Coronawoche 9

Es wird sehr kontrovers diskutiert, ob weitere Öffnungen sinnvoll sind. 100 Milliarden – so die heutige Prognose – beträgt der Steuerausfall durch Corona, allein in der Bundesrepublik. Gleichzeitig werden allenthalben Milliardenhilfen benötigt. Für die notleidenden Kulturschaffenden ebenso wie für eine große Luftfahrtgesellschaft und große und kleine Betrüger. Die Virologen arbeiten immer noch auf Hochtouren, um der ahnungslosen Bevölkerung die Gefährlichkeit des kleinen Partikels glaubhaft nahe zu bringen. Andere engagierte Bürger versuchen auf Demonstrationen das Gegenteil zu beweisen. Fakt ist: keiner weiß wirklich etwas. Ein Leben in der Welt der Ahnungslosen. Jeder versucht sein Süppchen zu kochen. Die Acrylglashersteller, die Autokonzerne, die Forscherinnen und Forscher, die Medienschaffenden.

Die sozialen Folgen sind nicht absehbar. „Familie in der Corona-Krise: Die Frauen verlieren ihre Würde – In der Krise erleben wir einen Rückfall auf eine Rollenteilung wie zu Zeiten unserer Großeltern. Alle Staatshilfen müssen überprüft werden, ob sie auch den Frauen helfen. “ (Die Zeit) – oder „Studie: Frauen übernehmen einen Großteil der Kinderbetreuung in der Coronakrise“ (Der Spiegel). Interessant dabei ist, dass hier einmal mehr Geschlechterverhältnisse genannt werden, aber eigentlich von Rollenverhältnissen die Rede ist. Dies – so meine Beobachtung – ist sowohl in Medien als auch Studien, Meinungen und an Stammtischen sehr häufig der Fall, weshalb ich doch etwas misstrauisch werde, wenn irgendwo von „die Frauen“ oder „die Männer“ die Rede ist. Häufig geht es überhaupt nicht um geschlechtsspezifische Erscheinungen sondern um rollenspezifische. Zugegeben: es gibt realtiv wenig Männer, die sich Haus, Kindern und Herd mehr als der Karriere verpflichtet fühlen. Doch sollte man Minderheiten nicht unberücksichtigt lassen, zumal es auch um gravierende faktische Unterschiede geht.

Die Musikschule ist wieder geöffnet. Mit Einschränkungen. Zugang nur mit Mund-Nasen-Schutz. Klavierunterricht ebenso. Trompetenunterricht nicht. Manchmal erschließt sich manche Regel nicht auf den ersten Blick. Auf den zweiten auch nicht. Die Grundschule wird ab kommender Woche wieder Mittwochs Unterricht für die Klasse 3 anbieten. Wir würden in diesem Schuljahr noch sechsmal in die Schule gehen.

Um sich die Zeit zu vertreiben, machen die Kinder auch mal Matheaufgaben der 4. Klasse. Samson hat eine Website programmiert. https://ferien-am-tressower-see.de/p1
Das HTML und das CSS ist hauptsächlich von ihm, vermutlich mit einigem Copy&Paste aus diesen und jenen Quellen und mit etwas Hilfe und Korrektur von mir.
Die Inhalte (Texte und Bilder) dieser Seite https://ferien-am-tressower-see.de/p1/tipp.php sind von Jonathan und Samson gemeinsam im Rahmen des Kochunterrichts entstanden.

Ich muss ein Dementi loswerden. Wichtigstes Ereignis der vergangenen Woche war: das Stadtmuseum Wismar wurde wieder geöffnet. Ich hatte vor einiger Zeit geschrieben, dass der Eintrittspreis ab 1. April gesenkt werden soll. Das war offenbar doch ein Aprilscherz. Der Bürgermeister der Stadt Wismar hat dieser Entscheidung widersprochen. Insofern bleibt also erstmal alles beim Alten: 8 Euro pro erwachsener Person Eintritt. Während andere Landesmuseen kostenlosen Eintritt wegen eingeschränkter Nutzung der Ausstellung gewähren, darf man in Wismar für die gute Sache weiterhin den vollen Preis bezahlen.

Wir lesen aus Erich Kästners „Als ich ein Junge war“ und beschäftigen uns mit psychologischen Aspekten von Partnerschaften. Spannendes und interessantes Thema. Im Buch wird unter anderem Barbara Streisand zitiert: „Wieso strengt sich eine Frau zehn Jahre lang an, ihren Mann zu ändern und beklagt sich dann ‚Du bist nicht der Mann, den ich geheiratet habe?'“ – und ähnliche unbekannten und unterhaltsamen Volksweisheiten.

Am Montag machen wir Wackelpudding. Für alle ein Spaß …

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Am Dienstag machen wir Bratäpfel im Lehmofen. Vielleicht die letzten bis zum Herbst.

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Außerdem kommt eine Postsendung mit Sparschälern. Das kam so … ich las einen Test über diverse Schäler. Die kamen allesamt nur mäßig weg. Die Testerin, so stand es in dem Bericht, schält selbst 300 Kilo Spargel pro Tag – mit einem ganz bestimmten Schäler. Da mir die Schälerdiskussion in der Küche doch sehr bekannt vorkommt, habe ich das Teil einfach mal bestellt. Am nächsten Tag war es da. Hurra. Jetzt brauchen wir nur noch den passenden Spargel dafür. Wer sich für die Marke und den Test interessiert, darf sich gerne melden.

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Am Mittwoch ist wieder Musikschule. Ich nutze die Gunst der Stunde und fahre in den Einkaufsladen. Dort verkaufen sie mir auch Spargel. Zuhause wird dann der neue Schäler getestet und für gut befunden.

Am Donnerstag wird Siedler gespielt.

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Seither immer öfter.

Am Freitag ist Tierarzttermin für die Katze und ich ergreife die Gelegenheit und fege mal wieder durch. Es lohnt sich.

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Ein Rätsel habe ich auch noch auf Lager: wer erkennt diese Pflanze. Lösungshilfe: man kann Wackelpudding daraus machen.

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Und Solveigh und die Kinder backen den leckersten Apfelkuchen von Tressow, Mecklenburg und vermutlich der ganzen Welt …

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Sehr genial. Mit Marzipan und Dinkelmehl.

Am Samstag wird der Rasentrecker verkauft. Und ich fahre erstmals mit dem Sägewerk in den Wald. Hm. Ich hatte einen Bericht versprochen. Hier also der Bericht.

Ich hatte das Auto voller Utensilien, Werkzeug, Hilfsmittel geladen. Keile und Schraubzwingen waren ebenso dabei wie der ganze Werkzeugkasten, das kurze Schwert nebst Kette und Treibrad. Das Wetter war angenehm. Ich staunte dann nicht schlecht wie viele Stämme da für mich herumlagen. Auch über die Größen staunte ich nicht schlecht. Max. 45 cm hatte ich bestellt. Nun lag da als erstes ein 53 cm Stamm mit verdicktem Ende. Upps. Da sah ich nur die Möglichkeit das dicke Ende erstmal abzusägen. Also erstmal Säge umbauen auf normales Schwert – die Längssägekette wollte ich schonen. Ich hab dann gleich noch an ein paar anderen Stämmen verwachsene Stücke angesägt. Durchsägen konnte ich nicht, da ich die Stämme nicht bewegen kann. Sie sind zu schwer. Auf dem Bild eins seht ihr ungefähr das Setup. Das Bild zwei zeigt den Anfang der Sägerei. Die Leiter mit einem Dielenbrett werden auf dem Stamm festgespannt. Diese Vorrichtung dient als Auflage für Schnitt 1. Funktioniert erstaunlich gut. Dann stellte sich die Frage wie es weiter gehen sollte. Ich habe mich dann dazu entschieden einen Besäumschnitt ohne Anschlag, also mit frei geführter Säge zu machen. Ging eigentlich auch, auch wenn das ziemlich anstrengend war. Als nächstes habe ich ein dünnes Brett herunter geschnitten (ca. 25 mm). Auch das ging recht ordentlich. Aber ooooh – am Ende konnte ich nicht durchsägen, weil das Sägewerk am nicht vollständig abgeschnittenen verdickten Stammstück anstand. Also dieses Teil doch vorsichtig mit dem langen Schwert noch vollends absägen und beiseite räumen. Ooooh … frisches Eichenholz ist schwer. Der Längsschnitt wird recht sauber. Nur … wenn ich weiter dünne Bretter herunterschneiden würde, hätte ich an einem einzelnen Stamm doch recht lange zu sägen. Also wurde das Sägewerk auf ca. 45 mm umgestellt. Das ergab Bretter, die ich noch tragen konnte. Nach dem nächsten Schnitt war die Kette merklich stumpfer geworden. Also nachfeilen. Nach zwei weiteren Brettern war es doch schon recht spät geworden. Zeit, die Heimreise anzutreten. Der Stamm ist damit etwas zur Hälfte aufgesägt. Ich gehe „meine“ Stämme durch. Wenn ich in dieser Geschwindigkeit weiter arbeite, müsste ich bis in den Herbst jeden Samstag im Wald arbeiten. Und ich hätte Eichenbretter … für was eigentlich? Hm. Nun muss ich mir irgendwas überlegen.

Nebenbei habe ich eine ökologisch-wirtschaftliche Erkenntnis. Es würde ökologisch absolut Sinn machen, möglichst viel Holz zu verbrauchen. Holz ist der wirkungsvollste CO2-Binder überhaupt. Zigtausend Tonnen werden jährlich in deutschen Wäldern gebunden. Wenn dieses Holz nicht verfeuert wird sondern zu nachhaltigen und langlebigen Bauten, so ist das CO2 für lange Zeit aus dem Verkehr gezogen.

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