Neues aus der Holzwerkstatt

Es gibt doch wieder einiges zu berichten.

Wir haben Internet. Ach, das schrieb ich ja schon letzte Woche. Aber: wir haben auch Telefon. Mit Gegensprechfunktion und wir können auch angerufen werden. Was? Das ist selbstverständlich? Ha – ihr habt eine Ahnung und auch noch nie mit Vodafone zu tun gehabt. Also das ist schon sowas wie ein Schenkelklopfer was die sich geleistet haben. Dazu kommt noch die Bundesnetzagentur, die hat den Vogel natürlich abgeschlossen. Aber das ist auch eine Behörde. Die dürfen das.

Was ist geschehen? Ich versuche es kurz zu machen. Montag sollte ja der Anschalttag für das Telefon sein. Ich habe dann immer wieder mal probiert, mit den Zugangsdaten und dem Ausfüllhinweis des netten Mitarbeiters von der WEMAG. Habe aber immer nur Fails geerntet. Die Fritzbox konnte sich mit den eingegebenen Daten nicht für den Telefondienst autentifizieren. Also am Dienstag: neuer Anlauf, Servicerufnummer wählen. Eine sehr hilfsbereite Mitarbeiterin führte mich dann nochmal durch die Einstellungen. Sehr geduldig. Ging nicht. Dann die zweite Rufnummer. Die ging dann plötzlich. Dann nochmal die erste. Die ging dann auch. Und die dritte ging dann auch. Ganz sicher haben wir es nicht rausgefunden woran es lag. Vermutlich daran, dass ein Feld mehr ausgefüllt war als eigentlich notwendig. Ich war überglücklich. Und ich konnte tatsächlich telefonieren. Das habe ich sofort ausprobiert. Das war ein richtiges Erfolgserlebnis. Da ich aber weiß, dass – naja – vor dem Abend auch noch was schief gehen kann, habe ich auch versucht mich anzurufen. Das ging nicht. Also … nochmal telefonieren, nochmal Mail schreiben. Und dann? Dann klingelte das Telefon. Kunde war Erster. Danach rief die WEMAG an. Ich konnte die Mitarbeiterin direkt mit Namen begrüßen. Sie meinte, sie wäre jetzt schon viele Jahre dabei, aber so etwas hätte sie noch nie erlebt.

Bundesnetzagentur. Ja, das Theater kenne ich schon. Die sollte eigentlich dafür da sein die Bundesnetze zu Agenturen. Das machen sie aber nur sehr sehr widerwillig. Man kennt das schon. Eigentlich will man einen unerwünschten Anruf melden. Dann muss man aber was weiß ich was für Belege mit einrichten – vollkommen absurd und unmöglich. Kein Mensch schafft das. Denn in dem Moment, wo so ein beknackter Anruf kommt, hat man auch nicht gerade das Formular der Bundesnetzagentur neben sich liegen und fragt alle Daten ab, die für die Einreichung notwendig sind. Also ich habe der WEMAG versprochen den Vorgang an die Bundesnetzagentur zu melden. Habe ich gemacht. Formular ausgefüllt. Einige Tage später kommt dann per E-Mail eine Antwort, dass man noch diese und jene Belege nachreichen muss. Habe ich gemacht. Dann kommt wieder eine E-Mail – nein, auf die E-Mails kann man nicht antworten, man kann nur wieder so ein beknacktes Formular ausfüllen. Da wollen sie dann wissen, ob das Telefon gestört ist oder was anderes los ist – das hatte ich schon in der Meldung sehr ausführlich beschrieben. Also habe ich beschrieben, dass sie mir bitte keine bescheuerten Mails mehr schicken sollen sondern sich um den Vorgang kümmern sollen. Ich bin mir mal ziemlich sicher, dass sie es nicht machen. Warum auch? Macht ja nur Arbeit. Behörde eben.

Eine weitere Behördengeschichte? Die ist etwas übel. Oder mir wird etwas übel, denn das ist auch etwas bedenklich. Die Pappel von der Gemeinde wächst ja in unseren Satellitenstrahl. Dann habe ich den Auftrag erteilt (über 600 Euro!) die Pappel bitte so zu beschneiden, dass der Satellitenstrahl wieder auf unsere Satellitenschüssel fällt. Dann waren zwei Experten da, die haben mit der Motorsäge einen Ast abgeschnitten, Zigarettenkippen ins Landschaftsschutzgebiet geworfen und nach weniger als einer Stunde waren sie wieder weg. Der „Unternehmer“ rief kurz darauf an und meinte, dass die Arbeiter länger gebraucht hätten als veranschlagt, weil dort ja so viel Wasser war, dass er aber beim angebotenen Preis bleiben würde. Hä? Ich hab ihm dann gesagt, dass die grade mal eine knappe Stunde da waren und einen Ast abgesägt haben. Dann habe ich geguckt, nicht einmal der Satellitenstrahl konnte ungehindert auf die Schüssel fallen. Und dafür will er über 600 Euro? Ich fasse es mal wieder nicht. Aber was hat das mit der Behörde zu tun? Nun, die Behörde verwaltet ja die Pappel von der Gemeinde. Ich hab der Mitarbeiterin, die den Unternehmer empfohlen hat, dann gesagt, dass 600 Euro für einen nicht ausgeführten Auftrag und eine Stunde Anwesenheit mit weggeworfener Zigarettenkippe doch ein stolzer Preis ist. Sie: „ich kann das nicht beurteilen“. Mir klappte die Kinnlade runter. Die vergibt solche Aufträge für die Behörde. Und jetzt meint der großzügige mecklenburger Unternehmer, dass ich auch wie eine Behörde einfach Rechnungen unterzeichne und überweise? Ich glaube es hackt. Ein abgesägter Ast, 600 Euro. Nicht schlecht!

Die Schüler- und Elternumfrage ist zu Ende. Der Elternrat wird das auswerten.

Es gibt neues aus der Holzwerkstatt. Eine Brennholzzuteilung habe ich noch nicht. Draußen scheint schön die Sonne. Es ist zwar kalt, aber irgendwas muss man ja machen. Und ich habe ja noch einen Haufen Eichenholz. Also wird ein Stapel auseinandergestapelt. Das Holz macht einen guten Eindruck. Dann säge ich erstmal ca. 7 cm Streifen runter. Ist alles etwas mühsam. Immer schön die Setzlatte anzwingen, schauen dass alles passt, dann runter sägen. Dann abzwingen, Sägespäne beiseite räumen, nächsten Streifen anzeichnen usw. Vier Bretter. Gibt insgesamt zwanzig Streifen und sehr wenig Rest. Nun. Eigentlich müssten die Streifen schmaler sein. So vier bis fünf Zentimeter. Dann kann man die schlechten Stellen auch besser raus nehmen. Aber man muss viel mehr sägen und viel mehr leimen. So entscheide ich mich eben für sieben Zentimeter.

Dann geht wieder Nachdenken los. Was mach ich aus den Streifen? Wir könnten gut noch einen Tisch gebrauchen. Für draußen. Entweder als Ersatz für den angegammelten Douglasientisch oder zusätzlich. Oder eine Schreibtischplatte, vielleicht später mal eine Höhenverstellung drunter bauen. Der Draußentisch könnte auch ein Lattentisch werden. Das ist sehr praktisch. Zum einen steht das Wasser nicht so drauf und zum anderen fallen die Krümel gut runter. Eine Platte muss verleimt werden. Zum Verleimen muss man fügen. Herr Spöri hat mit der Kreissäge gefügt. Sehr edel. Die Bohle erst einmal über den Abrichter geschoben, dann die Lamelle gesägt, dann wieder über den Abrichter geschoben. So war schon eine Seite glatt. Das war auch „richtiges“ Holz. Ich habe ja nur Brennholz. Und jetzt heißt die Challenge: mach aus Heimarbeiterwerkzeug und Brennholz ein Möbel. Geht das? Beim letzten Tisch hab ich mir einen abgebrochen und es hat trotzdem Lücken gegeben. Außerdem war die Platte hinterher krumm und schief. Ob das besser geht? Ich überlege hin und her. Schließlich kommt mir eine Idee. Ich beschreibe das mal.

Zwei Lamellen werden mit der aneinander zu fügenden Seite nach unten auf einen geraden Balken gezwungen. Dann werden sie gegeneinander gezwungen. Dann wird die erste Zwingung wieder gelöst. Nun sollten die zu fügenden Seiten recht gerade und eben nebeneinander liegen. Das wird gehobelt. Die Idee dahinter ist die: die Kanten sollten ja eigentlich schon gerade sein. Schließlich haben wir ja an einer geraden Schiene entlang gesägt. Es geht also nur noch darum leichte Unebenheiten, die beim Sägen entstehen, auszuhobeln. Es ist dennoch mühsam. Pro Leimfuge müssen etwa zwölf Zwingen gesetzt werden. Natürlich werden die Lamellen dadurch nicht gerade. Diese Möglichkeit habe ich ja gar nicht gerade Lamellen herzustellen. Das geht nur mit dem Abrichter und der Dickte. Aber zum einen muss ich kein perfektes Möbelstück herstellen. Es genügt, wenn es zusammen hält. Zum anderen arbeite ich ja gerade nicht mit Holz aus dem Holzlabor sondern mit Brennholz.

Der Schreiner arbeitet da natürlich ganz anders. Da werden die Lamellen so bearbeitet, dass sie 100% gerade und nicht verzogen sind, gleich dick sind und passend gefügt. Wenn man die auf einem ebenen Tisch aneinander legt, gibt es keine Fuge.

Die Lamellen sind nach unten auf den Balken gezwungen und einige Zwingen pressen die Lamellen zusammen.
Umgedreht und gehobelt
Hier ist die Baustelle schon teilweise im Schatten. Ich verleime auf der Leiter, da kann ich die Zwingen gut setzen ohne dass ein Tisch im Weg ist.

Es ist kalt und windig. Kurzfristig überlege ich mir sogar die Arbeit zu verschieben. Der Ehrgeiz treibt mich dann aber doch weiter.

So ganz toll gelingt der Plan nicht. Ich bekomme die Lamellen nicht mehr zueinander auf die gleiche Höhe geschoben. Hm. Schade. Wird die Platte nochmal 2 mm dünner. Aber egal. Nun hoffe ich, dass sich das Teil nicht allzusehr verzieht.

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