Dies und das in Woche 56

11 Juni

Vor ein paar Tagen habe ich mal geschaut, was eigentlich Michael Schmidt-Salomon gerade so treibt. Und bin auf die Ausgabe von Jung+Naiv gestoßen. https://www.youtube.com/watch?v=xRhBv-4QK5g&t=2559s Fast 3,5 Stunden Stoff für die Ohren. Das geht gut bei der Hausarbeit. Wenn ihr so ungefähr ein bisschen wissen wollt, wie ich ticke, wenn ihr ein paar interessante Aspekte eines modernen Denkers einfangen wollt und wenn ihr etwas sinnvolle Zeit verbringen wollt, könnt ihr euch das anhören. Es gefallen mir nicht alle Passagen. Dass Michael ganz oft Thilo nicht ausreden lässt, das stört mich immer bei solchen Formaten. Ich versuche ja auch andere Menschen ausreden zu lassen. Ich finde, das gehört zum evolutionären Humanismus auch ein bisschen dazu. Aber nun gut, das muss man weghören können. Die Kommentare unter dem Video … naja. Doch, ich feier Michael schon auch. Er hat so eine angenehme Art die Welt in schwierigen Zeiten zu erklären und zu sehen. Seine Technikgläubigkeit teile ich nicht.

Ich mache Spätzle. Während andere Menschen mit der Eisenbahn nach Frankreich fahren und es sich dort gut gehen lassen, lasse ich es mir hier gut gehen. So weit es eben geht. Das Leid der Jungs versuche ich etwas abzufedern. Auch dadurch, dass ich einen Liter Diesel mehr verfahre, damit sie 15 Minuten früher hier sind. Ob ich neidisch bin auf die, die mit der Eisenbahn in der Gegend herum fahren und sich die Welt ansehen? Naja … eine gewisse Ungerechtigkeit empfinde ich da schon. Einerseits. Andererseits ist das Universum ja groß. Alles hat so seine Zeit und ich kann ja nicht alles gleichzeitig erleben. Während ich in Tressow Erfahrungen als Alleinerziehender in Abgeschiedenheit mache, kann ich schlecht gleichzeitig in der Weltgeschichte herum fahren und leben wie Gott in Frankreich. Und ich muss ganz klar sagen: ich will die Erfahrung als Alleinerziehender in Abgeschiedenheit in Tressow zu leben nicht missen. Denn ich profitiere am Ende möglicherweise mehr davon, als Menschen, die Frankreich oder ein anderes Land touristisch bereisen.

Heute in meinem Mastodonfaden gelesen:

Ein kleiner Appell an alle Eltern. Wenn ihr euch trennt, dann lasst das doch bitte nicht an euren Kindern aus.

Danke im Namen eurer Kinder.

Tja. Eine Trennung ist doch fast immer ein Auslassen der Interessen und Bedürfnisse der Kinder und statt dessen ein Ausleben des ganz persönlichen Egoismus. Oder habe ich da was falsch verstanden. Und … wenn das mal so einfach wäre. Denn bei denjenigen, die sich trennen, hat ja meist das Hirn schon länger abgeschaltet. Die sind für rationale Argumente nicht mehr erreichbar.

Ein Feriengast, der an Ostern noch hier war, ist gestorben. Ich bin betroffen. Andere Feriengäste können nicht kommen, weil die Mutter eine Operation hat. Es läuft auch bei anderen Menschen nicht immer nur rund.

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