Wir spielen lieber Tischtennis

Die Schule zeigt sich weiterhin unterirdisch. Die Klassenleiterstunde wird missbraucht um Bilder zu malen und das Engagement von Eltern bei den Schülern anzuprangern. Es geht wirklich nur mit zusammengebissenen Zähnen bei allen. Mehrere Eltern haben bemerkt, dass der Schulranzen sein Soll-Gewicht nicht nur leicht, sondern deutlich überschreitet. Mit 10 kg bei ca. 35 kg Körpergewicht des Kindes ist der Schulranzen etwa um 5 kg zu schwer. Anstatt hier für Abhilfe zu schaffen, was die Aufgabe des Lehrers bzw. der Schulleitung wäre, schreibt der Lehrer: „der Schulranzen wird noch schwerer werden.“ Da hauts dich echt vom Tisch. Es geht dann noch weiter. Am Donnerstag hat Jonathan aus schierer Begeisterung sein neues Rollklavier in die Schule mitgenommen. Was macht der Lehrer? In der Klassenleiterstunde erzählt er, dass die Schulranzen ja gar nicht zu schwer sein können, wenn Jonathan zusätzlich noch sein Rollklavier mit in die Schule schleppt und bezichtigt dabei Samson seinen Schulranzen auch absichtlich schwerer zu machen. Samson versichert mir, dass er lediglich ein paar Pokemontkarten zu viel in seinem Schulranzen hat und der Lehrer jetzt mit den Pokemontkarten argumentiert. Als der Vortrag des Lehrers zu Ende war, lässt er etwas von Tisa von der Schulenburg malen. In der Klassenleiterstunde. Das ist Schule.

Samson will dem Informatiklehrer zeigen, dass er blind schreiben kann, macht aber einen Fehler. Der Herr Informatiklehrer hat dann nichts besseres im Sinn, als den Fehler zu bemängeln.

Mir platzt der Kragen. Ich liege nachts stundenlang wach. Ich kann dem Lehrer nicht schreiben, er begreift nichts. Ich kann der Schulleitung nichts schreiben. Die begreift auch nichts. Schließlich stoße ich auf den Deutschen Schulpreis. Eine tolle Sache! Wirklich! Zum einen werden Schulen ausgezeichnet, die besonderes für unsere Kinder leisten. Diese werden portraitiert. Und sie bekommen Geld. Sowohl Schüler, Eltern und Lehrer können Schulen zum Deutschen Schulpreis anmelden. Aus reiner Boshaftigkeit melde ich die Schule beim Deutschen Schulpreis an. Mal sehen was passiert. Irgendwas muss doch gehen … Nebenher beschäftige ich mich mit dem Dalton Prinzip und anderen kühnen Errungenschaften der Menschheit.

In der Eingangshalle steht jetzt die Tischtennisplatte. Es ist schlauer Tischtennis zu spielen als sich über eine ziemlich schlechte Schule zu ärgern.

Samson bastelt das übelste Zeug mit Python und dem EV3 und Remote Controll und seiner neuen Tastatur. Ich checks überhaupt nicht, aber es ist übelst genial und er freut sich übelst. Jonathan macht beim Vorspielwettbewerb der Musikniederschule mit und ich habe ein gemaltes Bild von einem Fiat 500 in Tarnlackierung bekommen.

Die Werft in Wismar ist pleite. Besser gesagt, sie hat Pleite angemeldet. Jetzt ist der Insolvenzverwalter statt den Fremdfirmen am Start. Wie es weiter geht, weiß keiner. Es ist also durchaus möglich, dass in Wismar bald der größte Schrotthaufen der Welt rumsteht.

Mir geht so durch den Kopf, dass es doch recht viele Menschen gibt, die so ungefähr auf dem Niveau einer Katze unterwegs sind. Die hat auch keine Ahnung, dass für ihren Komfort doch so einiges in Bewegung gesetzt wird, dass eine Fabrik gibt, die das Katzenfutter herstellt und dass das Öl oder das Gas, was die Bude heizt auch irgendwo her kommen muss. In vielen Köpfen ist so irgendwie die Idee, dass alles wie selbstverständlich einfach da ist. Wie Katzenfutter für die Katze. Ich habe so ganz schwach den Eindruck, dass genau diese Haltung zur Klimaerwärmung beiträgt.

Ich versuche über Kaufland Jonathans Tablettcomputer Pokemontfähig zu machen. Zwei Supportanrufe waren bislang nötig. Eine weitere Supportanfrage ist hängig. Entweder ist deren System fehlerhaft oder ich blicks nicht – vermutlich letzteres.

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