Archiv für den Monat: Juli 2021

Noch eine Ferienwoche liegt vor uns

Am Dienstag geht das Internet der Kinder kaputt, nachdem ich einen künstlichen Stromausfall erzeugt habe. Mit Diagnose und Warteschleifenmusik beim Dienstleister Vodafone ist der Tag gut ausgefüllt. Abends um 21 Uhr 30 bekomme ich die Nachricht: der Router ist im Eimer. Am Mittwoch wird ein neuer auf die Reise geschickt. Und die Paddel kommen an. Allerdings fehlen die bestellten und bezahlten Dollen. Das Opti Schwert muss ich als Sendungsverlust melden. Merkt ihr was? Es wird Zeit, dass Donnerstag wird.

Auf dem Meer, unter Segeln, in guter Gesellschaft, kann man den besten Abstand zum Alltagswahnsinn gewinnen.

Jonathan kommt mit. Los gehts in Wismar, wir starten im alten Hafen.

Upps – nicht ganz so schnell. Vor uns taucht ein Schiff in der Hafeneinfahrt auf. Es sieht etwas größer aus. Es ist … yeeeeaaa – ein Kreuzfahrtschiff! Sehr lustig. Bei dem Wort „Kreuzfahrtschiff“ scheiden sich die Geister. Die einen sagen „ooooh toll, möcht ich auch mal machen“. Andere sprechen von „schwimmendem Knast“ oder verwenden noch schlimmere Begriffe. Dazwischen gibt es nicht sehr viel. Uns weisen zwei freundliche Polizisten in ihrem Schlauchboot darauf hin, dass wir dem Teil doch bitte nicht zu nah kommen sollen. Na denn. Werden wir Teil des Spektakels. Die zahlreichen Kreuzfahrtschifffans auf der Hafenmauer des alten Hafens zücken ihre Händis. Wir sind sicherlich hundertmal in Whatsapp vertreten. Toll. Eine Kreuzfahrt … zuhause schau ich mal nach. Jeder einzelne Passagier zahlt so zwischen 1000 und 3000 Euro für eine knapp einwöchige Passage. Da kann ich zwanzig Jahre Mitgliedsgebühr im asw bezahlen. Jetzt wisst ihr, warum ich lieber mit dem Segelboot fahre als mit dem Kreuzfahrtschiff. Vielleicht. Lassen wir das Ding einfach hinter uns.

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Es waren gefühlt hundert Wenden durch das enge Fahrwasser bei Nordwind, bis wir endlich richtig segeln konnten. Wahrscheinlich waren es „nur“ zwanzig Wenden. Es waren aber genug, dass ich die Wende zur Halse umgetauft habe, weil sie mir zum Halse heraus hing. Jonathan hat fleißig geholfen. Es war interessant zu beobachten, dass dem Nichtsegler nicht immer so ganz klar ist, was jetzt mit dem Seil zu machen ist: ziehen oder los lassen. Glücklicherweise war das 100% Vorsegel angeschlagen, da hat man wenigstens nicht allzuviel Arbeit bei der Wende.

Bei wunderbarstem Segelwetter nehmen wir Kurs auf Hohen Wieschendorf. Jonathan steuert.

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Dort legen wir an, genießen Kaffee und Kuchen und Rhabarberlimo. Danach geht es Richtung Robbenuntiefe.

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Auf Backbordbug. Ich empfehle dieses Motiv als Desktophintergrund – probiert es einfach mal aus 🙂

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Mit einem Schrick in der Schot auf Steuerbordbug.

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Wir sind unsicher, ob nun dort Robben oder Seelöwen sind, fahren aber dann aus Rücksicht doch nicht so nah dran. Schön wars trotzdem.

Zurück geht es vor dem Wind – gemütlich, ohne Spi, teilweise mit Schmetterling. Jonathan steuert, Meike assistiert bei der Navigation. Sehr gemütlich.

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Hier liegt die wow schon wieder an ihrem angestammten Liegeplatz am Kai. Im Hintergrund die Altstadt von Wismar.

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Am Freitag kommt dann endlich das Päckchen mit dem heftig ersehnten neuen Router. Lustig, dass die Firma Vodafone nun wieder versucht hat mir einen 24-Monats-Vertrag unterzumogeln. Als ich dem widerspreche, versuchen sie mir einen Vertrag bis zum Jahresende anzudrehen. Da dürft ihr wirklich gespannt sein, ob sie damit erfolgreich sein werden. Ich werde berichten.

Auch die Firma die die Paddel ohne Dollen geschickt hat will die Dollen nachschicken. Zuvor muss ich ihnen aber noch ein Foto schicken, auf dem ersichtlich ist, dass da tatsächlich keine Dollen in dem Paket waren.

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Und das Opti Schwert? Bleibt verschwunden. Der Versender sagt: ist verschickt. Die Post sagt: wir haben kein Paket bekommen.

Mehrere Stunden gehen am Freitag damit drauf den Router in Betrieb zu nehmen und das Netzwerk wieder gängig zu machen. Obwohl ich die gleichen Parameter im Router einstelle, funktioniert das Kindernetzwerk nicht mehr.

Der Aerobie erfreut sich gerade mal wieder einer zunehmenden Beliebtheit. Auf der Internetseite steht als Altersangabe 12+. Vielleicht nicht ganz ohne Grund. Heute landet er im Schilf. Jonathan rettet ihn mit dem SUP. Nochmal gut gegangen.

Ich befasse mich mit einem neuen Bauprojekt.

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Dies wäre das Ständerwerk. Eigentlich easy.

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Ganz grob so sähe das fertige Ding aus. Frontalansicht ohne Lattung und Deckung.

Sollte doch eigentlich machbar sein. Aber …

Es ist nicht nur ein einfaches Dach. Das Häuschen sollte am Ende tatsächlich halbwegs dicht sein. Idealerweise dichter, als die derzeitige Haustür. Und auch bei diesem Bauprojekt gilt: ich habe keine Ahnung. Es gibt dabei ein paar Sachen, die mir wirklich nicht so ganz klar sind. Wie wird idealerweise die Verbindung zum Klinkersockel ausgeführt? Bitumenband? Verankerung? Wie bekomme ich das Dach an der Sparrenauflage dicht? Wie wird das ausgemauerte Fachwerk dicht? Von innen verputzen? Rigips? Gutex? Kriege ich die Tür halbwegs gerade und dicht eingebaut? Bekomme ich die Ziegel irgendwo her? Weitere Fragen würden sicher beim Bau auftauchen. Genial wäre so ein Häuschen allemal. Wir hätten endlich einen mardersicheren und regensicheren Winterkühlschrank. Die Haustüre wäre geschützt und wir hätten etwas mehr Platz, um irgendwelches Zeug zu lagern. In der Bildbearbeitung war das Häuschen doch deutlich einfacher zu realisieren.

Bei der Abreise der Feriengäste gibt es ein paar Irritationen, schließlich geht aber doch noch alles gut.

Am Sonntag stellt sich – wie eigentlich fast jeden Tag – die Frage: wie bekommt man einen Ferientag rum. Es sind zwar nicht mehr allzuviele die da vor uns liegen. Doch ist jeder Tag für sich wieder eine Herausforderung. Und zugegeben: auch die Aussicht auf die Schulzeit ist nur ein schwacher Trost. Kinder brauchen eine Umgebung mit vielen verschiedenen anregenden realen Eindrücken, Aktivitäten, Menschen, Vorbildern. Dreht die Uhr einfach mal um einen Wimpernschlag in der Menschheitsgeschichte von 400 oder 1000 Jahren zurück. Da war jeder Tag eines jeden Kindes ausgefüllt mit den vielfältigsten Eindrücken und Herausforderungen. Nix aufgeräumtes cleanes, möglichst klimatisiertes Kinderzimmer aus dem Ikea Katalog, nix Kinderbespaßung in TÜV-geprüften Einrichtungen, nix besonders wertvolle pädagogische Angebote, nix von Experten konzipiertes Unterhaltungsfernsehen, nix digitalisierter Unterricht usw. Das Leben war alles: pädagogisches Angebot, Aufgabe, Sozialisation, Lernort … Abgesehen von der Kirche hat nichts genau davon abgelenkt: vor der Erfahrung, dem Geschmack, der Haptik des echten vieldimensionalen wirklichen Lebens. Die Menschheit und die Erkenntnis hat sich auch damals prächtig entwickelt. Nun ist unser Leben alles andere als lebensnah. So ist es auch kein Wunder, dass sich die Kinder ihre Eindrücke in virtuellen Welten suchen: am Computer. Sobald der Computer aus ist, stellt sich Langeweile ein. Wirkliches Leben sucht man vergebens. Dort, wo man die Kinder zufällig packen kann, ist es ein Glücksfall. Es ist kaum zu inszenieren. So kommen wir aus dem Erlebnis und dem Spiel mit dem Wurfring auf das Thema Bumerang. Wir nehmen uns für Sonntag vor: wir basteln einen Bumerang. Dank Internet ist eine Bauanleitung schnell bei der Hand. Ich habe zwar kein 4 mm Flugzeugsperrholz, wie dort vorgeschlagen. Statt dessen nehmen wir 6 mm Bootsbausperrholz. Samson zeichnet die erste Form an, ich säge mit der Stichsäge, den Rest macht er wieder selber mit Raspel und Feile. Den zweiten mache ich sozusagen als Ersatz. Leider ist es grade draußen nass. So lackiere ich erstmal. Während der Lack trocknet, trocknet auch die Wiese. Um 16 Uhr gehen wir zum Probeflug.

Beide Bumerangs fliegen. Obwohl die Form nahezu gleich ist, fliegen sie doch recht unterschiedlich.

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Der untere Bumerang dreht sich etwas länger. Als Ursache vermute ich unterschiedliche Oberflächenqualitäten. Es gelingt mir sogar einmal den Bumerang wieder aufzufangen. Lustig. Samson möchte als nächstes einen Triller bauen. Auch hierfür wird eine Anleitung ausgedruckt. Samson schneidet die Papierschablone mit der Schere aus und zeichnet die Form auf das Holz. Dann schneidet er die Form mit der Laubsäge aus. Auch das Profil wird nach dem Abendessen noch mit Raspel und Feile grob gefeilt. Eine schnelle Wurfprobe zeigt auch hier: der Bumerang macht einen Bogen, verliert aber recht schnell seinen Drehschwung. Zum einen ist das Bootsbausperrholz aus Okoume leichter als Flugzeugsperrholz aus Birke. Zum anderen ist die Oberfläche noch sehr rau. Ich werde also als nächstes gleich mal Flugzeugsperrholz in 4 mm organisieren. Wäre vor 400 Jahren auch nicht so einfach möglich gewesen …

Das einfachste Teil am Opti macht die größten Schwierigkeiten: das Schwert. Eigentlich ein einfaches viereckiges Brett. Ich hatte es ja aus OSB Platte ausgeschnitten. Ich habe zwar noch ein Stück 12 mm Bootsbausperrholz. Das ist aber so verzogen, dass ich daraus eigentlich kein Schwert machen möchte. Die OSB Platte quillt aber auf – meine Lackierung war offenbar nicht perfekt. OSB ist eigentlich auch nicht wirklich ein geeignetes Material für ein Schwert. Dann hab ich mir ein gebrauchtes Schwert bestellt. Preis: 35 Euro. Das ist ok, denn das ist ungefähr der Materialpreis für das Sperrholz. Das Paket ist verschollen. Die Post sucht. Das kann dauern. Also habe ich in eb.y Kleinanzeigen ein weiteres Schwert aufgetan. Soll 30 Euro kosten. Wäre ok. Ich schreibe dem Verkäufer. Der reagiert nicht. Also bestelle ich mir eine zugeschnittene Sperrholzplatte in der gewünschten Größe. Kosten inkl. Versand: 33 Euro. Kommt irgendwann Anfang August. Oder so. Muss ich eben noch die Kanten machen und die Lackierung. Nun hat sich der Verkäufer des 30-Euro Schwertes aber doch noch gemeldet. Also – bleibt dran, abonniert diesen Kanal. – Oder mache ich irgendwas generell falsch? Sollte ich nicht doch einfach ein fertiges neues Schwert für 90 Euro bestellen? Schreibt in die Kommentare, was ihr dazu denkt.

Coronanews … die Fallzahlen steigen weiter und deutlich an. Angeblich vor allem unter jüngeren Menschen. Es wird schon spekuliert, welche Einschränkungen denn als nächstes wieder gelten sollen. Der Herr Laschet sagt wählerwirksam: keine. Nur … welche Wähler hat der denn da im Auge? Wenn man die Zahlen vom Juli 2020 mit den Zahlen von diesem Juli vergleicht, kann einem tatsächlich etwas bange werden. Und dies, obwohl bereits wacker geimpft wird und die Impfung gemäß meinem Impfarzt zu 100% wirksam ist. Die ersten Stimmen melden sich: die Herdenimmunität wird es nicht geben.

Dies und das und jenes.

„Die Grünen haben die Kanzlerkandidatin, die sie verdient haben.“ – oder so ähnlich, habe ich jüngst irgendwo gelesen. Es ist also quasi ein Zitat, obwohl ich es nicht mehr gefunden habe. Es gibt einfach Sätze, die formulieren sehr treffend die Wirklichkeit. Und da spricht dann ja auch nichts gegen ein Zitat. Also. Das Wahl zu Bundeskanz. Immerhin nicht weniger als 53 Parteien sind zum Wahl zugelassen. Ob sich da nicht was passendes findet? Schwierig. Schließlich soll die Wählerstimme ja auch zählen und nicht nur Protest sein.

Freitag schneide ich Bieberschwänze in der Mitte durch. Das geht erstaunlich unproblematisch und schnell. Mit der Diamantscheibe etwa halb durchschneiden, dann durchbrechen. Fertig.

Für eine Kundin im Schwarzwald darf ich mitbasteln an einem neckischen Jobportal. Dieses Portal, so die Aussage der Kundin, wird sowohl von den Firmen als auch von den Arbeitssuchenden gut angenommen. Es ist doch erstaunlich, wie kleine Projektchen die Welt verändern können. Was zeichnet das Portal aus? Es ist nur regional. Firmen können kostenlos dort inserieren. Das ganze funktioniert ohne Anmeldung. Man kann also einfach ein Formular ausfüllen, bekommt eine Mail mit Bestätigungslink, kann das Inserat bestätigen und schon ist es online. Es gibt auch einen Deaktivierungslink. Neu ist, dass man beim einstellen eine Vorschau angucken kann, dass man das Inserat nachträglich auch bearbeiten kann und dass man es auch löschen kann. Ich überlege mal, ob ich da ein lustiges Addon baue und den Dienst anderen Gemeinden antrage. Es gäbe doch so einige sinnvolle Aufgaben.

Statt dessen befasse ich mich mit der Steuererklärung für das Jahr 2019 und anderen unsinnigen Beschäftigungen.

Und ich habe einen Impftermin. Mittwoch war das. Bei einer ordentlich organisierten Hausarztpraxis in Wismar. Aber es gibt Kuriositäten. Auf die Frage nach der potentiellen Wirksamkeit des Impfmittels meint der Arzt: 100%! – Er hätte selbst Corona gehabt. Da war er erst einmal geimpft. Mit AZ. Hatte aber nur einen sehr schwachen Verlauf. Seine Frau wäre zweimal geimpft gewesen mit BT und auch infiziert. Sie hätte quasi gar nichts gemerkt. Das war für ihn dann der Beweis, dass das Impfmittel 100% hilft. Naja … Einerseits finde ich es schon ok, wenn ein Arzt seine Dienstleistung optimistisch bewertet und dem Kunden Hoffnung und Mut zufächelt. Ob er dann deswegen dummes Zeug erzählen muss? Ich will es ihm nachsehen.

Ich hätte da auch so eine Empfehlung. Gegen Impffolgen hilft 100%: danach eine Regatta segeln. Ich habe es ausprobiert. Es funktioniert. Zu 100%. Es war absolut geniales Segelwetter. Sehr angenehme Temperatur, gut segelbarer Wind. Was will man mehr. Dennoch – das Ende ist zäh. Der Wind kommt direkt aus der Hafeneinfahrt. Das heißt kreuzen, kreuzen, kreuzen und die letzten Meter paddeln.

Am Samstag wollte ich dann eigentlich am Dach weiter basteln. Dann waren da aber noch die Kirschen. Nicht wirklich reif. Es hat aber in letzter Zeit ein paarmal geregnet. Jetzt waren doch schon einige faulige und etliche geplatzte dabei. Also jeder Tag länger wären es noch weniger brauchbare Kirschen gewesen. Also pflücke ich zwischen den fauligen und den geplatzten ein paar brauchbare Kirschen raus. Wirklich Spaß macht das nicht. Ich bin froh, dass ich kein Kirschbauer bin. Das wäre ein sehr unspaßiges Leben. Schließlich ist der Eimer dann aber doch voll. Entsteint sind es dann knapp 10 Kilo Kirschen. Dazu kommen nochmal 2 Kilo Rhabarber. 7 Kilo koche ich ein, der Rest wird eingefroren. Gibt 33 Gläser Rhabarber-Süßkirsch-Marmelade.

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Unsere Feriengäste reisen ab. Und wir haben kurioserweise eine ganze Woche frei. Mal sehen, wie wir nächstes Jahr die Buchungen organisieren. Es scheint tatsächlich so, als ob eine gute Internetseite nicht mehr reicht für eine ordentliche Auslastung. Die Konkurrenz der einschlägigen Portale ist einfach zu groß.

Die Woche verläuft dann relativ ereignislos. Die Kinder arbeiten zwar gerne am Computer, gelegentlich gelingt es mir aber auch sie zu anderen Aktivitäten anzuregen. Rasen mähen zum Beispiel. Das macht Jonathan zwischenzeitlich erstaunlich gut und selbständig.

In NRW regnet es ziemlich stark. In Lörrach auch. Es regnet so stark, dass sich Bächlein in reißende Ströme und Straßen in Flüsse verwandeln. Es sterben über 150 Menschen. Ein Kandidat für Kanz lässt sich dort lachend blicken. Und es wird diskutiert, ob nicht der Klimawandel auch zu Starkregenereignissen führt. Ich habe noch keinen Menschen getroffen, der gesagt hat „ab jetzt verhalte ich mich anders!“ – und dies dann auch getan hat. Viele höre, sehe oder erlebe ich, die den Klimawandel per Whatsapp, Instagram, Sympathiebekundungen für Politparteien welcher Coleur auch immer oder andere Scharlatanerie aufhalten wollen oder glauben es zu tun. Oder warten auf das Wahl zu neues Kanz. Das Kanz wird es schon richten – ob das lachende oder das andere … eigentlich egal.

Ich lese etwas beschämt einen etwas kuriosen Artikel in der FAZ mit dem etwas kuriosen Titel „Die Kirchensteuer ist der wichtigste Grund für Austritte“. Glücklicherweise nutzen dann doch einige Les die Kommentarfunktion. Achso ja … die Studie wurde von der evangelischen Landeskirchen Württemberg und Westfalen in Auftrag gegeben – das muss ich vielleicht doch noch ergänzen.

Und ja … die Pandemie … erreicht das japanische olympische Dorf. Tausend Besuch eines Festivals mit 20.000 Teilnehm in den Niederlanden infizieren sich. Das sind fünf Prozent. Trotz Dingenskonzept und so. In England sollen trotz hoher Infektionszahlen alle Beschränkungen aufgehoben werden. Die Lage ist vor allem eines: undurchsichtig. Und sie wird immer undurchsichtiger. Ich theoretisiere mal wieder … es ist ja so: die Impfungen schützen angeblich vor schweren Verläufen. Und dies angeblich ziemlich gut. Sie schützen aber nicht davor angesteckt zu werden. Mit Einschränkungen (genaue Zahlen gibt es nicht, werden nicht veröffentlicht oder ich habe sie nicht gefunden), sind geimpfte Mensch auch weniger ansteckend. Die Krankheit verläuft in aller Regel sehr viel milder (genaue Zahlen … siehe oben …). Wenn das stimmt, wird es im Herbst und Winter tatsächlich zu einer erhöhten natürlichen Durchseuchung – oder nennen wir es besser – Verbreitung des Virus kommen. Der Virus wird sich anpassen an die Impfung und es könnte zu einer Koexistenz von Mensch und Virus kommen. Wenn man nun optimistisch gestimmt ist, könnte diese Koexistenz friedlich verlaufen, d.h. mit relativ wenigen schweren Erkrankungen und Todesfällen einher gehen und mit wenig Einschränkungen für das tägliche Leben. Genausogut kann es aber sein, dass eine Omega oder Teta-Variante des Virus ansteckender ist und auch schwere Krankheitsverläufe auslöst. Niemand weiß das! Nicht der Herr Lauterbach und der Herr Spahn noch viel weniger. Und der Herr Wieler auch nicht. Und das sind schließlich Experten. Dass eine Impfquote von 100% zum einen unrealistisch ist und zum anderen die Verbreitung nicht stoppen wird, gilt als sicher – zumindest nach meiner Beobachtung. Da wird auch eine Dritt- und Viertimpfung nicht viel daran ändern. Wenn wir 1,5 Jahre zurückspulen, dann wissen wir: der Mensch hat keinen Mechanismus sich dauerhaft gegen das Coronavirus zu schützen. Das Coronavirus (wie jeder andere Virus) hat keine Lust seinen Wirt zu töten. Und: Viren mutieren. Immerhin melden Krankenhäuser ab dieser Woche, ob ein mit Covid19 auf der Station liegender Patien geimpft, vollständig geimpft, sich zum zweitenmal angesteckt hat oder was auch immer.

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Am Samstag reisen neue Feriengäste an. Ferien mit Freunden.

Und ich mache endlich das Dach fertig. Dazu schneide ich mir noch dreißig Traufziegel. Dafür schneide ich einfach die untere Hälfte ab. Dann muss ich nur noch die unterste Ziegelreihe nochmal aufnehmen, die unterste Dachlatte auswechseln und die Traufziegel unterlegen und die unterste Ziegelreihe wieder auflegen. Unter das Dach kommt jetzt erstmal die Kreissäge und der Opti. Eigentlich sollte der Rasentrecker noch rein. Mal sehen ob das passt. Rechts seht ihr einen Teil der Bauform vom Opti als Abtrennung angeschraubt. Wenn ihr also eine Bauform für einen Opti sucht, könnt ihr die da abschrauben.

Der Draußentisch aus Douglaise – ihr erinnert euch sicher – …

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(Bild vom Juni 2015)

… muss in die Werkstatt bevor er komplett zusammenklappt. Immerhin hat er schon sechs Jahre Außeneinsatz auf dem Buckel. Wenn er jetzt nochmal fünf Jahre durchhält, ist das schon eine reife Leistung. Dennoch – der Tisch ist in einem etwas erbärmlichen Zustand. Ich überlege mir einen Eichentisch zu bauen und diesen dann mit Bootslack zu lackieren. Das Problem: das Ding würde ziemlich schwer werden. Ich muss vielleicht doch nochmal nachdenken.

Da kommt der Feriengast mit einem kaputten Ruder vom Ruderboot. Es wurde erst kürzlich geleimt. Die Leimung hat aber offenbar nicht gehalten. Kein Wunder, das Holz ist tatsächlich vollkommen Schrott. Hm. Der Feriengast würde aber gerne Ruderboot fahren. Also durchkämme ich die einschlägigen Holzriemenquellen im Internet, finde aber als einzig in Frage kommenden Lieferanten den A Monopolisten. Krass. So weit ist es schon gekommen. Auf Ebay werde ich dann doch noch fündig. Etwas teurer zwar, aber immerhin nicht von A. Ich überlege mir zwar neue Riemen selber zu schnitzen. Das ginge wohl. Bis die fertig wären, wäre aber sicherlich Herbst. Mindestens. Schließlich muss ich gutes Holz besorgen, die Teile zuschneiden, verleimen, lackieren und all sowas. Das kaputte Teil flicke ich notdürftig mit viel Eisen in Form von Niro Schrauben und drei Kabelbindern.

Die nächste Frage könnte dann lauten: was wird das nächste Bauprojekt? Es gibt ja viele Möglichkeiten. Wintergarten, Windfang, Schuppeneingang renovieren, Schuppendach Ortgang und Traufe restaurieren, Schreibtisch bauen. Da ich grade am Dachbau bin … ein kleineres Dachbauprojekt wäre dieses hier:

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Windfang. Das würde sich doch ganz hübsch machen. Ich recherchiere ein bisschen über Baumaterial. Schließlich soll der Windfang ja auch eine – ihr ahnt es schon … – Türe haben. Da unsere Haustüre doppelflüglig ist, wäre eine einflüglige Tür ein echter Schildbürgerstreich. Also – ich erspar euch die Recherche. So eine doppelflüglige Türe aus Holz gibt es ab etwa 3.500 Euro aufwärts. Aus Plastik kostet sie ungefähr die Hälfte. Puuh – das treibt mir erstmal die Schweißtropfen auf die Stirn. An solche Zahlen muss ich mich langsam herantasten…. Ich habe eigentlich bei allen meinen Baustellen bisher vermieden Billigzeug zu verbauen.

So ungefähr könnte es aussehen:

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Holzlagerdach und andere Unternehmungen

Ganz schön was los, dafür dass Ferien sind.

Die Feriengäste laden uns zu Kaffee und Kuchen ein. Besser gesagt zu Spezialtee und Kuchen. Das Spezialteerezept ist leider geheim. Der Tee schmeckt sehr gut, hat eine erfrischende Note. Angeblich stammt das Rezept aus Madeira. Da sollte man dann doch einfach auch mal hin. z.B. per Segelboot. Dazu später.

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Der Kuchen daselbst jedenfalls – das sehet ihr auf dem Bilde dort, schmeckete ausgzeichnet. Vielen Dank für den schönen Nachmittag!

Derweil die Dachbaustelle entwickelt sich kontinuierlich aber doch recht gemächlich weiter. Auf dem Bild seht ihr, dass bereits alle Dachlatten aufgenagelt sind. Das sieht recht einfach aus. Wenn ihr dann aber wisst, dass ich einige Latten nochmal runter genommen habe (weil ich mich vermessen habe), dann wieder von vorne angefangen habe und am Schluss doch alles ganz anders geworden ist als geplant – egal, die Latten sind drauf. Fünf Nägel haben gefehlt. Auch ein Teil der Ziegel ist schon auf das Dach gepackt. Ich kann danach ganz gut schlafen.

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Derweil gibt es sehr viel Diskussion um das sogenannte Covid. Es ist alles recht schlecht einzuschätzen. Deutschland verliert die Europameisterschaft – das ist eine Formulierung des Volksmundes. Genauer: die deutsche Mannschaft ist mit ihrem Trainer aus dem Südschwarzwald im Achtelfinale ausgeschieden. Als nächstes scheidet dann der Trainer aus. In den Zuschauerrängen der Europameisterschaft infizieren sich offenbar viele Menschen mit dem neuartigen Corona Virus. Gleichzeitig geschieht das, was ich eigentlich erwartet habe: irgendwann ist genug Impfmittel da, um jedermensch zu impfen. Dieser Zeitpunkt ist jetzt offenbar gekommen. Man bekommt immer öfter die Info: freie Termine in den Arztpraxen. Also hol ich mir auch so einen Termin. Erst versuche ich über das Impfzentrum. Ich bin ja neugierig: wie machen die das. Ist schließlich eine Behörde – die wissen wie das geht. Ääääääh – aber – wie bitte? – keine Impfmittelpriorisierung? Hm. Das habe ich mir anders vorgestellt. Den Termin storniere ich und mache dann lieber einen Termin bei einem Wismarer Hausarzt, der auch sagen kann mit welchem Mittel er impft. Ich finde: wenn ich schon lange warte und vielen anderen Menschen den Vortritt lasse, dann möchte ich auch mitbestimmen welches Mittel ich bekomme, zumal wenn genügend davon da ist.

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Boaaa – das ist der letzte Rest vom Holzhaufen. Den Rest hat Anne-Christin schon Hölzchen für Hölzchen … in eine Schubkarre verladen … die Schubkarre bis unter das neue Dach gefahren und dann Hölzchen für Hölzchen aufgestapelt. Chapeau!

Jetzt wieder ein Sprung … die Dachziegel wurden geliefert, die Dachlatten waren aufgenagelt, ein Teil der Ziegel schon auf das Dach gepackt. Also dann – am Samstag … die restlichen Ziegel auf das Dach packen (war noch mehr als die Hälfte) und die Ziegel verteilen. Beim Decken hat mir Samson geholfen. Ich behaupte mal, dass er die meisten Ziegel gedeckt hat. Leider kann ich das Dach nicht aus einer geschickteren Perspektive Fotografieren. Dahinter ist Wildniswald, da komme ich nicht hin. Ist aber auch nicht sooo tragisch, schließlich würde jeder Zimmermannslehrling sofort sehen, dass hier _keine_ Experten am Werk waren.

Kurz bevor die letzten Ziegel drauf sind, bekommen wir überraschend Besuch. Mit einem Gruß eines Lörracher Zimmermanns von dem ich seit Tagen erzähle. Dafür lege ich eine Pause ein. Von Thomas erzähle ich seit Wochen. Immer wieder. „Wenn Thomas die Arbeit machen würde, dann wäre er an einem Tag damit fertig wofür ich Wochen brauche!“ Oder: „Thomas würde einen Schrecken kriegen, wenn er den ganzen Pfusch sehen würde.“ usw.

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So sieht das Dach von unten aus. Eine Regenprobe hat es im ungedeckten Zustand schon erfolgreich bestanden.

Ich bestelle noch Ortgangblech für das gesamte Dach. Dann gucke ich nach passenden Schrauben und fasse es mal wieder nicht. Wenn ich im Spezialversand 50 solcher Schrauben kaufe und dazu nochmal ungefähr soviel Porto bezahle wie die Schrauben kosten, ist die Summe immer noch geringer, als wenn ich die Schrauben im örtlichen Baumarkt kaufe. Da stimmt was nicht. Also bestelle ich aus dem Spezialversandladen einfach noch ein paar Sachen mehr, die ich dann irgendwann mal brauche.

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Das baldige Wahl zu Bundeskanz wird heftig diskutiert. Das eine Kandidat wird schwer beschuldigt für sein jüngstes Buch abgeschrieben zu haben. Die Behauptungen sind an Dummheit kaum zu überbieten. Dennoch reicht es für eine große Presse. So wird Politik gemacht! Wer oder was da wo oder wie seine Finger drin hat? – Niemand kann es wissen.

Am Samstag kann ich es nicht lassen – die Wetteraussichten sind einfach zu gut: ich starte eine Eventumfrage für den Sonntag: Sommertreffen in Hohen Wieschendorf. M. meldet sich – also wird die Veranstaltung stattfinden. Die Idee ist ein lockeres Treffen mit Segelei in unterschiedlichen Besetzungen. Es wird ein sehr entspannter und interessanter Tag. Samson segelt erstmals auf der Ostsee, auch wenn es nur die Wismarer Bucht ist. Insgesamt eine tolle Abwechslung. Danke an alle, die mit ihren Händis – oder was auch immer – dazu beigetragen haben, dass es so ein abwechslungsreicher Tag wurde.

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