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Woche 15 und 16

Die Zählung dürfte bis weit über 100 gehen. Heute wissen wir noch nicht viel über dieses kleine Partikelchen, das viele Menschen sterben lässt, einige etwas bekloppt werden lässt und uns alle irgendwie bewegt. Was wir heute wissen … bislang sind über eine Million Menschen daran gestorben. Dass es seinen Ursprung im chinesischen Wuhan im Dezember hat gilt als ausgeschlossen. In italienischen Rückstellproben aus Klärwerken vom Oktober 2019 sind die Partikel schon nachweisbar. Frettchen infizieren sich und geben das Virus an ihre Artgenossen weiter. Es ist bis heute keine Schmierinfektion bekannt – dennoch desinfizieren einige Mitbürgerinnen was das Zeug hält. Und die Mehrwertsteuer wird gesenkt – was einen an der Menschheit doch etwas zweifeln lässt. Wer sich diesen Quatsch ausgedacht hat? Es ist vor allem ein rechter Aufwand für alle Geschäftstreibende. Nutzen tut es vor allem jenen, die ohnehin genug Kohle haben um darüber nachzudenken, ob sie denn jetzt den Lambo drei Prozent billiger kriegen. Das ist, gelinde gesagt, etwas irr. Aber … – ich hoffe ich muss kein Dementi schreiben – im gleichen Atemzug – das Museum Wismar hat die Eintrittspreise gesenkt. Genauer gesagt hat dies die Bürgerschaft beschlossen. Das gilt, wie einmal ein Politiker vor der Wende gesagt hat „sofort, unverzüglich“. Ihr kommt also jetzt für sage und schreibe 6 Euro ins Wismarer stadtgeschichtliche Museum. Gegenüber dem Eintrittspreis vom Juni spart ihr also 2 Euro! Der reduzierte Eintritt kostet nur noch vier Euro. Nichts wie hin! Nur zum Vergleich … das Lörracher Museum verlangt von jedem Erwachsenen 3 Euro, ermäßigt 1 Euro. In New York sind zahlreiche Museen kostenlos, z.B. das Queens Museum of Art, andere Museen bieten an bestimmten Wochentagen freien Eintritt. Wer hier wohl Trendsetter ist?

Die Ostseezeitung textet zu diesem Ereignis auf einer halben Seite. Der Text beginnt mit „Das Stadtgeschichtliche Museum ‚Schabbel‘ soll attraktiver werden. Dazu werden ab Juli die Eintrittspreise gesenkt.“. Den Zusammenhang zwischen „attraktiver werden“ und „Eintrittspreise gesenkt“ darf sich der geneigte Leser selber ausdenken. Der Artikel enthält aber noch weitere interessante Aspekte. So steht dort beispielsweise, dass der Deckungsbeitrag 12,5% beträgt – bei 14.427 Besuchern 2018 und 13.458 Besuchern 2019. Ausgerechnet hieße das ungefähr, dass das Museum einen Gesamtetat von etwa 807.912 Euro pro Jahr hat, ausgehend von einem durchschnittlichen Eintrittspreis von sieben Euro. Auf jede Eintrittskarte legt die Stadt Wismar bzw. der steuerzahlende Bürger Wismars nochmal knapp fünfzig Euro drauf. Ganz nebenbei – das ist kein ungewöhnlicher Betrag für öffentliche Kultureinrichtungen. Der Bürgermeister meint jetzt, dass es dem Stadtbudget nicht zuzumuten ist, die Eintrittspreise auf vier Euro zu senken, so der Zeitungsartikel. Das würde, ausgehend von sechs Euro Eintrittspreis den Eintritt für den Besucher immerhin nochmals um ein Drittel senken. Für die Stadt wären dies aber lediglich Mehrausgaben in Höhe von etwa 4% pro Eintrittskarte. In diesem Zusammenhang drängt sich folgende Frage auf: wie lange kann sich die Stadt Wismar eine Hochpreispolitik für ein Heimatmuseum leisten, mit dem sich die steuerzahlende Bevölkerung nicht identifizieren kann oder will – aus welchen Gründen auch immer. Man kann den Gedanken auch noch weiter spinnen. Was würde sich in der Stadt Wismar kulturell ändern, wenn das lästige Stadtmuseum einfach geschlossen würde, die 807.912 Euro dem steuerzahlenden Bürger nicht mehr weggenommen würden sondern der Bürger selbst Kultur machen würde. Institutionelle Kultur hat immer etwas von Verordnung. Dem Bürger wird das Museum verordnet. Mitspracherecht hat er nicht. Zahlen darf er wohl, auch wenn er/sie nicht hin geht. Nur: Kultur lässt sich nicht verordnen. Der Bürger sträubt sich und protestiert mit den Füßen. Das kann man ihm nicht übel nehmen. Jüngst entsprang der Druckerpresse ein Hochglanzmagazin mit dem Titel „SUPER Ostsee 2020“ mit allen möglichen Freizeitangeboten. Es gibt auch ein Verzeichnis nach Region. Das Heimatmuseum Wismar ist nicht darin zu finden. Der Redaktion kann man das nicht übel nehmen.

Ich schreibe etwas kompakt, denn die Zeit rennt.

Vergangenes Wochenende habe ich erstmals in einem Offizierscasino übernachtet – und das war aufregender als ihr denkt! Denn so ein Offizierscasino ist nicht irgendein Gebäude, zumal wenn es privat „bewirtschaftet“ wird. Allein das Wohnzimmer ist dort 160 Quadratmeter groß und etwa vier Meter hoch. Da staunt selbst der wohnraumverwöhnte Wessi was da alles geht.

Die ersten Kirschen sind reif und ich koche mal auf Verdacht etwas Kirschen-Zitronen Marmelade. 24 Gläser.

Und ja – ihr ahnt es schon. Ich war segeln. Sogar zweimal. Einmal mit der Nytro und einmal mit der WOW. Die Nytro ist eine schicke Fritz Dyas, die WOW habe ich euch ja schonmal vorgestellt. Es ist traumhaftes Wetter und ein gelungener Wiedereinstieg in den Wassersport.

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Dies Bild ist vom Dienstag. Frühangeln am Tressower See.

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Am Mittwochabend hat Anne-Christin etwas aus DOCH-Teig gemacht. Ratet mal, wieviele dieser DOCH-Teig-Gebäcke in einen fast 10-jährigen Jungen rein gehen?

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Frühschwimmen und Frühangeln am Donnerstag. Sommerlich warme Temperaturen haben das Wasser angenehm temperiert.

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Am Nachmittag ernte ich ein paar Kilo Kirschen vom großen Baum. Wirklich reif sind sie nicht, aber es werden schon viele faul.

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Dunkle Wolken vertreiben mich bald von meinem Arbeitsplatz mit grüner Aussicht. Kurz darauf regnet es wieder heftig.

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24 Gläser Kirsch-Zitronen-Marmelade sind fertig. Die Zitrone musste rein. Für den Geschmack. Und damit es geliert.

Woche 14 ist kürzer

Zuallerallererst … ein ganz wichtiges Dementi! Ich habe schon überlegt, ob ich einen Extrabeitrag veröffentlichen muss. Das Wismarer Stadtmuseum hat nicht geschlossen. Es hat geöffnet. Ich hoffe ich habe mit meinem Beitrag der letzten Woche nicht viele Besucher davon abgehalten das Wismarer Stadtmuseum zu besuchen. Holt diesen geplanten Besuch in jedem Falle nach!

Sonntag – die Feriengäste reisen ab. Ganz ganz früh. Und wollen nächstes Jahr wieder kommen. Wir freuen uns schon darauf. Also einmal durch die Ferienwohnung gehen und dann die neue Duschstange montieren. Funktioniert soweit alles. Sieht gut aus.

Montag ist wieder herrlichstes Wetter. So gegen halbneun denke ich, dass die Kinder ja quasi Ferien haben und das Frühstück machen könnten. Ich frage freundlich und schon stehen zwei heranwachsende Jungs da und machen Frühstück. Draußen. Sehr schön.

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Warum erwähne ich so eine Banalität? Als Erziehungsberechtigter ist man manchmal geneigt mit seinem Schicksal zu hadern. Man ist ständig unterwegs, ständig beschäftigt. Immer liegt überall irgendwelcher Prött rum. Man muss sich überlegen, wann es denn was zu essen gibt und sich darum kümmern, dass auch was zu essen da ist. Und wozu das alles? Nein – das ist ja – wie schon bekannt – eh die falsche Sichtweise. Es gibt eben dann doch die Momente, an denen merkt: sie sind nicht bequem und faul, sie sind willig und klug. Aber sie sind eben Kinder. Man darf von ihnen nicht erwarten, dass sie sich wie Übererwachsene benehmen. Sie leben im Moment. Und dann decken sie draußen das Frühstück und wir frühstücken wie die Könige.

Zum Mittagessen gibt es Grießbrei mit zweifarbigem Wackelpudding.

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Von Jonathan gibt es einen Daumen nach oben. Allerdings auch nur, bis er auf die Idee kommt beides zu vermischen. Also hier der Tipp: wenn ihr frischen warmen Grießbrei habt, vermischt den besser nicht mit dem kalten Wackelpudding.

Ich bekomme Kenntnis von einer Mail, in der steht, dass der Empfänger etwas tun soll, was für das Seelenheil unerlässlich ist. Ich schreibe dies so etwas sperrig, damit niemand auf die Idee kommt auf den Ursprung bzw. den Verfasser zu schließen. Da mache ich mir Gedanken, was denn alles für mein Seelenheil unerlässlich ist und vor allem, wer dafür zuständig ist. Möglicherweise ist die Frage des Seelenheils doch recht individuell. Ob es gut bei der Kundschaft ankommen würde, wenn ich mitteilen würde: „lassen Sie Ihre Website bei mir machen, das ist gut für Ihr Seelenheil“? Sicherlich sind Zweifel angebracht, wenn der Schreiber ein mentales und/oder monetäres Interesse an meinem Seelenheil hat. Ein Pfarrer zum Beispiel, zieht seine berufliche Existenzberechtigung und sein Einkommen daraus, dass es genügend Menschen gibt, für deren Seelenheil er sich zuständig fühlen darf. Es ist ein Geschäft. Wie das eines Autohauses. Das Autohaus wirbt auch damit, dass es die geliebte Karre in Schwung hält. Ob man Interessen von Mobilität und Seelenheil in eine Kiste werfen kann? Naja. Lassen wir das.

Dienstag – ich bin zwar noch nicht wirklich fit. Gestern hatte ich mir frei genommen – irgendso eine Sommerunpässlichkeit (nein, kein Corvid19). Im Bereich Arbeitsplanung vom Segelverein war ein Task offen „Deck streichen Dynamite“. Also habe ich mich eingetragen. Es waren dann recht lässige zwei Stunden mit Friederike. Danach war das Deck gestrichen. Tolle Arbeitsplanung, tolle Organisation, toller Support.

Mittwoch – der letzte Schultag. Ich hatte abends vergessen die Kinder zu fragen, ob sie mit dem Fahrrad oder dem Bus zur Schule fahren wollen. Nach dem Wecken war einer der Ansicht, er wolle mit dem Bus fahren, der andere wollte mit dem Fahrrad fahren. Kurz drauf waren sie sich einig: wir fahren mit dem Fahrrad. Welch kluge Entscheidung bei dem herrlichen Wetter. Da es an meinem Arbeitsplatz schon 25 Grad hatte, habe ich mich um Fliegengitter gekümmert und konnte nun immerhin die Fenster auf machen. Sehr angenehm. Die Kinder kamen mit Zeugnissen. Schnitt in beiden Zeugnissen 1,692, ohne Kopfnoten 1,555. Viel zu meckern gibt es da nicht. Wir fahren noch in die Musikschule. Dort gibt es keine Zeugnisse dieses Jahr. Dann fange ich noch an die Ferienwohnung herzurichten. Morgen kommen Gäste. Außerdem ist Badewetter.

Donnerstag ist frühbaden – auch dieses: es ist wie Urlaub.

Samstag ist auch wieder frühbaden, allerdings dann doch erst um halb zehn. Ich nehme endlich die Kamera mit, um diese wunderbare und historische Botschaft zu fotografieren.

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Man kann wohl hoffen, dass nicht allzuviel Menschen den Text darauf lesen und versuchen ihn zu verstehen und versuchen den Sinn zu verstehen, der hinter dem Text steht. Wohl hat sich jemand hier sehr bemüht. An allen Ecken und Enden trifft man in diesen Tagen auf solche Rätsel.

Überhaupt scheint mir Corona doch sehr eine Kopfkrankheit zu sein. Man liest wirklich viel. Und man liest erstaunlich wenig Substantielles. So wird seit Monaten mit Infektionszahlen hantiert. Kaum eine Statistik, die die Infektionszahlen ins Verhältnis zur Bevölkerungszahl setzt. Die Infektionszahl pro 100.000 Einwohner ist da schon eine Ausnahme. Aber wisst ihr zum Beispiel, um wieviel die Infektionszahlen in den Vereinigten Staaten höher ist als in Deutschland? Ich habe für euch mal nachgerechnet. In Deutschland werden derzeit etwa 0,65 Infektionen pro 100.000 Einwohner registriert, in den USA sind es 7,86. Kritisch wird es nach derzeitiger offizieller Verlautbarung bei 50 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner und Woche. Damit liegen die Vereinigten Staaten knapp drüber (55,02), Deutschland deutlich darunter (4,58) wobei es lokal enorme Unterschiede gibt.

Der DPD bringt ein neues Gadget. Einen Multiapparat, mit dem man Hecke schneiden kann, Motorsensen kann, Hochentasten kann und Rasen trimmen kann. Eigentlich habe ich das Gerät zum Motorsensen, Hochentasten und Rasen trimmen bestellt. Da heute aber eh Hecke schneiden auf dem Programm stand, habe ich das Ding mal zusammen montiert. Ich habe mich extra für ein etwas hochpreisigeres Gerät entschieden. Es hätte zwar noch die orange schwäbische Version aus Waiblingen gegeben, die wäre aber so deutlich teurer gewesen, dass ich davon Abstand genommen habe. Schließlich will ich das Gerät nur ein paar Stunden im Jahr einsetzen. Auf dem Karton, den der DPD da gebracht hat, steht groß „Germany“ – und sehr klein „Made in China“. Naja. Nichts anderes hatte ich erwartet. Das Ding war schnell zusammen montiert. Dann ging es knatternd an die Hecke. Und naja – was soll ich sagen. Es funktioniert. Die andere Hälfte der Hecke habe ich dann mit einer elektrischen Heckenschere geschnitten. Und – was soll ich sagen? Es geht besser.

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Hier noch ein historisches Bild. So sah die Hecke im Februar 2015 aus.

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Dies ist ein Bild vom April 2015

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Es ist sozusagen das Jahr fünf der Hecke. Das Ziel, das ich vor mehr als fünf Jahren vor Augen hatte ist eigentlich erreicht. Die Hecke ist kleiner. Und sie ist dicht. Es bleibt allerdings eine Aufgabe, die Botanik auf dem Gelände in Zaum zu halten.

Ich schreibe den Beitrag heute schon. Morgen habe ich was vor.

Woche 13 – Corona wird lästig

Die Woche hatte dann doch wieder so ihre Ereignisse an Bord. Unter anderem waren wir (Jonathan und ich) zum erstenmal auf einem Cupper. Cupper sind große Rennyachten. Aber der Reihe nach.

Montag. Nach morgendlichem Kinderzwist erklimmen wir eine neue Entwicklungsstufe. Jonathan will sein Zimmer bewohnen und beginnt es zu seinem Reich zu machen. Durch aufräumen. Inklusive staubsaugen.

Außerdem findet das Treffen der Filmspatzen statt, also bin ich auf dem Weg nach Wismar. Einen Friseurtermin habe ich mir besorgt – aus besonderem Anlass. Mein Personalausweis läuft ab. Im Juli. Die Friseurinnen waren trotz Mundschutz angenehm entspannt. Auf meine Frage, ob sie mir die Augenbrauen auch noch schneiden könne, meinte sie jedoch „das dürfen wir nicht!“. OK. Kosmetiker dürfen, Friseure nicht. Man muss nicht alles verstehen. Ich bin dann mit ungeschnittenen Brauen davon gezogen.

Abends wurde nochmals Fischfilet serviert. Aber … die Sache mit den Gräten … da war doch noch was.

Dies hat dann dazu geführt, dass das letzte halbe Filet nochmals gründlich nach Gräten durchwühlt wurde, dann gründlich mit dem ESGE Schnetzler bearbeitet wurde und schließlich mit geriebener Möhre, vier Eiern, zwei gehackten Zwiebeln und ordentlich Semmelbrösel verknetet in der Pfanne landete. Obwohl das Filet nur noch 180 g hatte, wurden so immerhin noch ungefähr 17 Fischbouletten draus. Und die schmeckten eindeutig noch nach Fisch. Irgendwas sträubt sich zwar in mir frischen Fisch mit einem Pürierstab durchzuschnetzeln. Es löst das Gätenproblem aber nahezu vollständig. Es bleiben nur noch ein paar spürbare Stückchen. Die stören aber nicht.

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Am Mittwoch ist Schule. Die Kinder haben Probe für ihr Vorspiel und werden deshalb von Anne-Christin samt Trompete in die Schule kutschiert und von mir wieder abgeholt.

Ich bekomme nochmal Spargel im Aldi.

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Weil es so gut funktioniert, hier mal wieder ein Tradmans Trick. Wobei ich die Tradman Aufgabe neulich an den Nagel gehängt habe. Das ist aber eine andere Geschichte. Der Tradmans Trick gilt trotzdem. Man kann Spargel in Sahne kochen. Oder in einem Dampfgarer einsperren. Oder einen Spargelkochtopf kaufen. Sicher gibt es auch Rezepte für den Thermomix (ich habe keinen). Mein Trick ist einfach: man nehme die Schalen und packe sie in eine Bratpfanne. Dann kommt etwas Wasser in die Pfanne. Dann wird der Spargel drauf gelegt. Dann wird ein Teelöffel Zucker drüber geschüttet und Salz natürlich auch. Deckel drauf. Auf den Herd damit. Und schon hat man den schickesten Dampfgarer der Welt und gleich noch eine feine Spargelbrühe dazu.

Am Donnerstag ist grillen mit Feriengästen. Das Tiramisu habe ich Mittwoch nicht mehr gemacht – der Kühlschrank war voll (Ausrede). Dafür stelle ich mich dann am Donnerstag in die Küche. Wenn schon Gäste zum Fest einladen, dann wollen wir doch auch ein richtiges Fest. Zunächst mache ich das Tiramisu – nach eigenem Rezept. Später dann Kartoffelsalat.

Der geht ungefähr so:

1 kg sehr gute festkochende Salatkartoffeln
ein halber Liter Fleischbrühe oder Gemüsebrühe
ein bis zwei Zwiebeln
2 EL Obst- oder Weinessig
4 EL Sonnenblumenöl oder Rapsöl
Zucker nach Geschmack
Salz nach Geschmack
Pfeffer nach Geschmack
Senf nach Geschmack

Kartoffeln kochen. Währenddessen die Brühe heiß machen und Zwiebeln klein schneiden. Die Zwiebeln in die Brühe geben, den Essig in die Brühe geben und ziehen lassen. Salz und Pfeffer nach Geschmack hinzugeben. Etwas Zucker nach Geschmack hinzugeben.
Ich schütte die gekochten Kartoffeln ab und lasse sie dann noch etwas im Topf nachdämpfen. Dann die Kartoffeln möglichst heiß schälen und in dünne Scheiben schneiden. Die Zwiebeln in der Brühe mit dem Pürierstab klein häckseln. Die heiße Brühe über die Kartoffeln geben, abdecken und mehrere Stunden ziehen lassen. Die Kartoffeln sollen die Brühe aufnehmen, nicht darin schwimmen. Wenn alles gut durchgezogen ist Senf zugeben und Öl zugeben und vorsichtig durchmischen. Warm servieren.

Ich habe noch zwei alte Möhren im Kühlschrank. Die werden zu einer Grillsauce verarbeitet. Das Rezept geht ungefähr so:

ein bis zwei Zwiebeln
zwei bis vier Möhren oder Kürbis
ca. 150 ml Rapsöl
ca. eine halbe Tube Tomatenmark
Knoblauch (mindestens 4 Zehen)
Salz
Zucker
Chili aus der Mühle
Paprika rosenscharf

Die Zwiebeln klein schneiden und mit etwas Öl mindestens gelb anrösten. Die Möhren klein schneiden, hinzugeben und mitdünsten lassen. Vom Herd nehmen. Salz, Zucker, gepressten Knoblauch, Tomatenmark, Paprikapulver, Chili hinzugeben und mit dem Pürierstab gut durchpürieren. So viel Öl hinzugeben, dass eine streichfähige, aber nicht flüssige Konsistenz entsteht.

Ca. 1 Woche im Kühlschrank haltbar. Ich habe schon versucht den Inhalt im Glas mit Öl zu bedecken. Das hat die Haltbarkeit erhöht. Dennoch … möglichst rasch verbrauchen.

Die Rezepte hab ich hier nochmal auf ausdrücklichen Wunsch des Feriengastes aufgeschrieben.

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Mario bedient den Grill und ich lerne eine ganze Menge über die Grillkunst. Wir haben einen wunderschönen Abend und freuen uns, dass wir so tolle Feriengäste hier haben dürfen.

Am Freitag hatte ich eine Einladung nach Wismar. Als alter Seebär wollte ich mal schauen, was es da zu segeln gibt. Leider sind fast alle Segelaktivitäten wegen Corona eingestellt. Insbesondere Mannschaftssegelaktivitäten finden quasi gar nicht statt. Und segeln ist eben meistens ein Mannschaftssport. Für kleine und große Mannschaften. Bzw. Frauschaften. Oder Gemischtschaften. Mannschaften steht hier stellvertretend für alle Zusammensetzungen. Jonathan ging kurzerhand mit. Wir machen ausgesprochen selten Spazierfahrten mit dem Auto. Dass wir auch eine echte Cupperyacht nicht nur sehen, sondern auch betreten dürfen, wissen wir da ja noch nicht. Verabredet bin ich in einer Garage auf dem Hochschulgelände, in der ein Refit einer Fritz Dyas durchgeführt wurde. Und da steht sie dann. Die wohlbekannten Linien, frisch lackiert. Es wird noch am Deck gearbeitet. Am Montag soll sie ins Wasser. Jonathan entdeckt einen Schwedenkopf, während ich mich mit Chris unterhalte, der ganz geduldig alle meine Fragen beantwortet und ein wenig aus dem Vereinsleben erzählt. „Wollt ihr auch noch die WOW (gesprochen We-Oh-We) sehen?“ WOW heißt „Wings of Wismar“ und ist das Flaggschiff des Vereins. Baujahr 1967, 12,30 Meter lang, ca. 10 Tonnen schwer, aus Holz gebaut für den Admirals Cup und andere Hochseeregatten – mehr über die WOW findet ihr auf der Internetpräsenz des Vereins. In der Halle ragt sie dann imposant vor uns auf. Ein stolzes Schiff. Nach weiterer Fachsimpelei auf dem Deck der WOW wird uns noch die zweite Dyas des Vereins im Hafen gezeigt. Nach der Rückkunft habe ich den Mitgliedsantrag ausgefüllt und Segelstiefel bestellt. Leider ist jegliche Mannschaftssegelei durch die Coronamaßnahmen komplett beschränkt. Das schrieb ich ja schon. Ansonsten wäre eine Ausfahrt mit der WOW bald möglich. So heißt es: warten.

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Foto: Jonathan

Nachmittags dann noch Rasen mähen.

Samstag ist Gewitter und „fauler Tag“. Brot backen, ein bisschen in der Werkstatt rumräumen, Motorsäge sauber machen, Kette schärfen … solche Sachen halt. Anne-Christin schneidet die eine Seite der Buchshecke. Aber dann … Wismar schafft es in die internationale Tagespresse. Ein Regenwetter zieht auf. Mit Gewitter. Und … ihr ahnt es schon … überschwemmt das Museum!

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Das Accessoire kennt ihr schon. Es kommt in der Regel bei Notfällen zum Einsatz. Zweimal hintereinander seht Wasser im Keller, das von der freiwilligen Feuerwehr abgepumpt werden muss. Die Folgen sind noch nicht absehbar. Erstmal jedoch auch hier die Eilbotschaft: das Museum ist vorübergehend wegen Wasserschaden geschlossen.

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Am Sonntag reisen die Feriengäste früh ab. Ich montiere die neue Duschstange. Danach steht Schreibtischreparatur auf dem Plan. Der Schreibtisch ist bei einer Aufräumaktion zu Bruch gegangen. Das ist eine gute Gelegenheit die Platte abzuschleifen. Das Gadget kennt ihr schon. Es ist jetzt doch recht häufig im Einsatz.

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Hier schauen die Rosen auf die frisch gestutzte Buchshecke.

Woche 12 – als wären es Sommerferien

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Sonntag gibt es Rhabarberkuchen – Samson hilft bei der Rhabarberernte, bereitet den Rhabarber vor, schneidet ihn klein, macht erstklassigen geriebenen Teig und wir machen zusammen einen Rhabarberkuchen. Ich backe noch zwei Brote nach erfundenem Rezept. Sowohl Brot als auch Kuchen gelingen gut. Die Feriengäste und Anna helfen mit beim Kuchen essen – es bleibt nur ein Stück übrig. Damit wir überhaupt Kuchen essen können, basteln wir mal eben in wenigen Minuten einen provisorischen Tisch. Zwei Böcke plus zwei von den selbst gesägten Eichenbrettern – fertig ist der Tisch. Mario hilft mir beim Abladen. Sehr de luxe!

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Am Montag gibt es Käsetoast vom selbst gebackenen Brot und den ersten Schliff der Bretter mit 60er Papier. Das ist jedoch deutlich zu fein. Es geht eine Bestellung für 40er und 36er Papier raus.

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Das Schleifpapier ist dann am Dienstag schon da. Da schlechteres Wetter angekündigt ist, schleife ich die Bretter gleich nochmal. Das 36er Papier ist perfekt. Es raspelt richtig Material runter und man kann die Sägespuren sehr gut beseitigen. Es zeigt sich jedoch später, dass man auch schnell mal Löcher schleift. Wenn ihr das nachmacht, schleift besser keine Löcher. In unserem Fall ist das nicht so tragisch. Ich schleife weiter … 40er, 60er, 80er, 100er, 120er und 150er. Dann kommt die erste Schicht Öl drauf.

Am Mittwoch fahre ich morgens mit den Kindern mit dem Fahrrad nach Bobitz. Auch mal nett so eine Radtour am Morgen. Nachmittags dann Musikschule und einkaufen. Bei Aldi gibt es Spargel. Den gibt es dann am Donnerstag.

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Beim Anlauf Nr. 3 klappt es dann auch endlich mit der Hollandaise. Es möge dann nächstes Jahr beim Anlauf Nr. 1 klappen. So schwierig ist das doch gar nicht – im Gegenteil. Auf dem Bild seht ihr Spargelteller auf geöltem Eichenbrett.

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Am Samstag geht es mal wieder in den Wald. Hier seht ihr ein Selbstbildnis des Künstlers. Vom besäumten Stück schneide ich heute mal Bretter. Eigentlich wollte ich ca. 30er Bretter schneiden. Das erste Brett hatte dann nur 25 mm. Es wurden dann acht schöne 35er Bretter, wobei sie leider auf der einen Seite 1,5 mm stärker wurden als auf der anderen. Dies Sägewerk ist kein Präzisionswerkzeug. Naja … für meine Zwecke vermutlich gut genug. Da das Holz keine gravierenden Fehlstellen aufweist, werden vermutlich Tischplatten daraus. Ein Tisch für die Ferienwohnung, eine Schreibtischplatte für mich.

Insgesamt ist die Sägerei eher mühsam. Ich brauche, wenn es schnell geht, siebeneinhalb Minuten um das Brett zu sägen. Dann wieder Säge tanken, Brett beiseite räumen. Nach fünf Schnitten die Säge aus dem Sägewerk ausbauen und feilen. Nachdem der Stamm aufgesägt war hatte ich keine Lust mehr. Bis dann aufgeladen ist, das Werkzeug aufgeräumt und die Ladung verzurrt ist, braucht auch noch seine Zeit. Dann hatte ich Glück, dass ich nicht mit dem Auto im matschigen Waldboden stecken geblieben bin.

Sonntag war aber sicher der aufregendste Tag für die ganze Familie. Jonathan ist am Samstag Angelbesitzer geworden. Mit seinen Flohmarkteinkünften und Zuschuss ging es mit Anne-Christin in den Angelladen. Am Sonntag sollte ein großes Wettangeln vom Angelverein stattfinden. Jonathan war schon um fünf Uhr auf. Um sechs ging es dann los. Irgendwann nach neun Uhr kam Samson. „Darf ich euch ein paar Fische bringen?“ Er kam dann mit drei großen Brachsen (Brassen).

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Also … Youtube angeworfen und nachgeguckt, wie das denn so geht mit dem Fisch und nachgemacht …

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Auf dem Bild seht ihr meinen Fischvorbereitungsarbeitsplatz auf den geölten Eichenbrettern.

Dann die Internetsuche bemüht nach einem passenden Rezept. Währenddessen wird Jonathans Angel eingeweiht und es hängt eine Rotfeder dran.

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Sehr sehr lecker! Lediglich die Gräten sind etwas lästig. Mario hilft mir wieder beim Abladen, Jonathan und Anne-Christin backen Cookies. Abends noch eine kleine Runde im See schwimmen. Ist das ein schlechtes Leben? Im Schlaraffenland sollen einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen. Angeblich. Wir kämpfen mit anderen Sorgen.

Woche 11 – wie kommen wir ohne Mundschutz in die Schule …

Die halbe Welt hält nach wie vor die Luft an. Nach und nach werden zwar diverse „Lockerungen“ der Coronabeschränkungen bekannt gegeben. Es ist mittlerweile so weit, dass keiner mehr durchblickt, wer sich wann und wo mit welchem Mindestabstand und welchen Schutzmaßnahmen treffen darf und wer wohin reisen darf und wann welche neuen Regeln gelten. Die Verschwörungstheoretiker haben Hochkonjunktur. Und auch die Radiosendungen strotzen von Expertenbeiträgen. So ist am Montag in NDR Kultur Frau Allmeninger, Honorarprofessorin für Soziologie der Freien Universität Berlin am Start. Ihr Vortrag segelt unter der Flagge „Gleichberechtigung: Neue Ungleichheiten wegen Corona“. Das weitere Motto: „Frauen seien während der Krise auf mehreren Ebenen benachteiligt.“ Eine Expertin.

Die Kinder gehen zu den Filmspatzen. Sie bieten dort im Außengelände ein Treffen an. Die Kinder dürfen eigenes Equipment mitbringen. Dieses Bild gefällt mir ganz besonders gut …

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(c) by Samson

Am Dienstag erreicht uns eine Lieferung der neuesten Gadgets aus China. Die Gadgets kommen aus China. Die Lieferung nicht. Ja, glaubt es oder glaubt es nicht … ich habe einen Föhn gekauft. Wozu das denn? So werdet ihr Fragen. Antwort; Die Ferienwohnung bekommt einen Föhn. Die Investition ist überschaubar, der Nutzen für die Feriengäste eventuell enorm. Vielleicht wurde der Föhn zuhause vergessen, vielleicht geht er kaputt.

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Die Ferienwohnung bekommt außerdem einen neuen Toaster. Der alte steht seit ein paar Monaten bei uns. Und was ist das immer für eine Rumeierei, bis man das passende Produkt gefunden hat. ich bin erstmal froh, dass es Internet gibt und dass man im Internet shoppen kann. Herkömmliche Läden sind für mich ein Horror. Da stehen zwar irgendwelche Teile herum, man bekommt aber zu dem entsprechenden Teil quasi keinerlei Information. Es gibt quasi keine Vergleichsmöglichkeit. Es sind dann Blindkäufe auf Verdacht. Manchmal hat man Glück, manchmal weniger. Zugegeben – auch eine Internetrecherche ist nervig. Genau wegen dem umgekehrten Effekt. 100.001 Informationen zu allem. Und dann finde mal raus, welche Information halbwegs neutral abgegeben wurde. Auch so wird ein Toasterkauf, ein Föhnkauf und der Kauf einer neuen Küchenwaage zu einer mehrstündigen Aktion.

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Unsere tolle Waage ist nun seit etwa zehn Jahren im Einsatz. Seit einiger Zeit spinnt der Schalter, mit dem man das Gerät einschalten kann. Hm. Jetzt könnte ich in die Werkstatt gehen, das Ding auseinander nehmen, versuchen ob ich den Fehler finde und hätte danach vermutlich eine kaputtreparierte Waage. Ich entscheide mich für ein Neugerät. Vom gleichen Hersteller. Es wiegt immerhin grammgenau bis 20 Kilo. Was will man mehr.

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Mittwoch ist dann für alle ein aufregender Tag. Die Kinder wollen die Schule mundschutzfrei erreichen. Das geht am besten mit dem Fahrrad. Wir machen am Tag zuvor noch eine Probefahrt mit aufgeschnalltem Ranzen. Am Mittwochmorgen geht es dann zur gewohnten Zeit los. Zurück kommen sie dann eine Stunde bevor der Bus nach Tressow gefahren wäre. In der folgenden Woche wollen sie auch nochmal mit dem Fahrrad fahren, dann aber wieder mit dem Bus.

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Zur Feier des Tages gibt es Blätterteigschnecken.

Am Donnerstag war sicher auch wieder einiges los. Ich habe es vergessen. Ich bereite mal die Feriewohnung vor. Der neue Gleiter für die Duschstange ist da. Der wird also gewec… – schön wäre es gewesen. Die Halterung der Duschstange ist unten durchgebrochen und hält gerade noch so zufällig. Also wird wieder einmal provisorisch repariert. An der Wand außerhalb der Dusche im Flur und in der Küche sind Ausblühungen. Hm. Ich fege sie ab und kehre sie zusammen. Keine Ahnung woher die kommen.

Gerade rechtzeitig trifft ein weiteres nützliches Gadget ein. Ihr merkt, es ist wieder einmal Investitionszeit. Ein Bandschleifer soll das Werkzeugarsenal erweitern. Damit schleife ich dann erstmal den Gästetisch ab. Funktioniert.

Am Freitag kommen Feriengäste – Hurra – die Saison ist eröffnet. Sie bringen ihre Fahrräder und Geschenke auf ihrer Heimat mit.

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Ooooooh!!!! Danke!!!

Am Samstag gehe ich wieder in den Wald. Eigentlich wollte ich zwei Stämme aufsägen. Einen als Kanthölzer, einen als dünne Bretter. Es wurde dann nur ein Stamm und drei Schwarten. Die Kanthölzer waren dann doch aufwändiger als gedacht.

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Zunächst muss ich im rechten Winkel besäumen. Das Bild Nr. 1 zeige ich euch nicht ganz ohne Stolz, denn der rechte Winkel ist perfekt gelungen.

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Auch die Schwarte Nr. 3 ist ab und der Stamm gedreht. Er ist nicht mehr ganz so schwer.

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Hier ist auch die Schwarte Nr. 4 schon ab. Ich habe also einen dicken Balken. Die nächsten zwei Schnitte säge ich nicht ganz durch.

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Hier ein Blick auf meinen wunderschönen Arbeitsplatz.

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Hier liegen jetzt neun Kanthölzer à zwei Meter Länge auf dem Anhänger. Das gibt immerhin Tischbeine für vier Tische, sollte also erstmal reichen. Zehn mal zehn Kanthölzer werden zu 18 Euro pro Meter gehandelt.

Ich säbel dann noch ein bisschen an Stamm Nr. 2 herum. Aber irgendwann ist dann auch die Luft raus. Stamm Nr. 2 muss dann auf nächste Woche warten. Da stehen dann nochmal dünne Bretter auf dem Programm.

Woche 10 – endlich wieder Schule … ein bisschen.

Man gewöhnt sich an vieles. An die sehr widersprüchlichen Einschätzungen von Experten, selbst ernannten Experten und anderen Menschen. An ein Leben in Distanz. An eine ungewisse Zukunft. Würde ich hier die Wochen nicht zählen, wüsste ich auch nicht so wirklich wie viele es schon sind. Wie viele es noch werden, weiß ich eh nicht.

Symbolisch steht hier einmal ein Mikado Bild vom Montag von Samson.

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Die Woche ist kurz, bringt aber ein interessantes Erlebnis mit sich. Nach neun Wochen schulfrei, „dürfen“ die Kinder am Mittwoch wieder in die Schule. Um 6.30 Uhr sind alle weg und ich habe mehr als sechs Stunden „frei“. Ich möchte nun nicht behaupten, dass die Tage, an denen nicht „frei“ ist, besonders stressig wären. Aber es ist doch eine latente Aufmerksamkeit erforderlich. Und immer wieder „Wolfgang mir ist langweilig“, „Wolfgang schau mal hier“ oder „Wolfgang dort …“. Mehr als sechs Stunden „frei“ nach neun Wochen. Es ist ein tolles Gefühl und ich weiß doch, ich brauche die Abwechslung. Also dauerhaft „frei“ wäre auch nicht so der Hit. Zum Mittagessen gibt es zur Feier des Tages Nudeln mit Möhrensauce aus den übriggebliebenen Rohkostmöhren vom Vortag.

Um 15 Uhr geht es in die Musikschule und um 17 Uhr wird noch der Rasen gemäht. Das geht dank der neuen Maschine auch etwas schneller und einen Teil kann Jonathan mähen.

Donnerstag ist Feiertag. Wir machen einen Fahrradausflug. Nach Bobitz. Zur Eisdiele. Ich müsste mal ein historisches Foto der Eisdiele machen. Tische mit Flatterband abgesperrt, ein Weg mit Flatterband markiert, auf dem Boden Abstandsmarkierungen aus Gaffa. Immerhin, man bekommt Eis. Das ist die Hauptsache. Die Kinder sind vom vorbeiröhrenden Lambo ganz begeistert. Ich montiere noch die Rollos, die schon seit zwei Wochen herumliegen. Vom herumliegen werden sie auch nicht besser. Rollomontage … man ist dann doch länger dran als man vorher gedacht hatte. Wir machen Bratwütschtle – endtschuldigung – Bratwürstchen in der Pfanne.

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Echt cool solche Rollos.

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Sowohl Schreibtischarbeit als auch Klavierspiel ist jetzt bei herrlich weichem Licht ohne Sonnenblendung möglich.

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Am Freitag hilft mir Samson beim Rostbratwürschtle zum Mittagessen braten. Die Bratwürschtle kommen aus einer Plastikverpackung vom Aldi. Nun – ich hatte mir unsere Fleischversorgung auch mal anders vorgestellt. Und sie war auch schon anders. In Lörrach hatten wir Fleisch von Hildi. Hier hatten wir anfangs Fleisch von Gomin. Ein Lifestylefleischbezug zu Apothekenpreisen kommt für mich nicht wirklich in Frage. Ich bekomme auch keine Apothekenpreise für meine Arbeit. Wir sind zwar nicht fleischfixiert und es muss nicht jeden Tag etwas aus Fleisch geben. Allerdings bringt Fleisch – insbesondere mit Kindern – eine willkommene Abwechslung auf den Teller. Und seien wir mal ehrlich: wenn wir eine Grillwurst am Wurststand holen, dann ist es uns im wahrsten Sinne des Wortes auch wurst wo die Wurst herkommt. Dennoch – wenn jemand etwas weiß, wie wir an Fleisch aus Direktvermarktung kommen, dann wären wir um jeden Tipp dankbar.

Samson will Wackelpudding machen und so versuchen wir uns in einer zweifarbigen Ausführung. Erkenntnis: nebeneinander klappt nicht.

Am Samstag ist Silkes Geburtstag. Das muss gefeiert werden. Am Freitag packe ich schonmal die Motorsäge und das Sägewerk ins Auto und alles Werkzeug, was man eben im Wald so braucht. Nach dem Frühstück geht es dann los.

Ich habe für euch zwei Bilderserien gemacht. Die erste ist nach etwa drei Stunden um kurz nach 13 Uhr entstanden.

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Das ist der Stamm Nr. 2. Der Stamm Nr. 1 ist zwischenzeitlich aufgesägt auf dem Hänger. Die Leiter dient mir als Führung des Sägewerkes für den ersten Schnitt, Weil der Stamm zu dick ist für das Sägewerk, musste ich einen Besäumschnitt machen und dann den etwa 500 kg schweren Stamm um 90 Grad drehen. Hat funktioniert.

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Wenn man mit der Säge zu den Spannguten kommt, muss man die Spanngurte umsetzen. Das funktioniert eigentlich ganz gut.

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Das liegt um diese Zeit schon auf dem Anhänger.

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So sieht mein Arbeitsplatz aus.

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Hier der Stamm nach dem Besäumschnitt und dem ersten Schnitt.

Hier ein Tipp für alle Sägewerker. Ich bin durch Zufall drauf gekommen. Sägt mit der Oberseite vom Schwert. Das geht hundertmal besser. Die Schmierung ist dadurch wesentlich besser. Die Standzeit der Kette höher, der Spritverbrauch geringer, ihr seid schneller durch und habt mehr Spaß – Quatsch – ich meine Freude.

Die zweite Bildserie heißt „Feierabend“. Um 16 Uhr ist auch der zweite Stamm gesägt und aufgeladen. Fast fünf Liter Aspen versägt.

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Alles halbwegs verzurrt. Bei einer Polizeikontrolle gäbe es vermutlich Ärger. Die Herren (und auch Damen) kennen manchmal weder Spaß noch Augenmaß. Naja …

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Zurück bleibt ein Haufen Sägmehl, müde Knochen und eine Erkenntnis: Waldarbeit ist schön – wenn man es nicht zu oft macht. Ich fühle mich im Wald mit der Motosäge wohler als im Kantoreichor. Ich weiß zwar noch nicht, was ich mit den ganzen Brettern anfangen soll, aber gesägt ist gesägt und vielleicht wird ja wirklich noch eine Gartenbank, ein Tisch oder etwas anderes draus.

Ich mache noch einen kurzen Abstecher zu Peter, bekomme dort Rhabarberkuchen und erstaunte Blicke „wie siehst Du denn aus?“ (staubig) „Du machst das ganz allein?“ (ja) „Mit der Schienenoberseite?“ (ja). Schade, dass gerade Corona ist und Peter immer wenig Zeit hat.

Coronawoche 9

Es wird sehr kontrovers diskutiert, ob weitere Öffnungen sinnvoll sind. 100 Milliarden – so die heutige Prognose – beträgt der Steuerausfall durch Corona, allein in der Bundesrepublik. Gleichzeitig werden allenthalben Milliardenhilfen benötigt. Für die notleidenden Kulturschaffenden ebenso wie für eine große Luftfahrtgesellschaft und große und kleine Betrüger. Die Virologen arbeiten immer noch auf Hochtouren, um der ahnungslosen Bevölkerung die Gefährlichkeit des kleinen Partikels glaubhaft nahe zu bringen. Andere engagierte Bürger versuchen auf Demonstrationen das Gegenteil zu beweisen. Fakt ist: keiner weiß wirklich etwas. Ein Leben in der Welt der Ahnungslosen. Jeder versucht sein Süppchen zu kochen. Die Acrylglashersteller, die Autokonzerne, die Forscherinnen und Forscher, die Medienschaffenden.

Die sozialen Folgen sind nicht absehbar. „Familie in der Corona-Krise: Die Frauen verlieren ihre Würde – In der Krise erleben wir einen Rückfall auf eine Rollenteilung wie zu Zeiten unserer Großeltern. Alle Staatshilfen müssen überprüft werden, ob sie auch den Frauen helfen. “ (Die Zeit) – oder „Studie: Frauen übernehmen einen Großteil der Kinderbetreuung in der Coronakrise“ (Der Spiegel). Interessant dabei ist, dass hier einmal mehr Geschlechterverhältnisse genannt werden, aber eigentlich von Rollenverhältnissen die Rede ist. Dies – so meine Beobachtung – ist sowohl in Medien als auch Studien, Meinungen und an Stammtischen sehr häufig der Fall, weshalb ich doch etwas misstrauisch werde, wenn irgendwo von „die Frauen“ oder „die Männer“ die Rede ist. Häufig geht es überhaupt nicht um geschlechtsspezifische Erscheinungen sondern um rollenspezifische. Zugegeben: es gibt realtiv wenig Männer, die sich Haus, Kindern und Herd mehr als der Karriere verpflichtet fühlen. Doch sollte man Minderheiten nicht unberücksichtigt lassen, zumal es auch um gravierende faktische Unterschiede geht.

Die Musikschule ist wieder geöffnet. Mit Einschränkungen. Zugang nur mit Mund-Nasen-Schutz. Klavierunterricht ebenso. Trompetenunterricht nicht. Manchmal erschließt sich manche Regel nicht auf den ersten Blick. Auf den zweiten auch nicht. Die Grundschule wird ab kommender Woche wieder Mittwochs Unterricht für die Klasse 3 anbieten. Wir würden in diesem Schuljahr noch sechsmal in die Schule gehen.

Um sich die Zeit zu vertreiben, machen die Kinder auch mal Matheaufgaben der 4. Klasse. Samson hat eine Website programmiert. https://ferien-am-tressower-see.de/p1
Das HTML und das CSS ist hauptsächlich von ihm, vermutlich mit einigem Copy&Paste aus diesen und jenen Quellen und mit etwas Hilfe und Korrektur von mir.
Die Inhalte (Texte und Bilder) dieser Seite https://ferien-am-tressower-see.de/p1/tipp.php sind von Jonathan und Samson gemeinsam im Rahmen des Kochunterrichts entstanden.

Ich muss ein Dementi loswerden. Wichtigstes Ereignis der vergangenen Woche war: das Stadtmuseum Wismar wurde wieder geöffnet. Ich hatte vor einiger Zeit geschrieben, dass der Eintrittspreis ab 1. April gesenkt werden soll. Das war offenbar doch ein Aprilscherz. Der Bürgermeister der Stadt Wismar hat dieser Entscheidung widersprochen. Insofern bleibt also erstmal alles beim Alten: 8 Euro pro erwachsener Person Eintritt. Während andere Landesmuseen kostenlosen Eintritt wegen eingeschränkter Nutzung der Ausstellung gewähren, darf man in Wismar für die gute Sache weiterhin den vollen Preis bezahlen.

Wir lesen aus Erich Kästners „Als ich ein Junge war“ und beschäftigen uns mit psychologischen Aspekten von Partnerschaften. Spannendes und interessantes Thema. Im Buch wird unter anderem Barbara Streisand zitiert: „Wieso strengt sich eine Frau zehn Jahre lang an, ihren Mann zu ändern und beklagt sich dann ‚Du bist nicht der Mann, den ich geheiratet habe?'“ – und ähnliche unbekannten und unterhaltsamen Volksweisheiten.

Am Montag machen wir Wackelpudding. Für alle ein Spaß …

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Am Dienstag machen wir Bratäpfel im Lehmofen. Vielleicht die letzten bis zum Herbst.

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Außerdem kommt eine Postsendung mit Sparschälern. Das kam so … ich las einen Test über diverse Schäler. Die kamen allesamt nur mäßig weg. Die Testerin, so stand es in dem Bericht, schält selbst 300 Kilo Spargel pro Tag – mit einem ganz bestimmten Schäler. Da mir die Schälerdiskussion in der Küche doch sehr bekannt vorkommt, habe ich das Teil einfach mal bestellt. Am nächsten Tag war es da. Hurra. Jetzt brauchen wir nur noch den passenden Spargel dafür. Wer sich für die Marke und den Test interessiert, darf sich gerne melden.

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Am Mittwoch ist wieder Musikschule. Ich nutze die Gunst der Stunde und fahre in den Einkaufsladen. Dort verkaufen sie mir auch Spargel. Zuhause wird dann der neue Schäler getestet und für gut befunden.

Am Donnerstag wird Siedler gespielt.

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Seither immer öfter.

Am Freitag ist Tierarzttermin für die Katze und ich ergreife die Gelegenheit und fege mal wieder durch. Es lohnt sich.

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Ein Rätsel habe ich auch noch auf Lager: wer erkennt diese Pflanze. Lösungshilfe: man kann Wackelpudding daraus machen.

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Und Solveigh und die Kinder backen den leckersten Apfelkuchen von Tressow, Mecklenburg und vermutlich der ganzen Welt …

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Sehr genial. Mit Marzipan und Dinkelmehl.

Am Samstag wird der Rasentrecker verkauft. Und ich fahre erstmals mit dem Sägewerk in den Wald. Hm. Ich hatte einen Bericht versprochen. Hier also der Bericht.

Ich hatte das Auto voller Utensilien, Werkzeug, Hilfsmittel geladen. Keile und Schraubzwingen waren ebenso dabei wie der ganze Werkzeugkasten, das kurze Schwert nebst Kette und Treibrad. Das Wetter war angenehm. Ich staunte dann nicht schlecht wie viele Stämme da für mich herumlagen. Auch über die Größen staunte ich nicht schlecht. Max. 45 cm hatte ich bestellt. Nun lag da als erstes ein 53 cm Stamm mit verdicktem Ende. Upps. Da sah ich nur die Möglichkeit das dicke Ende erstmal abzusägen. Also erstmal Säge umbauen auf normales Schwert – die Längssägekette wollte ich schonen. Ich hab dann gleich noch an ein paar anderen Stämmen verwachsene Stücke angesägt. Durchsägen konnte ich nicht, da ich die Stämme nicht bewegen kann. Sie sind zu schwer. Auf dem Bild eins seht ihr ungefähr das Setup. Das Bild zwei zeigt den Anfang der Sägerei. Die Leiter mit einem Dielenbrett werden auf dem Stamm festgespannt. Diese Vorrichtung dient als Auflage für Schnitt 1. Funktioniert erstaunlich gut. Dann stellte sich die Frage wie es weiter gehen sollte. Ich habe mich dann dazu entschieden einen Besäumschnitt ohne Anschlag, also mit frei geführter Säge zu machen. Ging eigentlich auch, auch wenn das ziemlich anstrengend war. Als nächstes habe ich ein dünnes Brett herunter geschnitten (ca. 25 mm). Auch das ging recht ordentlich. Aber ooooh – am Ende konnte ich nicht durchsägen, weil das Sägewerk am nicht vollständig abgeschnittenen verdickten Stammstück anstand. Also dieses Teil doch vorsichtig mit dem langen Schwert noch vollends absägen und beiseite räumen. Ooooh … frisches Eichenholz ist schwer. Der Längsschnitt wird recht sauber. Nur … wenn ich weiter dünne Bretter herunterschneiden würde, hätte ich an einem einzelnen Stamm doch recht lange zu sägen. Also wurde das Sägewerk auf ca. 45 mm umgestellt. Das ergab Bretter, die ich noch tragen konnte. Nach dem nächsten Schnitt war die Kette merklich stumpfer geworden. Also nachfeilen. Nach zwei weiteren Brettern war es doch schon recht spät geworden. Zeit, die Heimreise anzutreten. Der Stamm ist damit etwas zur Hälfte aufgesägt. Ich gehe „meine“ Stämme durch. Wenn ich in dieser Geschwindigkeit weiter arbeite, müsste ich bis in den Herbst jeden Samstag im Wald arbeiten. Und ich hätte Eichenbretter … für was eigentlich? Hm. Nun muss ich mir irgendwas überlegen.

Nebenbei habe ich eine ökologisch-wirtschaftliche Erkenntnis. Es würde ökologisch absolut Sinn machen, möglichst viel Holz zu verbrauchen. Holz ist der wirkungsvollste CO2-Binder überhaupt. Zigtausend Tonnen werden jährlich in deutschen Wäldern gebunden. Wenn dieses Holz nicht verfeuert wird sondern zu nachhaltigen und langlebigen Bauten, so ist das CO2 für lange Zeit aus dem Verkehr gezogen.

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Woche 8

Die Coronadiskussionen werden mehr. Was soll geöffnet werden, was erlaubt, was nicht. Wie gefährlich wird die zweite Welle. Die Meinungen sind durchaus geteilt. Auch die Meinungen der Experten sind geteilt. Kinder gelten als infektiös. Also bleiben die Schulen bis auf weiteres auf Notbetrieb. Das betrifft mich auch. Wir machen weiter Kochbuch. Wir machen Arbeitsblätter der 4. Klasse und versuchen dem Hüttenkoller zu entkommen. Das gelingt der arbeitenden Bevölkerung in systemrelevanten Berufen besser als jenen, die zwangsweise zu Hause bleiben müssen. Liest man.

Mein Tag ist hauptsächlich geprägt von den häuslichen Verpflichtungen, Kinderbetreuung, Essen zubereiten und Geduld üben. Verständnis für alle haben. Für die Coronaexperten und für die Coronaexperten die es sein wollen. Für die Gesellschaft im Allgemeinen und die persönliche Situation im Besonderen. Genau.

Am Montag kommt das Ruderboot ins Wasser. Das ist super. Ich bin doch sehr zufrieden. Nun wird es wieder genutzt. So haben alle was davon.

Am Mittwoch kommt Besuch. Wir haben einen Termin bei Frau F. Und ich hole den Rasentrecker aus dem Winterlager. Der springt aber nicht an. Auch nicht mit der Autobatterie. So ein Sch…. Das ist wirklich Mist. Bei allem Respekt vor dem Gerät, steht es nun vor der Ausmusterung. Also muss ich mal schauen, wo Ersatz herkommt. Wir rechnen aus, dass der Trecker pro einmal Gelände mähen ungefähr 60 Euro gekostet hat. Hm. Das ist ordentlich.

Dienstag, 5. Mai. Wir fahren zu Frau F. nach Wismar und arbeiten uns zwei Stunden durch unterschiedliche Themen. Frau F. regt unter anderem dazu an zu überlegen, ob wir nicht doch unsere Lebensumstände ändern wollen. Sie hätte da ein paar Ideen … die will sie uns aber nicht sagen. Sie bezeichnet uns als kreativ. Wir spielen auch mit Holzmännchen.

Mittwoch, 6. Mai. Juhuu und Jibiii! Der Besuch ist da! Er kam mit dem Zug durch ganz Deutschland. Alles hat geklappt. Zu später Stunde ist dann auch Feierabend.

Donnerstag, 7. Mai. Auch heute wird wieder einmal nichts verdient … Wie das alles nur gehen soll. Es ist mir ein Rätsel. Es ist mal wieder Einkaufstag. Es gibt Risotto mit grünem Spargel, diesmal mit zu viel Salz …

Freitag, 8. Mai. Solveigh, Samson, Jonathan und Wolfgang baden im See. Die Wassertemperatur ist uns nicht bekannt.

Der Bugsier macht wieder einmal eine Ausfahrt auf dem See.

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Nun muss ich entscheiden, ob ich Geld für einen Hühnerstall oder einen Rasentrecker ausgebe. Beide Investitionen dürften in etwa in gleicher Höhe sein. Obwohl die Investition in den Hühnerstall möglicherweise etwas nachhaltiger wäre, entscheide ich mich schließlich für den Rasentrecker. Das neue Familienmitglied ist ein Amerikaner. Jonathan und ich fahren nach Groß Stieten und holen das gute Stück ab. Eine Probefahrt darf natürlich nicht fehlen. Es fällt auf: alle Teile, bei denen das irgendwie möglich ist, sind aus Plaste – so sagt man hier. Gemeint ist: Kunststoff. Samson mäht dann zwei Runden und Jonathan mäht auch zwei Runden. Wenn das Gras hoch steht, funktioniert das mit dem Grasfangbehälter nicht.

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Mittags gibt es Spaghetti.

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Foto: Jonathan

Dieser Rasentrecker ist zu verkaufen:

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Wir rümpeln noch etwas im Carport und schneiden ein paar Äste ab. Bis der alte Trecker verkauft ist, ist es noch ein bisschen eng im Carport.

Abends gibt es Spargelrisotto, Spaghetti mit Champignons und Salat.

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Dieses Tandem ist zu verkaufen:

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Außerdem ist ein Kinderfahrrad für Mädchen 20″ und ein Kinderroller zu verschenken.

Coronawoche 7

Dienstag, 28.4. ist ein ganz besonderer Tag. Wir bekommen einen Bootsmann. Und wir backen Pizza. Das Auto kommt mal wieder in die Werkstatt und ich gehe erstmal mit so einem Mundschutz in den Einkaufsladen.

Der ganz besondere Tag beginnt mit einer Überraschung. Anne-Christin tritt wieder im Radio auf … https://www.wismar.fm/tourismus-und-museen-der-stadt-weiter-im-homeoffice-die-telekonferenz/ und die FDP ist auf Stimmenfang bei allen, die was mit Museum zu tun haben … https://www.wismar.fm/ruf-nach-wiedereroeffnung-von-museen-und-ausstellungen/

Der Marder hat mal wieder zugeschlagen. Diesmal ist wieder die Scheibenwaschanlage am Transporter betroffen. Ich hab’s jetzt satt und der Transporter bekommt so einen Marderapparat. Es soll helfen.

Ich telefoniere mit dem Förster und fahre dann mit ihm in den Wald. Ich bekomme fünf 3-Meter-Stücke Stieleiche. Jetzt muss ich noch mein ganzes Zubehör herrichten, dann geht es bei nächster Gelegenheit mal in den Wald. Ich bin sehr gespannt. Wer einen Plan hat, wie man eine Gartenbank ohne Eisen baut, darf sich gerne mal melden oder einfach den Plan schicken.

Anne-Christin macht heute Schule mit den Kindern und ist nebenher sehr damit beschäftigt Konzepte zu schreiben. Schwierige Probleme können einem schon manchmal schlaflose Nächte bereiten.

Ich backe mal wieder Pizza. Heute ist Schwarztag. Die Pizza wird keksig und dunkel, das Pizzabrot wird fast schwarz und der Backrauch vernebelt das Zimmer. Dafür vergesse ich die Kapern auf die Pizza zu streuen, die ich extra gekauft habe.

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Mittwoch, 29.4. Jonathan wird Angler. Beutelschneiderei und die Wirtschaftskrise. 2. Tag Pizza.

Wir ernähren uns heute von Pizza. Von den Resten von gestern. Morgens, mittags, abends. Und dann ist immer noch ein Rest übrig. Ob ich nächstes Mal nur ein Blech backe? Vermutlich eher nicht. Die Arbeit für zwei Bleche ist ja fast die gleiche. So gibt es eben an zwei Tagen Pizza.

Ich fahre mit dem Fahrrad nach Grevesmühlen. Das Auto ist fertig. Für Reifen wechseln, Marderschutz und Spritzanlage reparieren hatte ich mit einer höheren Rechnung gerechnet. Nun hoffe ich, dass der Marderschutz seinen Dienst tut.

Ein Junge kommt ins Haus gestürmt … „ich habe einen Fisch geangelt, ich habe einen Fisch geangelt!!!!!“ und schon ist er wieder weg. Die Kamera in der Hand. Abends haben wir einen ganz glücklichen und stolzen Jungen. „Ich will Angler werden!!!“. Ein netter Angler mit seinem Kind hat die zwei Jungs angeln lassen. Der Barsch fliegt aber wieder ins Wasser. Er musste aushalten bis der Fotograf kam.

Richtung 300 GB ging unser Internetverbrauch am Anfang dieses monatlichen Abrechnungszeitraumes. Das wären immerhin schlappe 300 Euro gewesen. Notbremse!!! Netz herunter fahren. Alle Kennwörter ändern. Alle Geräte vom Netz. Leider habe ich bislang noch keine einfache Lösung gefunden den Internetverkehr von jedem einzelnen Gerät heraus zu bekommen. Ich habe noch keinen Router gefunden, der das protokolliert. Ziemlich schwach eigentlich … – Naja. Ich brauche hier für Arbeit, Recherche und etwas surfen ca. 500 MB pro Tag. Der Rest geht dann auf das Konto unbekannt. Unbedarfte Nutzer, die auf „automatisch aufladen“ gestellt haben, bekommen dann die Rechnung. Die wird abgebucht. Und wer achtet schon immer auf die abgebuchten Beträge? Es dürfte also die @home-Zeit für manches Unternehmen ein sattes Plus in die Kasse spülen. Davon spricht keiner. Die Profiteure halten die Klappe. Alphabet, das ist der Google Konzern, hat „trotz Krise“ einen höheren Quartalsgewinn eingefahren. Hm. Wie das wohl kommt …

Meine Beiträge hier erscheinen derzeit etwa wöchentlich. Ich fasse dann die Tage einfach zusammen. Das entlastet mich etwas. Ich muss nicht jeden Tag oder jede Woche etwas fertigstellen. Ich schreibe wie es kommt und wenn die Woche rum ist, geht der Beitrag online.

Freitag, 1.5. Es gibt Risotto mit grünem Spargel.

Abends gibt es davon nur noch einen kleinen Rest. Und Spiegelweiß. – Ein Resteiweiß als Spiegelei gebraten. Ein Kinderrezept.

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Samstag, 2.5. – Da der Risotto so gut angekommen ist, gibt es auch die Königsberger Klopse mit Risotto. So richtig Ahnung habe ich keine von Königsberger Klopse. So werden sie etwas säurebetont. Es wird wieder mal welche geben.

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Ich mache einen ersten Reparaturversuch am Bugsier. Es wird eine Motorhalterung gebastelt und eingepasst, die neue Wellenverbindung eingebaut. Probelauf. Brrrrrrrrrr …. – so ganz befriedigend ist das Geräusch nicht. Die Motorhalterung wackelt. Offenbar fluchten die Wellen dann doch nicht ganz exakt. Nachts überlege ich mir, dass ich dann doch auf Doppelkardan umbaue. Schließlich wurden zwei Kardangelenke geliefert. Beide mit 3,2 auf 4 mm. Ich brauche also eine Verbindung von 3,2 auf 4 mm.

Sonntag, 3.5. – Werkstatttag.

Man nehme … eine Spaxschraube, eine Flex, eine Bohrmaschine und dann gehts los … Bruder Bernd würde die Hände überm Kopf zusammenschlagen. Aber schließlich ist das Drehteil fertig. Zugegeben, nicht ganz so schön wie von der Drehbank, aber funktioniert.

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Hier das fertige Teil

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Das Setup in der Werkstatt

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Die Motorhalterung.

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Der Fertige Einbau

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Probefahrt

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Probefahrt

6. Coronawoche – Das Wetter meint es gut mit uns.

Wunderschöner Sonnenschein am vergangenen Samstag . Ich glaube ich habe fünf Schubkarren Brennholz ins Holzlager gestapelt. Bei einem Schubkarren hat Anne-Christin geholfen. Danke!

Sonntag wieder wunderschönes Wetter. Ich staple grade den dritten Schubkarren ins Lager, da kommt Anne-Christin. Mit nassen Haaren. Die Toilettenspülung hört nicht auf zu laufen. Na prima… Ich ahnte schon, was mich erwartet. Deswegen auch ein dummer Spruch: hättest Du Gas- und Wasserinstallateurmeister gelernt, dann wüsstest Du sofort, was zu tun ist. Also erstmal Wasser abstellen. Dann den Spülkasten auf machen. Dicke Kalkbrocken drin. Hm. Erstmal zwei Videos anschauen. Ich staune da ja immer wieder. Ich könnte nie so ein Video machen. Diese Videos sind zwar auch alles andere als perfekt. Ich bräuchte aber mehrere Anläufe, bis überhaupt die Aufnahmen halbwegs passabel im Kasten wären. Ich schaffe es nicht einmal Bilder zu machen. Ich hol mir erstmal Brille, Taschenlampe und Werkzeugkasten. Dann baue ich fein säuberlich alles auseinander. Hm. Und wie soll ich das jetzt sauber machen? Der junge Mann im Video hatte Salzsäure. Hab ich nicht. Wie als hätte ich es geahnt, hatte ich auf dem letzten Einkaufszettel „Zitronensäure“ stehen. Tradmans Tipp: ihr könnt die Entkalkungszitronensäure auch zum Kochen verwenden. Es ist das gleiche Zeug drin wie in den teuren Tütchen. Nur hat der Abfüller für die Entkalkungszitronensäure kein Lebensmittelzertifikat. Nun hatte ich nicht mal ein passendes Gefäß, um die Toilettenspülung zu entkalken. Naja – sei’s drum. Dann eben doch fünf Liter Wasser in einen Eimer und die ganze Tüte Zitronensäure. Dann schön alles sauber machen. Hat auch einigermaßen funktioniert. Dann alles wieder zusammenbauen. Funktioniert. Erfolgserlebnis.

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Nach der Toilettenspülkastenaktion machen wir Spätzle. Das machen wir nicht zum ersten Mal. Wir haben da schon eine gewisse Routine. Neu daran ist, dass wir das Ganze in Wort und Bild ein bisschen dokumentieren. Es ist sozusagen unser Beitrag zur Entschleunigung und unser Ausgleich für den entfallenden Schulunterricht.

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Der Spätzleteig – noch nicht gerührt. – Wir rühren von Hand.

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Der Teig wird in die Presse gefüllt. (Foto: Jonathan)

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Die Spätzle werden in kochendes Salzwasser gepresst. (Foto: Jonathan)

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Es gibt die Spätzle mit aufgetautem Gulasch. Fein.

Am Montag geht es zu meiner Lieblingszahnärztin. Meine Suche nach einer Lieblingszahnärztin führte mich ja vor fünf Jahren nach Lübeck. Diese Praxis gibt es jedoch nicht mehr, nachdem die Helferin altershalber ausgeschieden ist. Der Verzweiflung nahe, suchte ich dann im Herbst, nachdem ich über ein Jahr nicht mehr beim Zahnarzt war, eine neue Zahnärztin. Ich schrieb in meiner Verzweiflung einen Verzweiflungsbrief an die Zahnärztevereinigung in Mecklenburg. Und – ich bin noch heute etwas verwundert darüber – am gleichen Sonntagabend, rief mich der erste Vorsitzende der Zahnärztevereinigung an und wir haben eine halbe Stunde sehr intensiv telefoniert – das wäre noch eine eigene Geschichte wert. Dank dieses engagierten Menschen habe ich eine neue Zahnärztin gefunden. Danke!

Nun habe ich die Zahnärztin gewechselt. Aus der Zahnärztin ist ein Zahnarzt geworden. Nein, nicht was ihr jetzt wieder denkt … – In der Praxis arbeiten mehrere Zahnärzte (m/w/d?), darunter auch ein Zahnarzt. Dieser hatte grade mehr Zeit mir die Zähne durch zu gucken. Er hat auch einen seriösen Eindruck auf mich gemacht. Er scheint auch etwas besser verfügbar zu sein  als die Chefin – also gleich wieder einen neuen Termin gemacht.

Es gab – ich muss das hier auch einmal erwähnen – Klagen aus der Nachbarschaft bezüglich des Verhaltens unserer Kinder. Mag sein, dass auch ein gewisser Neid mitschwingt – ist eigentlich auch egal. Es sind kleine Jungs, die die Welt entdecken, auch die Wortwelt. Ich habe dann Anne-Christin vorgeschlagen, dass sie sich mit entsprechender Fachliteratur eindeckt. Sie liest gern. Da sie viel beschäftigt ist, habe ich die Recherche übernommen und ihr Vorschläge gemacht. Diese hat sie angenommen. Ich habe die Bücher dann bestellt. Arbeitsteilung eben. Nun habe ich den Kindern erzählt, dass ich zwei solcher Bücher für Anne-Christin bestellt habe. Da sagt das eine Kind: „darf ich ihr die schenken?“

Die Titel heißen – nur dass der geneigte Leser auch weiß womit wir uns so beschäftigen -:
„Wie anstrengende Kinder zu großartigen Erwachsenen werden“ und „Glückliche und entspannte Jungs“. Ich schaue mir immer die Bewertungen beim einen Buchhändler an und kaufe dann beim anderen.

Nachtrag … Der erste Titel ist eher etwas für Eltern von Problemkindern, der zweite Titel bringt in Beispielen und unter verschiedenen Themenstichworten immer wieder interessante Aspekte. Man muss nicht alles nachmachen. Das Buch ist aber lesenswert.

Am Montag machen wir Bananenquark aus reifen Bananen. Auch wieder in der Kochschule. Wir dokumentieren auch hier. Die Bananen kommen aus Kolumbien. Das südamerikanische Land hat eine Bevölkerungsdichte von 43 Einwohner pro km² (BRD: 233 EW/km²). Das Land ist von bewaffneten Konflikten gezeichnet, bei denen zwischen 1958 bis 2012 218.000 Menschen umgekommen sind. Davon 80% Zivilisten. (Quelle: Wikipedia).

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Manchmal gibt es bei uns auch einfach nur Brot und Käse. Hier mit einem Möhren-Kohlrabi-Salat mit Meerrettich, Joghurt und einem Rest Salatsauce.

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Am Mittwoch und am Donnerstag gibt es Linsen mit Wienerle. In die Linsen kommt der Rest vom Gulasch. Gulaschrecycling sozusagen. Dazu gibt es Zitronenlimonade. Echte Limonade. Aus echten Zitronen. Lecker. Jonathan hat die Zitronen bestellt, ausgequetscht und die Limonade zubereitet. Das Rezept hält er geheim.

Die Reste der Linsen gehen dann am Freitag in die Verwaltung des stadtgeschichtlichen Museums der Hansestadt Wismar. Linsenrecycling. Dafür bekomme ich eine Zeit Zeitung. Danke!

Der Lehrernewsletter des Kultusministeriums Mecklenburg-Vorpommern beginnt mit diesem Text:

wenn wir ab Montag die Schulen für die ersten Schülerinnen und Schüler wieder behutsam öffnen, machen wir einen winzigen Schritt in Richtung Normalität. Jedes Kind, jede und jeder Jugendliche, der wieder seine Schule besuchen kann, ist in der derzeitigen Situation ein riesiger Gewinn. Jede Stunde Unterricht, die Sie wieder in einem Klassenzimmer vor Schülerinnen und Schülern geben können, ist ein Schritt nach vorne.

Mir stellt sich die Frage, woher der Texter (m/w/d) diese Gewissheit nimmt. Je länger und je mehr ich über das Thema nachdenke, desto fraglicher erscheint mir der Sinn der obigen Zeilen. Die Schäden, die an unseren Kindern durch die wesensfremde Herdenhaltung zur möglichst billigen Wissensvermittlung entstehen, sind nicht mit Geld zu bezahlen und nicht zu beziffern. Den herbeigesehnten schlechten Zustand als „riesigen Gewinn“ zu bezeichnen, zeugt jedenfalls von einer gewissen Arroganz und Ignoranz gegenüber der Realität. Man sollte von Ministerien, die die Hoheit über die Bildung unserer Kinder haben, mehr Wahrheitstreue erwarten.

Samstag ist angrillen. Zum Inhalt des XXL Grillsteakpacks aus dem Kaufland gibt es Kartoffelsalat aus heimischen Kartoffeln.

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Foto: Samson oder Jonathan

Nach dem Frühstück wird wieder ein bisschen Holz gefahren. Der geneigte Leser hat es sicher schon geahnt. Nach dem „Leere Holzhüttenfest“ will die Holzhütte ja auch wieder gefüllt werden. Der nächste Winter kommt bestimmt. Etwas dumm ist, dass wir das Brennholz öfters umlagern müssen, also nochmal in die Hand nehmen müssen. Es wäre unpraktisch, wenn wir im Winter das Holz vom vollgeschneiten Außenlager holen müssten. Und die Holzhütte fasst nunmal nur Holz für etwa einen Winter.

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Der Holzhaufen wird kleiner …

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Dafür füllt sich das Holzlager am Schuppen. Die Arbeitshandschuhe sind auch schon ziemlich durch.

Der Bugsier muss noch eine Woche auf der Werft bleiben. Die Wellenkupplung ist an einer Stelle gebrochen. Die Ersatzteillieferung kommt hoffentlich in der kommenden Woche.