Frühschwimmen ist herrlich. Egal an welchem Tag. Ich treffe wieder eine Frau, die ich vor ein paar Tagen schonmal getroffen habe. Leider die falsche. Ist aber egal. Freundliche Worte wechseln wir trotzdem. Auch das ist schön. So ist das Leben.


Überhaupt ist ganz schön viel los und mein Tag, obwohl oder weil Sonntag ganz schön voll. Wir sind zu viert. Ich mache Frühstück. Unter anderem unterhalten wir uns über psychoaktive Substanzen und deren Wirkung. Auch aus psychotherapeutischer Sicht.
Ich will heute etwas im Garten aufräumen. Das Wetter gestattet es gerade, es ist zwar warm, aber nicht so heiß, dass man nicht auch draußen was tun könnte. Schnell merke ich: ich werde dann doch nur einen Teil schaffen. Ich hab eh geplant aus dem Stück dann doch wieder Wiese zu machen. Es ist quatschig zu glauben so mal eben mirnichtsdirnichts zum Gartenexperten zu werden. Zum Schluss habe ich mir aufgehoben die Bewässerung aufzubauen. Ich grabe die Pflanzen aus, die eigentlich zu Salaten hätten werden sollen. Die kaputten Radieschenpflanzen werden ausgegraben und jede Menge für mich undefinierbare überflüssige Unkrautpflanzen. Ja, schade eigentlich. Würde ich mich besser auskennen, könnte ich jetzt erkennen welche Wirkstoffe im Boden drin sind und welche fehlen. Ja, ich könnte das versuchen mit KI zu lösen. Aber dagegen ist die Abneigung dann noch größer. Immerhin kann man schon wieder mehr braunen Boden entdecken. Ich vergieße vier Kannen Brennnesseljauche. Vielleicht sollte ich das öfters machen? Ich habe noch genug. Dann werden nochmal zehn Endivien in Anzuchttöpfchen gesät. Ich will es nochmal wissen. Sie kommen dann sofort ins Freiland, wenn sie keimen. Es ist eine Mischung aus Verzweiflung, Leidenschaft und Trotz. Irgendwann muss doch auch mal was werden …

Die Tomaten entwickeln sich recht ordentlich, allerdings sind noch keine roten dabei. Ich gieße schon ziemlich heftig. Wenn ich da nachlässig werde, ist alles futsch. Daher habe ich mich auch für die Bewässerung entschieden. Ja, es ist ein eigentlich überflüssige Luxusgadget. Jahrtausendelang hat die Menschheit ohne Bewässerungscomputer überlebt und erfolgreich Pflanzen angebaut. Ich bin aber nicht gadgetfeindlich. Ich bin konsumkritisch. Das Zeug ist immerhin Made in Germany von einer schwedischen Firma. Und dann bin ich ganz schön erstaunt. Die Installation des Systems geht echt ratzfatz. Ich schließe das Wasser an und …

… hm schade … auf dem Bild sieht man das gar nicht so gut. Aber das Wasser tröpfelt ganz gleichmäßig aus dem Tropfer. Wenn der Computer kommt, kann ich den auch anschließen und ich habe wieder Freude an einem funktionierenden Stück Technik. Bleibt dran bis zur Tomatenernte!
Und ja, es gibt viel Philosophie im Garten. Also wenn ich Tomaten ernten werde, dann wird es nächstes Jahr wieder welche geben. Und vielleicht noch eine andere Pflanzensorte.