Corona – Woche 4 und andere Philosophierereien

Weiterhin bestimmt unser häusliches Leben den Alltag – zumindest bei mir. Die Kinder sind weiterhin von der Präsenzpflicht in der Schule befreit. Also sind sie hier. Also bin ich zuständig. Oder, wie Rupert Neudeck formuliert: hüte Dich vor dem Zuständigen. Ich versuche also mehr verantwortlich als zuständig zu sein. Ob mir das gelingt? Und – auch über meine Motivation muss ich mir Gedanken machen. Ich sags euch: das Leben ist nicht einfach …

Daher bleibe ich mal eher bei den einfachen Dingen des Lebens, auch wenn diese immer wieder zu Nachdenkereien anregen.

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Am Samstag gibt es einen Querschnitt durch den Kühlschrank oder einfach mal Reste. Das geht quasi mit allem Gemüse was ihr so übrig habt. Klein schnibbeln, in eine Schüssel geben, ordentlich Öl dazu geben, Salz dazu geben und sehr gut umrühren und vermischen. Dann auf ein Backblech verteilen und in den heißen Ofen geben. Ich empfehle Gemüse, was etwas länger braucht, zum Beispiel die Kartoffeln, zuerst zehn Minuten in den Ofen zu geben und dann das restliche Gemüse dazu mischen. Das habe ich in diesem Fall nicht gemacht. Daher ist der Lauch auch etwas dunkel geworden. Der Käse ist erst zehn Minuten vor Schluss auf dem Gemüse verteilt worden. Dazu gab es ein Knoblauch-Joghurt Dressing. So schmeckt Gemüse auch den Kindern.

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Am Sonntag backt Jonathan mit Anne-Christin die feinsten Waffeln von Tressow, Mecklenburg und vermutlich der ganzen Welt. Ja, ich kann jetzt ja auch nichts dafür, dass euch das Wasser im Mund zusammen läuft. Aber die waren wirklich sehr sehr lecker!

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Letzte Woche gab es auf Wunsch der Jungs lange Spaghetti. Nein, ich habe keine Meterspaghetti bekommen. Die längsten im Supermarkt waren 52 cm lang. Auf dem Foto seht ihr ein normales Päckle mit 26 cm langen Spaghetti. Irgendwie ist dann die Frage aufgekommen, ob im langen Spaghettipäckle mehr oder weniger Spaghetti drin sind. Das wurde eine Aufgabe für den Matheunterricht. Das Ergebnis will ich jetzt nicht verraten. Aber eine interessante Schätzaufgabe: wie lang sind alle Spaghetti in einem Päckle zusammen? Auch wir haben diese Schätzaufgabe ganz am Anfang gemacht. Dann wollten wir es aber genauer wissen und haben es ausgerechnet. Wir haben auch ausgerechnet, wie lange die Strecke ist, wenn man die Spaghetti aus 300 Spaghettipäckle hintereinander legt.

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Dies Bild muss ich euch unbedingt zeigen! Erkennt ihr was das ist? Folgende Antworten sind richtig: ein Zauberwürfel, ein Kunstwerk, ein Granitblock, eine kreative Arbeit aus dem Kunstunterricht. Jonathan ist selbst ganz stolz auf den Würfel. Er hat den Granitblock irgendwo gefunden, ist selbst auf die Idee gekommen und hat den Würfel dann entsprechend gestaltet.

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Bei der letzten Einkaufstour habe ich einen Wirsing erstanden. Momentan dient das Auto noch als erweitertet leicht gekühlter Lagerraum. Dort lagern derzeit noch Kartoffel, Äpfel und Gemüse. Der Wirsing wird zu einer Quiche verarbeitet. Ein weiterer Versuch, dass der Boden aus geriebenem Teig etwas knusprig wird scheitert. Diesmal: Boden ca. 12 Minuten vorgebacken, mit Semmelbrösel bestrichen. Wirsing ohne Wasserzugabe weich gedünstet. Erst wenn die Stücke in der Pfanne wieder aufgewärmt werden wird der Boden knusprig. Nächstesmal wird heißer und länger vorgebacken. Es muss doch irgendwie gehen …

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Auch lecker: Katzenkotze auf dem Fensterbrett. Darf ich am Dienstag erstmal wegputzen.

Der Dienstag bringt aber weitere Erkenntnisse und Erlebnisse. Ich verlege den Einkaufstag auf den Dienstag. Er sollte von Ostern weit genug entfernt sein und um die Mittagszeit sollten wenig Menschen unterwegs sein. Ich starte so ungefähr um 11 Uhr. Erst bringe ich Altglas weg, dann versuche ich beim lokalen Freilandeierhof Eier zu bekommen (ich bekomme keine), treffe aber die Betreiberin und frage nach Suppenhühnern. Ja, ca. Mai wollen sie ausstallen. Im Supermarkt gibt es weiterhin keine Brotbackmischung. Auch die Trockenhefe ist komplett ausverkauft. Ansonsten bekomme ich eigentlich alles was auf dem Einkaufszettel steht. Gemüse ist jahreszeitbedingt schwer zu bekommen. Ich hole einen Eisbergsalat aus Spanien. Möhren aus den Niederlanden. Gefühlt sind nun mehr Menschen mit selbst gebastelten Tüchern, Staubschutzmasken und Handschuhen unterwegs. Eine Frau hat sogar eine echte ffp zertifizierte Maske ergattert. Klasse 2 oder 3 kann ich nicht erkennen. Wo sie die nur her hat …? Als ich aus dem Markt raus gehe staune ich nicht schlecht: es gibt jetzt eine Zutrittsbeschränkung durch einen Sicherheitsmenschen. Vor dem Eingang hat sich schon eine Schlange aus einkaufswilligen Menschen mit Einkaufswägelchen gebildet. Wer sich ohne Einkaufswägelchen in die Schlange stellt wird entweder von seinem Vordermann oder vom Securitymenschen gebeten den Sicherheitsabstand einzuhalten. In den Supermarkt darf man nur noch mit Einkaufswägelchen. Die Kassiererin arbeitet ohne Handschuhe, was ich vollkommen in Ordnung finde.

Weiter geht es in den Baumarkt. Dort steht ein riesengroßes Plakat, auf dem Verstöße und deren Bußgelder ausgehängt sind. Ich habe mir nur gemerkt: geöffneter Gartenmarkt kostet 5.000 Euro. Der Markt ist geschlossen. Man kann aber klingeln. Wenn alle Kunden vorher bedient sind, wird man dann in den Markt gebeten und darf bis zum Infotresen gehen. Dort wird man nach seinem Begehr gefragt. Ich brauche eine Sifongarnitur und Sprit für die Motorsäge. Ich bekomme beides und bin sehr froh, dass sie uns dort doch ermöglichen Sachen einzukaufen. Sie sagen: wenn wir es nicht machen würden, würden die Kunden ja danach auch nicht wieder kommen.

Zuhause muss ich dann basteln. Das obere Rohr aus der gekauften Garnitur ist deutlich zu kurz, das hintere Rohr zu lang. Da bei der alten Garnitur „nur“ der untere Bogen kaputt ist, habe ich mal wieder Glück. Ich muss das klemmende Zeug nur auseinander schrauben, grob reinigen, das obere Rohr etwas kürzen, weil es nicht so weit in den Bogen eingeschoben werden kann wie bei der alten Garnitur. Ich bin dann froh, als alles wieder zusammengeschraubt ist und funktioniert.

Möglicherweise passend hierzu finde ich diesen Artikel https://sz-magazin.sueddeutsche.de/leben-und-gesellschaft/schmidbauer-psychoanalyse-reparaturen-88626 – der leider hinter einer Bezahlschranke liegt. Wenn Dich der Inhalt interessiert, melde Dich gerne.

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Im Sachkundeunterricht pflücken die Kinder Blumen. Das Thema heute: die Frühlingsblüher Löwenzahn und Gänseblümchen. Die Erkenntnis: Löwenzahn macht braune Finger. Die Blumen sind für Anne-Christin.

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Im Kochunterreicht machen wir heute Quark-Grieß-Apfelkuchen.

Ich suche extra nach einem Rezept, bei dem man die Eier nicht trennen muss. Hier werde ich fündig: https://www.kochbar.de/rezept/528640/Apfeltorte-mit-Quark-und-Gries.html – es ist wirklich ein einfaches Rezept. Auch das Ergebnis ist hervorragend. Beim nächsten Versuch würde ich die Äpfel allerdings dann doch schälen.

Dazu gibt es einen Tradmans Trick. Zu den Tradmans Tricks möchte ich anmerken, dass dies alles selbst gefundene Tricks sind. Auch wenn jemand anders diese Tricks auch schon kennt und sagt „ist doch ein alter Hut“, so schreibe ich jeweils dazu, wenn der Trick von irgendwoher übernommen wurde. Dieser ist selbst erfunden …

Was tut man mit ausgepressten Zitronenschalen? Üblicherweise wirft man die weg. Wie macht man abgeriebene Zitronenschale? Von ganzen Zitronen. Beides ist Quatsch! Denn wenn man ganze Zitronen abreibt, geht das verhältnismäßig schlecht. Die Schale ist eher gummiartig und lässt sich schlecht abreiben. Außerdem hat man dann eine beschädigte Zitrone. Also es geht genau andersrum. Wenn man eine Zitrone ausgequetscht hat, dann trocknet man die Schale. Die getrocknete Schale kann man dann hervorragend abreiben. Sie enthält auch noch das volle Aroma.

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ohne Worte

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Am Donnerstag gibt es Käserösti mit Salat.

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Samson wollte eigentlich mit machen. Kam dann aber doch nicht. Derweil philosphiere ich, was man einem Kochlehrling alles über Aufgaben in der Küche erzählen kann. Was es bedeutet ein in jeder Hinsicht gutes Essen für die Gäste oder die Familie zuzubereiten. Dass diese Aufgabe eine ganz tolle Aufgabe ist. Dass man dabei auf die Vorräte zurückgreifen kann, das eigene Wissen und die Kreativität. Dass ein gutes Essen bei den Gästen auch für ein Erlebnis sorgen soll. Ein Aha-Erlebnis. Oder, wie andere sagen: Liebe geht als erstes durch den Magen. Dass es vollwertig, ein bisschen gesund und abwechslungsreich sein kann. Dass ein gutes Essen eher zu angeregten Tischgesprächen anregt als ein langweiliges oder gar schlechtes Essen … auch das soll es geben. Dass man sinnvollerweise die Vorlieben und Abneigungen der Gäste kennen sollte usw. Dass die Gäste manchmal einfach nur was zu essen haben wollen – liebloses und unpersönliches Fastfood – auch das soll es geben. Aus diesen oder jenen Gründen.

Corona verliert etwas seine Schärfe. Es regen sich mehr und mehr Proteste gegen die Restriktionen. So kippt beispielsweise das Oberverwaltungsgericht Greifswald die Anordnung des Landtages, dass Reisen an die Küste über Ostern verboten sind. Dennoch wissen wir nicht, ob die Kinder nach den Osterferien wieder in die Schule müssen – andere würden sagen dürfen.

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