Was für ein Tag! Der Hund der Feriengäste vergisst sein Spielzeug. Das könnte in einer Katastrophe enden, doch es geht gut aus. Ich finde das Spielzeug unter dem Bett. Die Feriengäste sind auch noch nicht ganz weg. Zufällig sehe ich, dass sie oben an der Straße parken. Ich bringe ihnen das Tier, der Hund springt aus dem Auto und verheddert sich dabei mit dem Bein in einem Gurt … Am Ende sind alle glücklich und ich erfahre den Namen des Hundespielzeugs: es heißt Bodo.
Ich habe gut zu tun. Zwei Ferienwohnungen wollen fertig gemacht werden. Die neuen Feriengäste kommen am gleichen Tag. Ich beziehe sechs Betten. Und das ist kurios. Ich habe mir das nicht ausgesucht, dennoch habe ich einen gewissen Spaß an zufriedenen Feriengästen.

Ich hab das voll gern. Es verschafft mir tatsächlich eine gewisse Befriedigung. Meine Tätigkeit kommt mir nicht ganz sinnlos vor. Ich habe ausschließlich zufriedene Gäste. Was will Mann Meer.
Danach mache ich ein bisschen Herausforderung. Halbherzig. Es macht keinen Spaß. Es kommt mir sinnlos vor. Der Blog bekommt einen neuen Untertitel. Dazu gibt es möglicherweise irgendwann auch einen Artikel. Er erscheint mir passender. Nach zwei Jahren sieht es derzeit gar nicht nach überraschender Wendung aus. Da kann ich auch gleich das hinschreiben, was es wirklich ist.
Dann mache ich ein bisschen Pause und dann ruft Daniela an. Wir telefonieren entspannt fast zwei Stunden. Das tut voll gut. Sie benutzt das Wort „viehisch“ und fragt, ob ich es verstehe. Ich erzähle, dass ich 14 Jahre und 8,5 Monate mit einer Sächsin zusammen gewohnt habe. Das Problem ist nur, dass Daniela ziemlich verwurzelt ist an ihrem jetzigen Wohnort. Der ist ziemlich weit weg. Es war dennoch schön miteinander zu telefonieren.
Das Wetter bessert sich und ich schraube am Schneckenzaun weiter. Uppps … eine Schnecke hat versucht den Zaun zu überwinden. Dabei ist sie unter die neue Leitung gekrochen, hat diese nach oben gedrückt und ist dann nicht mehr weiter gekommen. Ich habe kein Foto gemacht. Es sah nicht so lecker aus. Und ich mache mir so meine Gedanken über Schnecken, die da auf dem Weg zu ihrem Fessglück und ihrer Selbstverwirklichung sind und keine Mühen scheuen Hindernisse zu überwinden. Hm. Ob eines Tages elektrische Schneckenzäune von Tierschützern verboten werden? Ob ich hier eine gemeine Grenze aufbaue wie damals die DDR mit einer gemeinen Grenze versehen wurde? Wie ist das mit Menschen, die für ihre Selbstverwirklichung ihre eigentlich natürliche Umgebung verlassen und dabei kein Halt kennen? Geht es all den Männern wirklich gut, die ihre Familie verlassen, um ihr Glück bei einer anderen Frau oder in einem anderen Leben zu suchen? Es gibt Rätsel in meinem Kopf, die ich nicht lösen kann. Ich könnte jetzt nicht einmal sagen, ob mir die Schnecke leid tut. Es sah jetzt nicht so aus, als hätte sie einen angenehmen Tod gehabt, ich kann das aber nicht beurteilen. Es sah so ähnlich aus, wie wenn ein Fahrrad halb über eine Schnecke gefahren wäre. Nur dass da gar kein Fahrrad gefahren ist. Die Schnecke hat sich ganz dezidiert in diese Lage gebracht. So ähnlich wie der Wal, der ganz gezielt ins flache Wasser geschwommen ist. Ich schraube weiter am Schneckenzaun. Weitere 20 Meter werden fertig. Ich sammle etwa dreißig Schnecken aus dem Gebiet. Die Schneckendichte innerhalb des Zaunes ist aber eindeutig niedriger als außerhalb des Zaunes. Ich schließe dann ein Autoladegerät an dem Zaun an und mache erst einmal Feierabend.

Ich ernte dann zur Feier des Tages noch einen Salat.

Die Pflanzen bilden zwar keine Köpfe, haben aber ordentlich viel Blätter. Noch bin ich ganz zuversichtlich 😀. Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, hat der Salat an seinen Blättern aber auch etwas Erde abgekriegt. Aber eins nach dem anderen. Ich schneide die Wurzel ab, dann geht er in die Küche. Dann rupfe ich die Blätter ab und wasche sie gründlich. Hm … komisch … da ist ja immer noch Sand dran. Und irgendwann dämmert es mir … Genau … warum machen die in der Gärtnerei unter den Freilandsalat solche Holzschnitzel? Genau: damit auch bei heftigem Regen kein Dreck an den Salat spritzt. So habe ich also den Salat. Als ich ihn auseinanderrupfe merke ich, dass der Salat auch in die Höhe gewachsen ist, also einen Stengel bekommen hat. Der ist ordentlich dick. Die Blätter sind auch ordentlich dick. Es ist kein Wunder, dass die Schnecken da nichts weg fressen konnten. Nach der ersten Waschung schneide ich den Salat klein. Dann kommt die zweite Waschung. Insgesamt arbeite ich mich an dem Salat gut eine halbe Stunde ab. Mir kommen langsam Zweifel auf, ob dieser Salatanbau wirklich ein Erfolg ist. Niemand außer mir wird diesen Salat essen …

Er gibt mir immerhin etwa vier Mahlzeiten. Der Faseranteil ist aber ganz schön hoch. Ich kaue ordentlich. Jugendlichen werde ich damit keinen Gefallen machen können. Und da die Schnecken den Salat eh nicht fressen können … gegen wen oder für was brauche ich dann noch den Schneckenzaun?
Ich werde da erst einmal drüber schlafen. Glücklicherweise ist der Kühlschrank leer und ich kann die halb gewaschenen Salatblätter dort unterbringen. Ob es Rezepte gibt, bei denen Salat gekocht wird? Oder mit dem Schnetzler am Pürierstab bearbeitet wird? Ich müsste Youtuber werden und alles aufnehmen und lustig zusammenschneiden …
Es ist übrigens keine Schadenfreude, wenn ihr hier auch euren Spaß habt. Misserfolge gehören für mich zum Leben dazu. Es ist keine Schande Erfahrungen zu machen und zu lernen. Ich weiß nur noch nicht so genau was ich dabei lerne. Bleibt also dran für weitere lustige Gartengeschichten.