Ein Fisch-Sonntag

6 Juli

Ich schlafe schlecht. Glücklicherweise muss ich nicht früh raus. Irgendwann schlafe ich dann doch noch eine halbe Stunde. Um 8.30 Uhr gehe ich zum Schwimmen. Es nieselt ganz leicht. Auf dem Badesteg sind Angler. Aber nicht nur dort. Es ist Preisangeln. Ich schwimme zum Bootssteg. Und rede mit T. Er hat Brassen gefangen. Ob ich welche haben will. Hm. Naja … also bevor sie im Müll landen.

Ich nehme dann drei sehr schöne Exemplare.

Erst einmal lerne ich einmal etwas weiter F4. Somatoforme anhaltende Schmerzstörung. F45.4. Alles sehr einleuchtend. Nur … bleibt es auch drinne im Hirni? Die Hirnorganischen Funktionen … sie sind bei mir gerade etwas gestört. Lernen fällt schwer. Steht auch im ICD-10 drinne. Aber was soll’s. Da hilft keine Ausrede.

Einer zerlegt seine Tastatur, um sie zu reinigen. Der Buchstabe D geht nicht mehr richtig. Die Reinigung ist erfolgreich.

Ich baue mir ein Schuppenwerkzeug. Kronkorken finde ich bei den Jungs. Das Werkzeug ist in etwa fünf Minuten fertig. Dann baue ich draußen auf. Schlauch mit Wasserspritzpistole. Diverse Wannen. Brett. Das Messer wird nochmal scharf gemacht. Dann trenne ich erst einmal Fisch von Schuppen. Bei der weiteren Verarbeitung bin ich mir dann doch etwas unsicher. Ich frage einen Angler. Glücklicherweise habe ich so einen im Haus. Er sagt mir aber, dass ich schon alles richtig mache. Also weiter. Insgesamt arbeite ich etwa 1,5 Stunden an den Fischen.

U., Ts Vater, sagt, ich solle Fischsuppe kochen. Hm. Nee. Also guck ich mir ein paar neuere YT Videos an. Videos, die es bei den letzten Brassen noch nicht gab. Und ja, die Technik leuchtet mir ein und sieht nicht zu kompliziert aus. Wird also probiert.

Die Feriengästekinder treiben mit dem SUP durch den Wind ab. Ihr Vater fährt mit dem Ruderboot hinterher, um sie zu retten. Schafft es dann aber doch nicht gegen den Wind wieder zurück zu paddeln. Schließlich stranden sie in Gressow. Sie werden von der Ferienkinderoma mit dem Auto gerettet. Die Wasserfahrzeuge bleiben erst einmal in Gressow.

K. will mich besuchen. Ich freue mich. Ich freue mich sehr.

Dann wird der Fisch gebraten, Reis gekocht und aus den drei ausgekochten Fischköpfen eine Soße gemacht. Auch der eher fischkritische Junge isst gerne mit.

Nächstes mal: weniger Salz an den Fisch! Ansonsten ist dies ein gelungenes Brassenrezept. Zwei Fische sind eingefroren. Und warten nun auf eine ganz besondere Gelegenheit. Ob ich auch warte? Puuuh. Heutefrüh ist mir klar geworden: alle Gedanken, dass etwas irgendwie werden soll müssen sterben. Es gibt kein muss! Schon ein inneres „sollte sein“ macht dem Hirn Stress. Deswegen war das Ende von 2009 und Anfang 2010 so besonders. Es war alles stimmig. Es musste nichts anders sein. Es sollte nichts anders sein. Das ist ganz schön lang her.

Nun. Nun ist vieles sehr viel anders. Ich habe zwar den wunderschönsten Arbeitsplatz und geschenkte tolle Fische. Der Preis dafür war hoch. Mein ganzes altes Leben steckt da drinne. Und es steckt die Aufgabe dieses Lebens drinne. Bei voller Übernahme aller Verantwortung. Es ist ein recht ordentliches Paket, was ich da herum schleppe. Ich muss mich an jedem Fädchen guter Erlebnisse emporziehen. Es bleibt irr. Ich kann die Augen nicht ganz davor verschließen.

Ich schaue zu oft auf Whatapp. Dieses Teil ist die Hölle. Nun – wir werden sehen.

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