Tag 357

10 Mai

Die Vorbereitungen laufen für ein großes Fest. In einer Woche ist Jahrestag. Naja. Trauriger Jahrestag. Aber die Feste müssen ja gefeiert werden. Und ich gebe zu, dass ich den Wahnsinn durchaus auch feiere. Es ist eine der wichtigsten psychologischen Erkenntnisse, dass es wichtig ist eben nicht den Sand in den Kopf zu stecken sondern nach vorne zu schauen und sich den positiven Dingen des Lebens zuzuwenden.

Hier hat es etwa sechs Wochen nicht mehr geregnet. Die Erde ist staubtrocken.

Wir waren heute Holz holen und die Waschmaschine läuft heute zum zweiten Mal. Die Crew bedient die Maschine eigenständig. Wir haben um 7.30 Uhr gefrühstückt und sind um zehn vor acht los. Um zehn vor zehn war der Anhänger abgeladen und der Holzplatz im Wald aufgeräumt.

Margot Friedländer ist mit 103 Jahren gestorben. Gestern. Am 80. Jahrestag des Sieges der Alliierten über Hitlerdeutschland. „Seid Menschen!“ – war ihre Botschaft. Ich habe nicht den Eindruck, dass das verstanden wird. Ist es nicht so, dass Menschen grundsätzlich einander wohlgesonnen sind? Ist es nicht so, dass wohlgesonnene Menschen miteinander sprechen – miteinander kommunizieren? Und nicht nur Whatsapp Nachrichten schreiben? Zumindest wenn es ein Bedürfnis oder einen Anlass gibt? Ist es nicht so, dass sich wohlgesonnene Menschen einander zuhören? Auch, und gerade wenn es einen Konflikt gibt? Es scheint eine gewisse Mode geworden zu sein Empathie einzufordern – zumindest lese ich das in hunderten Profilen auf den Datingplattformen immer und immer wieder. Im gleichen Profil lese ich dann, dass „Feminismus“ wichtig sei. Nun … Feminismus spaltet die Gesellschaft. Feminismus tötet. Ungefähr das Gegenteil von Empathie. So einfach ist das. Das Profil wird dann schnell nach links gewischt. Die Menschen sind tatsächlich kaputt. Wirklich. Ich würde einen teilkaputten suchen. Einen Ganzen gibt es eh nicht und den würde ich ja auch nicht wollen. Aber einen ganz kaputten? Ich glaube das würde mich überfordern.

Warum die Menschen nicht kommunizieren? Die Antwort ist einfach: sie haben es nicht gelernt. Sie sind möglicherweise in Alleinerziehendenelternhäusern ohne Geschwister aufgewachsen und haben eine autoritäre Schule besucht. In der wichtigen Zeit der Kindheit und Jugend waren keine anderen Menschen mit denen sie hätten kommunizieren können. Es gab weder Zeit noch Raum, um Kommunikation im wirklichen Leben täglich zu praktizieren. Außerdem hatten sie in der wichtigen Zeit der Kindheit und Jugend keine Vorbilder. Viktor Frankl hat das vor etwa 50 Jahren sehr gut erkannt: je mehr Wohlstand, desto mehr psychische Erkrankungen.

Weiter in der Timeline: Frau von Jens Lehmann gibt Ehe-Aus bekannt: „Ich bin glücklicher Single“ (n-tv). – Nun, auch so kann man sich Irrsinn schön reden. Natürlich kenne ich keine Details. Das ist aber auch nicht so wichtig. Immerhin hat sie ihn ja einmal geheiratet. Vermutlich nicht aus Unsympathie. Vermutlich hat einer der Beiden oder beide einfach verpasst, die Allianz als die ideale Situation zu sehen sich persönlich weiter zu entwickeln. Ich kenne da kein Pardon: so etwas ist Irrsinn. Es ist so, als wenn ich einen teuren Champus kaufen würde und würde den direkt in den Abguss kippen. Der Jens Lehmann und die Frau Lehmann, das sind ganz wundervolle Menschen. Und dann finden sie einfach, dass es bequemer ist sich nicht weiter zu entwickeln. Kohle ist ja genug da … – siehe Viktor Frankl.

Wir haben einen neuen Papst.

Und in Russland wurde eine witzige Siegesparade … ääääh Propagandaparade mit viel Protz abgehalten. Freunde … das ist alles so lächerlich.

Fast wäre ich zwei Stunden zu spät in ein Konzert gegangen. Danke Annette, dass du das gemerkt hast.

Ich lerne und melde mich dann bald für die Prüfung an. Immerhin schreibt die Ärztin nach eingehender Untersuchung, dass aus allgemeinmedizinischer Sicht keine Einwände für die Aufnahme der Tätigkeit als Heilpraktiker bestehen.

Tja … sonst kann ich nicht so viel schreiben. Ich würde so gerne eine weitere unerwartete Wendung verkünden. Ich muss selber warten. Zum Warten verdammt. Im gesichert rechtsextremen Land. Könnte man sagen. Ich lese stapelweise Psychologie- und Ratgeberliteratur. Ich ziehe mir raus, was raus zu ziehen ist. Gestern habe ich mir zwei Bücher des beeindruckenden Menschen Viktor Frankl bestellt. Sehenswert sind die YT Filme mit und über ihn. Ich habe Kritik bekommen, dass ich ja angeblich Smalltalk nicht mögen würde. Viktor Frankl auf die Frage „Wie stehen Sie denn zu dem Willen zum Unsinn?“ – „… der Unsinn hat auch Sinn. Und zwar den Sinn das Leben aufzulockern – zu sehen, dass immer wieder etwas Positives aufleuchtet in between – mitten drin – und das ist psychohygienisch von ungeheurer Bedeutung.“ Dies bestätigt mich doch auch darin, mich hin und wieder über meine eigenen Lebensthemen zu belustigen.

Vielleicht würde mich eine baldige unerwartete Wendung doch zu sehr vereinnahmen oder ablenken? Ich übe mich in Gelassenheit und Geduld. Vielleicht werde ich Geduldweltmeister. Oder so etwas ähnliches. Vielleicht werde ich Geduldlehrer. Wir werden es sehen. Bleibt dran und lasst euch überraschen – mir bleibt auch nicht viel anderes übrig. – Oder habt ihr noch eine Idee, was ich noch machen könnte, um unsere Umweltbilanz zu verbessern? – Das war damals ein Argument einer ehemaligen Mitbewohnerin zu ihrem Freund zu ziehen, der allein in einem ausgewachsenen Eigenheim wohnte. – Grüße gehen raus!

Ich glaube wohl nicht, dass mich eine nächste unerwartete Wendung – wenn es denn eine Wendung in die richtige Richtung ist – von meinen Zielen abbringen würde. Es ist im Gegenteil so, dass mich die letzte Wendung nach wie vor beschäftigt und mir Kraft raubt. Das ist auch vollkommen in Ordnung so. Anders ausgedrückt: es wäre schon sehr komisch, wenn das nicht so wäre. Ich schlafe immer noch zu wenig – ein typisches Zeichen welcher Diagnose? … Die Folgen davon sind schnelle Erschöpfbarkeit, schlechte Konzentrationsfähigkeit und mangelnde Leistungsfähigkeit. Die Aufgaben – „der Sinn“, wie Viktor Frankl sagen würde – gibt mir aber Kraft und hält mich aufrecht.

Der Blog geht testweise wieder online. Es ist aber zunächst eher so ein Test für das neue Design.

Etwas Missverständliches? Ich habe mir einen neuen Spruch ausgedacht. An der Kaufland-Kasse werde ich immer gefragt: „Kauflandkarte?“ – nein, habe ich nicht. Meine neue Antwort ist „Nein, aber ich mag Sie trotzdem.“ – Nun hat die Kassiererin aber gar nicht nach der Kauflandkarte gefragt und ich habe den Spruch trotzdem raus gehauen. Das hat zu Missverständnissen geführt und sie hat sich entschuldigt, dass sie nicht nach der Karte gefragt hat. Mist. Geht nächstesmal besser.

Und Ameisendosen gibt es nicht mehr zu kaufen. Ich wollte eine kaufen. Erst im Kauflandladen. Da hatten sie keine. Dann im Müller. Dort hatten sie auch keine. Da hatte ich etwas Zeit und habe mit dem Händi recherchiert. Die dürfen nicht mehr ohne Beratung verkauft werden. Und da bin ich dann wieder zurück in den Müllerladen und habe der Kassiererin gesagt, dass die nicht mehr ohne Beratung verkauft werden dürfen. Das war ganz lustig. Ich mache solche Späße auch nur, um mir zu beweisen, dass ich nicht unter einer Sozialphobie leide.

Habt alle einen schönen Tag!

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