Woche 10 – endlich wieder Schule … ein bisschen.

Man gewöhnt sich an vieles. An die sehr widersprüchlichen Einschätzungen von Experten, selbst ernannten Experten und anderen Menschen. An ein Leben in Distanz. An eine ungewisse Zukunft. Würde ich hier die Wochen nicht zählen, wüsste ich auch nicht so wirklich wie viele es schon sind. Wie viele es noch werden, weiß ich eh nicht.

Symbolisch steht hier einmal ein Mikado Bild vom Montag von Samson.

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Die Woche ist kurz, bringt aber ein interessantes Erlebnis mit sich. Nach neun Wochen schulfrei, „dürfen“ die Kinder am Mittwoch wieder in die Schule. Um 6.30 Uhr sind alle weg und ich habe mehr als sechs Stunden „frei“. Ich möchte nun nicht behaupten, dass die Tage, an denen nicht „frei“ ist, besonders stressig wären. Aber es ist doch eine latente Aufmerksamkeit erforderlich. Und immer wieder „Wolfgang mir ist langweilig“, „Wolfgang schau mal hier“ oder „Wolfgang dort …“. Mehr als sechs Stunden „frei“ nach neun Wochen. Es ist ein tolles Gefühl und ich weiß doch, ich brauche die Abwechslung. Also dauerhaft „frei“ wäre auch nicht so der Hit. Zum Mittagessen gibt es zur Feier des Tages Nudeln mit Möhrensauce aus den übriggebliebenen Rohkostmöhren vom Vortag.

Um 15 Uhr geht es in die Musikschule und um 17 Uhr wird noch der Rasen gemäht. Das geht dank der neuen Maschine auch etwas schneller und einen Teil kann Jonathan mähen.

Donnerstag ist Feiertag. Wir machen einen Fahrradausflug. Nach Bobitz. Zur Eisdiele. Ich müsste mal ein historisches Foto der Eisdiele machen. Tische mit Flatterband abgesperrt, ein Weg mit Flatterband markiert, auf dem Boden Abstandsmarkierungen aus Gaffa. Immerhin, man bekommt Eis. Das ist die Hauptsache. Die Kinder sind vom vorbeiröhrenden Lambo ganz begeistert. Ich montiere noch die Rollos, die schon seit zwei Wochen herumliegen. Vom herumliegen werden sie auch nicht besser. Rollomontage … man ist dann doch länger dran als man vorher gedacht hatte. Wir machen Bratwütschtle – endtschuldigung – Bratwürstchen in der Pfanne.

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Echt cool solche Rollos.

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Sowohl Schreibtischarbeit als auch Klavierspiel ist jetzt bei herrlich weichem Licht ohne Sonnenblendung möglich.

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Am Freitag hilft mir Samson beim Rostbratwürschtle zum Mittagessen braten. Die Bratwürschtle kommen aus einer Plastikverpackung vom Aldi. Nun – ich hatte mir unsere Fleischversorgung auch mal anders vorgestellt. Und sie war auch schon anders. In Lörrach hatten wir Fleisch von Hildi. Hier hatten wir anfangs Fleisch von Gomin. Ein Lifestylefleischbezug zu Apothekenpreisen kommt für mich nicht wirklich in Frage. Ich bekomme auch keine Apothekenpreise für meine Arbeit. Wir sind zwar nicht fleischfixiert und es muss nicht jeden Tag etwas aus Fleisch geben. Allerdings bringt Fleisch – insbesondere mit Kindern – eine willkommene Abwechslung auf den Teller. Und seien wir mal ehrlich: wenn wir eine Grillwurst am Wurststand holen, dann ist es uns im wahrsten Sinne des Wortes auch wurst wo die Wurst herkommt. Dennoch – wenn jemand etwas weiß, wie wir an Fleisch aus Direktvermarktung kommen, dann wären wir um jeden Tipp dankbar.

Samson will Wackelpudding machen und so versuchen wir uns in einer zweifarbigen Ausführung. Erkenntnis: nebeneinander klappt nicht.

Am Samstag ist Silkes Geburtstag. Das muss gefeiert werden. Am Freitag packe ich schonmal die Motorsäge und das Sägewerk ins Auto und alles Werkzeug, was man eben im Wald so braucht. Nach dem Frühstück geht es dann los.

Ich habe für euch zwei Bilderserien gemacht. Die erste ist nach etwa drei Stunden um kurz nach 13 Uhr entstanden.

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Das ist der Stamm Nr. 2. Der Stamm Nr. 1 ist zwischenzeitlich aufgesägt auf dem Hänger. Die Leiter dient mir als Führung des Sägewerkes für den ersten Schnitt, Weil der Stamm zu dick ist für das Sägewerk, musste ich einen Besäumschnitt machen und dann den etwa 500 kg schweren Stamm um 90 Grad drehen. Hat funktioniert.

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Wenn man mit der Säge zu den Spannguten kommt, muss man die Spanngurte umsetzen. Das funktioniert eigentlich ganz gut.

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Das liegt um diese Zeit schon auf dem Anhänger.

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So sieht mein Arbeitsplatz aus.

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Hier der Stamm nach dem Besäumschnitt und dem ersten Schnitt.

Hier ein Tipp für alle Sägewerker. Ich bin durch Zufall drauf gekommen. Sägt mit der Oberseite vom Schwert. Das geht hundertmal besser. Die Schmierung ist dadurch wesentlich besser. Die Standzeit der Kette höher, der Spritverbrauch geringer, ihr seid schneller durch und habt mehr Spaß – Quatsch – ich meine Freude.

Die zweite Bildserie heißt „Feierabend“. Um 16 Uhr ist auch der zweite Stamm gesägt und aufgeladen. Fast fünf Liter Aspen versägt.

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Alles halbwegs verzurrt. Bei einer Polizeikontrolle gäbe es vermutlich Ärger. Die Herren (und auch Damen) kennen manchmal weder Spaß noch Augenmaß. Naja …

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Zurück bleibt ein Haufen Sägmehl, müde Knochen und eine Erkenntnis: Waldarbeit ist schön – wenn man es nicht zu oft macht. Ich fühle mich im Wald mit der Motosäge wohler als im Kantoreichor. Ich weiß zwar noch nicht, was ich mit den ganzen Brettern anfangen soll, aber gesägt ist gesägt und vielleicht wird ja wirklich noch eine Gartenbank, ein Tisch oder etwas anderes draus.

Ich mache noch einen kurzen Abstecher zu Peter, bekomme dort Rhabarberkuchen und erstaunte Blicke „wie siehst Du denn aus?“ (staubig) „Du machst das ganz allein?“ (ja) „Mit der Schienenoberseite?“ (ja). Schade, dass gerade Corona ist und Peter immer wenig Zeit hat.

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