{"id":2938,"date":"2024-09-10T08:42:04","date_gmt":"2024-09-10T06:42:04","guid":{"rendered":"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/?p=2938"},"modified":"2024-09-10T08:43:50","modified_gmt":"2024-09-10T06:43:50","slug":"warum-schreibe-ich-das-alles","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/?p=2938","title":{"rendered":"Warum schreibe ich das alles?"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich verbringe die letzten Tage und Wochen und Monate viel mit schreiben. Auch diesen Blog hier. Warum mache ich das eigentlich?<\/p>\n\n\n\n<p>Zum einen f\u00fcr die Kinder. Eines Tages werden sie vielleicht fragen: wie war das eigentlich damals, als sich unsere Mutter von uns getrennt hat? Sie werden hier nicht alle Antworten finden. Aber sie werden etwas finden \u00fcber das Leben, wie ich es erlebt habe. M\u00f6glicherweise hilft ihnen dies bei der Verarbeitung. Denn machen wir uns nichts vor: einen Dutsch werden sie eh weg kriegen. Das ist heute schon klar sp\u00fcrbar. Und tut weh. Und ja, ich w\u00fcrde schon auch gerne mal in das Tagebuch meines Vaters gucken, wie er denn die Zeit so erlebt hat. Es w\u00fcrde sicher viel Erfreuliches und viele Erfolge, viele Bauprojekte, viel \u00fcber Freizeit und den Garten drin stehen. M\u00f6glicherweise w\u00e4re aber doch auch das ein oder andere Erhellende zwischen den Zeilen zu lesen. Vielleicht h\u00e4tte er ja auch einen Blog geschrieben &#8211; wir wissen es nicht. Er ist vor fast drei\u00dfig Jahren gestorben. An einem Herzinfarkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schreibe f\u00fcr Freunde. Es gibt doch wirklich Menschen, die Anteil an meinem Leben nehmen. Da ist so ein Blog das richtige Medium, um ein bisschen Alltag zu dokumentieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem schreibe ich f\u00fcr mich. Ich lese gelegentlich selbst Eintr\u00e4ge aus der Vergangenheit. Es ist so eine Art Pflege der Erinnerung. Wenn ich es lese, werden die Erlebnisse wieder wach.<\/p>\n\n\n\n<p>Und auch dies: ich schreibe, um die Erlebnisse zu verarbeiten. Eine Trennung ist wie der Tod eines vertrauten Menschen. Nur eben irrationaler. Denn er ist ja gar nicht tot. Das muss das Hirn erst einmal verpackt kriegen und sich neu strukturieren. Es m\u00fcssen sich neue Vernetzungen bilden. Die alten Vernetzungen bleiben als Narben zur\u00fcck. Das dauert. Die Experten geben verschiedene Zeitspannen an. Die einen sagen, es dauert so lange wie die Beziehung gedauert hat, andere sagen, es dauert bis ins n\u00e4chste Leben, andere sagen, es w\u00e4re nach drei Tagen vorbei. Irgendwo dazwischen wird die Wahrheit liegen. Sokrates sagt: Alles, was wir in Worte fassen k\u00f6nnen, k\u00f6nnen wir hinter uns lassen. Genau. Der war auch nicht bl\u00f6d. Und darum geht es: etwas in Worte fassen, um es hinter uns zu lassen. Die Vergangenheit soll uns bereichern. Nie belasten.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Psychologie hei\u00dft diese Ver\u00e4nderung Anpassungsst\u00f6rung. Sie dauert nach ICD-10 etwa ein halbes Jahr, wobei hier nur die Zeit der krankhaften Symptome gerechnet wird. Es ist ja so wie bei einer Coronaerkrankung. Da kann man vielleicht nach zehn oder 14 Tagen wieder auf Arbeit. Aber wirklich fit ist man dann noch lange nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Deswegen schreibe ich. Manchmal habe ich auch eine Idee. Die flie\u00dft dann, wenn ich sie der Ver\u00f6ffentlichung f\u00fcr w\u00fcrdig befinde auch in die Geschichte ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Reicht das? Ich finde das reicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich verbringe die letzten Tage und Wochen und Monate viel mit schreiben. Auch diesen Blog hier. Warum mache ich das eigentlich? Zum einen f\u00fcr die Kinder. 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