Das Alleinerziehendenleben wird Routine

2 Juli

Naja … nicht ganz. Aber so ein bisschen schon. Das Ende dieser Lebensform zeichnet sich zwar ab. Aber eher so in vier bis fĂŒnf Jahren. Ich rechne mal kurz … dann bin ich 66 😀 – und da fĂ€ngt bekanntlich das Leben an.

Aber mal Spaß beiseite. Ich war heute beim FrĂŒhschwimmen um 5.15 Uhr. Wunderschön. Das Wasser ist mittlerweile fast angenehm. Und es ist ein heißer Tag angekĂŒndigt. Deswegen bleiben die Jungs auch mal zu Hause. So what … Wir entscheiden das einfach mal. Wie lernen eigentlich Menschen Selbstwirksamkeit und Selbstverantwortung? Genau: wenn sie Verantwortung bekommen. Gestern fiel die Entscheidung leicht. Heute sind nur Quatschstunden, die Schule wĂŒrde nur bis etwa 12 Uhr gehen und es wird sau heiß. Warum sollte man da auch in die Schule gehen? Werden sie ihrer FĂŒrsorgepflicht gerecht? Eher nicht. Denn sie sind ja schon mit sich selbst vollkommen ĂŒberfordert. Wie sollen sie da noch fĂŒr die Jugend sorgen.

Hm. Aber etwas sinnvolles könnten wir doch heute noch machen …

Ich bastel frĂŒh noch eine Außenbeschattung. Nach dem FrĂŒhstĂŒck ernten die Jungs Kirschen. Damit ist dann auch gut. Sie könnten ja noch einen Kuchen backen. Aber nun … darauf haben sie gerade keine Lust. Es ist ja auch noch feiner KĂ€sekuchen im KĂŒhlschrank.

Ich bekomme kurzfristig Eilarbeit, lerne dissoziative Störungen aus F4 und mache schnelle KĂŒche mit Spaghettisalat mit Pesto und … ihr ahnt es schon … Kirschquark.

Und das Alleinerziehendenleben? Ja – das ist der definitive Nachteil, besonders fĂŒr die Jugend, dass das etwas eintönig und fast langweilig ist mit einem Vater, der nur blöde Witze kann. Wir kommen immer gut miteinander klar. Und doch wĂŒnschte ich mir – ja, bereits vor 16 Jahren …. – mehr Lebendigkeit fĂŒr den Nachwuchs. MĂ€nner … wenn ihr das hier mal lest … das ist wirklich so. Es war nicht meine Absicht, dass ihr so geprĂ€gt werdet. 100% nicht! Das ist auch kein Spruch, um irgendeine Schuld von mir abzuschĂŒtteln. Das ist gut dokumentiert.

Und … ich sag’s euch ehrlich: wenn ich etwas dagegen tun könnte, ich wĂŒrde es tun. Ich komme jeden Tag an meine Grenzen. Wenn ich dann lese, dass in der Zeitung steht, dass eine Alleinerziehende dies und jenes gemacht hat, dann denke ich „wtf … wahrscheinlich weil sie alleinerziehend sein will“. Und: nein, ich wollte das nie. Und ich will es auch nicht. Das ist das Dilemma, in dem ich gerade drin stecke. Nicht nur bis zum Knöchel und nicht nur bis zum Hals sondern ganz und gar. Ich brauche immer wieder meine volle Aufmerksamkeit und Konzentration, um nicht in irgendeine Melancholie oder eine Gedankenschleife zu verfallen. Das ist anstrengend.

Ich kann mir vorstellen, dass wenn sich das wirklich mal Ă€ndert, dass ich dann vor GlĂŒck und Erschöpfung … schrieb ich das nicht schon einmal?

Also … bleibt dran 😊

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