die halbe. Die Pädagogen sind dafür, die Kinder sind dafür, es wäre sinnvoll, es wäre vernünftig. Nur: es wird nicht gemacht.

Sie können sich gut vorstellen, dass da der gemeine Mann und die gemeine Frau auch ein bisschen coronamüde wird.

In diesem Sinne.

Machen Sie es gut!

Beste Grüße,
Wolfgang Bund

Ich habe dann der Frau O erklärt, dass es für mich etwas schwierig ist meinen Kindern zu erklären, was denn in der Welt und in der Schule so vorgeht. Die Kinder fragen danach. Ich habe ihr erklärt, dass durch die etwas kuriosen Maßnahmenverordnungen die Glaubwürdigkeit der Schule bei den Kindern in Frage gestellt wird. Frau O hat mir dann erklärt, dass sie ja dafür nicht zuständig ist – na, wer hätte es gedacht. Ich war allerdings gar nicht in der Stimmung mich auf eine Zuständigkeitsdiskussion einzulassen. Sie hat mir weiterhin erklärt, dass sie ja nur dafür zuständig wären die Schulen zu überwachen, dass die Schulen auch das, was vom Ministerium beschlossen würde auch umsetzen. Mir lag ja auf der Zunge: lassen Sie das doch einfach sein. Ich wollte der Frau O dann aber auch nicht den Tag versauern. Ich riet ihr allerdings sich klar zu machen, dass Pandemie ist und nicht Kindergarten und dass es möglicherweise an der Tagesordnung ist, etwas vernünftiges zu machen. Ich habe sie dann noch freundlich gebeten mir schriftlich zu antworten, denn es ist in einer guten Kommunikation üblich eine Anfrage auf gleichem Wege zu beantworten. Da sagte die Frau O dann zu mir, dass sie ja dafür keinen Auftrag hätte, ihr Chef habe gesagt, dass sie mich anrufen solle. Also – ämmm – wundert sich noch jemand über den erbärmlichen Zustand unserer Schulen bei so viel Gleichgültigkeit? Dann wollte sie mich noch beruhigen. Nach nochmaligem Lesen meines Textes kann ich daraus allerdings immer noch keine Unruhe herauslesen. Dann wundert sich noch jemand über steigende Infektionszahlen bei so einem Haufen geballter Inkompetenz. Was mich etwas ärgert ist, dass das auf dem Rücken von quasi wehrlosen und unschuldigen Kindern ausgetragen wird. Und das ist schlimm.

Der Frau O kann ich bescheinigen, dass sie eine sehr gute Befehlsempfängerin ist. Solche Menschen braucht das Land, gerade in Krisen- und Pandemiezeiten.

 

Heute mal ein Link …

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/heribert-prantl-ich-hoffe-dass-die-gesellschaft-aufwacht-li.136339

Und noch einer …

https://www.express.de/news/panorama/-gibt-es-leider-nicht–virologe-streeck-erklaert–was-ihm-im-lockdown-wirklich-fehlt-38010632?cb=1612425091812

Ich hatte versprochen ein paar positive Aspekte der Pandemie zu sammeln …

  • Weniger CO2-Verbrauch
  • Entstressung der Kinder
    Während einer Nicht-Pandemie und nicht Ferienzeiten haben Kinder Stress. Das beginnt, wenn man sie vollkommen wiedernatürlich morgens wecken muss – die kuriose Uhrverdrehung tut dazu ihr übriges. Dann geht es los: Frühstück, Zähne putzen, die Eltern auch schon ein bisschen in Stress, ab in den Schulbus, wieder Stress, denn dort gilt eine Rangordnung ähnlich wie im Gefängnis. Dann eine Schulstunde nach der anderen abspulen, ruhig sitzen oder Bewegungsdrill. Kindgemäß? Eher nicht – ist auch egal, Hauptsache Wissen hinein gedroschen. – Das geht so, bis sie dann endlich wieder nach 14 Uhr zuhause ankommen und die Hausaufgaben absolviert haben. Für die Kindheit bleiben dann vielleicht noch vier Stunden am Tag. Es dauert wohl ein paar Wochen, bis sich das kindliche Wesen an die Entschleunigung angepasst hat, seinen eigenen Rhythmus gefunden hat, seine Interessen wieder selbst wahrnimmt, einen Teil der in der Herdenhaltung antrainierten Eigenschaften wieder ablegt … und sich kindgemäß weiter entwickelt.
  • Neue Erfahrungen mit Arbeit unterwegs, Videokonferenzen etc. – zumeist positiv. Ich sprach jüngst mit einer Bekannten aus Süddeutschland. Ihr Mann musste monatlich zu einer „wichtigen“ Besprechung nach Berlin. Dauer: 1 Stunde. Fernbesprechung galt als „nicht möglich“. Der Viruspartikel hat es möglich gemacht: es geht doch.
  • Grundrechte und die Verletzung derselben werden wahr genommen (Sensibilisierung für ~)
    In der Tat, eine dumme Sache und immer wieder thematisiert. Von Leerdenkern und Querulanten ausgenutzt: die massive Einschränkung von Grundrechten – beispielsweise das Versammlungsrecht. Es ist eines der wichtigsten Grundrechte und die Grundrechtsexperten bemängeln zu recht: gerade die Verfassung muss auch in Krisen Gültigkeit behalten – denn genau dafür ist sie da. So heißt es zwar bei vielen Maßnahmen, dass diese „vorübergehend“ seien – aber was heißt das. Das hieß es in den 70er Jahren auch bei den Terrorismuserlassen. Viele haben nach wie vor Gültigkeit.
    Dass genau diese Wichtigkeit der Grundrechte wahrgenommen wird, ist ein positiver Aspekt (siehe 1. Link).
  • Politik- und Behördenversagen in weiten Bereichen (Schulpolitik, Gesundheitsämter, politische Entscheidungen) werden sichtbar und spürbar.
    Dass es Unterschiede gibt darin wie Behörden agieren, lässt sich sehr einfach an den Infektionszahlen ablesen. Weshalb sind einige Gesundheitsämter erfolgreicher als andere?
  • Der Rechtsstaat wird auf eine Probe gestellt. Nicht nur Querulanten fragen nach dem Sinn der politischen Entscheidungen. Vielen normalen Menschen wird klar: die Entscheidungen könnten durch eine Ratte nicht viel schlechter ausfallen. Das macht skeptisch. Die Gerichte werden vielfach bemüht und rücken die Entscheidungen zum Teil wieder gerade.
  • Weniger Erkältungskrankheiten
    Wir sind quasi den ganzen Winter hindurch gesund. Kein Husten, kein Schnupfen, keine Ohrenentzündung. Möglicherweise begünstigen Herdenhaltung und große Gruppen im öffentlichen Personennahverkehr und an Arbeitsplätzen die Ausbreitung von Krankheiten anderer Art.
  • Eine Auflösung der Herdenhaltung fördert die Diversifizierung und mindert Fehlentwicklungen der Persönlichkeit

Ich habe eine etwas kühne Theorie. Die basiert auf den Beobachtungen der Herdenhaltung in Kindertagesstätten und Schulen und der Überlegung einer evolutionären Sozialisierung. Kompliziert? Eigentlich nicht wirklich. In einer Herdenhaltung sind viele Wesen möglichst gleicher Entwicklungsstufen zusammengefasst. Das macht deren Betreuung scheinbar einfacher und billiger. Allerdings neigt besonders der Mensch zur Diversifizierung. Er möchte sich auch als einzigartig erleben und spüren und wahrgenommen werden. In einer diversifizierten Gesellschaft, in der es viele unterschiedliche Begabungen, Altersstufen, körperliche und geistige Eigenschaften usw. gibt, ist dies relativ einfach. Das heranwachsende und das erwachsene Individuum kann sich an vielen anderen Individuen orientieren und erlebt sich dennoch als einzigartig. Sobald aber viele gleichartige Individuen zusammengefasst werden, wird es schwierig. In der Tierwelt spielen sich dann oft Machtkämpfe ab, die dann zu Rangordnungen, zum Ausschluss aus einem Rudel oder seltener zum Tod führen. Würde man dies in gleichartigen Menschenherden zulassen, wäre die Menschheit schnell dezimiert – es bräuchte nicht einmal ein Virus. Nun haben die Menschen Regeln aufgestellt, nach denen diese Herdenwesen sich innerhalb der Herde verhalten müssen. Damit wird aber nicht das Bedürfnis nach Diversifizierung aufgehoben. Dies verlagert sich. Auf auffälliges Verhalten, Mobbing, Rückzug – alles psychische Schäden der Herdenhaltung. Die perfidesten Methoden überleben. Es ist wenig erstaunlich, dass sich in solchen Herden schlechtes Verhalten unter den Individuen etabliert und verbreitet. Und wenig verwunderlich ist auch, dass die auffälligsten Individuen sich später in Politik und Wirtschaft und Kirchenverbänden als Führungskräfte wiederfinden – das wäre dann der nächste Abschnitt dieses Kapitels.

Der Tagesspiegel berichtet unter der Überschrift Schule, Friseur, Supermarkt – so hoch ist das Infektionsrisiko über eine Studie, die die entsprechenden Orte auf ihr Covid19 Infektionsrisiko analysiert. Das ist doch mal ein Ansatz! Was mich dabei etwas verwundert: weshalb wird so eine Studie nicht ganz schlicht mit empirischen Daten unterlegt? Es sollte doch realtiv einfach möglich sein die Infektionszahlen aus 1000 Schulen und 1000 Friseurstudios zu bekommen. Man müsste sie vielleicht einfach nur mal anfragen.

Dem steht entgegen, was ntv titelt: Corona-Mutanten schaffen Milliarden-Markt. Ob da nicht die entsprechenden Influenzer unterwegs sind, die die Angst schüren und den Milliarden-Markt sichern wollen?

Wir dürfen also gespannt sein, was uns denn noch so alles blüht. Bleiben Sie neugierig – sagt Vince Ebert.

Dafür gibt es heute gaaanz viele Bilder. Ich konnte mich nicht recht entscheiden. Der See ist zugefroren. Bei Temperaturen unter -10°C nachts hat sich eine stabile Eisdecke gebildet.

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Zweiwochenbericht mit Besuch

Die Pandemie geht ihren Gang. Man hat allerdings nicht wirklich den Eindruck, dass die politischen Entscheider geschickt oder intelligent agieren. In einem öffentlichen Kommentar musste ich der Regierung heute die Schulnote fünf (mangelhaft) geben. Denn ausreichend (4) ist das, was in letzter Zeit die politischen Akteure abliefern sicher nicht. Die Infektionszahlen sinken deutlich. Die Maßnahmen werden deutlich verschärft. So sind an manchen Stellen nun FFP2 Mundnasenschutze Pflicht, an anderen Stellen sind OP Schutze vorgeschrieben. Das versteht der normale Mensch nicht und der ein bisschen denkende schon gar nicht. Die Profiteure verbreiten Panik vor einer Mutation – sie nennen sie „die englische Mutation“ oder auch B117. Sie soll deutlich ansteckender und vor allem viiiiiel gefährlicher sein. Belege gibt es für beide Behauptungen nicht. Es wird also mit der Angst gespielt. Dass es vollkommen normal ist, dass ein Virus mutiert, wird geflissentlich verschwiegen. Dass ein Virus durch Mutation nicht zwangsläufig an Gefährlichkeit gewinnt, wird ebenso sehr geschickt verschwiegen. Dagegen wird ein Positionspapier diskutiert, was sich „Zero-Covid“ nennt. In diesem Papier werden kuriose Maßnahmen zur radikalen Eindämmung der Infektionsrate vorgeschlagen. Zunächst waren deutlich sinkende Infektionszahlen seit etwa einer Woche zu verzeichnen. Da meinten dann die Experten (Wiehler & Co.), dass dies nur von fehlerhafter Datenübermittlung käme. Man haut sich da schon mit der Hand vor die Stirn: haben die wirklich so wenig Durchblick über ihre statistischen Erhebungen? Nach fast einem Jahr? Eine seriöse Informationsquelle textet: „Nur 111 von 375 Gesundheitsämtern nutzen das Pandemie-Management-System Sormas. Der Rest schwört auf Zettelwirtschaft und Insellösungen.“ – und das, ich wiederhole mich, nach fast einem Jahr.

Man hätte gute Lust selbst ein Expertengremium zur Pandemie zu gründen. Genauer gesagt, es ist schon gegründet. Die Millionen an Synapsen im Gehirn machen ja nichts anderes. Da bleibt die ein oder andere Spekulation nicht aus. Die Evolution ist nichts anderes als Spekulation. Und: es ist wirklich noch nicht ausgemacht, ob der Mensch Sieger über das Virus sein wird. Im Moment sieht es eher nicht danach aus. Das Virus wird den Menschen in jedem Falle überleben. Es scheint aber sogenannte Experten zu geben, die vielleicht tatsächlich das Gegenteil glauben, immerhin verbreiten sie diese Ansicht. Ich bin kein Virologe, aber ich bin felsenfest davon überzeugt, dass der Mensch das Virus nicht besiegen wird. Also können wir in dieser Richtung weiter spekulieren. Wie werden sich die Beschränkungen auf das Virus auswirken? Das wissen wir schon: es wird ansteckender. Denn eine nicht ansteckende Variante kann sich derzeit nicht so gut verbreiten. Also verbreitet sich die ansteckendere Variante – und wird damit zur dominierenden Form. Das liegt in der Natur der Sache. Das Virus mutiert und mutiert und mutiert und irgendwann gibt es einfach eine ansteckendere Variante. Da hülfe nur ein weltweiter Totalknockdown und der ist – wie sich jeder an zwei Finger abzählen kann – schlichtweg Illusion. Deswegen müssen wir in dieser Richtung gar nicht weiter denken. Aaaaaah – so sagen die Experten … – eine ansteckendere Variante … gefährlich – gefährlich … und verordnen schärfere Schutzmaßnahmen. Was macht das Virus? Genau … es mutiert. Und wenn es lächeln könnte, so würde es recht müde lächeln und sagen: dann mutiere ich eben weiter … – Und ja, der Mensch hätte durchaus die Möglichkeit zu Gegenmaßnahmen. Beispiele gibt es – an die könnte er anknüpfen. Tut er aber nicht! Denn die Experten müssten ihren Irrtum eingestehen.

Ich versuche OP Mundschutze zu organisieren. Die örtliche Apotheke bietet mir welche an. Für 80 Cent das Stück – also 0,80 Euro. Für 1 Stück. Ich recherchiere dreißig Sekunden. Der Marktpreis liegt bei etwa 15 Cent pro Stück, also 0,15 Euro. Hm. Muss ich jetzt die örtliche Apotheke unterstützen? Nein, muss ich nicht. Ich entscheide mich für den freien Markt.

Es wäre Zeit für eine Petition. Eine Petition könnte diverse Effekte nach sich ziehen. Zum einen könnten einige weniger dumme Anhänger der Querulanten mitmachen und den Leerdenkern den Rücken kehren. Und ja: es wäre ein Weg nicht nur rumzumeckern, sondern die Stimme bis nach Berlin zu tragen. In der Petition könnte man z.B. fordern, dass auch gute Erfahrungen in künftige Entscheidungen mit einfließen müssen.

Wir bekommen Besuch! Jibiiii! – Upps – darf ich das hier schreiben? Ist das legal? ok … es ist natürlich rein geschäftlich. – Nein, lassen wir das einfach. Wir freuen uns. Nicht nur über die wundervollen Geschenke …

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Auch und besonders über die gemeinsame Zeit, einen Rundgang um den See, Gespräche, Ideen, leckeren Apfelkuchen …

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Und dann ist der Besuch auch schon wieder weg.

Der Opti sieht jetzt aus wie ein Opti. Schonmal sehr schön. Etwas problematisch ist, dass die nächsten Arbeitsschritte etwas staubintensiv sind. Vor allem die Schleifarbeit. Der ganze Rumpf muss ordentlich innen und außen geschliffen werden. Außerdem fehlen noch: die Scheuerleiste, die Ecken an den Deckskanten, der Mastfuß und die Befestigungspunkte für die Beschläge.

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Als Schuhregal macht er auch eine gute Figur.

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Namensvorschlag heute: „Schuhregal“.

Herr Trump ist jetzt etwas weniger medienpräsent. Grund hierfür dürfte unter anderem sein, dass Twitter & Co. ihm den Saft abgedreht bzw. seine Konten gesperrt haben. Ein weiterer Grund hierfür dürfte sein, dass er über einen kleineren Stab von Kommunikationschefs und Pressespezialisten umgeben ist. Außerdem ist er nicht mehr Herr Präsident. Nachrufe gibt es genug – den kann ich mir sparen. Dennoch – es gibt weiterhin genug Individuen mit fehlentwickelten Hirnarealen, die weiterhin eine große Medienpräsenz genießen. Kürzlich ist mir ein YT Video aufgefallen, bei dem offenbar der Plattformbetreiber einen aufklärenden Hinweis auf Covid-Impfungen untergebracht hat. Die weltberühmte Kanzlerin Frau Merkel hat sich ja kritisch zur Maulschelle durch die Plattformbetreiber geäußert – wobei deren Verhalten sehr deutlich in den Geschäftsbedingungen festgeschrieben sind. Außerdem gibt es – zumindest in Deutschland – recht deutliche Gesetze zur Verbreitung von Aufrufen zu Gewalt. Naja – das Internet ist ja auch Neuland. Vielleicht hat ja Covid schon am Hirn der Kanzlerin genagt – jedenfalls hat sie schon bessere Tage gehabt.

Boris ist mit der Malizia Seaexplorer Yachtclub de Monaco kurz vor dem Ziel gegen einen Fischtrawler gerauscht. Pech, Schicksal oder Zufall – was auch immer – es hat ihn doch einige Plätze gekostet – wie viele, können wir nur spekulieren. Der Trawlerkäpten mag dem einen oder anderen Franzosen wie ein Held erscheinen – wir beteiligen uns lieber nicht an Spekulationen. – Zwischenzeitlich hat Boris auch mit dem spanischen Trawlerkapitän telefoniert und offenbar konnten die zwei Männer Missverständnisse ausräumen.

Für den freien Markt entscheide ich mich auch bei der Beschaffung eines neuen Bürostuhls. Schweren Herzens! Den alten hatte ich vor 25 Jahren gekauft. Da habe mich für ein deutsches Wertprodukt entschieden. Als das Polster durch war, wollte ich ein neues kaufen. Das hätte aber fast so viel wie ein neuer Stuhl gekostet. Dann habe ich einen Polsterer angefragt, ob er mir das alte neu bepolstern kann. Der hat nicht reagiert. Dann ging auch noch der Stoßdämpfer kaputt und ich war zu einer Neuanschaffung gezwungen. Ich habe lang (mehrere Stunden) recherchiert und mich schließlich – ihr ahnt es schon – für ein chinesisches Wertprodukt (BISLEY Upscale) entschieden. Der Stuhl fährt immerhin 58 cm nach oben und ich sitze so gut wie schon lange nicht mehr. Langzeiterfahrung habe ich noch nicht damit.

Die Kunden spielen derzeit etwas verrückt. Sie wollen alles. Und alles sofort. Heute ein Anruf, ob ich in drei Tagen eine Website machen könne. Ich verwies die Anruferin auf den Dienstleister Jimdo. Eine andere Kundin hat, nachdem ich nicht sofort reagiert habe, ohne Nachricht einfach einen anderen Dienstleister beauftragt. So kann man es auch machen. Solches Verhalten macht mir den Ausstieg aus dem Geschäftsleben sehr viel leichter. Doch noch ist es nicht so weit.

Es hat geschneit. Die Temperaturen sind nachts bis -7°C. Das braucht einerseits mehr Holz im Ofen. Und mehr Verdunstungskapazität. Bis zu zehn Liter pro Tag müssen verdunstet werden, um eine Luftfeuchtigkeit von 42% aufrecht zu erhalten. Kann das jemand ausrechenen, wieviel Luftvolumen das ist?

Die Kinder freuen sich über ihre YT Kanäle und produzieren jetzt YT am Fließband, freuen sich über Likes, Views und Abos. Der Mac muss zur Reparatur – ich werde darüber berichten.

Ich versuche mich mal wieder ein bisschen in der Vogelfotografie und merke: die Dinger sind ziemlich schnell …

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wieder weg …

Wobei man mit dem entsprechenden Equipment, etwas Zeit und Übung sicher auch das ein oder andere nette Vogelbildchen einfangen kann.

Stooooop – Baufehler!

Mist. Da habe ich mich offenbar wirklich verbaut. Die Mastbank passt nicht mehr ins Boot. Man kann sie nicht mehr montieren. Die Decksleiste ist im Weg.

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Da hilft kein jammern, da hilft kein zagen. Das muss repariert werden. Zum Glück ist auf einer Seite erst eine Lage eingeleimt. Da montiere ich ein Stück raus.

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Die Mastbank wird eingepasst, die Verstärkungen eingepasst und verleimt. Dann wird noch das fehlende Leistenstück nachgebaut. Schließlich noch leimen: die Decksleiste bekommt nochmal 6 mm auf Steuerbord, die Verstärkungen für den Mastspant werden eingeleimt – und schon ist später Nachmittag.

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Samson möchte den EV3 mit Python programmieren. Es scheitert letztenendes daran, dass wir offenbar keinen SD Kartenleser haben. Per Mausklick suchen wir so ein Ding und bestellen es.

Herr Laschet wird Vorsitzender der CDU, Herr Spahn mit dem schlechtesten Ergebnis ever Vizevorsitzender.

Das war gestern.

Heute, so dachte ich mir, leime ich die Mastbank ein, die Decksleiste wird repariert, auf der Steuerbordseite die letzte Decksleiste und die Verstärkungen am Schwertkasten. Das sollte recht schnell erledigt sein.

Erstmal musste ich mir 30 mm Sperrholz herstellen. – Ach nein … es gibt grade ein paar Frosttage, das ist doch eine gute Gelegenheit die Tiefkühltruhe mal abzutauen. … – Das Sperrholz leime ich mit Holzleim. Dann kann ich in einer Stunde weiter bauen. Ich baue das Draußensägewerk auf, um die Decksleiste zu sägen … Dazwischen noch schnell einen Kuchen backen.

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Anne-Christin lacht, als sie sieht, wie ich versuche das Draußensägewerk mit Vogel zu fotografieren.

Hier das Sägewerk im Gegenlicht.

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Nein, es ist kein Sägewerk, es ist nur eine kleine, vielleicht 50 Jahre alte Tischkreissäge.

Hier noch ein Foto meiner Werkbank – wenn wir schon an historischen Werkstatteinrichtungen sind …

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Diese Platte hat hier schon ihr zweites Leben – und eine lustige Geschichte … – Martin, lach nicht! – Also – das war damals, ich war gerade umgezogen. Nach Haagen. Ich hatte mehr Platz und ich wollte einen größeren Tisch haben. Da kam so per Zufall ein Zimmermannsfreund zu Besuch und ich hab gesagt: ich bräuchte hier einen Tisch – könnten wir den nicht zusammen bauen? Und dann haben wir zusammen einen Tisch gebaut. Nix Leim. Nur Forstnerbohrer und Plattenverbinder. Das war so ungefähr vor 25 Jahren. Nun dient mir die umgebaute Platte seit über sechs Jahren als Werktisch. Sehr praktisch!

Heute dann war großes Leimen angesagt. Mein Plan ist es, so viele Teile wie möglich gleichzeitig zu leimen. Dann gibt es nur einmal Abfall, ich muss nur einmal anmischen, einmal den Pinsel sauber machen, einmal Einweghandschuhe wegwerfen usw. Ich habs dann grade so eben geschafft bis zu einem familiären Videokonferenztermin um fünf.

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Es fehlen noch: drei Lagen Leisten auf der Backbordseite, der Mastfuß, die Scheuerleisten, die Ecken, die Verstärkungspunkte für die Beschläge. Also nicht wirklich viel.

Wir sind dann mal auf Platz 1

Die Namensidee kommt heute am Anfang … – was haltet ihr von Lakeexplorer – Yachtclub de Tressow?

Immerhin segelt die Namensschwester gerade rechnerisch auf Platz 1 – und das ist sicher nicht der schlechteste Platz. Ob Greta die Regatta verfolgt? Wir wissen es nicht. Jedenfalls wäre der etwas sperrige Name nicht nur eine Hommage für Boris sondern auch für die weltberühmte junge Schwedin.

Langsam geht es an der Bootsbaustelle weiter. Erstmal habe ich die Baustelle ein bisschen aufgeräumt und die Kiste ohne den ganzen Müll fotografiert.

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Ich zähle schon, wieviel Teile noch gerichtet und gleimt werden müssen – vertue mich aber regelmäßig mit dem damit zusammenhängenden Aufwand.

Hier versuche ich die Bordwandhöhe nach Plan auszumessen und anzuzeichnen.

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Zwischenzeitlich habe ich den Schwertkasten in der Werkstatt vorbereitet. Beim verleimen ist mir das Teil etwas verschwommen – es ist jetzt ein paar Millimeter niedriger als eigentlich vorgesehen.

Außerdem muss ich ein Loch in den Schiffsboden sägen. Das ist nicht dafür da, dass eventuell reingelaufenes Wasser wieder abläuft. Das ist das Loch für das Schwert.

Hier wird der Schwertkasten eingeleimt. Ich hoffe er ist gerade. Es wäre nicht so hübsch, wenn die Lakeexplorer – Yachtclub de Tressow einmal schräg über den See segeln würde weil der Schwertkasten schief im Boot sitzt. Ob sie mal Foils bekommt ist noch offen. Ein paar Dachlatten hätte ich noch.

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Zur Abwechslung ein Ausflug in die Tierwelt. Ich versuche mich in der Vogelfotografie. Kläglicher Versuch mit 180 mm hinter Fensterscheibe. Aber … die Vogelwelt hier ist recht vielfältig. Eichelhäher, Dompfaff, Rotkehlchen, Zaunkönig, Drossel, Grünspecht, Grünfink (Bild), Buntspecht, Blaumeise, Kohlmeise und all sowas sind hier vertreten.

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Gesternnacht habe ich durchs Fenster zwei Rehe gesehen. Vielleicht fünf bis sechs Meter von der Terrassentür entfernt.

Als nächstes wird der Gunwale begonnen. Der soll etwa 48 mm breit werden. Ich fange mal mit 12 mm Streifen an. Die sind allerdings etwas zu kurz. Außerdem zeigt sich, dass viele Schraubzwingen zu haben ein gewisser Vorteil ist. Ich mache hier etwas Zwingenkunst. Damit kann ich mit einer Zwinge an zwei Punkten zwingen. Ist allerdings etwas mühsam, zumal ich mit nur zwei Händen sechs Beilagen und eine Zwinge bedienen muss.

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Auch die Maschinenzwingen sind hier im Einsatz.

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Dann geht das Aceton zur Neige. Hm. Ich schaue mal. In Wismar Redentin könnte ich beim örtlichen Baumarkt Aceton holen. Gegen Vorbestellung. Der Baumarkt ist geschlossen. Wegen Corona. Kostet etwa 7 (in Worten: sieben) Euro pro Liter. Bei einem Marktpreis von etwa 2,50 Euro. Hm. Ich würde 30 km mit dem Auto fahren, fast den dreifachen Preis bezahlen. Ob meine Liebe zum örtlichen Handel wirklich so weit geht? Damit sich die Bestellung lohnt, bestelle ich gleich noch einen Satz Pinsel und … – genau – ein paar Schraubzwingen mit.

Das sind keine Markenzwingen. Es sind Billigzwingen. Das merkt man natürlich. Aber sie tun was sie sollen – das ist erstmal die Hauptsache. Wenn ich einen Schreinereibetrieb hätte, würde ich niemals solche Billigzwingen kaufen. Für den gelegentlichen Hausgebrauch sind sie ok. Etwas Sorge haben mir die Harztrieler auf der Backbordseite gemacht. Es gibt allerdings ein paar Baubilder im Internet von einem anderen Optibauer – der sieht ungefähr genauso verschmiert aus. Also … nichts falsch gemacht.

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Kürzlich habe ich hier etwas über Experten geschrieben. Darauf habe ich eine Leserzuschrift bekommen. Herzlichen Dank hierfür! – Das gibt einen Buchpreis. Ja. Experte sollte man sein. Experte für Bootsbau zum Beispiel. Der Leser hatte den Eindruck, ich würde nicht viel von Experten halten. Das ist zum Teil richtig. Und basiert auf Erfahrung. So hatte ich beispielsweise vier Experten für Ölheizungen hier. Inklusive Werkskundendienst haben alle nur herumgeraten, keiner konnte das Problem lösen. Teilweise haben sie sich wiedersprochen oder mich dumm angemacht („ist halt so!“). Einer hat sich sogar erdreistet für eine falsche Auskunft eine Rechnung zu stellen und hat versucht den Betrag über freche Mails und Mahnungen einzutreiben. Auch in einem einschlägigen Forum im Internet, wo sich solche Experten tummeln, habe ich maßgeblich falsche Antworten und keine einzige richtige Antwort bekommen. Schade eigentlich. Dabei habe ich alle Experten auf die richtige Spur geführt. Ich bin immer wieder auf der Suche nach Experten für das Schulwesen. Nicht, weil ich mir anmaßen möchte es verändern zu können. Mein Anliegen ist es, mit den Unzulänglichkeiten umzugehen und diese, wo es möglich ist, zu kompensieren. Erstaunlicherweise bekomme ich die meiste Bestätigung von der Lehrerin selbst. Nur sagt die: „wir können es auch nicht ändern … – das System …“. Sie sagt nicht „die Experten“. Aber wenn man die Experten aus dem Bildungsministerium oder der Schulbehörde hört oder liest, dann bekommt man so eine Ahnung vom Expertenwissen. Ich bin auf der Suche nach einem Experten oder einer Expertin für individuelle Musikpädagogik bei Kindern (Instrumentalunterricht). – Von der Odyssee schreibe ich jetzt lieber nicht. Oder mal im größeren Maßstab – seit etwa fünfzig Jahren bin ich vergeblich auf der Suche nach einem oder mehreren Experten oder einer Expertin, mit der ich mich qualifiziert über Glaubensfragen unterhalten kann. Mit den Zeugen Jehovas, das sind echte Glaubensexperten, habe ich es schon vergeblich versucht. Vielleicht bin ich ein hoffnungsloser Fall. Ich will mich aber noch nicht aufgeben. Ein Homöopath kann euch jede Menge Expertenwissen über Homöopathie erzählen oder ein Astrologe über Astrologie. Und so geht es weiter. Ihr merkt, ich bin etwas skeptisch geworden was selbst ernannte und ausgewiesene Experten angeht. Ich will aber deren Existenz keineswegs in Frage stellen. Möglicherweise bin ich da falsch verstanden worden oder habe mich ungünstig ausgedrückt.

Apropos Experten … Malu Dreyer regt an, dass zur Ministerpräsidentenkonferenz auch Experten eingeladen werden sollen. Es geht um Coronamaßnahmen. Möglicherweise hilft es, möglicherweise nicht. Die Maßnahmen sind nämlich a) alles andere als nachvollziehbar oder durchsichtig und b) nur begrenzt wirksam und c) werden ganze Lebensbereiche still gesetzt. Dabei wäre das Thema ernst genug, um etwas weniger Lobbyismus zu betreiben und mehr Vernunft walten zu lassen. Infektionszahlen (getestet) derzeit etwa 20.000 pro Tag. Es sterben in Deutschland an und mit Coronainfektion derzeit über 1.000 Menschen pro Tag. Wenn ich mal davon ausgehe, dass die Infektionszahl ungefähr doppelt so hoch ist wie die registrierten Infektionen, bleibt eine Mortalitätsrate von immerhin 2,5%. Nein, damit ist nicht zu spaßen! Es ist aber auch nicht zu spaßen mit all jenen Menschen, deren Existenz auf dem Spiel steht. Die Suchtkliniken und die Kliniken für psychosomatische Krankheiten sind nämlich ebenfalls voll. Das Thema ist so komplex, dass die Expertenrunde gut ein paar Wochen tagen könnte, genauer gesagt ununterbrochen. Fraglich, ob die Leopoldina oder das Robert Koch Institut als federführende Meinungsmacher für die politischen Entscheider wirklich eine gute Wahl sind. Denn zeitgleich, wie in Krankenhäusern teilweise apokalyptische Zustände herrschen, wie die Experten Horrorszenarien verbreiten und nicht nachvollziehbare Regeln verordnen, werden in Behörden und Unternehmen locker Besprechungsrunden organisiert und durchgeführt weil der Chef oder der Abteilungsleiter gerade Langeweile hat und „weil ja nichts passiert“. Von privaten Treffen einmal ganz abgesehen. Mit einer Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in 7 Tagen) von 160 Infektionen bewegt sich Deutschland derzeit auf einem sehr guten 37. Platz im internationalen Vergleich. Trauriger Spitzenreiter ist derzeit Irland mit 717 Infektionen, Israel mit 679, … 5. Großbritannien (548), 9. USA (507).

Der letzte Absatz ist hauptsächlich als Memo für mich geschrieben.  Ich will in einem Jahr oder in zwei Jahren nochmal nachlesen, was ich denn so geschrieben habe.