Karin – das habe ich gestern geschrieben … Karin kommt zu Besuch. Nur Karin, die eh anders heißt, heißt auch nicht anders Karin sondern Beate. Verwirrend? Macht nichts. Ich bin mal früh aufgestanden. Obwohl sie gerne Bio hat und vegetarisch isst, habe ich einen ganz normalen Apfel-Käsekuchen gebacken. Musste doch sein. Äpfel hatte ich noch übrig von der letzten Schulwoche.
Wir haben gefrühstückt, dann noch die obere Ferienwohnung geputzt – Jungstrupp eben -, ich habe noch die Walnachrichten (nicht zu verwechseln mit Wahlnachrichten) angeschaut und kurz gechillt, da klingelte es schon. Beate war 1,5 Stunden vor dem vereinbarten Termin da … was ok ist. Ich habe ihr ja geschrieben, dass für mich jede Uhrzeit gut ist. Jetzt war ich weder umgezogen noch rasiert. Egal – nun war es so.
Ich mache es kurz. Ich kann mit „Spiritualität“ nicht wirklich was anfangen. „Es gibt in Deutschland zu viele Ausländer“ – „zu viel Kriminalität“ – „bald gibt es keine Deutschen mehr“ … da fehlen mir wirklich die Worte. Ich kann es mir anhören. Und merke, wie in mir Übelkeit aufsteigt. Ich finde es gut, wenn die Dinge am Anfang zur Sprache kommen. Ich sage auch deutlich, dass ich ein nüchtern-sachlicher und kognitiver Mensch bin. Wenn aber die ganz banalen Fakten von meinem Gegenüber geleugnet werden …
Mit etwas Wehmut schreibe ich ihr gleich. Ich finde es heute mal gut nicht der Leidende zu sein sondern der Agierende. Ich glaube zwar, dass sie mir auch eine Abfuhr schicken würde. Ich brauche diese aber nicht.
Ob ich die Vorauswahl doch noch härter treffen sollte? Generell finde ich in Ordnung, wenn sich jemand als „spirituell“ bezeichnet. Das allein kann kein Grund sein keine Partnerschaft eingehen zu wollen. Auch „christlich“ kann ich mir vorstellen. Aber es ist eben die Frage der Ausprägung. Und bei „spirituell“ sind wir eben sehr schnell an dem Punkt, wo alle Fakten beliebig umgekehrt und geleugnet werden können. Zuckerkügelchen helfen gegen Krankheiten. Das tun sie wirklich. Aber wie tun sie das? Alles ist von Gott gemacht. Das ist die schiere Beliebigkeit und eine echte Luxusansicht. Es hilft nicht.
Ob ich nicht doch toleranter sein müsste?
Kurz darauf ruft Bruder an. Wir unterhalten uns über vieles. Auch kontrovers. Auch ergänzend. Es ist lebendig. Es ist wohlwollend und wertschätzend. Hallo Mädels … ist da draußen nicht jemand, mit dem man sich normal unterhalten kann – ohne dass jedes Thema zur Falle wird?
Herausforderung. Die Herausforderung ist angenommen. Also … weiter geht’s. Wahrscheinlich am Mittwoch oder Donnerstag nach Hamburg – ich werde berichten. Bleibt dran.