Archiv für den Monat: Dezember 2020

Bautag 3 und 4

Bevor ich gar nicht mehr mit dem Bericht hinterherkomme, hier ein Kurzbericht. Die Werftarbeiter haben heute erst um 21.30 Uhr das Licht ausgemacht.

Gestern gab es da noch ein kleines Problemchen. Obwohl ich doch so viel Toleranz zugegeben habe, war der Boden dann doch ein bisschen zu kurz. So entschied ich mich dazu, den Bugspant stumpf an den Boden zu kleben anstatt ihn darauf zu leimen. Dazu musste der Boden vorne erstmal angepasst werden …

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Saftkiste drunter gespannt und mit dem Bandschleifer schräg geschliffen.

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Dann noch die Stringer angepasst und drauf geleimt. Was sich jetzt so ruckzuck liest, hat tatsächlich bis zum späten Nachmittag gedauert. Was man nicht alles überlegen und bedenken muss … Gewichte besorgen, Unterlagen bereitstellen …

Wie ihr seht, habe ich alle drei Stringer auf einmal geleimt und dann alle zusammen beschwert. Das geht wohl. Aber es ergibt nicht das beste Ergebnis. Denn man kann das überschüssige und verkleckerte Harz nicht weg machen bzw. die Fugenkante sauber nachziehen. Deswegen sieht diese Klebung jetzt auch ziemlich gebastelt aus. Hm. Ich hoffe das wird mit der Lackierung noch etwas verschwinden.

Als Tipp … nächstesmal werde ich die Stringer einstreichen und dann auf den Boden drücken. Damit hat man ziemlich genau die richtige Harzmenge auf beiden Seiten und kleistert nicht über die Leimfläche hinaus. Aber wie heißt es noch so schön: „Hauptsache es hebt.“

30. Dezember

Ein angelernter Offsetducker ist eben doch kein Bootsbauer … – nachdem ich die Gewichte runter hatte, konnte man die Leimschmierer besonders gut sehen.

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Den Bugspant habe ich gestern schon zugeschnitten. Jetzt noch der Spant an der Mastducht und den Mittschiffsspant am Schwertkasten. Die Idee ist, zunächst alle Spanten zu setzen. Damit hat man schon viel Form. Morgen soll dann die erste Bordwand dran.

Die Höhe der Mastducht ist nirgends vermerkt. Muss ich mehr oder weniger ausrechnen oder aus dem gescannten 1:5 Plan bzw. 1:10 Plan ausmessen.

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Hier sind die drei Teile schonmal ungefähr an Position. Sie sind mit der Stichsäge ausgeschnitten. Kanten, die nicht mehr bearbeitet werden müssen sind mit dem Bandschleifer auf den Strich geschliffen. Auch heute: bis alles verleimfertig ist, ist Abendessenszeit.

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Hier stehen die drei neuen Teile schonmal auf richtiger Position und müssen „nur noch“ verleimt werden.

Im Hintergrund seht ihr übrigens einen Radlader. Der ist jetzt ungefähr neun Jahre alt und war das erste Holzspielzeug was ich für die Kinder gebaut habe. Was baue ich nur in neun Jahren?

Samson kratzt zwischenzeitlich in seinem Zimmer die Tapete ab. Auf der Tapete waren mehrere Farbschichten, die teilweise nicht aufeinander gehalten haben. – Auch auf anderen Baustellen geht nicht immer alles nach Plan.

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So. Fertig. Es hat sich bewährt mit Handschuhen zu arbeiten. Es hat sich bewährt mit Handschuhen zu arbeiten. Harz an den Händen ist wirklich nicht so lustig. Also … arbeitet mit Handschuhen!

Namenssuche heute? Tobi vielleicht. Nach Tobi Tüftel. Allerdings müsste der Opti dann mindestens noch fliegen können. Oder als U-Boot unterwegs sein.

Optis heißen normalerweise Hot Chilli, Columbus, Top-Gun oder haben einfach den Namen des Kindes. Ich hätte noch Allegro, 2fast4you, Avatar, Böe, Nemo, Speedix, H2O, Interceptor, Black Pearl, SpassBox, Südkurier, King Arthur, Wave Runner, Huricane, Lucky Bug, Fairplay oder Gorch Föckchen.

Bautag 2 – Erste Leimung

Es geht weiter. Langsam. Sehr langsam. Nur ein Teil wurde heute verbaut: der Spiegel. Für den Spiegel musste ich erstmal wieder einige Zeit recherchieren: wie müssen die exakten Maße sein. Setze ich den Spiegel hinter den Boden oder auf den Boden. Kann ich den Spiegel aus einem Reststück schneiden. Usw. Schließlich habe ich mich dafür entschieden den Spiegel auf den Boden zu setzen. Das Reststück hat dann gerade auf den mm genau gepasst.

Nächste Aufgabe: den Spiegel bei der Leimung ordentlich fixieren. Die Fixierung muss so sein, dass ich sie in kurzer Zeit montieren kann, wenn der Leim aufgetragen ist. Bei der Anprobe stelle ich fest, dass sich der Boden offenbar verzieht, wenn er auf das Baugestell fixiert wird.

Nächste Aufgabe: alles recherchieren, was man über Epoxyverklebungen in Erfahrung bringen kann.

Dann ging’s los.

Zusammenfassend sei angemerkt, dass es keine Hexerei ist. Praktisch ist es natürlich, wenn man einem Experten erstmal über die Schulter schauen kann. Oder wenn man einen Experten fragen kann. Oder wenn einem ein Experte hilft. Schnell ist irgendwas unüberlegt gemacht …

Also – Harz angerührt. Je ein Pumpenstoß reicht locker für diese Verklebung. Ich habe heute einen Joghurteimer (1 kg) zum Anrühren verwendet. Davon haben wir noch genug. Sie sind glatt, haben keine Riffeln und sowas. Als Werkzeug habe ich einfach ein Lamellenparketthölzchen verwendet. Beide Teile eingestrichen. Restmenge mit etwas Füllstoff angedickt und verdicktes Harz aufgetragen. Teile zusammengefügt. Überschüssiges Harz abgewischt. Wenn ich jetzt wirklich ein Schmuckstück bauen würde, würde ich die Klebestellen vorher mit Kreppband abkleben. Muss ich aber nicht. In der Harzanleitung steht, dass das fest gewordene Harz gut überstrichen werden kann. Im Bootsbau scheint es auch üblich zu sein, dass die Teile nicht ganz exakt zusammen passen. In der Anleitung vom Harz steht ausdrücklich, dass die Teile nicht fest zusammengepresst werden sollen.

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Als nächstes kommen die Stringer auf den Boden. Die muss ich aus der dicken Platte ausschneiden. Also erstmal wieder Werkstatt aufräumen, Platte rüber tragen, Plan studieren. Komisch. Für die Stringer stehen keine Maße in den Plänen. Ich schaue mir die Vermessungsvorschrift durch. Schließlich lege ich fest: der mittlere Stringer wird ca. 180 mm breit, die zwei äußeren 70 mm. Jetzt kommt wieder eine Aufgabe: ich muss die Platte durchschneiden. Ich hab aber nur eine 2,5 m Setzlatte. Die Werkstatt misst an der breitesten Stelle aber nur 2 m. Zum Glück kann man das Fenster öffnen …

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Na also. Geht doch. Nun hoffe ich, dass die Leimung morgen hart ist. Auch hoffe ich, dass ich die Stringer so aufleimen kann, dass die Leimung vom Spiegel nicht wegen Überlastung auseinanderkracht …

Das, was ich hier mache, ist allerdings gar nichts. Wer noch nie etwas von der DOWA81 gehört hat, dem sei dieser Artikel empfohlen

https://www.deutsches-museum.de/flugwerft/sammlungen/propellerflugzeuge/dowa-81/

oder dieser …

https://ul-segelflug.de/images/stories/Downloads/presse/2010-06_GFW-3_Neuer_Stern_am_UL-Segelflughimmel.pdf

Ein Flugzeug in einer 2,5 x 4 m großen Küche bauen. Das könnte gut ein nächstes Projekt werden.

Heute gibt es wieder eine neue Namensidee. Pablo. Er hätte morgen Geburtstag. Was macht ein Segelboot mitunter vor dem Wind? Genau … es fängt an zu geigen. Pablo hat zwar nicht gegeigt sondern Cello gespielt. Und leidenschaftlich Tennis. Er hatte einen eigenen Tennisplatz. Ob er auch gerne gesegelt ist weiß ich nicht.

Die Pandemie macht natürlich auch nicht Stopp. Oder geht in die Weihnachtsferien. Der Baumarkt ist geschlossen. Sie haben aber einen Online Bestellservice. Ein paar Stunden später kann man die Sachen abholen. Hat Anne-Christin recherchiert. Die ersten Menschen werden geimpft. Die große Hoffnung setzen die Experten derzeit auf die Impfung. Ich bin da eher skeptisch. Wenn der Mensch nicht eingreifen würde, würde das Virus über wenige Jahre eine mehr oder weniger friedliche Koexistenz mit dem Menschen aufbauen. Dass Kinder wirklich schwere Symptome zeigen, ist offenbar wirklich sehr sehr selten. Wenn der Mensch jetzt aber mit Impfmittel eingreift, wird das mit der Koexistenz eher schwierig werden. – Das ist keine Verschwörungstheorie. Es ist eine Überlegung. Das Virus wird sich anpassen. Die Menschheit wird sich eher abhängig machen vom Impfmittel. Es könnte also durchaus sein, dass bald die halbe Menschheit einmal im Jahr geimpft werden muss. Gegen Covid19. Obwohl die Börsenkurse der einschlägigen Unternehmen ja schon ordentlich angezogen haben – vielleicht würde sich ein Invest ja lohnen. Skigebiete sind überfüllt. Es gibt ein Riesentrara, weil offenbar publikumswirksam ein paar alte Menschen einen Tag vor dem offiziellen EU Starttag geimpft wurden. – Man muss nicht alles verstehen.

Baubeginn – jetzt aber wirklich!

„Fängst Du heute mit dem Opti an?“ – fragt Jonathan. Und ehrlich gesagt habe ich ja schon vor ein paar Monaten angefangen. Erst überlegt, dann recherchiert, dann geplant, dann Material besorgt … – Im Grunde hat er aber schon recht: heute geht es los.

Ich fange aber erstmal mit einer Werkzeugvorstellung an. Nehmt es mir nicht übel, vielleicht wird die Geschichte manchmal langweilig.

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Das ist eins der wirklich wichtigsten Werkzeuge in jeder Werkstatt: ein Bleistift. – Hä? Und was soll jetzt an dem Bleistift besonderes sein? Nein. Nichts besonderes. Er wird jetzt jeden Tag in der Spitzmaschine angespitzt. Er wird also in den nächsten Tagen noch kürzer werden.

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Bevor es heute „richtig“ losgehen kann, merke ich … ich brauche mehr Platz. Also bekommen die Schraubzwingen einen neuen Platz – Dachlatte unter Werkbank. Dann muss das Baugestell fertig gebaut werden.

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Es braucht ja nur noch einen vorderen und einen hinteren Abschluss. Der hintere Abschluss ist trivial. Der ist rechtwinklig zur horizontalen Baulinie. Der vordere Abschluss hat es etwas in sich. Denn dafür gibt es quasi kaum Bauangaben. Ich rechne und zeichne und lege schließlich einen Winkel fest. Dann – schwupps – noch alles zusammengesteckt …

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… und fertig ist das Baugerüst. Mittagspause.

Teil 1 ist das größte Bauteil: der Boden. Die Platte muss also erstmal in die Werkstatt :-)

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Für diese Aufnahme musste ich die Tür aufmachen und von draußen fotografieren. Während Anne-Christin ein Kinderzimmer nach dem anderen streicht und noch zig andere Sachen nebenher, überlege ich, wie ich am besten die Kontur sauber ausschneide. Zunächst werden die Maßpunkte auf der Platte angezeichnet. Mein Winkel geht ungefähr 5 mm ungenau – die Bautoleranz an dieser Stelle ist aber nur 2,5 mm. Für die Krümmung kommt mir das Glück der Dummen über den Weg gelaufen. Genau neben mir finde ich eine dünne Leiste aus sibirischer Lärche.

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Mit Stecknadeln wird die Leiste fixiert, dann wird vorsichtig angezeichnet. Die Kontur wird mit der Stichsäge ausgesägt und mit dem Bandschleifer an den Strich geschliffen. Auf der anderen Seite genauso. Dann noch die Kante leicht schräg schleifen – und fertig ist der Boden …

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Werkstattzeit heute: ungefähr sechs Stunden. Eine NC Fräse (hier sagt man Freese) hätte das Ding in wenigen Minuten ausgeschnitten.

Heute gibt es eine neue Namensidee. Jesus wäre auch ein passender Schiffsname. Jesus konnte auch übers Wasser laufen. Die nächste Frage die da in mir aufkam war: weshalb gibt es so viele Menschen die Mohammed heißen, aber kaum jemand der Jesus heißt?

 

Coronaweihnachten in der Pandemie

Eigentlich … wären wir jetzt knapp 1.000 Kilometer weiter südlich und würden mit Freunden Weihnachten feiern, viele Menschen treffen … – abgesagt. Und wieder stellen sich viele Fragen. Ist das alles nur eine Erfindung? Ist das übertrieben? Oder ist es am Ende sogar eine Chance die Zeit ganz anders zu verbringen? Wir versuchen es mal …

Kurz vor Weihnachten geht es nochmal wild her. Die Schule wird zwei Tage eher dicht gemacht. Die Kunden trippeln unruhig vor der Haustüre: ich muss noch dies und jenes vor Weihnachten haben … – wird alles gemacht. Noch schnell in den Baumarkt fahren, zwei OSB Platten holen – zwei Tage später ist er zu. Was ich mit den OSB Platten vorhabe, erzähle ich gleich.

Ich darf Weihnachtsmann spielen – ist auch mal lustig. Und unterm Weihnachtsbaum liegen Geschenke. Die teuerste Kiste enthält Harz, Lack und Zubehör. Sachen für den Bootsbau. Für ungefähr 400 Euro. Hupps. Naja. Mir wird langsam klar: die Angabe, dass man einen Opti für 500 Dollar Materialkosten bauen kann, ist doch sehr theoretisch. Oder sehr alt. Die Holzrechnung war bei 393,41 Euro, davon waren 104 Euro Fracht. Harz und Lack nochmal 383,10 Euro. Im Baumarkt habe ich für ein paar Kiefernleisten, vier Schraubzwingen und zwei OSB Platten ungefähr 100 Euro liegen lassen. Es wird eher in Richtung 1.500 Euro gehen – aber ich werde detailliert berichten. Ich will bei dem Projekt nicht sparen. Das hat sich bei solchen Sachen nicht bewährt. Ich habe wenig Ahnung. Also kaufe ich eher besseres Material. Damit tut man sich leichter und das Ergebnis wird besser. Den guten Bootsbauleim kann ich gar nicht kaufen. Der wird nur an Fachbetriebe verkauft. So entscheide ich mich nach einem sehr guten Beratungsgespräch bei einem Internethändler für das Harz von West System – ich mache hier auch ein bisschen Werbung. Besser gesagt Information. Ich krieg nichts von West und auch nicht von Epifanes und auch nichts von Georgus.

Bilder …

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Vor lauter Optibau hätte ich dies doch fast vergessen … – wir haben wieder einen Tannenbaum aus dem Wald geholt. Samson hat mit dem Förster Weihnachtslieder trompetet. Den Baum hat Jonathan ausgesucht. Er passt exakt! Auf den Zentimeter genau.

Es gibt Hecht. Hecht aus dem Tressower See. Mit Spätzle und Rotkraut. Sehr fein! Das Rotkraut, die Spätzle und der Hecht. Es ist also alles fein. Danke Tom für den schönen Hecht! Das Rezept ist schlicht und zum Teil selbst erfunden. Apropos schlicht. Ich habe einen sehr schönen Artikel über Hans Haas gelesen. Koch mit zwei Sternen, seit 30 Jahren in der gleichen Küche. Geht jetzt in den Ruhestand. Der sagt: ein Rezept ist dann gut, wenn man nichts mehr weglassen kann.

So. Jetzt aber – Geschenke auspacken – ein Blick in den Karton:

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Seit Tagen – besser gesagt Wochen – beschäftige ich mich mit Optiplänen. Es gibt quasi keinen. Es wurde mal einer angeboten. Für 69 Euro. Ist aber schon länger her. Dann gibt es die Vermessungsrichtlinien der Klassengemeinschaft. Und ein paar Infos im Netz. Ich will abkürzen … Es soll hier eine Art Bauanleitung entstehen. Irgendwo gibt es auch die Pläne der Klassengemeinschaft. Müsst ihr allerdings etwas googeln. Gescannt. Vom März 1997. Vermaßt. Die nehme ich jetzt als Baugrundlage. Ein paar Maße muss man interpolieren. Ich hab mir die auf A4 ausgedruckt – das muss reichen.

Jetzt wollte ich euch etwas schreiben vom Baufortschritt. Aber so weit bin ich noch nicht. Es muss hier noch heißen: Bauvorbereitungen. Ich brauche ein Baugerüst. Ich baue den Opti richtigrum, also falschrum. Normalerweise werden Boote dieser Größe auf dem Kopf gebaut und dann umgedreht. Offenbar ist es geschickter es andersrum zu machen. Glücklicherweise habe ich ja schonmal einen Opti gebaut – ihr wisst schon …

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Das aktuelle Bauprojekt ist nur ein bisschen größer. Es ist nur etwas mehr als doppelt so groß wie der 1m Holzstar – sollte also keine unüberwindlichen Schwierigkeiten mit sich bringen.

Bauvorbereitungen

Ich brauche ein Baugestell – so nenne ich das Ding jetzt einfach mal. Da drin wird die Form verleimt. Dafür habe ich die OSB Platten gekauft. Die Platten sind zu kurz. Das Gestell muss ungefähr 2,50 m lang sein – der fertige Opti ist etwa 2,33 m lang. Die Platten sind knapp über 2 Meter. Also müssen die angesetzt werden. Ich überlege, ob ich Laschen drauf schraube und leime. Aber das wäre unpraktisch, wenn ich die Maße übertrage und die Form aussäge. – Halt … nochmal zurück. In der Werkstatt sieht es noch etwas wild aus. Es ist zwar klar, dass ich den Opti nicht in der Werkstatt bauen kann. Dafür ist sie zu klein. Aber ich werde in der Werkstatt Teile zuschneiden und Vorarbeiten machen. So versuche ich den Dreck aus dem Wohnraum etwas fern zu halten. Also muss die Werkstatt für mittelgroße Plattenarbeiten umgebaut werden. Tag 1 und Tag 1,5 wird also erstmal ein Regal gebaut und einiges umgeräumt.

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Hier seht ihr schon die Leimung 1. An die vordere (große) Platte wurden hinten 50 cm dran geleimt. Gespannt habe ich mit einer Spezialkonstruktion. Auf beiden Seiten der Leimung eine Zwinge gesetzt und die zwei Zwingen dann mit einer dritten Zwinge zusammen gezogen. Hat gut funktioniert. Sowas denke ich mir meistens nachts aus. In der Werkstatt sieht es dann meistens immer noch ein bisschen anders aus. Aber der Abstand von der Werkbank ist immer wieder wichtig für Überlegungen.

Manchmal seht ihr auf den Bildern Werkzeuge. Die Handkreissäge ist ein sehr wichtiges Werkzeug für mich geworden. Mit einer Setzlatte und Schraubzwingen ersetzt sie eine Plattensäge. Mit der Plattensäge wäre so ein Schnitt zwar in wenigen Sekunden gemacht. Mit der Handkreissäge brauche ich teilweise eine Viertelstunde. Schließlich muss das Werkstück so fixiert werden, dass sowohl der Abschnitt als auch das Werkstück selber gut gehalten wird. Es muss sichergestellt sein, dass ich in keine Unterlage säge, dass vorne und hinten genug Platz ist und all sowas.

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Hier ist die zusammengeleimte Platte schon 1 x längs durchgeschnitten und die Kontur für die Bodenkrümmung angezeichnet. Die Form wird mit der Stichsäge ausgeschnitten. Möglichst genau. Die Bautoleranzen lesen sich erstmal großzügig (+/- 5 mm an dieser Stelle). Meistens summieren sich die Toleranzen aber. Die Kontur habe ich mit einer Biegeleiste an den Messpunkten entlang angezeichnet. Das dauert dann auch schonmal eine halbe Stunde. Schließlich muss die Biegeleiste irgendwie fixiert werden wenn ich den Strich mache. Also einiges was ihr hier lest liest sich schnell, dauert aber etwas länger. Damit ich nicht alles zweimal machen muss, habe ich die zwei Seiten des Baugestells einfach mal zusammengeschraubt. Dann verrutscht auch nichts. Nach der Stichsägenarbeit wird die Kontur noch mit dem Schleifer egalisiert.

Apropos Bautoleranzen. Natürlich könnte ich Freestyle irgendwas bauen. Grundsätzlich denke ich nicht, dass dieser Opti mal an Ranglistenregatten teilnehmen wird. Denn nur dafür gelten die Bautolerenzen. Dennoch habe ich mal eine Anfrage an die Opti Klassengemeinschaft gestellt, ob so ein selbstgebauter Holzopti vermessen werden könnte. Eine Antwort steht noch aus. Ich versuche also innerhalb der Toleranzen zu bleiben. Aus verschiedenen Gründen. Eben zum einen, dass eine Vermessung theoretisch möglich wäre. Zum anderen spare ich mir die ein oder andere Überraschung, dass irgendwas dann doch nicht so zusammen passt.

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Samson kommt zu Besuch und findet, dass es doch schon ganz ordentlich aussieht. Und macht ein Foto. Ich studiere Pläne. Mein Werkstattbleistift ist übrigens derzeit ein Bach-Bleistift. Apropos Bach … der Opti könnte ja „Weihnachtsoratorium“ heißen. Klingt so ähnlich wie Aida. – Die hat grade ihre Silvesterfahrten abgesagt. Wegen EDV Problemen.

Jetzt geht es etwas schneller. Hier seht ihr die vorbereiteten Querhölzer.

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Hier das Zusammensteckspiel 1

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Hier die probeweise zusammengesteckte Bauform. Passt alles schön stramm. Es fehlen noch die vorderen und hinteren Abschlüsse. Die wollte ich eigentlich auch noch machen. Es war mir aber nicht möglich die Bauform auf die Seite zu stellen. Sie ist schlicht zu groß. Also habe ich sie erstmal wieder auseinandergenommen.

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Morgen geht es weiter.