Besser gesagt gestern schenkt der Imker mir drei Gläser seines besten Honigs.

Marktwert: ungefähr 24 Euro.
Warum schreibe ich euch das? In 12 Jahren oder in 13 Jahren werde ich möglicherweise sagen: damals, als ich in Tressow gewohnt habe, da hat der Imker mir Honig geschenkt. Er hat mir mehr Honig geschenkt, als wir essen können. Und nein, ich werde auch weiterhin keinen Honig in den Kuchenteig schütten, nur weil wir so viel Honig haben.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass in meinem Leben doch mehr schief läuft als in einem Leben schief laufen sollte. Nein, ich habe mir das nicht ausgesucht. Ich habe mir ausgesucht als Familie nach Tressow zu ziehen und ein neues Leben aufzubauen und nicht nach kurzer Zeit sozial isoliert, gefühlt allein verantwortlich und alleinerziehend zu sein und dann tatsächlich alleinerziehend zu sein, an einem Ort, zu dem ich schon von Anfang an gesagt habe: das wird eine Herausforderung. Ich hätte mich selbst ernst nehmen sollen. Aber entschieden ist entschieden und dann heißt es Verantwortung tragen und nicht einfach davon zu laufen … Wenn mir dann der Imker drei Gläser Honig schenkt, dann wird mir dadurch doch klar: ich mache nicht alles ganz falsch. Ich wüsste nicht, dass er sonst jemandem drei Gläser Honig schenken würde. Das tut schon auch mal gut und ich darf mir das auch klar machen.
Apropos schief laufen … es gibt neue Indizien dafür, dass sich so ein schief laufen noch deutlicher auf die Kinder überträgt, als viele das wahr haben wollen. Ich schreibe mir das als Notiz als Heilpraktiker für Psychotherapie auf – also nicht für die Leserschaft. Die Indizien sind erschreckend. Vielleicht so viel dazu: Kinder spüren die Spannungen, die zwischen den Eltern und damit in ihrem Leben bestehen. Sie spüren das ein Leben lang. Sie spüren das, auch wenn die Eltern so tun, als gäbe es diese Spannungen nicht. Die Auswirkungen zeigen sich dann später. So mit etwa 40 Jahren. Das ist auch einfach erklärt. Kinder, auch kleine und kleinste Kinder haben einen sogenannten Funktionsmodus. Sie funktionieren. Zum Beispiel auch unter Misshandlung, unter physischer und psychischer Gewalt, unter emotionaler Entbehrung usw. Denn sie sehen ja keinen Ausweg. Sie kennen keinen Ausweg. Im Funktionsmodus sind bestimmte Lernprozesse behindert, gesperrt oder ausgeschlossen. Das führt dazu, dass sich ungesunde Gewohnheiten einschleichen und gesundende und entlastende Mechanismen nicht gelernt werden können. Somit wird der Funktionsmodus zum Normalmodus. Jeder Mensch ist auch krank machenden Einflüssen unterworfen oder trägt krank machende Gewohnheiten in sich. Wenn er gelernt hat, auch einmal los zu lassen, sich Erholung und Regeneration zu gönnen, dann können viele krank machende Einflüsse wieder kompensiert werden. Wenn er aber nur im Funktionsmodus ist, kumulieren sich die krank machenden Einflüsse und Gewohnheiten. Die unbewusst erlebten Spannungen werden zu Verspannungen und zu unklaren Symptomen und am Ende zu chronischen Schmerzen. Die Ärzte suchen dann nach Behandlungsmöglichkeiten und Ursachen und können nicht helfen. Tragisch. Und unnötig.
Noch eins. Ich war die letzten Tage wieder im Garten und habe Spiritualität – also das Zeug, was nicht in einen Kulturgarten gehört – entfernt. Ich habe also im Garten das gemacht, was der Faulenzer auf seinem Planeten nicht gemacht hat. Die Geschichte könnt ihr selber nachlesen. Dabei ist mir aufgefallen, dass es ziemlich schnell geht, dass sich die Spiritualität, die Quatschgedanken und der Unfug mit den Kulturgedanken, mit den erwünschten Pflanzen verfilzt. Es ist dann zum einen ganz schön schwierig den Quatsch von den nützlichen Gedanken zu unterscheiden. Und dann ist es noch schwieriger den Quatsch aus den nützlichen Gedanken zu entfernen. Es bleibt nicht aus, dass etwas Restquatsch in den nützlichen Gedanken bleibt und es bleibt auch nicht aus, dass man beim Entfernen der Quatschideen auch etwas von den nützlichen Ideen mit entfernt.