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Tradmans Life

Die Tage und Nächte tröpfeln so wie die Perlen einer Perlenkette hintereinander her. Es sind nicht die wirklich durchschlagenden oder spektakulären Ereignisse, die mein Leben bestimmen. Die schlimmen Termine in der Firma sind abgearbeitet, der Druck lässt etwas nach. Das ist sehr angenehm. Auf der anderen Seite gibt es dann auch immer wieder Überraschungen …

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Dieses kleine Dingelchen, das ihr da auf meiner Hand seht, hat dann doch noch einen kleineren Umstand ausgelöst. Am Montag erhalte ich einen Anruf: „Hier ist die Kita Tressow. Samson hat einen platten Reifen am Fahrrad.“ Ob ich ihn abholen könnte. Ich ahnte es ja schon … Also … Transporter in Bewegung setzen, immerhin ein Monstrum von fast zwei Tonnen Gewicht, Hightech, Diesel, CO2 – ihr wisst schon. Aber toll, dass wir sowas haben und für eine Rettung eines Jungen mit Plattluft in Bewegung setzen können. Also Reifen wieder auseinander nehmen, nochmal flicken und diesmal etwas gründlicher nach der Ursache forschen. Und siehe da: eine kleine Dorne hat sich in den Fahrradreifen gebohrt. Vermutlich hatte ich das Ding am Vortag schlicht übersehen. Also – wer nicht gründlich arbeitet, arbeitet nicht nur zweimal, er muss auch noch einen Transporter in Bewegung setzen usw.

Anne-Christin stellt mir die Frage „wie macht man eine Kanne plus eine Tasse Tee?“ – das ist in letzter Zeit meine Methode Tee zu machen. Ich will da kurz einhaken. Diese Schwimmwestentees sind ja wieder so eine Seuche, die sich durch alle Kreise zieht wie ein Virus … Apropos … Selbst eingefleischte Ökos verbrauchen Schwimmwestentee. „Ich mach mir mal einen Tee“ – und schon schwimmt ein Teebeutel in einer Tasse. Toll. Wirklich? Schaut euch mal so ein Ding an. Bei meinem gibt es erstmal einen Umkarton aus Karton, da sind zwanzig Beutel drin. Dann gibt es einen alubeschichteten Beutel aus Papier. Der ist Sondermüll. Und da drin befindet sich dann der Teebeutel, der aus dem Inhalt (geshredderte Pflanzenteile), einem Fließpapier (vermutlich mit Kunststofffasern verstärkt), einem Schnürchen (möglicherweise Baumwolle), einer Klammer (vermutlich verzinktes Eisen) und einem Papieretikett besteht. Naja, könnt ihr sagen, ist ja nur ein kleiner und unscheinbarer Beutel … – Geht mal in so eine Teefabrik. Da haben sie Tonnen von beschichtetem Papier. Das landet alles nach einmaligem Gebrauch auf dem Sondermüll. Tolle Idee! Nun, so mag der geneigte Leser sich fragen: warum verwendest Du nicht losen Tee und machst den in ein Teesieb. Ja, das ist auch schlau gedacht, aber kaum bessere Ökologie. Das zeigt sich schon allein am Preis. Hm. Vielleicht sollten wir doch dazu übergehen und Tee künftig selber herstellen … – aber ich hab einen Trick versprochen. Der geht eigentlich ganz einfach: Teebeutel in die Thermoskanne hängen, Thermoskanne mit kochendem Wasser voll füllen, fünf Minuten warten, Teebeutel in den Komposteimer machen, eine Tasse zu etwa einem Drittel mit Tee füllen, Thermoskanne und Tasse mit heißem Wasser auffüllen. Tradmantrick. Nein, ich zeige euch jetzt das Teeetikett nicht – ich mache keine Produktwerbung.

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An anderen Orten wird um diese Zeit zwei Stunden auf Arbeitszeit Kaffee getrunken. Auch schön.

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Ohne Worte.

Heute nach dem Frühstück, Samson ahnt schon, dass dies ein schöner Tag werden wird, fragt er mich, ob in meinem Fotoapparat (Nikon D700 – 24 – 120 f4 – zwei Kilo Apparat) noch Akku drin ist. Und fotografiert den Sonnenaufgang – will ich euch doch auch nicht vorenthalten.

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Auch dies: unspektakulär. Ich habe nicht auf die Uhr geschaut. Ich habe aber sicher deutlich weniger Zeit gebraucht als gedacht. Schublade einmal ausräumen und wieder einräumen. Zwei angebrochene Päckchen Nudeln werden am Abend gekocht. Eine angefangene Reistüte kommt zum anderen Reis dazu. Zwei halbe Päckchen Backpulver landen im Müll. Die Dörrpflaumen lasse ich mir schmecken (Tradmans Secret) und ungeöffnete Preiselbeeren kommen in den Vorratsschrank.

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Das Essen die letzten Tage war nicht so ansehnlich, dass sich dafür Fotos lohnen. Am Montag gibt es Eintopf mit Ingwer, Curry, Kokosmilch, Weißkraut und Wienerle – sehr fein, aber optisch nicht so der Hit. Am Dienstag gibt es Käserösti mit Spiegelei. Das Rösti ist etwas dunkel geworden, hat aber dennoch gut geschmeckt. Zum Nachtisch gibt es Obstsalat mit Schlagsahne. Am Mittwoch gibt es besagte Nudeln mit Tomaten-, Möhren-, Thunfischsauce und Pecorino. Auch lecker.

Hier noch ein weiterer Tradman-Trick. Ich kenne mich in der Szene ja noch nicht so gut aus. Über Tradwifes habe ich gelesen, dass sie auch gerne zum Wellness und zur Maniküre gehen, um die Langeweile zu verdrängen. Ich arbeite statt dessen nach wie vor in eigener Sache als Webentwickler und mache Nasenspülung. Gegenüber der Maniküre hat Nasenspülung einige Vorteile: ich kann das zu Hause machen, muss also nicht wegfahren. Auch preislich ist die Nasenspülung im Vorteil. Während Frau für eine Maniküre locker zwischen dreißig und fünfzig Euro ausgibt, kostet die Nasenspülung unter zwei Cent. Ein weiterer Vorteil der Nasenspülung gegenüber der Maniküre: von der Maniküre wird die Nase nicht frei. Aber kein Tradman-Trick ohne Trandman-Trick. Man kann vom Hersteller solche Originalsalzpäckchen kaufen. Achtuuung – festhalten … Kosten pro Anwendung: ab 20 Cent. Hupps. In der Anleitung steht, man solle keineswegs normales Kochsalz verwenden und nur das Original Herstellersalz verwenden. Gefährlich! Nach kurzer Recherche stellt sich raus: in der Tat ist in Kochsalz Rieselhilfe drin – irgendein Carbonat. Aber was schütten die da beim Hersteller der nasendusche nun wirklich in das Papiertütchen? Im örtlichen Supermarkt werde ich schließlich fündig: Ursalz. 600 g für 99 Cent. Damit mache ich ungefähr 240 Nasenspülungen. Ich habe es für euch nachgerechnet: Kosten pro Anwendung: 0,4125 Cent. Dann brauche ich noch etwas Leitungswasser für die Anwendung und anschließend nochmal weiteres Leitungswasser, um den Apparat abzuspülen. Das Leitungswasser erwärme ich etwas. So komme ich geschätzt auf zwei Cent. Achso genau … die Dosierung. 2,5 Gramm sollen jeweils in eine Füllung. Ich habe es ausprobiert – es ist genau ein Salzlöffel voll. Das ist hinlänglich genau und schneller dosiert, als ein Papiertütchen aufgerissen. Außerdem: jede Menge Verpackungsmüll gespart.

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Bleiben Sie auf diesem Kanal und lesen Sie bald weitere Tradman Tricks.

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Ab April kostet der Eintritt ins stadtgeschichtliche Museum in Wismar statt acht Euro nur noch vier Euro. Es gibt Menschen, die sind entsetzt über die Entscheidung der Wismarer Bürgerschaft. Ändern lässt sich das nicht so einfach. Die Regelung gilt ab April. – Der Grund für diese Preissenkung ist weniger die Erkenntnis, dass acht Euro Eintritt für eine Erwachsene Person in ein durchschnittliches Heimatmuseum etwas happig sind. Der Grund hierfür ist, dass die Besucherzahlen steigen sollen. Also – nichts wie hin!

Fahrradreparatur

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Heute steht unter anderem die Reparatur eines platten Reifens auf dem Programm. Es ist nicht der erste platte Reifen den ich repariere. Geschätzt sind es pro Jahr etwa drei Reifenreparaturen. Für die Hinterräder der Kinderfahrräder und für mein Fahrrad habe ich schonmal die teuren Antiplattreifen von Schwalbe besorgt. Heute ist wieder ein Vorderrad dran. Die Überraschung kam am Donnerstagmorgen, als wir schon auf den Rädern saßen, um an die Bushaltestelle zu fahren. Da meldete Samson einen Platten. Wir sind dann einfach kurzerhand vom Fahrrad ins Auto umgestiegen. Sehr komfortabel und luxuriös, wenn man mehrere Möglichkeiten hat ans Ziel zu kommen.

Diese Reparatur regt mich natürlich wieder einmal an zu philosphischen-praktischen Überlegungen … Wer flickt denn die Reifen in einer Familie mit einem Tradwife? Wird die Dame des Hauses dann nach der Maniküre zum Werkzeugkasten greifen? Anne-Christin meint, das würde der Mann ja dann am Wochenende als sein Hobby machen. Es kam dann doch nicht zur Aufgabenübertragung, denn wir sind keine echte Tradwife oder Tradman Familie. Dafür habe ich eine sehr komfortable Fahrradwerkstatt: den Eingangsbereich. Er ist beheizt, es gibt ausreichend Platz und der Fliesenboden ist unempfindlich. Bei schönem Wetter repariere ich natürlich draußen. Die Werkstatt ist schlicht zu klein für Fahrradreparaturen.

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Nebenher backe ich Mischbrötchen. Sie bestehen aus einer Mischung aus Weißbrot- und Bauernbrotbackfertigmischung.

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Zum Mittagessen gibt es IIII – also DOCH in I-Form. Dazu gab es Möhrensalat aus Aldi-Biomöhren, Äpfel, Joghurt, Rapsöl, Knoblauch, Zucker, Salz und Apfelsaft (eigenes Spontanrezept, kein Foto).

Die Kinder spielen seit gestern Lego City Undercover, nach einem Download via LTE von fast 20 GB. Hm – das entspricht fast der Hälfte unseres Monatskontingentes, das heißt, ich werde diesen Monat wieder kräftig Gigabytes nachkaufen müssen. Ich habe es zähneknirschend zugelassen. Die letzten Wochen und Monate waren auch für sie ein Schlauch. Ein bisschen Belohnung darf auch sein.

Täglich trage ich etwa eine Kiste Holz rein. Als wir gestern das Holz umgestapelt haben, kam mir der Gedanke, weshalb Holzheizungen so unpopulär sind. Es ist schlicht ein teures Hobby. Bis das Holz wirklich warm gibt, wird es etwa zehnmal in die Hand genommen. Zunächst wird es im Wald von 3-Meter-Stämmen auf 1-Meter-Stücke gesägt und aufgeladen. Zu Hause wird es abgeladen, dann als 1-Meter-Stücke gespaltet und wieder aufgestapelt. Dann wird es auf der Kreissäge auf Länge gesägt und wieder aufgestapelt. Je nachdem wird es dann nochmal ins Vorratslager umgestapelt. Schließlich kurz vor dem Verbrauch in eine Kiste geladen, ins Haus getragen und dann aus der Kiste in den Ofen gegeben. Öl wird überhaupt nicht in die Hand genommen. Bis das Öl warm gibt, ist null Handarbeit erforderlich. Auch sieht man normalerweise nichts davon. Der Tank ist unter der Erde. Das Öl fließt durch Leitungen – zunächst aus der Förderstation in den Öltanker, dann in die Raffinerie oder ins Zwischenlager – ich habe ja keine Ahnung davon … schließlich kommt der Tankwagen und pumpt 2000 Liter davon in den Erdtank. Das entspricht so ziemlich dem Zeitgeist … keine dreckigen Finger, keine Bewegung, fast ein bisschen virtuell.

Basteln fürs Museum

Wie kamen wir nochmal drauf? Ich weiß es nicht mehr. Aber googelt (oder bingt – oder was auch immer ihr verwendet) doch mal nach tradwife. Lest vielleicht eher den Artikel aus der Zeit, nicht den von ze.tt. Es spielt hier auch nicht wirklich eine Rolle, dass das Thema etwas kontrovers diskutiert wird. Und dann googelt ihr bitte auch noch nach tradman. Hm. – Merkt ihr was? Wo ist denn da die Gleichberechtigung stehen geblieben? Das, liebe Männer, muss sich ganz klar mal ändern. Ich bin zwar noch am Anfang meiner Karriere, aber tradman ist möglicherweise doch auch ein Traumberuf. Vielleicht finden sich ja Gleichgesinnte. ok – ich gebe zu, das ist ein Spaß, denn ich bin zugegebenermaßen nicht der Socialmediaprofi (SM Profi). Dafür braucht man dann doch etwas Sendungsbewusstsein. Aber die Idee ist doch lustig …

Kann ein Kind mit neun Jahren mit einer Blechschere 0,5 mm Kupferblech ausschneiden? Das ist heute eine Frage, die uns alle mehr oder weniger beschäftigt. Eine spannende Frage. Die uns zum Beispiel zu weiteren Fragen führt. Zum Beispiel dieser: gibt es Blechscheren für Kinder (anscheinend nicht). Oder die Frage: haben wir einen Körner? Was ist ein Körner? Kann unser Senker ein 2 mm Loch entgraten. Museumspädagogik ist ein breites und ein spannendes Feld. Es führt uns auch in den örtlichen Baumarkt und dort nach einiger Sucherei zum Informationsstand. Haben Sie eine Stechahle? Der Mensch mit mecklenburger Mentalität schüttelt verhalten den Kopf. Schaut dann aber doch in seinem Computer nach und führt uns dann wortlos zur Abteilung der Hand-Werkzeuge. Dort findet sich noch eine allerletzte Stechahle. Geht doch. Alles toll. Alles spannend. Wir sind dann noch auf der Suche nach schickem Licht fürs Wohnzimmer. Immerhin kommen wir einer Entscheidung näher. Darüber werde ich hoffentlich noch berichten.

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Als nächstes füllen wir den Holzvorrat im Holzlager auf. Hier stellt sich etwas wirklich Erstaunliches heraus … Bei der Frage, wie arbeitet man zu zweit am besten? Kann man zu der Antwort kommen: einer bringt das Holz mit der Schubkarre, der andere stapelt auf. Nur: beide Arbeitsgänge dauern unterschiedlich lang. Einer hat immer etwas Langeweile. Es geht tatsächlich am besten, wenn beide gleichzeitig einladen und dann gleichzeitig ausladen. Dann muss die Schubkarre auch nicht ausgekippt werden, was insbesondere nachteilig ist, wenn der Holzstapel schon höher ist. Leserinnen und Leser aufgepasst: man kann zu erstaunlichen Erkenntnissen kommen – wenn man will. Was heißt nochmal wollen …? Es ist so wunderschöner Sonnenschein heute. Samson hilft dabei die Brombeerranken klein zu schnibbeln. Er ist Brombeerrankenprofi und hat offenbar überhaupt keine Scheu vor den Stacheln, die die Brombeerranken schon seit tausenden von Jahren wachsen lassen. Das kommt daher, dass es in der Schule auch eine Brombeerhecke gibt. Dort verschwindet offenbar hin und wieder ein Ball. Und da braucht es dann einen Profi, der den Ball wieder raus holen kann. Sein Tipp: man muss die Ranke dort festhalten, wo sie keine Stacheln hat.

Es soll Menschen geben, die immer ihr Essen fotografieren. Langweilig? Vielleicht. Ich finde, gelegentlich das Essen zu fotografieren erweitert den Horizont. Es sagt doch so viel aus, was wir essen und vor allem: wie ist es zubereitet?

Wir haben noch zwei Stangen Lauch. Daraus basteln wir schnell zu zweit eine feine Lauchquiche mit Speck. Selbst das Besuchskind, das sonst auch mal seinen Teller halbvoll zurückgehen lässt nimmt sich nochmal ein Extrastück. Heute mal mit Quarkölteig aus 300 g Mehl. Auch wenn es den Eindruck macht, dass es viel Teig ist. Es passt wunderbar. Creme Fraiche haben wir nicht. Anne-Christin kommt auf die Idee Frischkäse zu nehmen. Frischkäse plus Magerjoghurt gibt eine feine Mischung. Ehrlich schon lange nicht mehr so eine feine Lauchquiche gegessen! Also – viele Köche mögen wohl den Brei verderben. Zwei Köche verderben auf jeden Fall nicht die Quiche. Und da ist meine Tradman-Karriere auch schon wieder unterbrochen. Deswegen gibt es auch ein Bild davon.

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Eine Blechschere ist eine Einhandschere und eine Kinderhand eines 9jährigen ist schlicht zu klein, um die Blechschere mit einer Hand zu bedienen und gleichzeitig das Werkstück festzuhalten.

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Don’t ask me vor light … heute habe ich dann noch die Kompaktanlage aus den späten 90ern aufgebaut. Ja, ich weiß, dass es mittlerweile mp3-Player mit Bluetooth gibt.

Fest des leeren Holzlagers mit Salti TV

Man muss es wohl so sagen: ein besonderer Tag! Sicher habt ihr euch gefragt, was das mit dem „noch x Tage“ bedeutet. Heute war es dann endlich so weit und der so sehnlichst erwartete Tag war endlich da. An diesem Tag findet ein ganz besonderers Fest statt. Dieses Fest wird nur am Tressower See gefeiert und ist das allerhöchste Fest im Jahr: das Fest des leeren Holzlagers. Vielleicht muss ich das mal etwas erklären. Es finden ja allenthalben irgendwelche Feste statt. Dazu gehören Ostern, Weihnachten und Pfingsten mit ihren Bedeutungen. Das Fest des leeren Holzlagers kennzeichnet einen Wendepunkt im Jahr. Es zeigt: die kalte Jahreszeit ist vorbei. Natürlich haben wir noch genügend Brennholz, um auch im kühlen Mecklenburger Frühling den Ofen zu heizen. Aber im Grunde ist der Winter mit dem leer geheizten Holzlager auch zu Ende. Das muss gebührend gefeiert werden.

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Dieser Platz war zum Anfang des Winters noch komplett voll Holz.

Das geht schon zum Frühstück los. Es gibt an diesem Tag nicht nur den einfachen Naturjoghurt zum Frühstück. Nein, es gibt auch sieben verschiedene Marmeladen dazu und zusätzlich noch den billigen Fruchtjoghurt! Im Hintergrund seht ihr übrigens die gepackten Brotdosen für die Schule.

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Die Kinder dürfen sich an diesem Tage das Motto des Festes wünschen. Es heißt in diesem Jahr „Code“. Es werden auch bunte Luftballons aufgehängt – mit einer besonderen codierten Aufschrift. Am Abend wissen wir noch nicht, ob es codiert oder kodiert heißt. Und wie die deutsche Übersetzung von Code heißt. Deepl schlägt Kode vor und selbst der Duden enthält das Kodewort mit K am Anfang – das ist in meinen Augen Quatsch.

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Die Kinder dürfen sich wünschen, was es zu Essen gibt. Auf Platz 1 steht Tieffrierpizza. Naja … also … warum auch nicht …

Was ganz besonderes haben sie sich auch gewünscht – und der Wunsch geht sogar in Erfüllung. Die Radiomoderatorin Anne-Christin Liebscher von wismar.fm holt die Kinder mit ihrem Auto von der Schule ab!

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Und dann lösen wir auf, was es zum Nachtisch gibt. Mit ein wenig Hilfe, hat es Anne-Christin erraten. Als Hilfe kam noch eine weitere Zutat (Löffelbisquits) und ein Geräusch (Espressomaschine) hinzu.

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Salti TV sagt herzlichen Glückwunsch zum Hauptgewinn!

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Bei Salti TV geht es darum, besonders gewagte Salti – der Duden erlaubt auch Saltos – auf das Sofa zu machen. Die Zuschauer müssen dann voten und Daumen hoch geben und den Kanal – zu neudeutsch Channel, gesprochen: Tschännel – abonnieren. Der Höhepunkt sind dann Sprünge über aufgestapelte Taschentuchpäckchen.

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Ganz traditionell steht auch noch ein Bad im Tressower See auf dem Programm. Dieses Bad zeichnet symbolhaft für die Reinigung von winterlichen Gedanken und Gefühlen – ihr wisst schon … Das Ritual verschieben wir lieber auf den Juni, die kalten Gedanken und Gefühle lassen wir dennoch schonmal hinter uns.

Kundschaaaft!!!

Ich backe heute mal wieder Schwarzbrot – äääh – Schwarzbrötchen.

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Nicht aufgepasst und andere Sachen nebenher gemacht.

Kundschaaaaaaft!!! … Ungefähr alle drei Jahre – halt, ich übertreibe … ungefähr einmal im Jahr kommen auch Kunden zu mir – zusätzlich zu den Feriengästen aus Nauheim. Heute war es wieder so weit. Da lasse ich es mir nicht nehmen ein bisschen Kundenpflege zu betreiben. Es gibt drei verschiedene Sorten Wasser (Classic, medium und aus der Leitung). Es gibt Kräutertee, Espresso, aufgebrühten Kaffee, Milch, selbst gepressten Apfelsaft und Orangensaft. Und wer weiß, vielleicht wollen die Kunden ja auch eine Kleinigkeit zu sich nehmen. Das wird nicht gekauft, denn gekauft ist blöd! Marmorkuchen? Irgendwie langweilig. Nusskuchen? Hatten wir neulich erst. Schokokuchen? Hatten wir neulich erst. Hm. Also – her mit einem neuen Rezept, das Internet steht ja mittlerweile quasi in der Küche. Es wird Butterkuchen. Aufgrund der etwas knappen Zeit mit Backpulver. Das Rezept wird etwas variiert. Schmand und Joghurt statt Magerquark, gemahlene Haselnüsse statt Mandelsplitter.

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Die Kundschaft ist begeistert und fragt, ob ich den selber gebacken habe. Nein, natürlich habe ich den im Backofen gebacken. Und Arbeit habe ich jetzt auch wieder … z.B. die Küche aufräumen. Auch die Kinder finden den Kuchen ganz furchtbar. Könnte es also jetzt öfter geben. Ist in die Rezeptsammlung aufgenommen und eigentlich auch schnell gemacht.

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Hier noch ein Rätsel … was gibt das für einen Nachtisch? Wer es heraus bekommt, bekommt am Wochenende eine Fahrradreparatur bei Plattluft.

Beim Abendessen ist der Hit Schwarzbrötchen mit Jagdwurst auf Frischkäse. Sehr gut! – Dann weiß ich, was morgen in die Brotdose kommt.

Hört euch das an!

Luftbefeuchung ist ein Thema. Luftbefeuchtung ist nicht nur gegen Atemwegserkrankungen sinnvoll. Insbesondere das Klavier dankt eine gleichmäßige Luftfeuchtigkeit. Dem steht die Holzheizung im Wege, auch wenn der Ofenbauer etwas anderes behauptet. Ich habe schon einige abenteuerliche Vorstellungen über Luftfeuchtigkeit gehört. So sagte mir jemand, dass ein Lehmofen die im Holz enthaltene Feuchtigkeit ausschwitzt. Hä??? Der Ofenbauer sagte, dass mit dem Lehmofen keine Probleme mit der Luftfeuchtigkeit entstehen. Natürlich ist das Gegenteil der Fall. Ich muss nur auf das Hygrometer schauen. Der Grund hierfür ist auch relativ schnell erklärt. Der Ofen zieht die Feuerluft aus der Raumluft. Damit gelangt frische Außenluft in den Raum – weshalb man zum Beispiel auch relativ wenig lüften muss wenn man so einen Ofen in Betrieb hat. Diese frische Außenluft enthält relativ weniger Feuchtigkeit als die Raumluft. Die Raumluft wird durch die Bewohner und deren Verhalten befeuchtet. Wenn die relativ weniger Feuchtigkeit enthaltende Raumluft nun erwärmt wird, so sinkt die relative Luftfeuchtigkeit. Dies gilt gleichermaßen für einen Kaminofen wie für einen Lehmofen.

Und wie bringt man jetzt wieder neue Feuchtigkeit in den Raum? Ein Luftbefeuchter wäre das naheliegendste. Nur: gute Geräte sind teuer. Ich schätze, dass wir gut 2.000 Euro ausgeben könnten für einen Luftbefeuchter. Dann hat man ein technisches Gerät. Das kann kaputt gehen, braucht Strom und Wartung, steht irgendwo herum … Die effektivste Möglichkeit der Luftbefeuchtung ist der Wäschetrockner. Nur dumm, dass ich gerade eine Wäschetrocknungslösung im Heizungsraum gebastelt habe … – Dennoch gibt es hier mal ein Bild von einem Luftbefeuchter …

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Dieser Luftbefeuchter bringt mal eben schnell 3% mehr Feuchtigkeit. Und schnell getrocknete Bettwäsche.

Wir sind im Radio … https://www.wismar.fm/hinter-den-mauern-des-schabbell-ein-haus-das-noch-viel-mehr-zu-bieten-hat/

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Nein. Nicht „wir“ sind im Radio. Anne-Christin ist im Radio. Hört es euch an. „Höchst professionell, wie macht sie das bloß …“ – sagt Silke. Und ich. Respekt. Ich bin auch ein klein wenig stolz auf Dich, Anne-Christin! Immerhin darf ich Dich unterstützen, Dir den Rücken frei halten, Dir ermöglichen Dich voll und ganz im und für das Schabbell zu engagieren.

Und – was gibt es heute nur zum Abendessen? „Pizza“ wünscht sich Samson. Samson … Pizza gibt es doch am Freitag! „Aber wir könnten doch auch heute …“. Es gibt dann so etwas wie Schnellpizza – und die werden wir gelegentlich mal noch verbessern :-) – Diese hier besteht aus Brot, Jagdwurst und Emmentaler – einfach überbacken im Backofen.

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Gestern war Chorprobe und ich hatte noch einen Termin in Wismar. Deswegen gab es gestern keinen Blogeintrag.

Gemeinsame Küchenarbeit

Ich habe heute Buchhaltungstag. Am Nachmittag bin ich dann Kindertaxi zu den Filmspatzen, danach einkaufen. Beinahe schon Routine. Hm – was gibt es zu Essen? Ich mache heute mal schnelle Küche. Es gibt überbackenes Baguette, eigene Variation. Kurz: 200 ml saure Sahne, 200 g geriebenen Käse, 200 g gekochten Schinken, eine halbe Stange Lauch klein geschnitten, minimal (!) Chili aus der Mühle, Salz, Pfeffer, Knoblauch :-) vermischen, auf das aufgeschnittene Baguette verteilen und in den Backofen (180°C, gut 10 Minuten). Kommt gut an bei der Familie. Die Kinder wünschen sich die Reste in die Brotbox am nächsten Tag, Anne-Christin nimmt sie auch gerne mit.

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Danach machen wir gemeinsam die Küche. Anne-Christin spült, ich trockne ab. Das ist irgendwie auch sehr schön. Danke Anne-Christin! Die Kinder beschäftigen sich derweil am Tablett Computer, also kein Salti TV heute. Die Küche ist nun nicht ein Ort für gehaltvolle Gespräche. Immerhin sprechen wir belangloses. Ist es nun wichtig, ob man gehaltvolle oder belanglose Gespräche führt? Vielleicht besser belanglose Gespräche als gar keine Gespräche. Man kann so oder so machen – ich bin für so. Muss man überhaupt Gespräche führen? Muss man belanglose Gespräche führen? Muss man gehaltvolle Gespräche führen? Nein, niemand muss Gespräche führen. Erzwungene Gespräche sind übel. Dennoch – mit den Kindern übe ich durchaus, wie wir uns auch über Dinge unterhalten können, die uns beschäftigen, die uns wichtig sind. Ich frage Samson, ob er eine Botschaft an Frau F. hat. Jonathan ist schon irgendwo am Computer beschäftigt. Morgen haben wir wieder einen Termin (für alle Daumendrücker!). Er zögert. Ich solle mehr Zeit für ihn haben, damit er mehr HTML lernen kann. Ich übersetze: also die Eltern sollen mehr Zeit für euch haben? – Ja.

Wir wollen die Küchenarbeitsplatte abschleifen und neu behandeln. Sie sieht schon echt ramponiert aus und hat an einigen Stellen schon richtig schwarze Flecken. Wer einen Tipp hat, mit was man die am besten behandelt, darf sich gerne melden. Ich habe keine Ahnung was im Moment drauf ist. Sie könnte geölt sein.

Meteorologischer Frühlingsanfang

Ich stelle euch heute mal zwei unentbehrliche Helferlein aus unserer Küche vor. Gestatten …

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Es ist dies, ich muss das vielleicht ergänzen, die einfachste und preiswerteste Ausstattung, um sich den Luxus eines feinen Espressos zu gönnen. Espresso, das wissen möglicherweise einige der Leser nicht, ist eine recht moderne Erfindung. Es gibt wohl viele andere Kaffeezubereitungsarten. Espresso hat den Vorteil sowohl bekömmlich als auch schmackhaft zu sein. Wenn ich ganz ehrlich bin: man kann sich daran gewöhnen. Wenn dann die Maschinen einmal da stehen, geht das Theater erst richtig los. Die richtigen Bohnen müssen gefunden werden und die Maschinen müssen richtig eingestellt werden … Aber wenn man das Prozedere dann endlich hinter sich hat, ist der Genuss pur! Die Maschinen sind eine Investition in die Zukunft. Die Kaffeemühle ist für professionellen Einsatz ausgelegt. Wenn sie eine Million Portionen mahlt, dann kostet die Maschine pro Mahlung gerade mal noch 0,035 Cent. Das ist verschmerzbar. Die Espressomaschine kostet möglicherweise etwas mehr, ist aber dank einfachster Technik auch fast unkaputtbar. Und … es macht Freude. Den Milchschaum machen wir noch konventionell mit einem einfachen Schäumer von Hand. – Also wer sich unsicher ist, ob ein Vollautomat oder ein Siebträger die richtige Investition ist: ich würde immer den Siebträger vorziehen. Man ist wohl etwas länger mit der Zubereitung beschäftigt. Das ist aber auch schon eine schöne Zeremonie, die ich mir nicht unbedingt von einer Maschine abnehmen lassen will.

Ich habe heute das Heizungskellerregal auf der Liste stehen und die Fahrräder. Bratäpfel machen und Brötchen backen. Fangen wir beim Heizungskellerregal an. Einen Anfang gab es schon vor ich glaube drei Wochen. Da fehlte mir dann aber weiteres Material für die Fächer. Das habe ich irgendwann aus dem Baumarkt mitgebracht. Stand heute sieht das Regal so aus:

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Jetzt fehlen noch längere Träger für die fehlende Etage. Solche Verbesserungen sind sehr einfach umzusetzen, sind aber recht wirkungsvoll.

„Die Bratäpfel sind perfekt – so gute hast Du noch nie gemacht“ – das war Samsons Urteil. Danke!

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Hier seht ihr die Vorbereitungen fürs Backen. Der Ofen ist herunter gebrannt, die Brötchen sind gegangen. Neben der Mehltüte seht ihr den in etwa 10 Minuten selbst gebastelten Brotschieber. Mit den Messern hebe ich die Teiglinge auf den Brotschieber. Die Teiglinge sollten möglichst wenig bewegt werden, damit sie nicht zusammen fallen.

Es gibt noch eine Nachricht, die habe ich gerade bekommen. Dieses Haus ist zu verkaufen:

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Es steht in Deisendorf bei Überlingen am Bodensee und ist mein Elternhaus. Es war quasi schon verkauft. Nun ist der Käufer vom Kaufvertrag zurück getreten. Etwas Pech für uns, möglicherweise Glück für einen anderen Käufer. Nur Mist, dass jetzt die ganze Prozedur mit der Interessentensuche wieder von vorne anfängt. Ihr glaubt gar nicht, wieviele Menschen nicht lesen können, wenn da deutlich steht „Makleranfragen werden nicht beantwortet“.

Heizungswartung und Salti TV

Ich hoffe, ich bekomme alles noch richtig zusammen heute – ansonsten – auch nicht so schlimm.

Anne-Christin kommt mit Brötchen, ich bin grade mit dem Besen fertig und die Kinder haben etwas widerwillig am Computerarbeitsplatz aufgeräumt. Ganz normaler Samstagsbeginn möchte man fast meinen …

Zunächst macht Jonathan dann aber den restlichen Crepesteig zu Crepes. Es gibt gerade noch vier Stück. Echt Glück gehabt. Nach dem Frühstück sitzen wir noch ein bisschen vor dem wärmenden Ofenfeuer und machen uns dann ganz gemütlich an ein paar Sachen. Ich habe mir heute die Heizungswartung vorgenommen. Und das wird jetzt ein etwas längerer Text. Was ich mit dieser Heizung alles schon erlebt habe, das ist schon fast ein eigener Blog wert.

Die Heizung wurde von einem örtlichen Fachunternehmen installiert. Der Wolf Techniker war zur Inbetriebnahme da. Man sollte meinen, dass ja dann alles in Ordnung ist bzw. falls etwas nicht in Ordnung ist schnell in Ordnung gebracht wird. Dem war definitiv nicht so. Mir ist schon bald aufgefallen, dass die Heizung recht häufig startet, die Brennzyklen also sehr kurz sind. Das war insofern nicht sehr wunderlich, als dass wir fast alles mit Holz heizen. Es sind nur wenige Heizkörper auf. Nach etwa zwei Jahren rumpelte es dann immer wieder in der Heizung und sie ging aus. Schließlich kam eine Störungsmeldung. Es waren dann innerhalb kurzer Zeit diverse Heizungstechniker hier, mit unterschiedlichen Maßnahmen und Diagnosen. Einer wechselte zweimal die Düse, ein anderer veränderte irgendwas an der Einstellung. Ein weiterer meinte, dass die Wartung mindestens einmal jährlich gemacht werden müsse. Der vierte war davon überzeugt, dass auf jeden Fall eine Ölpumpstation (Kostenpunkt ca. 1000 Euro) notwendig wäre. Für die falsche Diagnose wollte er dann auch noch Geld haben. Irgendwann war ich das Theater leid und habe den Wolf Techniker angerufen. Die Kosten waren mir egal, ich wollte eine laufende Heizung haben. Es kam dann der freundliche Servicemann von Wolf, dessen Jacke ich auch schon an hatte. Als die Heizung bei der Installation in Betrieb genommen wurde, hatte er seine Jacke hier vergessen. Die habe ich mir dann kurzerhand übergezogen, bin ihm hinterhergelaufen und habe mich als sein Kollege vorgestellt. Der Mann hat bei der Inbetriebnahme schon nicht mit Kompetenz geglänzt – trotz seiner Jacke. Auf die Frage, was ich denn als Kunde an der Heizung noch optimieren kann, schaute er mich verständnislos an und sagte „wenn meine Frau sagt es ist zu kalt, dann drehe ich die Heizung höher – höhöhö.“. Er wechselte die Düse, stellte die Heizung neu ein und empfahl eine Pumpstation. Kurze Zeit später rumpelte es dann wieder in der Heizung. Jetzt hatte ich endgültig die Faxen dicke. Glücklicherweise wurde mit der Heizung eine Wartungsanleitung mitgeliefert. Ich fing also selber an, an der Heizung zu schrauben. Das muss etwa vor zwei Jahren gewesen sein. Erstmal habe ich wieder alles gereinigt. Dann habe ich die Brennertaktung auf mindestens 30 Minuten gestellt. Damit habe ich die häufigen Brennerstarts vermieden, die – so meine Vermutung – zum Ausfall führten. Seither war Ruhe. Die Heizung lief störungsfrei. Der Schornsteinfeger war neulich da und hat die Heizung gemessen. – Traumwerte. Ich konnte es selbst kaum fassen. Die Heizung steht glücklicherweise fast in der Wohnung. So kann ich sehr gut hören was da los ist. Seit einigen Tagen startet sie gelegentlich wieder mehrfach. Ich schreibe also auf meinen Aufgabenzettel: Heizungswartung.

Ich bin, ich muss das vielleicht kurz erwähnen, kein gelernter Heizungsschrauber. Ich habe keine Spezialkenntnisse, ich habe kein Spezialwerkzeug, kann den Öldruck nicht messen und den CO2-Wert auch nicht. Wenn ich etwas an der Heizung schraube und sie funktioniert hinterher nicht mehr, dann kann ich nicht herausfinden woran es liegt, weil ich schlichtweg keine Ahnung habe. Dennoch wollte ich mir jetzt die Suche nach einem Experten sparen, der was weiß ich was mit der Heizung anstellt … Glücklicherweise wird eine Wartungsanleitung mitgeliefert, sodass ich eigentlich nur die Handgriffe ausführen muss, die in der Wartungsanleitung stehen.

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Ich mach das alles sehr sorgfältig. Neben dem in der Wartungsanleitung aufgeführten Werkzeug ist bei mir noch die Taschenlampe am Start. Vor jedem Arbeitsschritt schaue ich ganz genau wie was gemacht werden muss. Hauptsächlich geht es darum das Rohr der Flammüberwachung zu reinigen. Ich stelle aber auch die Zündelektroden ein und reinige den Brennraum. Dann wird alles wieder zusammen gebaut. Es dauert natürlich alles ziemlich lang. Die Heizung funktioniert danach wieder einwandfrei. Erfolgserlebnis!

Anne-Christin erzählt von ihrer Reise nach Naumburg. Es muss eine eindrückliche Reise gewesen sein. Danke für den interessanten Bericht! Es ist schon fast so wie wenn ich selber dort war. – Naja, nicht ganz. Aber so ein ganz kleines bisschen.

Zum Mittagessen gibt es Blumenkohl in Bechamel-Wienerle – pardon – Wiener Würstchen-Soße mit Reis. Hirse muss ich mal auf den Einkaufszettel schreiben – hatten wir grade nicht mehr.

Nachmittags bastle ich noch am Heizungskellerregal – es wird aber heute tatsächlich eher gemütlich gearbeitet.

Die Wismarer Bürgerschaft hat über die Eintrittspreise ins Museum entschieden. Der Eintritt für Erwachsene soll nun vier Euro kosten, der ermäßigte Eintritt soll drei Euro kosten. Der gestrige Artikel in der Ostsee-Zeitung ist also Fake News. Alles sehr interessant – irgendwie. Immerhin … ich halte diese Preise für angemessen und werde nun unseren Feriengästen das Wismarer Heimatmusesum (genannt Schabbel, ausgesprochen Schabäl) auch empfehlen.

Abends nach dem Abendessen (aufgebackene Weckle, Chinakohl-Möhren-Salat) gab es hier noch eine Vorführung von Salti TV. Sehr sehr eindrücklich. Die Vorführung konnte nur dank einer Sondergenehmigung stattfinden. Ich habe nicht so viel davon mitbekommen – ich hatte Küchendienst. Das Publikum war aber absolut begeistert, hat ständig mit Daumen hoch gevotet und die Akteure waren wohl höchst professionell und hoch motiviert. Toll.

Ein wunderbarer Tag geht zu Ende. D … A … N … K … E … !

Tag 49

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Ich muss hier einmal eine Zwischenbemerkungen an die lieben Leserinnen und lieben Leser loslassen. Wenn du etwas in meinen Beiträgen findest, was verletzend, beleidigend, entwürdigend oder gar falsch oder unwahr ist, dann schreibe mir bitte sofort! Oder ruf‘ mich an. Oder komm‘ vorbei! Also das ist mir schon wichtig. Ich hab ja auch nur meine eigene Sichtweise und die ist … – genau … beschränkt. Es ist nicht meine Absicht jemanden zu beleidigen oder zu verletzen. Es ist meine Absicht meine momentanen Erkenntnisse und Erlebnisse aufzuschreiben und euch daran teilhaben zu lassen. Die Schreiberei hilft mir meine Erlebnisse zu verarbeiten. Ich kann hier eh nur einen kleinen Teil loslassen, weil das hier ja öffentlich ist. Also die Regierung kann das auch lesen. Bitte … melde dich wenn du was findest. Ok? Versprochen? Sonst darfst du das alles nicht lesen.

So. Jetzt aber zum Beitrag. Noch sieben Tage. Der kleine Prinz würde jetzt fragen: „Sieben Tage wovon?“.

Ich wage schon mal einen Rückblick auf die vergangenen sieben Wochen. Die Idee, die hinter der vorübergehenden Trennung steckte war, ein wenig Klarheit darüber zu bekommen, ob die Familie in der bisherigen Zusammensetzung bestehen bleibt, aber besonders auch darüber, in welcher Art diese Zusammensetzung gelebt wird. Die Realität weicht von der Idee sehr deutlich ab. Auch wenn momentan eine räumliche Trennung mit unterschiedlichen Wohnsitzen erstmal vom Tisch ist, so ist die Form des Zusammenlebens noch vollkommen ungeklärt. Das ist für den Verlangensschwächeren natürlich eine komfortable Situation. Ein Dauerzustand ist das nicht. Es ist also nach wie vor alles offen. – Das war nicht unbedingt das, was ich mit der Idee im Sinne hatte. Immerhin ist Bewegung in die starre und festgefahrene, vollkommen blockierte Situation gekommen. Auch gibt es viele positive, wunderbare, schöne Signale, Erlebnisse und Zeichen.

Ansonsten hat der Selbstversuch interessante Aspekte zutage gefördert. Der Alltag als Alleinerziehender ist locker zu bewältigen. Wenn man ein paar Abläufe optimiert, z.B. einkaufen geht wenn man eh unterwegs ist, eine gute Vorratsplanung macht, ein gutes Team ist, dann macht diese Lebensweise sogar zeitweise Spaß. Es ist niemand da auf den man Rücksicht nehmen müsste. Man kann alles so gestalten wie es einem passt. In der Dusche steht statt fünf Flaschen eine Flasche mit Duschmittel und man hat den Überblick, was im Kühlschrank vergammelt – äääh weg muss und was fehlt. Die Kinder verspüren eine noch stärkere Abhängigkeit. Man hat also weniger Mühe mit der Abstimmung, Planung, dem alltäglichen Ablauf. Wenn ihr zwischen den Zeilen lest, dann erkennt ihr auch den bitteren Zynismus, der in dieser Schilderung liegt. Mit einer entsprechend gefärbten Brille, kann man diese Lebensweise geradezu als ideal ansehen. Es ist sauber und aufgeräumt, nach außen kann man Stärke zeigen und von fast jedem Mitleid bekommen. Man hat den vollkommenen Gestaltungs- und Entscheidungsspielraum. Also das Schiff quasi ganz für sich.

Wer mich kennt, der weiß: das ist nicht mein Leben! Ich bin immer noch ein Mensch, der gerne ganzheitlich denkt, fühlt und handelt – oder kurz: lebt, liebt. Insbesondere den Kindern bin ich genau dieses schuldig. Sie haben nicht so ein amputiertes Leben verdient, so ein armseliges Dasein in das wir gerade hinein gezwungen werden, dem wir uns stellen in der Hoffnung es zu überwinden. Nicht umsonst hat die Natur genau dies so vorgesehen: die Eltern als Paar, das agiert und auch interagiert. Manchmal auch wohlwollend, manchmal auch vorbildlich. Mal individuell, mal gemeinsam. Das sorgt und sich sorgt. Die Familie als offene Einheit, die mit anderen Menschen und Familien agiert, interagiert, frei, weil die Mitglieder es wollen. Nicht weil sie es müssen … Das war die Idee, als ich irgendwann im Sommer 2009 bei einer Bewohnerbewerbung in der Küche sagte „ich hätte gerne Kinder im Haus“. – Wie weit haben wir uns von dieser Idee entfernt …?

Ich habe in den letzten Wochen ein paar Sachen gelernt. Ich habe Aufgaben übernommen, die von Anne-Christin als lästig empfunden wurden. Beispielsweise die Brotdosen am Morgen für die Kinder richten. Ja, man kann das als lästig empfinden. Man kann da aber auch einen gewissen Spaß, einen gewissen Witz finden. Was packe ich in so eine Dose rein? Ist die eine Frage. Eine andere Frage ist aber: wie gestalte ich dieses ganze Leben mit der Brotdose. Ich muss eine gewisse Vorratshaltung haben an Gemüse, Snacks, Nachtisch usw. Ich muss aber auch mit den Konsumenten interagieren. Ich kann sie fragen „was schmeckt euch?“ – „worauf habt ihr Appetit?“ – ich kann die Dosen beobachten wie sie zurück kommen, was wurde gegessen und was nicht. Ich kann mir Gedanken machen, ich kann kreativ sein. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Das ist so ein Spruch. Es ist aber auch eine tiefe Wahrheit. Es kommt sehr darauf an, in welcher Atmosphäre, mit welcher Intention wir eine Speise serviert bekommen und verzehren. Ein absolutes Billigfood kann, mit guten Freunden in einer freudigen Atmosphäre, zur wahren Delikatesse, zur wertvollen Nahrung werden. Das teuerste Sterneessen aus Bio kann zu Gift werden in einer angespannten, feindseligen, missmutigen Atmosphäre. Sowas braucht natürlich Zeit, Kapazität, Lust. Wenn ich in Gedanken immer noch bei meinen mobbenden Kollegen, mit irrationalen und lebensfremden Problemen von der Erwerbsarbeit belastet bin, schlechte Gedanken über meinen Mitbewohner habe – wie soll ich da noch freudig Brotdosen gestalten und packen? Das wird nichts. Das gilt für viele Kleinigkeiten des Alltags.

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Morgens die Kinder wecken zum Beispiel. Zugegeben, das ist nicht schön. Ohne den Livestyle Lebensort Tressow am See könnten sie eine Viertelstunde länger schlafen. Mindestens. Vielleicht sogar eine halbe Stunde. Diese Entscheidung habe ich aber auch getroffen. Also muss ich sie mit tragen. Und ich muss das Beste daraus machen. Auch dies: es erfordert Energie und Kreativität. Jeden Tag neu. Den Kindern Mut machen für den neuen Tag. Ihren Missmut auffangen und gegebenenfalls reflektieren. Und lernen, lernen, lernen. Können wir die Situation drehen? Können wir etwas verbessern? – Wir können! Ich bin mir sicher! Wenn wir wollen.

Die Ferienwohnungen, die Spülmaschine, das Geschirr – mittlerweile alles meins. Erstaunlich dabei: mit jedem neuen Feld das ich übernommen habe, hat sich die Geschwindigkeit, mit der sich Anne-Christin von hier entfernt hat verdoppelt oder vervielfacht. Auch wenn meine Erwerbstätigkeit dadurch leidet … – ich liebe meine neuen Tätigkeitsfelder. Es ist wunderbar so ein tolles technisches Ding wie eine Spülmaschine zu besitzen und nutzen zu können. Es macht Freude die Anfragen von Feriengästen zu beantworten, die Buchungen vorzunehmen, die Ferienwohnung herzurichten, die Gäste zu empfangen … Es ist weniger eine Pflicht als eine Befreiung. Da musste ich die letzten Jahre immer das Gemecker anhören und mich innerlich davor wehren ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Natürlich fände ich es noch schöner, wenn wir gemeinsam auf all diesen Feldern tätig wären. Aber ich kann es nicht erzwingen. Leider.

Aber vor allem: wie gehe ich hier, beinahe von der Welt vergessen, mit meiner inneren Not, mit meinem Bedürfnis nach sozialen Kontakten, nach Nähe, nach Austausch, nach engen Freunden um. Das ist die größte Herausforderung. Ich kann verschiedene Sachen machen. Ein wichtiger Tipp – mal ganz am Rande: Alkoholverzicht. Am besten zu 100%. Selbst kleine Mengen Alkohol können das Wohlbefinden nachhaltig stören. Der Griff zu einem Gläschen Wein ist naheliegend aber töricht. Ich brauche meine ganze geistige Wachheit, um der Situation gerecht zu werden, um mein eigenes Seelengleichgewicht zu finden, um stets klar zu sein, was der Moment bedeutet. Ein Beispiel: ein Schluck Wein vor dem zu Bett gehen macht zwar, dass ich besser einschlafen kann. Ich wache aber auch schneller wieder auf. Jede Minute Schlaf ist derzeit wertvoll, kostbar und wichtig. Die seelische Gesundheit ist wichtig. Also die eigenen Gedanken und Gefühle genau zu kennen und damit umzugehen. Woher kommen die schlechten Gedanken? Was kann ich tun, damit sie mich nicht zu sehr hemmen? Und: wie gehe ich mit meiner Sehnsucht um. Dabei ist Alkohol extrem hinderlich. Gute Bücher sind wichtig. Immer den Augenblick erleben.

Wenn ich das so runter schreibe, so kann leicht ein Missverständnis entstehen, dem ich entschieden entgegentreten muss. Es spricht überhaupt nichts dagegen, dass einer aus der Familie einer fremdbestimmten Erwerbstätigkeit außer Haus nachgeht! Das bekommen andere Familien auch hin. Wenn aber das Nachgehen einer fremdbestimmten Erwerbstätigkeit eine Flucht vor der Verantwortung ist, die man mit der Familiengründung übernommen hat, dann läuft etwas schief. Wenn die fremdbestimmte Erwerbstätigkeit zum 150%igen Lebensinhalt wird, wenn alle sozialen Kontakte genau darauf ausgerichtet werden, die Familie dabei ausgeschlossen wird, die Familie nur als lästig, als Balast erlebt wird, dann stimmt etwas nicht. Es ist generell nichts gegen eine fremdbestimmte Erwerbstätigkeit zu sagen. Es muss aber irgendwie auch ein Gleichgewicht wieder hergestellt werden zwischen der einen und der anderen Welt. Es gibt auch Familien, in denen beide Eltern einer fremdbestimmten Erwerbstätigkeit nachgehen. Es ist dann allerdings sehr viel Kompensation aus dem Umfeld (z.B. durch Großeltern, Freunde usw.) notwendig.

Essen geht halbwegs gut dank der Kinder. Ich mache gerne feine Sachen zum Essen. Und dann ergibt es sich schon in der Küche, dass die ein oder andere Leckerei den Weg in mich findet. Gemeinsames Essen mit den Kindern geht auch halbwegs gut. Und dann: die Reste müssen weg :-) – das ist auch ein Trick, der halbwegs gut funktioniert.

Um auch noch diese Erkenntnis loszuwerden. Es gibt viele Vorurteile bezüglich der Geschlechterrollen. So gelten Frauen als die sozialeren Wesen. Ich habe nun eine neue Erfahrung gemacht, die ich auch gerne teilen möchte. Viele dieser Vorurteile sind im praktischen Leben nicht haltbar. Vieles, was dem einen oder dem anderen Geschlecht als Eigenschaft zugeschrieben wird, ist eben genau nicht geschlechtsbedingt sondern rollenbedingt. Wenn also ein Mann die Rolle des Familienmanagers hat, dann entwickelt er quasi von selbst sein soziales Wesen, weil die Rolle genau dieses verlangt und begünstigt. Daher mein Tipp an Dich … sei gerne misstrauisch, wenn wieder jemand etwas von Eigenschaften eines Geschlechts von sich gibt: das meiste davon ist schlichtweg falsch.

Heute gibt es zur Feier des Tages Crepes. Wir decken mal für vier. Ich erinnere mich an einen Mitbewohner in Lörrach, der hat auch gerne für den Papst mit gedeckt. Es gibt Crepes mit Käse und Wienerlescheiben – pardon – Wiener Würstchen Scheiben, grünem Pfeffer. Es gibt Crepes mit Nutella, mit Bananenquark. Wir lassen es heute mal wieder so richtig krachen. Der Papst geht heute leer aus. Messer und Gabel brauchen wir nicht, was möglicherweise durchaus geschlechtsspezifisch ist.

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