{"id":4605,"date":"2026-04-27T11:01:24","date_gmt":"2026-04-27T09:01:24","guid":{"rendered":"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/?p=4605"},"modified":"2026-04-27T14:22:06","modified_gmt":"2026-04-27T12:22:06","slug":"das-praktikum-beginnt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/?p=4605","title":{"rendered":"Das Praktikum beginnt"},"content":{"rendered":"\n<p>Es ist ja so &#8230; wenn man einen anderen Menschen begleitet, dann ist das Mitgef\u00fchl oder Mitleid oder einfach Begleitung. So wie es sein soll. Also wenn ich jetzt hier Framing betreibe, dann ist das der Unterschied zwischen Erziehung und Begleitung. Ich jedenfalls erlebe das sehr intensiv mit, was die Jungs besch\u00e4ftigt. Teilweise nat\u00fcrlich nur. Je \u00e4lter sie werden, desto mehr Bereiche haben sie auch, in die ich keinen Einblick habe und auch keinen Einblick haben will.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute ist ein besonderer Tag. Der Probeeinstieg ins Berufsleben sozusagen. &#8222;Ich bin aufgeregt. Und ich freue mich auch.&#8220; Und es sind viele Fragen in dem Jugendlichen. Was denn das sein soll mit dem Berufspraktikum. Die Vorbereitungen zu diesem Tag waren schon Aufregung genug. Und man muss sich da schon fragen, was die Firma Clicksolutions &#8211; ja, ich nenne hier Ross und Reiter &#8211; getrieben hat, um einen interessierten jungen Menschen derart zu behandeln. Er war mehrfach dort. Er hat mehrfach E-Mails geschrieben, ich habe am Schluss auch noch interveniert &#8230; nur, um dann eine etwas schnoddrige Absage mit d\u00fcrftigen Ausreden zu kassieren. Die Entt\u00e4uschung und der Frust waren gro\u00df. Ich brauchte sofort eine L\u00f6sung zum Trost. Zum Gl\u00fcck hat man Freunde &#8230; Nun hat er seinen Praktikumsplatz nicht in der freien Wirtschaft. Ob bei ihm h\u00e4ngen bleibt, dass die freie Wirtschaft ziemlich bekloppt ist? Wir wissen es nicht. Es ist ja das, was dann im Unbewussten sich abspielt.<\/p>\n\n\n\n<p>Da der Tag etwas sp\u00e4ter startet, gehen wir alles ruhig an. Brotdosen brauchen wir nicht. Einer ist sogar schon fr\u00fcher am Start. Wir fr\u00fchst\u00fccken in Ruhe und die Aufregung kann sich nochmal kurz sammeln. Wir sprechen \u00fcber Teilzeit und wieviel Stunden nun das Praktikum dauern wird. Ich habe keine Ahnung. Das sollen sie mit ihren Praktikumschefs abmachen. Wir sprechen \u00fcber Brutto- und Nettolohn. Und dass ich vieles nicht wei\u00df von der Lohnwirtschaft, da ich selbst\u00e4ndig bin. Einer spielt noch Klavier. Ich liege auf dem Sofa, lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen und lasse mich von den Kl\u00e4ngen des Klaviers leiten. Ich glaube man sagt auch Hochgef\u00fchl dazu. Er h\u00f6rt dann auf, sie besprechen, dass sie noch etwas Zeit haben und dann sagt er &#8222;Du willst sicher auch noch Klavier spielen&#8220; &#8211; dann spielt der andere. Manchmal kann ich mein Gl\u00fcck nicht begreifen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun sind sie unterwegs mit ihrer Fahrkiste. Der Fahrer bringt den Beifahrer bis vor die T\u00fcr seines Praktikumsplatzes &#8230; dann nimmt der Tag seinen Lauf. Ich freue mich auf die Berichte und freue mich, dass sie neue Lebenserfahrungen machen. Zum einen ist das nat\u00fcrlich wirklich brutal sch\u00f6n. Als Alleinerziehender bekommt man das quasi pur oder volle Kanne ab. Alleinerziehend zu sein, und das f\u00e4llt mir in diesen Situationen immer besonders auf, ist aber sehr sehr lebensfremd. In der gw21 w\u00fcrde sich dieses Erlebnis so anders anf\u00fchlen, da man es unmittelbar mit anderen Menschen teilt. Ob durch sprachlichen Austausch oder einfach nur das Erleben und den Austausch untereinander. Sie nehmen auch Anteil am Schicksal der anderen Menschen. Das ist lebenspraktisch. Oder, wie ich es nennen w\u00fcrde: normal. So kann jeder etwas von sich beitragen zum Tischgespr\u00e4ch, zur Hausatmosph\u00e4re, zum Wohlergehen. Alle anderen k\u00f6nnen am eigenen Leben teilhaben. Das ist das, was f\u00fcrs Hirn gesund ist. Ja, der Mensch hat ein Sozialhirn. Je mehr gesunde soziale Eindr\u00fccke er hat, desto besser geht es ihm &#8230; und umgekehrt. Das was ich hier erlebe ist unnormal, lebensfremd und krank. Danke auch an die G\u00f6ttin ACh an dieser Stelle f\u00fcr die wertvolle Erfahrung und Erkenntnis und die Herausforderung. Ja, manchmal werde ich auch spirituell und glaube an G\u00f6ttinnen. Also: passt auf mit welchen Eindr\u00fccken ihr euch umgebt. Es ist entscheidend f\u00fcr euer Leben. Und wenn ihr mal vom Weg abkommt? Kein Problem, dann geht die Welt auch nicht unter. Nein &#8230; Spa\u00df beiseite. Es ist nicht lustig vom Weg abzukommen. Holt euch <a href=\"https:\/\/klare-motive.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hilfe<\/a>. Oder findet alleine wieder auf den Weg. Oder geht einfach den falschen Weg und tut so, als ob es der richtige Weg w\u00e4re (das tun viele Menschen! Schlechteste Idee &#8230;). Oder organisiert eine Walrettung &#8211; der Wal ist auch von seinem Weg abgekommen. Die Geschichte kennt ihr ja schon. Er kann einem leidtun. Ob der Wal mal \u00fcberlegt hat, ob er sich verschwommen hat? Wale sollen ja sehr intelligent sein. Ich gebe es zu, manchmal w\u00fcnscht man sich schon ins Hirn eines anderen Wesens rein gucken zu k\u00f6nnen. Noch ist das nicht m\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ja so &#8230; wenn man einen anderen Menschen begleitet, dann ist das Mitgef\u00fchl oder Mitleid oder einfach Begleitung. So wie es sein soll. 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