Tag 328

10 Apr.

Wieder so ein voller Tag. Ich wache um 5 Uhr auf und lese noch ein bisschen. Dann das übliche Morgenzeremoniell, wobei mir auffällt, dass ich das voll schön finde. Also so richtig schön und nicht als Pflicht. Eine Zeremonie. Um 7.20 Uhr bin ich wieder da und spiele erst einmal Klavier. Es ist ein guter zweiter Tagesanfang Klavier zu spielen. Ich kann das empfehlen. Auch wenn man nicht spielen kann. Das ist egal. Idealerweise eine ganze Stunde – das schaffe ich eigentlich nie. Danach wird gearbeitet. Ich trage sogar etwas für zur Community bei. Es gibt eine yform Action, um filepond Uploads an E-Mails dran zu hängen. Ich bestelle Heizöl. Wir haben in zwei Jahren nur 1.800 Liter Öl verbraucht. Dann beantworte ich noch eine Supportanfrage falsch. Das merke ich aber erst abends, als mir mein ERN meldet: da kann etwas nicht stimmen. ERN könnt ihr g00geln. Ihr habt auch eins, wobei es bei mir möglicherweise nicht das echte ERN war sondern irgendwas anderes. Egal. Ich kümmere mich um das Langsamfahrauto. Ich bräuchte dafür eine Kreditkarte. Ich mache kurz Pause. Die Post bringt Bücher von Rogers und eine Postkarte aus Thüringen. Ich esse Essensreste von gestern. Dann klingelt schon wieder das Telefon und ich habe meine zweite Taxitour heute. Im Auto höre ich mir meistens Geschichten aus dem Horrorkabinett an. Tief im Innern denke ich: wie sinnlos. Wir könnten jetzt in Wutöschingen sein und der ganze Mist würde hinter uns liegen. Die Jungs könnten ihre Skills entwickeln und jeden Morgen gerne in die Schule gehen. Naja … ist halt nicht. Es muss die ganz große Herausforderung sein. Ich nehme sie an. Jeden Tag. Nachts natürlich auch. Ich habe ein Bumble Match. Mit einer spirituellen Frau aus Hamburg. Kurz denke ich darüber nach, ob ich auf Match löschen klicke. Ich mache es nicht. Man weiß ja nie … Nachmittags lerne ich dann KVT im Workshop und denke darüber nach, was denn einzukaufen wäre. Kurz nach fünf kommt dann die längere Taxirunde. Nach Proseken, dann zum Einkaufen, in den Baumarkt und dann noch etwas warten. Im Baumarkt gebe ich 20 Euro aus. Pflanzerde und Schneckenkorn steht auf dem Zettel. Dann macht der Baumarkt zu. Also. Ich werde zum Gärtner. Leider habe ich heute keinen Kürbis im Einkaufsladen bekommen. Die hatten nur so Demeter verseuchte Dinger. Die wollte ich nicht. Zum Abendessen gibt es lecker Käsebrot. Alle sind wieder so satt, dass sie keinen Nachtisch mehr essen können. Meine letzten Gärtnerversuche waren vor 14 Jahren. So ungefähr. Der Anfang war vielversprechend. Dann ist alles eingegangen. Ich habe nun elf Hokkaidopflänzchen. Die habe ich heute fein säuberlich einzeln in Straucherde eingepflanzt. Und bin mal gespannt, wie die jetzt weiter wachsen … Es könnte ja auch gut gehen 😀. Das sage ich mir oft. Und oft geht es nicht gut. Während ich mit den Fingern im Dreck wühle, höre ich mir Ankes Vortrag über CBASP an. Und wünsche mir, dass viele Menschen diesen Vortrag hören könnten. Mir wird fast schwindlig vor so klaren Symptombeschreibungen. Das sind Krankheitsbilder, von denen ich vor wenigen Stunden keine Ahnung hatte, dass es die gibt. Und ja, immer wieder die Frage: wie wird es in einer Woche sein. Was wünsche ich mir? Ich kann es nicht klar sagen. Was ist möglich? Alles. Und nichts. Meine Erwartungen sind eher niedrig. Mein Einsatz ist es aber sicher nicht. Ich werde alles geben. Eigentlich wie immer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert