Nichts zu berichten

Die Überschrift trifft es nicht ganz, wie dies bei Überschriften auch so üblich ist. Egal ob es um tagesaktuelle Themen geht oder nicht – in einem Satz ist oft nicht so viel gesagt. Es wird kühler. An drei Tagen hintereinander haben wir keinen kWh Ertrag vom Dach – ein sicheres Indiz für zurückgehende Sonneneinstrahlung. Die Kinder gehen jetzt auf eigenen Wunsch zwei Stunden länger in den Kindergarten. Es gefällt ihnen dort offensichtlich besser als zuhause, wobei es hier auch nicht ganz langweilig ist. Alle helfen dabei das Brennholz für den Winter zu machen und aufzuräumen und wir heizen auch schonmal den Ofen.

Bei mir sind so ein paar Aufträge – nicht zu viel, nicht zu wenig. Die meisten Kunden sind zufrieden, die allermeisten sogar sehr. So soll es doch auch sein. Endlich habe ich die Buchhaltungssachen für 2014 abschließen können. Das kostet mich immer den letzten Nerv. Und nächste Woche habe ich einen Termin beim Zahnarzt. Im Westen … – eine Geschichte für sich. Die Zahnärzte hier haben (fast) alle den gleichen Sprech: „wir nehmen keine neuen Patienten auf.“ – Hallo? Also ich bezahle Monat für Monat einen horrenden Beitrag in die Krankenversicherung. Das schreibt das Gesetz so vor. Was der Gesetzgeber nicht schafft: eine ganz ordinäre Grundversorgung sicherzustellen. Zu einer Grundversorgung zähle ich einen Arzt, der diesen Namen verdient hat, zu dem man hingehen kann, Mund auf machen, reingucken und der sagt „alles in Ordnung“ oder „dies und jenes muss gemacht werden“. Ich frage viele meiner Nachbarn: zu welchem Zahnarzt geht ihr. Viele sagen: „Zahnarzt – ooohgottogott“. Einige geben mir den Namen des Zahnarztes ihres Vertrauens. Selbst unser Hausarzt winkt ab: Zahnarzt??? Meinen „alten“ Zahnarzt hatte ich vor unserem Umzug natürlich auch schon gefragt. Ich lande schließlich in einer Edelpraxis mit Lederausstattung im Wartezimmer, superschick angezogenen Schicksen – alles topmodern. Der angestellte Zahnarzt macht eine komplette Röntgenaufnahme (das Problem war allerdings bereits links oben lokalisiert) und meint dann, er könne auf der Röntgenaufnahme auch nicht so genau erkennen wo der Zahnschmerz herkommt, dafür müsste er eine Detailaufnahme machen. Er bohrt zwei vorhandene Füllungen auf, kann auch nichts sehen und vermutet die Ursache in einem Weisheitszahn. Ich bekomme einen neuen Termin für ein „Erstgespräch“, in dem mir erzählt werden soll was alles gemacht werden „muss“. Ich könne mich schonmal darauf vorbereiten, dass die nächsten zwei Termine zur Analyse jeweils 200 Euro kosten und von der Kasse nicht übernommen werden. Der geschäftstüchtige Wunderdoktor verschwindet grußlos durch die Türe. Vermutlich bekommt er Provision von seinem Chef, wenn ich auf den Schmäh reinfalle. Ich berichte meine Story meiner Krankenkasse. Die Antwort fällt dann so hochprofessionell aus, wie man es von einer Sachbearbeiterin an dieser Stelle erwartet:

Es ist bestimmt nicht einfach einen Zahnarzt zu finden, bei dem Sie sich auch gut aufgehoben fühlen. Zumal Sie ja zugezogen sind.
Eine Empfehlung  dürfen wir Ihnen als Kasse leider nicht aussprechen. Wir müssen in dieser Hinsicht neutral bleiben. Vielleicht kennt ja ihr bisheriger Zahnarzt einen Kollegen, der  in Ihrer Umgebung praktiziert. Vielleicht helfen Ihnen ja die Bewertungen der Zahnärzte im Internet. Ansonsten bleibt Ihnen nichts Anderes übrig, als sich weiter umzuhören. …

Erst nach einer zweiten Mail lässt sich die Dame dann immerhin zu ein paar persönlichen Worten hinreißen …

Ich verstehe Ihren Unmut zu unserem Gesundheitssystem. Ich persönlich finde es ist  auch nicht perfekt, aber noch um einiges besser als in den meisten anderen Länder in denen ich bisher gereist bin.

Vielleicht war sie ja in Namibia oder in Sierra Leone. Ich werde mein Glück nächste Woche in Lübeck versuchen.

Ich versuche mich mal wieder an Mondfotos. Das Problem ist auf meinem Versuch bestens zu erkennen. Zum einen muss ich rechtzeitig sein. Der Mond muss in dem Moment fotografiert werden, wo er grade über dem Horizont steht. Je weiter er hochsteigt, umso weitwinkliger muss man fotografieren, um Mond und Spiegelung aufs Bild zu bekommen. Und die Helligkeit des Himmels muss stimmen. Der Kontrast von Mond und dunklem Himmel ist viel zu groß, als dass dieser von der Kamera noch verarbeitet werden kann. Deswegen muss der Himmel noch relativ hell sein. Dies ist nur an einem einzigen Tag im Monat der Fall. Es gibt – geeignetes Wetter vorausgesetzt – pro Monat also etwa genau 5 Minuten, in denen so ein Foto gemacht werden kann.

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