{"id":4146,"date":"2025-03-09T14:10:57","date_gmt":"2025-03-09T12:10:57","guid":{"rendered":"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/?p=4146"},"modified":"2025-03-10T08:31:26","modified_gmt":"2025-03-10T06:31:26","slug":"was-jungs-alles-koennen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/?p=4146","title":{"rendered":"Was Jungs alles k\u00f6nnen &#8230;"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich war ja gestern weg. Kommt eher selten vor. Denn das, was ich nicht hier habe, finde ich auch sonst nirgends. Meistens. Nur gestern &#8230; da hatte ich eine Einladung &#8230; ich schrieb davon. Vier Wolfgangs. Einer kam jedoch nicht. Und ja, ich gehe gerne weg. Auch weil es das Selbstbewusstsein der Crew st\u00e4rkt. Und ich unter Leute komme. Und weil ich wei\u00df, dass sie alles k\u00f6nnen. Hier ist alles was sie brauchen. Sie k\u00f6nnen sich Spiegelei oder Fertigpizza bruzzeln, Reste warm machen oder Brot oder Chips essen, die Bude auf den Kopf stellen &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Auf so Veranstaltungen geht es ja dann auch immer um die Frage &#8222;was machst du so und so und so &#8230;&#8220;. Dann erz\u00e4hle ich, dass wir ein Jungshaushalt sind. Und dann kommt auch gerne so eine Frage wie &#8222;&#8230; und helfen die denn auch &#8230;?&#8220;. Und dann sind wir schon mitten im Thema drin. Nein, ich bin nicht der Ansicht, dass wir &#8222;unsere&#8220; Kinder oder auch Kinder ganz allgemein als billige Arbeitskr\u00e4fte missbrauchen sollten, die am besten all die Sachen machen die uns l\u00e4stig sind. Auch wenn es Menschen gibt, die anderer Ansicht sind: sie haben sich ihre bekloppten Eltern und ihr beklopptes Dasein nicht ausgesucht. Ich wei\u00df, auch dar\u00fcber gehen die Meinungen auseinander. Das ist aber extrem fatalistisch. &#8222;Du hast dir ja selbst die Eltern ausgesucht, die dich jetzt misshandeln &#8230;&#8220; Ich finde solche Ansichten zu 100% unbrauchbar. Wir haben Verantwortung \u00fcbernommen f\u00fcr die Lebenwesen. Ein Leben lang. Ohne Diskussion. Und dann noch was: Kinder und Jugendliche sind keine kleine Erwachsene. &#8222;Aber sie m\u00fcssen doch &#8230;&#8220; &#8211; h\u00f6re ich auch immer wieder. Und auch hier nochmal: Nein, sie m\u00fcssen \u00fcberhaupt nicht. Denn wenn sie m\u00fcssten, dann k\u00f6nnten wir das auch durchsetzen. Sinnvollerweise ist sowohl physische als auch psychische Gewalt gegen Kinder und Jugendliche verboten. Nebenbei: gegen Erwachsene zwar auch &#8230; aber das ignorieren die doch ganz gerne mal &#8230; Zur\u00fcck zum Thema &#8230; ich erz\u00e4hle dann, auf welche unkonventionelle S\u00e4ulen ich unser Zusammenleben baue und dass das ganz m\u00e4chtig gut funktioniert. Die S\u00e4ulen sind: Wertsch\u00e4tzung, Vertrauen und Verantwortung. Und meine Gespr\u00e4chspartnerinnen (mwd) sind immer wieder ganz erstaunt, wenn ich erz\u00e4hle, dass sie ohne Aufforderung ins Bett gehen und all sowas &#8230; was f\u00fcr mich selbstverst\u00e4ndlich ist und zu unserem entspannten Leben beitr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe eines meiner Lieblingsb\u00fccher verschenkt. An einen angehenden Lehrer. Und mit dem angehenden Lehrer gesprochen. Mit einem Neurologen Fachgespr\u00e4che \u00fcber ADHS gef\u00fchrt. Und gelernt, warum Wildschweine eine Wiese umbuddeln. So wertvoll! Ich gebe aber zu, es war eine auserlesene Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun. Als ich zur\u00fcck kam so um 23 Uhr war das Haus schon dunkel. Die Crew hatte sich Nudeln gekocht. Als ich zur\u00fcck kam, waren die noch im Topf und einer kam und sagte, dass sie sich Nudeln gekocht h\u00e4tten und ob ich noch was essen wolle. Ich war allerdings von wirklich allerfeinstem Essen noch satt. Er ging wieder hoch. Ich ging ins Bett und h\u00f6rte dann noch irgendwas rappeln. Heute morgen waren die Nudeln dann in einer Box im K\u00fchlschrank.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte einfach, dass ihr mich versteht. Ich sehe mich sehr oft als Exot. Wenn ich h\u00f6re: &#8222;man muss Kindern Grenzen setzen!&#8220; &#8211; ich h\u00f6re das oft &#8211; dann dreht sich in mir irgend etwas um. Das ist kein Spa\u00df. Es ist mir bitterer Ernst. Denn das, was die Menschen da meinen, ist einfach nur gut gemeint. Wir m\u00fcssen diese unbrauchbaren und \u00fcberkommenen Ideen auf den Kopf stellen und \u00fcber Bord werfen. Wir m\u00fcssen vern\u00fcnftige Dinge tun. Im Moment spaltet sich die Welt in empathisch und empathielos auf. Empathielos gewinnt. Grundlage davon ist, dass der Verlangensschw\u00e4chere die Beziehung bestimmt. Europa wird Amerika kaum zur Kooperation zwingen k\u00f6nnen. Nur mal als ein gerade aktuelles Beispiel. Wer Zerst\u00f6ren will, der wird zerst\u00f6ren. Entweder durch Ignoranz oder durch Bomben oder durch Z\u00f6lle oder Nachrichtensperren. Es gibt viele M\u00f6glichkeiten. Oder anders ausgedr\u00fcckt: MAGA ist nichts anderes als Selbstverwirklichung. Also was MAGA im Gro\u00dfen, ist Selbstverwirklichung im Kleinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Kindergrenzen ist es so: je enger wir diese Grenzen setzen, desto schwieriger werden es die jungen Menschen haben ein freies Leben zu f\u00fchren. Ich hab das neulich in einem Vortrag geh\u00f6rt. Wenn man ein Tier, welches in Gefangenschaft aufgewachsen ist in die Freiheit entl\u00e4sst, dann wird es mit ziemlicher Sicherheit nicht \u00fcberleben. Kinder erkennen ihre eigenen Grenzen sehr gut. Sie wissen sehr genau, wie hoch sie auf einen Baum klettern k\u00f6nnen. Sie k\u00f6nnen sehr genau absch\u00e4tzen wie schnell sie rennen k\u00f6nnen ohne umzufallen. Und ja, nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir auf sie aufpassen. Das sollte selbstverst\u00e4ndlich sein. Wir m\u00fcssen ihnen aber vor allem auch Spielr\u00e4ume und m\u00f6glichst viele Freir\u00e4ume lassen. Nur so werden sie Selbstverantwortung und Selbstwirksamkeit lernen. Wir brauchen kein Schulfach &#8222;Verantwortung&#8220;. Deswegen ist auch die Frage, ob jetzt ein Schulfach &#8222;Steuererkl\u00e4rung&#8220; eingerichtet werden soll sehr dumm. Es geh\u00f6rt zu den Skills, die sich jeder Mensch aneignen kann, wenn er Selbstverantwortung und Selbstwirksamkeit gelernt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann da nur auf meine Erkenntnis und Erfahrung bauen. Und auf meine Studien von Biografien, von Lebenswegen. Ich wei\u00df ja auch nicht was richtig ist und was falsch ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein gutes Beispiel hierf\u00fcr ist die digitale Nutzung von Ger\u00e4ten. \u00c4\u00e4\u00e4\u00e4\u00e4\u00e4h &#8211; ich meinte die Nutzung von digitalen Ger\u00e4ten. Es ist f\u00fcr mich aber einfacher einen neuen Satz hinzutippen als den falschen zu korrigieren. Ich hab mir da vor fast 15 Jahren m\u00e4chtig Gedanken dar\u00fcber gemacht, wie das denn wohl gel\u00f6st werden kann. Und ich sag&#8217;s mal so: es hat sich quasi von allein gel\u00f6st. Ich selbst war nie h\u00e4ndis\u00fcchtig. Sie haben fr\u00fch einen Computer bekommen. Keine Spielekonsole. Auf dem H\u00e4ndi lief gelegentlich Brio. Auf langen Autofahrten oder so. So konnten sie sich ganz spielerisch Digitalkompetenz aneignen. Vollkommen gefahrlos. Ok &#8230; wenn sie das Ger\u00e4t aufgeschraubt h\u00e4tten &#8230; &#8211; Nein, Spa\u00df beiseite &#8230; Wir haben regelm\u00e4\u00dfig zusammen YT Videos angeschaut. Peppa Pig auf englisch. Sendung mit der Maus. M\u00fcllabfuhrvideos. Irgendwelche Themen. Also ich habe den Rahmen gesteckt, in dem sich die Crew ihre Digitalkompetenz erarbeitet hat. Und habe selbst versucht dabei Vorbild zu sein. Und ja, es wird heute teilweise auch bis tief in die Nacht gegamed. Das muss ich aushalten. Ich habe derzeit keine bessere Alternative.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines wei\u00df ich auch: ich habe keine Garantie, dass meine \u00dcberzeugung am Ende auch zu einem gl\u00fccklichen Leben von zwei Jungs f\u00fchren wird. Ein wichtiger Stein ist schonmal weg gebrochen &#8211; auch dar\u00fcber spreche ich immer wieder mit anderen Menschen. Und h\u00f6re dann (gestern) &#8222;meine Tochter hat sehr gelitten. Sie war 21 als wir uns getrennt haben&#8220;. Und auch die, die behaupten, dass so eine Trennung doch f\u00fcr die Kinder &#8222;besser&#8220; w\u00e4re: nein, wir k\u00f6nnen nicht inne rein schauen in die Kinderseelen. Niemand kann das. Ich finde es fahrl\u00e4ssig zu sagen: wir machen jetzt mal den Schaden und gucken dann, ob es nicht doch irgendwie gut geht. Ich wei\u00df auch: ich pr\u00e4ge die Crew gegen den Strom. Sie werden wohl keine Mitl\u00e4ufer werden. Da ich alleine bin, sind sie zu 100% meiner Fehlerhaftigkeit ausgeliefert. Es gibt keine Kompensation. Es ist eine bl\u00f6de Erkenntnis, aber es ist doch eine Erkenntnis: die Natur hat es oberschlau eingerichtet, dass es ein Elternpaar gibt. Von dieser neumodischen Idee, dass ein Single ja auch ein Recht hat Eltern zu werden halte ich nicht besonders viel. E. hat es neulich in der Intensivlerngruppe sehr gut formuliert. Wenn man ein Kind adoptieren will, dann wird man durchleuchtet von vorne bis hinten und oben bis unten.<\/p>\n\n\n\n<p>Also &#8230; ja &#8230; solche Gespr\u00e4che &#8230; beim Lagerfeuer.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch eins ist mir aufgefallen. Fr\u00fcher &#8230; da wurden Lieder gesungen am Lagerfeuer. Mit Gitarre. Heute wird \u00fcber Trump diskutiert. Und jetzt wiederhole ich das alles was ich oben schon geschrieben habe. Wir fluten unsere Hirne mit Bullshit. Ja, es war wundersch\u00f6n am Feuer zu sitzen. Ich konnte direkt voraus den Orion sehen. Und ich konnte das Siebengestirn sehen. ich konnte trotz Mond mehr als sieben Sterne im Siebengestirn sehen. Aber dadurch, dass wir unsere Hirne mit Bullshit fluten werden unsere Hirne immer bullshitiger. Unweigerlich. Das h\u00e4ngt damit zusammen, dass wir nicht nicht an den ber\u00fchmten blauen Elefanten denken k\u00f6nnen. Also auch, wenn wir eigentlich Bullshit ablehnen, trotzdem werden die Hirne bullshitiger. Das ist der Grund, weshalb das System auch weiter umkippt. Ich bin der Ansicht, dass der Mensch das eigentlich besser k\u00f6nnen sollte &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Schreibt gerne etwas in die Kommentare.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich war ja gestern weg. Kommt eher selten vor. Denn das, was ich nicht hier habe, finde ich auch sonst nirgends. Meistens. Nur gestern &#8230; da hatte ich eine Einladung &#8230; ich schrieb davon. Vier Wolfgangs. 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