Diese drei … ich muss das mal kurz aufschreiben. Es gibt so viele andere drei. Wie wäre es mit Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist? Man kann beliebige andere Begriffe nehmen Demut, Dankbarkeit und Achtsamkeit zum Beispiel. Oder fest, flüssig, gasförmig. Oder x, y und z. Oder mineralische, belebte und beseelte Welt. Verschiedene Leeren verwenden verschiedene Begriffe, oft sind es drei. Für mich haben sich Wohlwollen, Wertschätzung und Akzeptanz als brauchbar erwiesen.
Ich habe dieser Tage nochmal darüber nachgedacht, nachdem mich eine Herausforderung, nennen wir sie der Einfachheit halber Moni (sie heißt anders) gefragt hat, warum meine Ex und ich uns getrennt haben und ob ich sie noch lieben würde. Darauf konnte ich sehr klar antworten: natürlich liebe ich sie noch. Das ist für mich keine Frage. Sie hat ja nichts Böses getan und warum sollte ich sie nicht mehr lieben? Auf die Frage, warum wir uns getrennt haben, konnte ich keine klare Antwort geben. Wir haben uns an dem Projekt Tressow verhoben und wir sind beide keine perfekten Menschen. Sie hat sich dann entschieden, dass der Job wichtiger ist als die Familie. Das ist ja nicht verboten. Jeder Mensch macht Fehler in seinem Leben, gibt sich auch zweifelhaften Beratern hin oder läuft einem Trugbild hinterher. Deswegen bleibt er dennoch liebenswert. Also das ist die Akzeptanz. Die Akzeptanz, dessen was geschehen ist und die Akzeptanz des Zustandes, die Akzeptanz des anderen Menschen und die Akzeptanz sich selbst gegenüber. Ich wüsste auch nicht weshalb ich den persönlichen Schmerz auf sie projizieren sollte. Davon wird er nicht besser. Seit sie mir vor knapp über 17 Jahren eine erste E-Mail geschrieben hat, sind Wohlwollen und Wertschätzung ihr gegenüber meine Grundmotive. Es gibt keinen Grund diese über Bord zu werfen. Auch ist dies kein Grund offen zu sein für eine neue Partnerschaft. Ich bin deswegen auch nicht ein schlechterer Mensch. Ich habe eben die beknackte Zwickmühle, dass ich die Verantwortung für mein Handeln übernommen habe und jetzt nicht einfach hier weglaufen kann und mich der Selbstverwirklichung hingeben kann. Aber es ist eine Situation auf Zeit. In zwei Jahren sind die Jungs 18 und vermutlich hat dann auch jeder ein eigenes Auto oder zumindest haben sie ein richtiges Auto. Das ist aushaltbar. Also … ganz so beknackt ist das dann auch wieder nicht. Ihr wisst, dass ich nicht so auf Selbstverwirklichung stehe, daher ist das für mich auch weniger schlimm, es ist ein Erkenntnisprozess.
Wertschätzung, Wohlwollen und Akzeptanz – sich selbst, den anderen Menschen und der Welt gegenüber. Ihr könnt euch das mal wie einen Zauberwürfel vorstellen. Den kann man auch aus verschiedenen Himmelsrichtungen betrachten. Man kann ihn drehen und wenden. Er besteht ja aus sechs Flächen. Auf dem Zauberwürfel stehen auch noch viele andere Begriffe wie Achtsamkeit, Dankbarkeit, Demut usw. Die sind aber auch alle über Aktzeptanz, Wertschätzung und Wohlwollen erreichbar oder sind darin enthalten. Genauer gesagt: Wertschätzung, Wohlwollen und Akzeptanz sind drei Dimensionen, aus denen man die Welt betrachten kann. Man wird die drei nicht leben können, ohne die anderen zu besitzen oder sich zu erschließen und sie zu leben. Man guckt ja auch nicht immer exakt nach Osten oder Westen sondern auch mal nach schräg oben oder schräg unten. Achso … nein, einen Gott braucht es dafür nicht. Und anderen Spuk auch nicht. Die Religionen haben die Trinität im Grunde auch nur gekapert. Das Prinzip von Polarität und Steigerung, der dreidimensionale Raum usw., das war schon vorher in der Welt, bevor Menschen Religionen erfunden haben.
Noch etwas. Das ist keine absolute Wahrheit. Es ist eine ganz persönliche Erkenntnis, die für diesen Moment für mich eine gewisse Gültigkeit hat. Findet eigene Grundwerte. Es lohnt sich.