Und dann war’s das wieder mit der Disziplin.
Da wollte ich eigentlich ein Wochenende Händifrei machen. Händi in den Schrank legen. Entspannung. Weg mit dem Stress. Und dann? Samstagmorgen … Wer hat meinen Status angeschaut? Hat jemand geschrieben?
Wie widerlich das ist. Wie ich mir damit mein Leben versaue. Aber noch schlimmer: wie sich andere Menschen ihr Leben damit versauen … die es gar nicht mehr merken. „Offline gehen“. Es ist eine bewusste Entscheidung. Und dann ein eiserner Weg. Wenn wir es ernst nehmen würden, würde es hierfür mehr Suchtkliniken als Krankenhäuser geben. Die ganze Welt wäre erst einmal abgeschaltet.
Was macht Sucht mit den Hirnen? Abhängigkeit? Zwang? Craving? Was macht das am Verhalten?
Uuuuh – da wird mir ganz schwindlig. Oder ist es doch ganz anders? Ist es so, dass alle anderen Menschen um mich herum mit diesem Mechanismus, mit dieser Droge ganz bewusst umgehen können? Beim Alkohol wissen wir: es gibt keinen unschädlichen Gebrauch. Die Erkenntnis ist noch gar nicht so alt. Lange Zeit wurde auch von der WHO zumindest toleriert, dass Alkoholgenuss bis zu einem gewissen Umfang keine Gefahr für die Gesundheit darstellt. Und wie ist das jetzt mit dem Händi? Ich meine nicht mit dem physikalischen Gerät, sondern mit der Nutzung der Software, die den Konzernen Milliarden in die Kassen spült?
Ich denke, es ist Zeit darüber nachzudenken.