Archiv für den Monat: Dezember 2021

Antwort auf Frau Oldenburg in der Ostsee-Zeitung

Frau Oldenburg gibt der Ostsee Zeitung ein Interview. Vielen Dank hierfür!

An einer Stelle muss ich allerdings einhaken. Auf die Frage, wie sie zu einem Schulbeginn um 9 Uhr steht, sagt Frau Oldenburg zunächst „Ich selbst bin Frühaufsteherin. Alles, was ich morgens nicht schaffe, muss ich in den Nachmittag verlegen …“

Auf eine weitere Nachfrage, sagt sie „Die zwei Stunden müssten dann hinten angehängt werden.“

Ich versuche mich mal an einem Leserbrief:

Liebe Frau Oldenburg, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für ein Interview genommen haben. Ihre Aussage, dass die zwei Stunden hinten dran gehängt werden müssten, die bei einem späteren Schulanfang vorne fehlen würden, ist aber falsch! Kein Mensch, kein Kind, kein Erwachsener kann sich sechs oder mehr Schulstunden pro Tag konzentrieren. In den Schulen wird viel zu viel sinnlose Zeit verbracht, in denen lernschwache Schüler gepeinigt und lernstarke Schüler gelangweilt werden. Sowohl die Hirnforschung als auch die Lernforschung bestätigen die Erfahrungen, die mit flexiblen Schulanfangszeiten gemacht werden: es wird nicht weniger gelernt, sondern es wird mehr gelernt. Mit geringerer Frustration an den Schulen geht auch eine höhere Lernmotivation einher. Dies bestätigt auch John Hattie (australischer Bildungsforscher) eindrücklich in seinen Auswertungen der Metastudie.
Zusätzlich müssen Sie bei Ihren Überlegungen berücksichtigen, dass die Kinder in MV wegen teilweise langer Schulwege gezwungen sind um kurz nach 6 aufzustehen. Dies ist während der Sommerzeit kurz nach 5 Uhr! Dabei ist kein Kind in den Schlaf zu bringen, wenn im Sommer die Sonne noch hoch am Himmel steht, was zwangsweise zu Schlafmangel und unausgeschlafenen Kindern im Unterricht führt. Unausgeschlafene Kinder lernen nachweislich schlechter als ausgeschlafene.
Den Kindern, den Eltern, aber auch den Lehrern und der ganzen Gesellschaft wäre zu wünschen, dass aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse der Pädagogik und Lernforschung in den Schulalltag in MV einfließen würden. Nur so wird die kommende Generation die Herausforderungen stemmen können, die die Zukunft mit sich bringt.

Ich muss mich bei solchen Texten immer sehr kurz fassen, weil es doch zu viele Aspekte zu der Geschichte gibt, die auch noch wichtig wären. Den Kindern wäre schon geholfen, wenn die Schule eine Stunde später anfangen würde und zwei Stunden früher zu Ende wäre …

Haben Sie beispielsweise schon einmal etwas von Chronobiologie gehört, Frau Oldenburg?

Was mich immer etwa nachdenklich macht, ist die Tatsache, dass ich eigentlich davon ausgehe, dass jemand, der politische Verantwortung für einen Bereich übernimmt, auch ein gewisses soziales (gesellschaftliches) Interesse an einem Thema hat. Das heißt, dass er (oder sie) auch mal bereit ist ihren eigenen Horizont zu erweitern und verschiedene Aspekte, wissenschaftliche Erkenntnisse, gesellschaftliche Anforderungen, aktuelle Missstände eruiert, studiert, um dann die beste Urteilsgrundlage für Entscheidungen zu haben. Im Zweifelsfalle wären Spezialisten und Fachleute und Experten hinzu zu ziehen. Dem scheint nicht so zu sein. Wer es ins Ministeramt geschafft hat, ist offenbar immun – im wahrsten Sinne des Wortes – vor Erkenntnissen. Offenbar geht es nur noch um Amtsführung und Populitik, also Politik um des eigenen Populismus Willen. Das ist ein bisschen bitter.

Ich tue mich echt schwer damit diesen Mechanismus so als gegeben hinzunehmen. Denn er bedeutet quasi Stillstand für die Gesellschaft. Das ist tragisch. Gesellschaft ist von Natur aus dynamisch, anpassungsfähig, lebendig, wandelbar, veränderbar. Die Politik verhindert dies. Spätestens wenn die Leerdenker dann auf der Straße sind, geht das Gejammer los. Dabei hat Politik, so wie ich sie denke, genau diese Aufgabe: die Tendenzen frühzeitig zu erkennen und entgegen zu wirken. Hin zu einer lebendigen und lebenswerten Gesellschaft.

Eine Fahrt auf dem winterlichen Tressower See mit einem historischen Fischerboot gefällig?

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Wir basteln etwas mühsam an zwei Wooden City Bastelkästen. Ich bastel am Buchungskalender.

Am 23. haben wir den Tannenbaum im Wald geholt, Samson hat Trompete gespielt und ich habe versucht einen Kontakt zum Herrn Reemtsma herzustellen. Der Herr Reemtsma ist ja der Oberoberchef vom Kuhstall in Gressow. Vielleicht hat der Herr Reemtsma ja ein Interesse daran, dass nicht ständig irgendwelches Zeug zu uns gekarrt wird, was eigentlich zum Kuhstall gehört.

Am 24. gab es Raclette. Samson hat sich so ein Gerät gewünscht und der Wunsch wurde erfüllt.

Der Ofen wird dreimal am Tag geheizt, ich brauche mehr als einen Kasten Holz pro Tag. Damit ist es leidlich warm. Dazu brauche ich ungefähr 10 Liter Wasser für die Luftbefeuchtung. Ihr ahnt es … ganz auf Neubaustandard ist dies Gehäuse doch noch nicht. Es ist kalt, nachts so minus 10 Grad.

Auch zum Coronavirus gibt es natürlich neue Nachrichten. Die Schulexperten sind sich jetzt doch nicht mehr ganz so einig, ob die Schulen nicht doch besser … – genau … – geschlossen werden sollen. Vor ein paar Tagen war das Lamento noch: Schulen werden sicher nicht geschlossen. Was für Korintenkacker! Echt Mann! Ist doch echt nicht zu fassen. Woher wollen die denn wissen, was das Virus in ein paar Wochen oder Monaten anstellt. Und – oooh, welch erstaunliche Entwicklung – es passt sich seinem Wirt an! Zu Anfang war es ja schon fast ein Wunder, dass die Schulen nicht die Virenschleudern Nr. 1 waren. Und das waren sie fast zwei Jahre lang nicht. Mit der neuen Version scheint das anders zu sein: Kinder stecken sich offenbar sehr leicht an, auch untereinander und auch von Kindern auf Erwachsene scheint das Virus nun leichter zu springen. Das machen übrigens die meisten Viren, die sich seit Jahrtausenden so nach und nach an den Menschen angepasst haben genau so. Wenn ich Virus wäre, würde ich es vielleicht auch genauso machen. Ich weiß es nicht. Ich bin ja kein Virus.

 

Wemag, Frau Oldenburg, Feuerschale, Heizung, Ferien

Die Heizung geht auf Störung. Das ist etwas unangenehm. Zum einen ist Winter, zum anderen haben wir Feriengäste. Ich wollte eh eine Wartung machen, habe mich dann aber für den Heizungsmonteur entschieden, da mir Messgeräte und Teile fehlen. Jetzt warten wir auf den Profi. Und warten. Und warten … Und Störungstaste drücken und hoffen, dass der Herr Techniker bald kommt … – nur so viel zur Idee, dass Deutschland jetzt ganz umweltfreundlich wird: es gibt schlichtweg keine Heizungstechniker, die in der Lage wären und Zeit hätten Deutschland umweltfreundlicher zu machen.

Derweil war die Wemag hier und hat den Hausanschluss gemacht. Aber wie!!! Das hätte ich mir nicht träumen lassen. Denn ich habe sowas schonmal erlebt. Mit der Telekom. Das war sehr professionell und unkompliziert. Anders bei der Wemag. Da werden mehrere Termine gemacht, das Team, das die Dose im Haus setzt ist ein anderes, als jenes, welches den Hausanschluss macht und hinterher sieht es aus wie Sau. Selbst die Monteure selber sagen: wir wissen nicht, warum die Wemag alles hässlich bauen muss. Die Löcher habe ich schonmal zugemacht. Die werden demnächst mal noch mit weißer Farbe angemalt und dann wird irgendwas vor die schöne Kunst gestellt.

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Auf die Frage, wann denn nun Licht durch die Glasfaser kommt, kam die klare Antwort: „Wir dürfen nichts sagen!“. Bislang hat die Wemag alles dafür getan, um das Kunden-Lieferantenverhältnis doch eher schwierig zu machen. Scheint eher so ein Kackladen zu sein …

Frau Oldenburg hat eine neue Frage im Portal … https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/simone-oldenburg/fragen-antworten/was-tun-sie-zur-erneuerung-und-verbesserung-des-bildungswesens-in-mv-0

Das ist auch eine recht lustige Geschichte. Denn die Administration des Portals wollte meine Frage so gar nicht veröffentlichen, weil da ja unbelegte Behauptungen drin wären. Sie haben nachgefragt, woraufhin ich recht ausführlich geantwortet habe. Sie haben dann zurück geantwortet, dass ich die Links mit in die Frage schreiben soll, dann würden sie es veröffentlichen.

Ich staune, dass dieses Portal so wenig genutzt wird. Ich finde, dass dort für jeden B-Promi-Politiker täglich mindestens hundert Fragen erscheinen müssten. Denn: es ist öffentlich. Und es ist qualifiziert, weil es eben redigiert wird. Das Portal ist eigentlich richtig gut. Die Vorgängerin von der Frau Oldenburg hat es nicht für nötig befunden auf eine ähnliche Frage zu antworten. Auch dies ist eine Möglichkeit einen Job mit gutem Lohn nicht zu machen. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass für einige Politiker der Abgeordnetenlohn als eine Art bedingungsloses Grundeinkommen angesehen wird. Martin Sonneborn, der für Frau Baerbock ein sehr sehenswertes YT Video gemacht hat, beschreibt das ja immer wieder sehr treffend.

Wir haben jetzt eine Feuerschale und eine Pumperdrückerkanne. Das ging am Freitag los. Wir haben überlegt, wie wir die Ferien noch irgendwie sinnvoll ausgestalten können. Und da haben wir kurzerhand ein Adventstreffen veranstaltet. Schade, ich bin zu wenig zum Fotografieren gekommen. Die leeren Glühweinflaschen wären auch noch ein hübsches Motiv gewesen …

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Für uns war es so mittelviel Aufwand, Einladungskarten machen, verteilen, einkaufen, Klavier üben, Klavier in den Carport schaffen, alles aufbauen, Fragen beantworten. Achsoja … überlegen, ob man sowas überhaupt machen kann, darf und soll. Und hinterher wieder alles zurück räumen.

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Auch die Reste können sich sehen lassen. Die Schüssel war voll mit feinsten Quarkbällchen. Die hat Doris beigesteuert! Echt klasse. Die Lebkuchen, das sieht man ihnen an, hat die Meistermuseologin gemacht. Die Kinder haben ganz klar entschieden, dass diese Lebkuchen besser schmecken als die gekauften. Also das war schon auch ein bisschen cool. Samson hat viel Trompete gespielt und Jonathan auch ein bisschen Klavier und ich auch.

Wir haben zwar noch nicht offiziell Ferien, aber doch schon ein bisschen. Ich glaube die Tage heißen Schließungstage – keine Ahnung. Und unsere Regierung ist gerade dabei Kontaktbeschränkungen zu beschließen.

Na denn … schauen wir mal, was die neue Version so zu bieten hat.

Höchstansteckend soll sie sein. Und brandgefährlich. So weit, so gut. Nun. Sehr verwunderlich ist das Auftreten einer neuen Version bei Gott ja nicht. Denn Viruse machen seit Jahrmillionen nichts anderes: mutieren und sich ihren Wirten anpassen. Jede Tag. Ohne viel Bürokratie. Jede Stunde usw. Und der Virus ist dabei weit im Vorteil. Denn er hat 10 Milliarden Versuchslaboratorien, die 24 Stunden am Tag am Start sind. Und der Mensch? Er hat ein paar Versuchslaboratorien, in denen er versucht das ganze Zeug zu verstehen. Und Bürokratie. Allein die Übermacht der Versuchslaboratorien, die absolut perfekt funktionieren, herumlaufen, sich mit anderen Versuchslaboratorien treffen, wird dem Virus immer einen Vorteil verschaffen. Und: der Virus hat Zeit. Sollten sich jetzt die Versuchslaboratorien ein paar Wochen oder Monate nicht treffen, dann wird er einfach ein paar Wochen oder Monate später weiter wandern. Natürlich ist es einen Denkversuch wert, dass sich alle Menschen, also alle Versuchslaboratorien, vier Wochen komplett isolieren. Ganz und gar. Wäre dann das Ende der Verbreitungskette zu erreichen? Ich glaube nicht! Irgendwo versteckt sich immer einer und macht sich dann unbemerkt wieder auf den Weg. Und dieser eine hat dann wiederum den evolutionären Vorteil, dass er die Isolationszeit überdauert hat. So ist das auch mit den Impfmitteln. Diejenigen, die aus den Versuchslaboratorien heraus trotz Impfmittel überleben, haben den Vorteil. So ist das mit den resistenten Krankenhauskeimen, so ist das auch mit dem Virus. Er wird uns noch eine zeitlang erhalten bleiben.

Was mich sehr verwundert. Es gibt keinerlei Idee, wie dem Virustreiben wirklich entgegengewirkt werden könnte. So könnte man beispielsweise versuchen Menschen gezielt so zu infizieren, dass sie nicht erkranken. Also nicht mit so einem albernen Impfmittel, sondern mit dem richtigen echten Virus. Ooouuououououou – Verschwörungstheorie – nogo – geht gar nicht, ethisch nicht vertretbar und all so ein Quatsch wird dann daher geredet. Nur: stimmt nicht! Wenn eine gezielte Infektion gelänge, wäre dem Virus nämlich der Weg abzuschneiden. Das ist so ähnlich, wie man Waldbrände mit Gegenfeuern stoppt. Erfolgreich. Es ist auch so: die Viruse mögen UV-Licht nicht. Statt Luftreinigungsfilter könnte man doch einfach versuchen dem doofen Virus mit UV-Licht in Innenräumen den Garaus zu machen. Dürfte auch energetisch effektiver sein als Luftreinigungsanlagen. Statt dessen werden kuriose Modelle simuliert, wieviele Viruse durch einen FFP-Mundschutz durch dringen. Das machen Experten. Und der Virus lacht sich derweil ins Fäustchen und mutiert lustig weiter. Das UV Licht müsste natürlich so gemacht werden, dass es in den Augen keine Schäden macht. Oder etwa so: Schüler, macht mal eine Minute die Augen zu – brrrrrrmmmm, UV-Licht an – und dann wieder aus.

Derweil steht der Herr Kimmich grade nicht auf dem Fußballplatz. Hatte Corona. Lunge ist beschädigt. Naja. Kann ja vorkommen. Nicht so wild eigentlich. Was mich aber doch interessieren würde (worüber auch keiner redet!): hat sich der Herr Kimmich jetzt absichtlich mit dem Virus angesteckt oder anstecken lassen? Ganz unwahrscheinlich wäre das ja nicht nach dem ganzen Bohei um seine Person und seine Impfangst. Naja, jetzt hat er den Dreck. Man soll niemand nichts schlechtes wünschen! Deswegen wünschen wir dem Herrn Kimmich natürlich auch rasche Genesung. Für den Herrn Grimmer von der AfD Partei kommen da die guten Wünsche zu spät. Wird auch gut ausgeschlachtet in der Presse. Man soll übrigens nicht Fakenews sagen. Sondern Desinformation. Das beschreibt Ann Cathrin Riedel von der FDP Partei hier … https://www.freiheit.org/de/desinformation-messengerdienste . Auch dieses Interview über den Sinn der Debatte über den Messenger Telegram ist interessant https://netzpolitik.org/2021/interview-zu-telegram-netzsperren-und-rausschmiss-aus-den-app-stores-das-ist-mir-zu-platt/ . Schade, dass sie es nicht in den Bundestag geschafft hat.

Advent, Advent …

Das klingt so ähnlich, wie „April, April …“ aber so weit sind wir noch nicht. Erstmal gilt es den Winter zu beginnen und durchzustehen. Wir haben Sturm bis 8 und grau. Und ein paar Bilder …

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Die Schwäne haben tatsächlich zwei junge Schwäne über den Sommer gebracht.

Ein paar Tage später schneit es.

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Die Glasfaseretüde geht in ihre nächste Runde. Zwei schlechtgelaunte Männer waren da und haben die Verkabelung im Haus gemacht. Immerhin waren sie so entgegenkommend, dass sie die Dose ins OG gesetzt haben, obwohl kurioserweise im Auftrag EG gestanden hat. Zwei weitere Mechaniker haben sich für den 15. Dezember angemeldet. Die machen dann, dass die Glasfaser bis ins Haus geht. Da im komischen Internetportal der Firma steht, dass diese Arbeiten erst im Juni durchgeführt werden, gibt es einen weiteren E-Mail Verkehr mit der Firma wemag und ein Telefonat. Leider ist das Ergebnis quasi ergebnislos, denn ich bekomme keine Auskunft, wann der Anschluss denn dann auch wirklich in Betrieb genommen wird. Ich höre nur, dass das alles noch sehr gut dokumentiert werden muss, weil die Firma Wemag da sehr hohe Auflagen bekommen hat. Ich biete natürlich an, bei der Dokumentation zu helfen.

Dennoch: ich muss mich jetzt langsam mal um das Endgerät kümmern, denn das kommt natürlich nicht von der Firma Wemag (wegen Wucher). Dabei lerne ich noch was über AON, GPON, LC/APC und SC/UPC. Ich brauche noch ein extra Patchkabel und bin schwer erstaunt, wie groß bei so eine simplen Artikel die Preisspannbreite ist (etwa 3 – 30 Euro).

Auf dem folgenden Bild ist nicht nur Müll.

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Die Motorradbatterie hat einen 5,5 mm Stecker und ein Kabel bekommen. Damit kann Jonathans Stromklavier auch bei Stromausfall betrieben werden.

Corona geht in die nächste Runde. Die Ansteckungszahlen sind weiter auf recht hohem Niveau. Die Krankenhäuser haben zu viele Coronapatienten. So zumindest die einhellige öffentliche Botschaft. Ich selbst war noch nicht auf einer Coronaintensivstation und will dort ehrlich gesagt auch nicht hin. Ich halte die Angaben teilweise für glaubhaft. Teilweise deshalb, weil natürlich so ein Medieninteresse auch Eigeninteresse weckt und weil unser Gesundheitssystem im Grunde so kaputt ist wie von Motten zerfressene alte Socken. Es ist und bleibt ein schwieriges Thema. Ich habe mir dann aber die Regierungspressekonferenz angeschaut. Das mache ich wirklich selten. Was da doch etwas sehr kurios aufgefallen ist, war der gebetsmühlenartige Appell an die Zuschauer sich impfen zu lassen. Kurios aus verschiedenen Gründen. Dass die Impfrate im Vergleich zu anderen Ländern niedrig ist, zeichnete sich schon im Sommer ab. Da hätte die Politik durchaus Möglichkeiten gehabt regulierend einzugreifen. Auch ohne Impfpflicht, die jetzt in der Diskussion ist. Eine Bratwurst wirkt manchmal Wunder. Oder eine persönliche Einladung. Oder beides. Auch gab es keine echte Aufklärung, es blieb quasi ein sehr großes Informationsloch, das Esoteriker, Scheinesoteriker und andere Verwirrte problemlos füllen konnten. Dann ist es so, dass jemand, der sich jetzt erstmals impfen lässt, erst in etwa acht Wochen seinen vollständigen Impfschutz hat. Nur können wir jetzt kaum warten, dass sich in acht Wochen die Infektionszahlen verschlechtern. Es ist total spannend, verschiedene Studien hierzum Impfverhalten zu lesen. Die meisten sind jedoch tendenziös und treffen nicht im entferntesten des Pudels Kern. Es fehlt in unserer Gesellschaft ganz eklatant der soziale Kitt. Also dasjenige, was die Menschen verbindet. Unsere Gesellschaft zerbröselt mehr und mehr in kleine Einzelentitäten und es geht nur um den Vorteil jedes einzelnen. Um nichts anderes. Da diese scheinbare Vorteilsnahme schon eine Glaubensangelegenheit ist, denn kein Mensch kann ohne das soziale Netz überleben, sind rationale Argumente vollkommen sinnlos. Die Politiker könnten genauso das ABC rückwärts aufsagen – es hätte ungefähr die gleiche Wirkung. Da sieht es mit der Bratwurst schon anders aus. Auch wird im Moment die Impferei als Allheilmittel verkauft. Und das ist sie nicht. Wer zwei Sekunden drüber nachdenkt, erkennt sozusagen den nächsten Betrug. Das ist schade. So ist es nicht verwunderlich, dass der Bundestag über die Impfpflicht diskutieren will. Das wird ein etwas langwieriger Prozess. Da wird das Virus dann wieder deutlich aufholen können.

Fachleute und Experten streiten darüber, wo Ansteckungen stattfinden und wo nicht. Das ist auch nicht gerade klärend. Fast zwei Jahre nach dem weltweiten Auftritt des Partikels! Wiederum gebetsmühlenartig wird lamentiert, dass die Schulen offen bleibem müssen. Es geht sogar soweit, dass die Frau Oldenburg von der Linkspartei behauptet, dass die Ansteckungsrate bei Kindern so hoch ist, weil die Personengruppe so klein ist. Wirklich. Mensch Frau Oldenburg. Oder: Mensch Simone! – wie ihre Freunde vielleicht sagen würden. Dass bei einer Bildungsministerin schon das kleine Einmaleins nicht so richtig funktioniert, ist tragisch. Dennoch: Kinderärzte und Amtsärzte, also Menschen, die mit der Praxis konfrontiert sind, die empirische Beobachtungen haben und machen, sagen: wir sehen sehr wenig Ansteckungen von Kindern zu Kinder. Die meisten Ansteckungen finden von Erwachsenen auf Kinder statt. Die Virologen, die in ihren Laboren sitzen und Modelle malen sagen: da Kinder auch ansteckend sind, müssen wir auch die Schulen schließen. Ein praktischer Umgang wird da natürlich sehr erschwert. Einfach wäre: Lehrplan in die Tonne und intelligenter Umgang mit der Situation. Wer nicht in die Schule will, soll auch nicht kommen. Die anderen Kinder werden großzügig auf die verfügbaren Räume verteilt – mit Abstand, und wenn genügend Abstand, dann auch ohne Mundschutz. Und einer strengen Verfolgung der Infektionsketten, um wirklich rauszukriegen wo die Infektion nun stattfindet oder nicht. Die Kinderärzte sehen es entspannt. Die psychosozialen Schäden der aktuellen Situation mit Stress und Angst und ggf. Schäden durch Isolierung bei Schulschließung sind deutlich größer. Auch die verstärkte Nutzung von elektrischen Angeboten über Video und entsprechende Lerntools mit Evaluierung würde die Präsenzsituation entspannen und noch einen positiven Effekt aufs Lernverhalten zu haben. Während der Präsenz ließe sich der Unterricht dann entspannt gestalten, sodass auch wirkliche Interaktion zwischen Schülern und Schülern und Schülern und Lehrern stattfindet.

Ich finde im Bücherregal das nette Bändchen „Lernen geht anders“ von Remo Largo. Das Büchlein wurde vor Corona geschrieben, aber im Grunde genommen steht da schon alles drin.

Der Spiegel titelt: „Deutsche brauchen Ungeimpfte. So können sie moralisch sein … Weil es verschleiert, worum es eigentlich gehen sollte: um Politikversagen.“