Woche 14

25 Aug.

Das Wort zum Sonntag

Der letzte Wochenbericht hat vielleicht für etwas Verwirrung gesorgt. Ich kann das nachvollziehen. Ich kann aber auch nachvollziehen, dass für mich diese Lebensveränderung innerlich nicht ganz reibungslos oder spurlos verläuft. Ich will es so sagen: da ist einiges in Bewegung. Das sind Regungen und Bewegungen, die für einen Außenstehenden schwer zu verstehen sind. Es sind Regungen und Bewegungen, die für mich schwer nach außen zu vermitteln sind. Vielleicht ist es so etwas wie ein Gefühlschaos. Man möchte es gerne so beschreiben. In jedem Chaos gibt es aber genauso Gesetze und Regeln und Strukturen. Jede Wolke verhält sich ganz exakt nach physikalischen Gesetzen. Ich versuche das innere Chaos zu entflechten und zu erforschen. Davon kann ich leider nur einen kleinen Teil wieder geben. Also … wer hier mitliest, möge nachsichtig und verständnisvoll mir gegenüber sein. Sonst lest bitte irgend etwas anderes.

Auch die Frage nach den Folgekosten der Spezialoperation kann so oder so gesehen werden. Was sind schon 100.000 Euro für das Glück eines einzelnen Menschen? Natürlich muss diese Operation durchgeführt werden. Alles hat ja genau dort hingeführt. Die ganze Geschichte, die Hirnprägung, Traumata, Fähigkeiten und Unfähigkeiten, Umwelt, Eindrücke, Gedanken und Gefühle. Ich bin niemandem böse, der eine Familie verlässt. Ich habe das selbst schon getan. Und ja: ich habe mich auch mal dumm verhalten. Jeder Mensch darf das. Die Hirnforschung weiß es genauer: so ein Mensch hat dann genau nur diese eine Möglichkeit genau dies zu tun. Auch bei Mördern ist das so. In dem Moment der Tat sind alle Hirnvernetzungen, alle Neuronen so konditioniert, dass es nur die Ausführung der Tat gibt – keine Alternative. Es geht dabei also nicht um Schuldzuweisung. Auf der anderen Seite finde ich es auch nicht besonders brauchbar, wenn man nicht versucht den ganzen Vorgang zu durchleuchten, zu verstehen und möglicherweise zu verarbeiten. Möglicherweise. Da steckt möglich drin. Und weise. Erst wenn wir solche Vorgänge verstehen, können wir damit umgehen. Erst wenn wir verstehen, was Menschen zu irrationalen, selbstzerstörerischen, schädigenden Handlungen verleitet, können wir gegensteuern. Gegensteuern … – nur wenn wir verstehen, wie das Schiff zu steuern ist, können wir es steuern. Das ganze Leben ist eine bunte Zusammenstellung aus Versuch und Irrtum. Es gibt kein richtig und es gibt kein falsch. Krieg ist Krieg und Friede ist Friede. Aber das Ziel muss doch sein, dass wir Einfluss nehmen auf unser sein und das eigene Glück und das Glück der Mitmenschen mehren. Oder was meint ihr wie das ist? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Die Kinder bauen einen Volleyballtrainingsplatz. Die Feriengäste wollen alle Wasserfahrzeuge nutzen. Jedes Jahr gibt es einen Feriengast, der die Wasserfahrzeuge nutzen möchte … und dann meist doch nicht nutzt. Naja. Feriengäste halt.

Ich bekomme eine Nachricht aus Portugal, die mich nachdenklich macht. Es gibt Parallelen zu meinem Fall. Mehr kann ich dazu hier nicht schreiben. Wenn ihr mehr wissen wollt, fragt gerne nach.

Das erste Bild der Woche sind die Hülsen für das Ruderboot, damit die Riemen in den Halterungen am Boot nicht so wackeln. Die hatte ich vor zwei Jahren schonmal gemacht. Jetzt sind sie weg. Also muss ich sie neu machen …

Was in der Spaghettisauce drin war, weiß ich heute nicht mehr. Sie war jedenfalls gut, denn es ist nichts mehr davon da.

Das letzte Bild zeigt den gerodeten Platz für den Volleyballtrainingsplatz. Es war ungefähr ein Tag Arbeit. Ich war daran nicht beteiligt.

Montag

Ich gehe zum Frühschwimmen und werde auf dem Steg erst einmal von etwa einhundert Schwalben begrüßt. Beeindruckend!

Die Arbeiten am Volleyballtrainingsplatz gehen erst weiter, dann stocken sie. Das Team ist sich nicht so recht einig, ob es wirklich vorwärts gehen soll. Es macht eine Pause. Danach werden zwei der Bauarbeiter abgeholt und kommen rechtzeitig zum Grillen wieder.

Ich mache einen Dark Faktor Test. Ich lande dabei auf 1,71 Punkten. Ralph hat mich auf die Idee gebracht.

Im Moment ist gelegentlich ein Ferienkind hier zu Besuch. Das Kind war vor zwei Jahren schon mal hier. Ich freu‘ mich, dass diese Feriengäste den weiten Weg von etwa 600 Kilometer nach Tressow gekommen sind. Die Eltern sagen „das Kind wollte wieder hierher kommen, um den Hasen zu streicheln.“ – Hm. Der Hase ist nicht mehr. Das sagen wir dem Kind nicht. Wir sagen, dass er „irgendwoanders“ ist, ein „anderes zuhause hat“. Kinder belügen halt. Beliebtes Erwachsenenspiel.

Abends ist grillen. Ich grille etwas schneller, denn um 8 Uhr habe ich einen Termin zur Transaktionsanalyse.

Dienstag

Ich gehe zum Frühschwimmen. Ich schwimme nur eine Bahn.

Gelegentlich schaue ich YT Videos an. Der Algorithmus spült mir immer wieder dies und jenes auf den Schirm. Das sind eben die Themen, die mich gerade mehr oder weniger beschäftigen.

Die Bauarbeiter machen heute Baupause. Der neue Volleyball trifft ein und wird ausgepackt. Die leere Verpackung steht jetzt auf der Tischtennisplatte. Mal sehen, wie lang sie dort steht. Schräg … gerade klingelt der prime. Er kommt sonst nicht zu uns. Er bringt ein Päckchen.

Die Feriengäste, eine Mutter mit Tochter aus der Nähe von Hamburg, versuchen das Ruderboot in Betrieb zu nehmen. Das klappt nicht. Ich binde das Boot also wieder an. Im Kajak sind angeblich Ameisen. Ich gehe nachsehen. Ich finde eine Spinne. Nicht alle Feriengäste sind gleich. Menschen sind eben unterschiedlich. Wir tragen es mit Fassung. Wir sind Profis.

Der Tag schließt ab mit einem schönen Besuch bei Steffen Henssler in Wismar. Das Lokal kann ich durchaus empfehlen. Es ist zwar ganz schön was los. Reservierungen gehen nur drinnen. Das ist etwas schade. Wir saßen dann aber doch drei Stunden draußen.

Die Frau, mit der ich mich im Ahoi getroffen habe, kommt, wie ihr euch denken könnt, aus Mecklenburg. Eine echte Mecklenburgerin. Wir haben uns schon recht gut unterhalten – finde ich. Ich hatte aber doch deutlich den Eindruck, dass die Prägung aus zwei unterschiedlichen Gesellschaftssystemen deutlich hervor trat. Ich gebe zu, dass auch viele Wessis mit wissenschaftlichen Erkenntnissen aus dem Schulbetrieb nicht viel anfangen können und der Ansicht sind, dass Kinder doch „etwas lernen müssen!“. Im Osten ist diese Meinung noch etwas krasser ausgeprägt und wird immer wieder unterfüttert mit Argumenten wie „das war bei uns doch auch so“. Mir wird dann auch klar, dass meine neue Lebenssituation auch durch einen Bruch zwischen einem westlich und einem östlich geprägten Menschen ausgelöst wurde. Und ja, die unterschiedliche Prägung könnte eine Rolle gespielt haben. Schade eigentlich. Meine Idee wäre, dass wir uns durch Unterschiedlichkeiten doch eher ergänzen könnten als auseinander zu leben. Aber auch hier wieder: in Minievolutionen setzt sich nicht immer die beste Idee durch.

Manche Bilder sind schräg.

Mittwoch

Uuh – es wird spätsommerlich.

Ich habe schon seit ein paar Tagen Lust auf Linzertorte. Die kann man in Lörrach auf dem Markt kaufen – haha … Also suche ich mir verschiedene Rezepte raus und mache dann daraus ein eigenes. Die Vorverkostung zeigt: es geht noch besser. Ich werde das Rezept weiter optimieren. Morgen geht dann die richtige Verkostung los. Linzertorte muss mindestens einen Tag durchziehen.

Das Kind macht leckerstes Popcorn. Wirklich! Auch da werden wir immer besser. Uppps, ein Korn poppt mit Verzögerung. Damit haben wir nicht gerechnet.

Abends gibt es dann Carbonara, das ist schnell gemacht und schmeckt allen. Eine Portion bleibt übrig.

Donnerstag

Donnerstag ist mein Einkaufstag. Maßgeblich dadurch bedingt, dass an diesem Tag Volleyballtraining ist und ich während des Volleyballtrainings gut zum Einkaufen gehen kann. Heute war ich bereits am Vormittag. Uppps – da war der Parkplatz recht voll. Außer meinem Stammparkplatz. Der war frei. Das wussten die natürlich alle, dass das mein Stammparkplatz ist. Dann ging die erfolgreiche Suche nach einem Einkaufswägele los. Erst Leergut wegbringen (25 Euro). Dann einkaufen. Eigentlich wollte ich mal ein volles Einkaufswägele fotografieren – Alltagsfotografie halt. Habe ich dann aber vergessen. So eine Butterdose aus Glas oder Porzellan habe ich nicht gefunden. Sie hatten nur billige aus Plaste. Aber zwei neue Backpinsel hat es gegeben. Einkauf hat dann 121,80 gekostet. Danach noch tanken. Der Sprit ist grade günstig, ich glaube er war bei 1,54. Waren dann auch nur 107 Euro.

Das Anglerkind ist mit dem Ruderboot unterwegs. Uns fällt allen drei unabhängig voneinander auf, dass es doch recht lustig ist, dass zwei Erwachsene, die vermutlich beide Abitur haben, das Ruderboot nicht in Bewegung bekommen. Ein 13jähriger schafft das aber problemlos alleine.

Wir hatten dann mittags lecker Brezelfrühstück. Der Kuchen wird gekostet und für gut befunden. Nicht alle Kucheneinladungen sind auch angekommen. Aber das ist eine andere Geschichte. Das Rezept muss ich nächstesmal etwas variieren. Ich verspreche euch hier schon mal die leckerste Linzertorte, die ihr je gegessen habt.

Eines meiner Lieblingslieder auf dem Klavier ist derzeit Schafe mögen sicher weiden in der Version von Franz Liszt. Wie viel Trost kann Musik spenden? Allerdings Vorsicht! Das doofe Publikum klatscht in den Schlussakkord. Man muss vorher abstellen.

Sarah Koller schreibt in einem Kommentar in der Mittelländischen Zeitung über die wachsende Selbstbezogenheit in der Gesellschaft. Das ist gut und schön und irgendwie auch nett. Was diesem Kommentar fehlt, ist die Tiefe, die das Thema eigentlich erfordert. Ich erwähne den Kommentar hier dennoch. Er wurde mir in meinen Mastodon Faden gespült. Vor mehr als dreißig Jahren, das war vor der großen Zeit des Internet und sogar vor der Zeit von Händi und Social Media gab es bereits einen deutlich umfangreicheren Text zum Thema Ich-Sucht. Und dies sogar im Trivialmagazin Focus. Ich verlinke euch den Artikel einmal hier. Der Artikel ist noch in alter Rechtschreibung – irgendwie ist das auch wohltuend. Was mich dabei verstört ist die Tatsache, dass der Trend in den letzten dreißig Jahren nicht nur angehalten hat, sondern durch die epidemieartige Identifikation mit dem Mobiltelefon noch massiv zugenommen hat. Und keiner merkt was.

Heute gibt es Leberwurst- und andere Brötchen. Eigentlich kochen wir nicht mehr für den Papst. Denn er kommt eh nicht zum Essen und dann hat man immer die Reste. Heute blieb dann doch was übrig – wie sonst eigentlich auch fast immer. Ich habe dabei einen neuen Trick erfunden Eier zu kochen. Einfach in den Wasserkocher stapeln und dann den Wasserkocher einmal aufsprudeln lassen. Dann nach 5 Minuten nochmal kurz einschalten. Nach 10 Minuten sind die Eier perfekt hart gekocht.

Nach dem Essen gehen alle ihren Spielen nach. Der eine spielt Bussimulator aus dem Jahr 2013, der andere lernt mit Duolingo Japanisch, ich spiele das live Spiel Haushalt als Alleinerziehender. Alle haben ihren Spaß. Ich hätte danach noch Zeit für alles Mögliche. Das war angeblich früher immer ein Problem, dass die Haushaltsführung so viel Zeit in Anspruch nimmt, dass keine Zeit mehr war, um etwas gemeinsam zu machen. Ich kann heute definitiv sagen, dass das eine Ente war. Ich kann auch sagen, dass ich Spaß habe an meinen Aufgaben. Ich kann aber andererseits auch sagen, dass es mir fehlt nicht mehr teilhaben zu können an den alltäglichen Erlebnissen anderer Erwachsener. In Lörrach waren es noch mehrere Erwachsene, seit zehn Jahren war es dann bis zur Wende hauptsächlich ein Erwachsener. Erlebnisse zu teilen bereichert das Leben. Aber so ist das Leben: man kann nicht alles haben. Ich fülle mir den Tag nun mit vielen anderen Sachen. Zum Beispiel hier diesen Blog schreiben. Man muss das Leben so nehmen wie es kommt – und dann das Beste daraus machen. Ich bin selber gespannt was es noch so bringt. Was mir hilft, ist die ständige Übung zur heiteren Gelassenheit in jeder Lebenslage.

Die russische Spezialoperation in der Ukraine verzeichnet seit dem 6. August eine Wende. Die Ukraine ihrerseits hat bereits über 1000 Quadratkilometer (das ist eine Fläche 10 x 100 km groß) russischen Territoriums besetzt. Darüber kann man sich zwar freuen. Was man dabei nicht vergessen darf: auch die Verteidigung des eigenen Territoriums und die Eroberung von russischem Territorium verursacht jeden Tag, jede Stunde immenses Leid. Die Zahlen schwanken. Es werden auf russischer Seite 50.000, auf ukrainischer Seite 31.000 tote Soldaten gerechnet. Insgesamt wird von 500.000 toten und verwundeten Soldaten ausgegangen. Das sind jede Stunde fast 30 tote oder verwundete Menschen! Hinzu kommen 12.000 tote Zivilisten auf ukrainischer Seite. Welch bekloppter Irrsinn Krieg ist. Im Großen wie im Kleinen.

Freitag

Ich hänge Ferienwohnungswäsche ab und lade die Waschmaschine neu. Ich gebe zu, die Waschmaschine ist einerseits eine coole Erfindung. Wenn ich aber daran denke, dass ich mit der Wäsche zu einem Waschhaus gehen würde, dort andere Frauen treffen würde, wir dort sozialen Austausch pflegen würden … – es hat alles seine guten und seine schlechten Seiten.

Meine Arbeit heute: den Busfahrplan für die Rückfahrt vom neuen Schulstandort ausarbeiten. Möglicherweise könnte das eine KI besser. Aber lassen wir die Späße. Ich bin froh, als ich halbwegs damit fertig bin und bin gespannt, ob das so funktioniert. Nur grob: es gibt mehr mögliche Verbindungen. Es gibt aber auch mehr mögliche Einstiegshaltestellen. Die meisten sind über einen Kilometer vom Schulstandort entfernt.

Es ist etwas schräges Wetter. Es ist warm, es stürmt, gelegentlich regnet es auch ein wenig. Jonathan hat mich auf die gute Idee gebracht, dass man ja mit dem Fotoapparat mal raus gehen kann. Er macht das seit einigen Wochen häufig und bringt wirklich gute Bilder mit. Auf dem Rückweg treffe ich noch einen Nachbarn, wir kommen ins Gespräch. Ein anderer Nachbar kommt und schenkt mir eine ganze Tüte voll Tomaten. Es gibt Tomatensalat. Und Ofenkartoffeln mit Putenschnetzel an Sahnesauce. Was soll man da sagen – manchmal gibt es bei uns auch wirklich feines Essen. Leider nimmt dabei mein Gewicht zu. Bald sehe ich aus wie ein Mecklenburger. Ääääääh – so ein Mist. Es ist ein in der Psychologie wohl bekanntes Phänomen, dass sich in schwierigen Zeiten das Ernährungsverhalten ändert. Andererseits finde ich es dann schon in Ordnung, dass wenn das Leben sonst belämmert ist, dass dann nicht auch noch das Essen schlecht sein muss. Apropos Essen. Ja, hier dreht sich viel ums Essen. Das Essen ist auch Ausdruck der Kultur. Zugegeben, da es hier jetzt nur noch drei Köche gibt, ist das Essen weniger vielfältig. Ich koche öfter als früher. Es dürfte etwas mehr Pfeffer und ein paar andere Zutaten verbraucht werden. Mir ist es aber auch wichtig, dass die Kinder was ordentliches zu essen bekommen. Wenn ich den Erzählungen Glauben schenke, so habe ich früher so gekocht, dass für den Papst oder die Päpstin nichts mehr übrig geblieben ist. Ich kann mich daran zwar nicht erinnern. Genau genommen halte ich das für eine der böswillig erscheinenden Enten, die aus den tiefen des Unterbewusstseins heraus entstehen, um eine bestimmte, auch aus dem Unterbewusstsein (Trauma, Schema) gelenkte Handlung zu rechtfertigen. Um nochmal die Brücke nach Portugal zu schlagen: Sucht funktioniert ungefähr so – übrigens auch sehr gut im Kleinen Prinzen nachzulesen. Heute wäre es so, dass die Päpstin oder der Papst fast jeden Tag noch eine gute Portion ab bekommen würde. Er kommt aber nicht und das ist auch gut so. So hatten wir heute das Tischgespräch, dass zwei Astronauten auf der ISS festsitzen, weil ihr Boeing Starliner Raumschiff offenbar nicht das macht was es soll. Es können alle möglichen Aspekte diskutiert werden ohne dass jemand dafür gemobbt oder bestraft wird und alle beteiligen sich am Gespräch. Und das ist ja schon faszinierend. Es gibt ja in den meisten Familien so etwas wie eine Familienmeinung. Sagen wir mal über Glaube und Kirche. Und da sind dann viele Ansichten einfach gesetzt. Es würde niemand wagen diese Dogmen auch nur zu bezweifeln. Auch das böse B. Wort wird verwendet ohne dass es jemand böse findet.

Die Drohnenreparatur“firma“ schreibt, dass die Kamera kaputt ist. Und ist der Ansicht, dass wir den Slot für die SD Karte geschrottet hätten. Das sind wirklich miese Typen. Ist es ein Zufall, dass sie in Jena sitzen? Lassen wir das lieber. Es führt zu nichts.

Also … das Leben geht weiter.

Samstag

Ich koche wieder Eier im Wasserkocher.

Die Feriengäste wollen später abreisen. Na gut. Feriengäste. Wir sind Profis. Das kriegen wir hin, die Putzhilfen kommen dann später. Danach wollen sie noch was im Garten machen.

Wir machen derweil Volleyballplatzbaustelle. Es wird geplant, gehobelt, gebohrt, geschraubt. Am Schluss haben wir wirklich den coolsten Volleyballtrainingsplatz, der dann auch gleich ausgiebig genutzt wird. Einem Freund schreibe ich: „Die Jungs bauen hier grade ihren Trainingsplatz. – Und mir ist es ein Rätsel, wie eine Mutter vor solchen genialen Jungs in die Selbstverwirklichung flüchten kann. Wie groß muss die Verzweiflung sein?“. Es gibt Fragen, auf die es keine Antwort gibt. Das muss ich akzeptieren.

Den Putzhilfen passiert im Garten ein Malheur. Sie kappen versehentlich die Zuleitung zum Schuppen. Sie reparieren den Schaden aber auch gleich selber.

Ich habe so viel vor heute. Eigentlich wollte ich noch Bretter hobeln für eine Schreinerarbeit. Ich mache statt dessen Wurzeln an der Südost-Ecke des Hauses raus und räume das abgeschnittene Zeug auf der Westseite weg. Danach gehe ich noch schwimmen. Ich treffe Regina (Name geändert) aus dem Nachbardorf, die mit ihren Kindern an den See gekommen ist. Regina hat mir vor ein paar Monaten erzählt, dass sie ihren Mann auch mal verlassen hat. Nach etwa einem Jahr hat sie sich dann aber doch besonnen. Ich schließe dies in meinem Falle aber aus. Für mich ist der Bruch endgültig, auch wenn ich nun meinen Lebensplan umschreiben muss. Das dauert naturgemäß eine Zeit lang. Die Anpassungsstörung klingt schon langsam ab und sollte Ende des Jahres abgeschlossen sein. Ich bin für jeden Tag Entfernung zu meinem alten Leben dankbar.

Der Platz wird abends ausgiebig mit einem Resteessen gefeiert. Ich versuche ein Ei für den Salat zu schälen – aber, oooha, leider ist das Ei dann doch nicht wirklich hart geworden. So ein Mist … – hattet ihr das schonmal, dass ihr hartgekochte Eier erwartet habt, dann aber ein weiches Ei aus der Schale gekommen bzw. nicht gekommen ist? Ich bin zwar skeptisch, ob es funktioniert, stecke die Eier aber dann nochmal für 20 Minuten in den Wasserkocher. Morgen wird getestet, ob es funktioniert hat.

2 Replies to “Woche 14

  1. Liebster Wolfgang,
    Ich habe gelesen und bin einfach nur beeindruckt….so schön wie Du schreibst! Erst mal kein Kommentar, aber danke, danke danke dass ich teilhaben darf! Liebste Umarmung von deiner Silke

    • Liebste Silke,
      Danke für Deine Worte! Ich muss ja selber sagen … es ist vollkommen verrückt, was einem in solchen Lebensphasen für Gedanken durch den Kopf gehen. Normalerweise ist das Hirn ja in so einer Art von Standby Modus. Wenn dann aber das Kleinhirn auf Notfall umschaltet, dann arbeitet es fortwährend. Es produziert dann laufend neue Ideen und Zusammenhänge. Es kommt nicht zur Ruhe. Nicht einmal nachts. Manchmal bin ich mir unsicher, ob ich etwas so schreiben kann. Ich bin ja selber so gespannt, wie die ganze Geschichte weiter geht.
      Sei allerliebst gegrüßt!
      Dein Wolfgang

Antworte auf den Kommentar von wolfgang Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert