Es gibt Fragen, auf die es keine eindeutige Antwort gibt. Ist es Wut? Ist es eine innere Entwicklung? Sagen wir so: ich bin kein Tiefenpsychologe. Oder: es ist kompliziert.
Also einerseits habe ich vor zwölf Jahren eine gewisse Mitverantwortung für das Gelände übernommen. Klar mit der Maßgabe und auch so artikuliert, dass ich kein Gärtner bin. Ja, Kindheitstrauma und all sowas. Wir mussten … Auch war mir klar, dass das, was man da im Garten macht, höchst uneffektiv ist. Wenn man die Zeit und das Geld rechnet, was man in so einen Garten reinsteckt, dann kann man davon eher eine Großfamilie ernähren. So erntet man ein paar Tomaten oder Erdbeeren in einer Zeit, in der es eh genug davon gibt und man von den Nachbarn überschüttet wird davon. Also ganz rational ist das nicht. Außerdem habe ich sonst auch noch genug zu tun. Durch den Garten ist dieses Jahr das Brennholz schon vollkommen in Verzug. Offenbar gibt es aber doch Gründe, dass ich mir das antue – die Möglichkeit es Scheiterns ist dabei inbegriffen. Irgendein Pflanzencoronavirus oder irgendwelche fiesen Tiere … Missernten hat es auch früher gegeben. Immerhin kann ich meine 25 qm Kulturland per Schlauch bewässern. Vertrocknen muss nichts. Schaun wir mal. Also … ist es eine persönliche Weiterentwicklung? Eher nicht. Am ehesten ist es ein gewisser Trotz. Dass das Land so vor sich hin gammelt und Erinnerungen an vergangene Zeiten weckt, macht in mir einfach keine guten Vibes. Und davon habe ich eh genug. Es hat noch ein paar Nebeneffekte. Ich arbeite an der frischen Luft, ich habe etwas Bewegung, meine Gedanken verfolgen eine andere Spur. Und ja, es ist ein Experiment. Andere Menschen schaffen das doch auch, dass ihr Grundstück nicht aussieht wie Arsch und Friedrich. Es kann also kein Hexenwerk sein. Mal schauen, was da passiert. Bislang war ich in diversen Anzuchten erfolgreich. Pomeranzen, Kürbisse und jetzt Tomaten gelingen mir ganz gut aus Samen zu Pflanzen zu bringen. Warum sollten nicht auch mal die Pflanzen Früchte bringen? 170 Euro habe ich gestern bei Ilim Timber gelassen. Etwa 30 Euro in Erdbeerpflanzen investiert, der Schneckenzaun kostet etwa 40 Euro. Gartenerde für 12 Euro. Spatenstiele für 20 Euro. Wenn der Zaun zehn Jahre hält, wären das etwa 20 Euro pro Jahr für den Zaun. Schauen wir mal. Bleibt dran! Vielleicht findet sich sogar eine Gärtnerin. Letzten Herbst gab es mal eine proforma Bewerbung. Unerwartete Wendungen – so heißt dieser Blog … man kann nie wissen. Die Herausforderung läuft immer noch. Ende offen.
Vielleicht gibt es noch einen weiteren Grund. Meine Hauswirtschaft läuft recht ordentlich. Ich habe viele Vereinfachungen und Verbesserungen geschafft – mit Hilfe natürlich. Ich habe Freude an der Besteckschublade, die ist eine Initiative eines Kindes, an Butterdose, Deckelhalter und vielen anderen Dingen. Dieses „ich tue etwas und es hat Wirkung“ ist wohltuend für Seele und Geist. Vielleicht ist der Garten ein weiterer Versuch in dieser Richtung wirksam zu werden. Auch das Sozialleben zu Dritt läuft – den Umständen entsprechen, Herrgöttin nochmal, warum muss ich das immer und immer wieder ergänzen … – gut. Ja, aus gutem Grund habe ich Gott abgeschafft. So viel Blödheit in dieser Welt – wer da noch an einen Gott glaubt – ämm – naja … soll das tun. Außerdem finde ich Geschlechtergerechtigkeit gut. Wenn alle Welt von „Gott“ redet, ist es gerecht auch Göttin zu verwenden.
Und ich habe eine Glaskugel …
Diese einzigartige Eisenbahnbrücke wird demnächst abgerissen. Der Zug wird dann voraussichtlich nicht fahren und es werden auch keine Kinder von der Brücke winken.

Vielleicht ist es ja ganz gut, dass auch solche Erinnerungen zerstört werden. Vielleicht mache ich ja ein Drohnenfoto von der Baustelle. Gestern sprachen wir über die Brücke, die bald Vergangenheit sein wird. Der Abrisstermin wurde verschoben. Ursprünglich sollte es am 18. Mai los gehen, einen Tag nach dem Jahrestag. Wer mag, darf gerne esoterische Verbindungen finden.
Die Trigema Erbin Bonita Grupp bekam kein Taschengeld. Steht heute im Spiegel. WTF … was die Welt nicht alles bewegt. Funfact … bei uns gibt es auch kein Taschengeld. Es gibt hier eine Kasse, da nimmt sich jeder raus was er braucht. Ich finde es entwürdigend, wenn Kinder fragen müssen, ob sie jetzt zwei Euro oder fünf Euro bekommen um sich etwas kaufen zu können und Erwachsene dann großzügig das Geld heraus geben. Seit sie 14 sind, haben sie ihr eigenes Konto.
Und … Lügen haben kurze Beine …
Tierdrama erreicht Schweriner Parlament
Backhaus und die Kehrtwende im Wal-Drama: Angst vor unschönen Bildern aus MV spielte mit
Das ist ein Zitat aus der Ostsee-Zeitung. Und keine Überraschung. In die Kamera sagte der Politiker etwa 150 mal: es geht hier um das Tierwohl, ich bin Landwirt, es geht mir um das Tier usw. Jetzt steht in der Zeitung: alles Quatsch. Es geht mir um meine Reputation. Lieber verklappen als in seichtem Mecklenburger Ostseewasser sterben lassen.
Versteht mich bitte nicht falsch. Natürlich habe ich den Walomat gemacht. Ich gehöre zum Team „sprengen“ – ich habe meine Antworten ganz absichtlich so gewählt. Die Walgeschichte ist multikomplex. Es gibt da nicht die eine richtige Antwort. Ich wollte auch nicht in der Haut vom Minister Backhaus gesteckt haben, bin aber sicher, dass ich mich nicht so medienwirksam in Szene hätte setzen lassen. So ist das im richtigen Leben: es gibt in einigen Situationen kein richtig oder falsch. Was keine Ausrede dafür sein darf, sich in eindeutigen Situationen nicht doch korrekt zu verhalten. – Aber das nur am Rande, damit keine Missverständnisse aufkommen. Nur so, „weil man es kann“, eine unerwartete Wendung herbeizuführen, um anderen Menschen zu schaden, ist nicht die allerbeste Idee. Das gilt für Menschinnen und Menschen, für Göttinen und Götter, also für jeden. Kriege müssen nicht sein. Kleine nicht. Und große auch nicht. – Muss ich der Vollständigkeit halber erwähnen. Und ja, sowohl „Team verklappen“ als auch „Team verenden“ haben sich ausgezeichnete Argumente zurecht gelegt für ihre jeweilige These.