{"id":1401,"date":"2020-10-04T14:42:32","date_gmt":"2020-10-04T12:42:32","guid":{"rendered":"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/?p=1401"},"modified":"2020-10-04T14:46:10","modified_gmt":"2020-10-04T12:46:10","slug":"von-wismar-nach-kiel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/?p=1401","title":{"rendered":"Von Wismar nach Kiel."},"content":{"rendered":"<p>Ich schreibe heute ein wenig von einem Segelausflug und von einem Plan. Die wow ist zur Offshore Youngsters mit Start in Kiel gemeldet. Es sind noch Pl\u00e4tze f\u00fcr die \u00dcberf\u00fchrung frei. Ich frage Anne-Christin. Sie gibt gr\u00fcnes Licht. Ich melde mich. Und freue mich drauf. Die Wetteraussichten sind gut. Und es ist mal eine etwas l\u00e4ngere Fahrt auf der Ostsee. Voraussichtlich sind wir zu viert. Ich kenne alle Mitsegler. Und freue mich drauf. Das war Montag. Am Donnerstag um 16 Uhr ist ablegen. Also noch drei Tage&#8230; In der Firma ist einiges zu tun. Am Mittwoch nochmal nach Grevesm\u00fchle fahren. Es kommt noch eine kurzfristige Buchung f\u00fcr die Ferienwohnung rein. Der Donnerstag ist dann schneller da als gedacht. Noch ein paar Sachen abwickeln und organisieren. Kindermittagessen machen. Ouuu Mist &#8211; ich hab ja einen Kuchen versprochen. Also schnell noch einen Kuchen backen. Nochmal die Kinder instruieren. Ich muss knapp packen, schlie\u00dflich muss ich meinen Kram dann wieder von Kiel mit dem Zug zur\u00fcck transportieren. Au\u00dferdem ist Platz an Bord immer knapp. Die Kamera bleibt hier. Um kurz vor drei kurze Verabschiedung von den Kindern, dann geht es los.<\/p>\n<p>Sven ist schon an Bord. Es ist sch\u00f6nes Sp\u00e4tsommerwetter. Er hat schon alles (!) gerichtet. Die Lifelines verlegt, die Genua und den Spi angeschlagen, die Route auf dem Kartenplotter eingetragen und alles an seinen Platz gebracht.<\/p>\n<p>Um kurz nach vier sind alle an Bord, wir l\u00f6sen die Leinen, bestaunen im Vorbeifahren noch die Fortuna und setzen bald die Segel, machen die Maschine aus &#8211; und segeln. Es wird ein wundersch\u00f6ner Abschied aus der Wismarer Bucht. Da ist das Wasser noch ganz eben, wir haben achterlichen Wind und \u00fcberlegen, ob wir denn um 22.30 Uhr in Heiligenhafen sein werden oder fr\u00fcher. Oder sp\u00e4ter. Der Spi zieht uns ordentlich aus der Bucht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201001_180058.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1427\" src=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201001_180058.jpg\" alt=\"IMG_20201001_180058\" width=\"1280\" height=\"960\" srcset=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201001_180058.jpg 1280w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201001_180058-300x225.jpg 300w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201001_180058-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201001_180058-624x468.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bald wird das Wasser rauher. Der Wind hat dann doch ein paar hundert Kilometer Platz, um eine etwas unangenehme kurze Welle aufzubauen. Ich bin dankbar, dass ich das Steuer bekomme. Das ist dann immer noch der angenehmste Platz. Zum Sonnenuntergang wird der Spi gegen die Genua gewechselt. Jeder wei\u00df, wo er hinpacken muss. Alles unspektakul\u00e4r. Wir fahren sechs bis sieben Knoten. Ideales Segelwetter. Ich lerne die Vorteile der elektronischen Navigation kennen. Fr\u00fcher sind wir nach Kompass gesegelt. Irgendwohin. Und waren dann froh, dass wir auch dort angekommen sind, wo wir hin wollten. Heute k\u00f6nnen wir in jedem Moment sehen, an welcher Stelle wir sind. Wir sehen wie weit es zum n\u00e4chsten Wegpunkt ist, wann wir voraussichtlich dort sein werden. Wir sehen jede Untiefe und k\u00f6nnen uns jedes Seezeichen anschauen. Wir sehen, ob wir uns in der Mitte des Fahrwassers befinden oder am Rand. Man sieht &#8211; dank Satellitenunters\u00fctzung &#8211; den Weg \u00fcber Grund, da ist jede Abdrift durch Str\u00f6mung und Wind schon drin. Wir sehen, ob andere Schiffe auf Kollisionskurs sind, wir k\u00f6nnen deren Namen erfahren usw. Der Steuermann ist eigentlich \u00fcberfl\u00fcssig. Er spart nur Bordstrom. So segeln wir durch die Nacht. Meile f\u00fcr Meile. Es gibt Schupfnudeln mit Parmesan. Ich verzichte. Leider. Irgendwann kommt wieder Land in Sicht. Jule sagt: diese Lichter da vorne, das sind drei Hotelt\u00fcrme, da fahren wir Backbord dran vorbei. Ich kann die Lichter nur erahnen. Genau &#8211; so geht es mir auf dem Bodensee. Da sage ich auch: wer sieht den Kirchturm von Sipplingen. Revierkenntnis nennt man das. F\u00fcr mich ist das alles hier Neuland. Oder Neuwasser. Wie mans nimmt. Der Wind bleibt, die Welle auch, bis in den Fehmarnsund. &#8222;Dort m\u00fcsste eine Tonne sein&#8220; &#8211; es sind noch etwa zwei Meilen bis zur Br\u00fcckendurchfahrt. Die Tonnen sind nicht beleuchtet. Man sollte nicht dagegen fahren. Es ist praktisch sie rechtzeitig zu sehen. Es ist praktisch einen Scheinwerfer oder eine starke Taschenlampe an Bord zu haben. Hagen und Sven sind meine Lotsen. Und nat\u00fcrlich der Kartenplotter. Und die Revierkenntnis der Mitsegler. Alles sehr komfortabel, alles sehr sicher. Die Br\u00fccke selbst ist ein Monstrum. Ein LKW am anderen f\u00e4hrt dr\u00fcber. Offenbar ist gerade eine F\u00e4hre entladen worden. Die Br\u00fccke ist zwar recht breit, das Fahrwasser dagegen recht schmal. Und dann der Augenblick, wenn man unter der Br\u00fccke durch f\u00e4hrt. Uuuuh &#8230; passt das auch wirklich? Ich ducke mich unwillk\u00fcrlich, obwohl die Br\u00fccke doch 20 m \u00fcber uns h\u00e4ngt &#8230; um dann ger\u00e4uschlos darunter durch zu segeln. Dahinter wird das Fahrwasser wieder breiter, bevor wir dann in die Einfahrt nach Heiligenhafen kommen. Auch diese Einfahrt ist f\u00fcr mich sehr abenteuerlich. Habe ich eh wenig Erfahrung in Nachtansteuerungen. Dazu noch in unbekannten Gew\u00e4ssern, in unbekannte H\u00e4fen. Hagen macht den Lotsen. Ich muss nur steuern. Ab und zu ein Blick aufs Lot. Ab und zu ein Blick auf die Bordnavigation. Erstmals steure ich auf Richtfeuer. Segel bergen im ersten Becken, dann geht es unter Motor bis zum Steg 8 &#8211; knapp vor dem Toilettenh\u00e4uschen. Hagen f\u00e4hrt in die Box. Wir machen schnell klar Schiff und lassen den Tag ausklingen. So muss segeln sein. Die wow ist kein Wohnschiff. Selbst zu viert muss man sich an Bord arrangieren. Ich muss mein Bordgep\u00e4ck k\u00fcnftig noch mehr reduzieren und noch besser sortieren.<\/p>\n<p>Morgens &#8211; es schlafen noch alle, mache ich einen Landausflug. Das geh\u00f6rt f\u00fcr mich immer so ein bisschen dazu. Wenn ich in einen fremden Hafen komme, dann will ich auch sehen, wo ich da gelandet bin. Normalerweise zum Br\u00f6tchen holen. Da Hagen aber frisch gebackenes Sauerteigbrot mitgebracht hat, bleiben die Br\u00f6tchen beim B\u00e4cker. Heiligenhafen ist eins: schick. Eine Boutique reit sich an die andere. Ferienwohnungen werden in schmucken Altstadth\u00e4uschen angepriesen. Ganze 9122 Einwohner z\u00e4hlt das von der CDU dominierte St\u00e4dtchen (wikipedia). Es d\u00fcrfte also mehr Kojen im Hafen als Einwohner z\u00e4hlen &#8211; ein etwas kurioses Verh\u00e4ltnis. Am Ostende der Marina gibt es eine Segelschule f\u00fcr die ganze Familie. Dort wird noch ein Optilehrer f\u00fcr die Saison 2020 gesucht. Eine Ente aus Offenbach f\u00e4hrt an mir vorbei. Wir waren doch auf der Suche nach tollen Autosounds&#8230;<\/p>\n<p>Es gibt dann lecker Fr\u00fchst\u00fcck mit Fleischsalat und anderen Bordleckereien. So um 10.30 Uhr sind wir auf dem Wasser. Die Skipper fragen sich, ob wir durch das Schie\u00dfgebiet des Truppen\u00fcbrungsplatz Putlos fahren k\u00f6nnen oder nicht. Die Bewachungsschiffe liegen im Hafen. Schlie\u00dflich entscheiden sie sich, dass wir durch fahren. Ich staune, was ich alles nicht wei\u00df. Das Schie\u00dfgebiet ist eine 486 qkm gro\u00dfe Fl\u00e4che, die zeitweise f\u00fcr Schie\u00df\u00fcbungen gesperrt ist. Dann muss man da drumrum fahren. Zun\u00e4chst noch unter Gro\u00df und Fock, wechseln wir auf vorlichem Kurs auf den kleinen Spi. Auch da: ich staune. Ich kenne das Tuch noch nicht. Das Kommando hei\u00dft: &#8222;Spibaum hoch&#8220;. Dann: &#8222;h\u00f6her&#8220;. Der Spibaum h\u00e4ngt dann ungef\u00e4hr drei Meter \u00fcber Deck. Sieht kurios aus. Dann wird der Spi hoch gezogen. Und siehe da &#8230; eine betagte alte Blase schwebt hoch \u00fcber dem Schiff und beschleunigt uns von ca. 6,5 Knoten auf etwa 8 Knoten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild-von-iOS-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1432\" src=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild-von-iOS-1.jpg\" alt=\"Bild von iOS (1)\" width=\"1280\" height=\"1707\" srcset=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild-von-iOS-1.jpg 1280w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild-von-iOS-1-225x300.jpg 225w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild-von-iOS-1-768x1024.jpg 768w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild-von-iOS-1-624x832.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/GOPR9517_1601633105866.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1433\" src=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/GOPR9517_1601633105866.jpg\" alt=\"GOPR9517_1601633105866\" width=\"1280\" height=\"960\" srcset=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/GOPR9517_1601633105866.jpg 1280w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/GOPR9517_1601633105866-300x225.jpg 300w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/GOPR9517_1601633105866-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/GOPR9517_1601633105866-624x468.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bilder: wow Crew.<\/p>\n<p>Ein weiteres, jedoch sehr viel moderneres Segelboot mit kohlefaserverst\u00e4rkten Segeln folgt uns, hat jedoch M\u00fche uns N\u00e4her zu kommen. Das passiert dann erst, als wir uns entscheiden zu halsen. Das muss man sich so vorstellen: eine gro\u00dfe Wasserfl\u00e4che, eine Fl\u00e4che, so weit das Auge reicht. Dann verst\u00e4ndigen sich die Schiffsf\u00fchrer per Handzeichen \u00fcber ihre Man\u00f6ver, um keine Kollision zu verursachen. Die Welle wird h\u00f6her und vor allem etwas unangenehm zu steuern. Wenn uns eine Welle anschiebt, zeigt das Log auch mal 9 Knoten, kurz werden auch 10 Knoten gesehen. Wenn es die Welle hoch geht, sinkt die Geschwindigkeit auf teilweise unter 6 Knoten. Der Strom hilft uns mit mehr als einem Knoten. In die andere Richtung ist niemand unterwegs. Es gibt lecker Bordmittagessen. Schupfnudeln mit Parmesan. Dabei durchpfl\u00fcgt die wow m\u00fchelos die Ostsee, die Wellen rauschen und sprudeln um uns herum und wir n\u00e4hern uns unserem heutigen Ziel. Vor Kiel sichtet Jule einen Surfer. Huiiii, das fetzt. Wind ist in B\u00f6en bis 29 Knoten. Wir sitzen dabei entspannt auf dem Deck, wechseln uns am Steuer ab und freuen uns, dass die Sonne nicht allzusehr scheint und wir auch noch M\u00fche h\u00e4tten uns keinen Sonnenbrand zuzuziehen. Die Regattaleitung ber\u00e4t noch, wie sie auf die Wetterprognosen reagieren soll. <em>&#8222;&#8230; Der aktuelle Wetterbericht sagt nun f\u00fcr Samstag, den 03.10 im Mittel 29 Knoten und in B\u00f6en 40 Knoten an. Sollte der Wetterbericht so bleiben, werden wir am Samstagmorgen nicht starten, da wir als Veranstalter dieser Juniorenregatta das Wohl von Mensch und Schiffen nicht gef\u00e4hrden wollen&#8230;.&#8220;. <\/em>\u00dcberhaupt sind hier alle sehr Mobiltelefonaffin. Im Bruchteil einer Sekunde hat einer ein Mobiltelefon zur Hand, um Wetterprognosen abzurufen oder Infos mit anderen zu teilen oder neue Infos der Regattaleitung der Offshore Youngsters zu erhalten. &#8222;Wir sind gespottet worden.&#8220; Seit einiger Zeit f\u00e4hrt ein wei\u00dfes Schiff parallel zu unserem Kurs. Es ist die Wiking VIII vom Akademischen Segelverein L\u00fcbeck. Man kennt sich. Sven spottet zur\u00fcck. Auch das Video vom Surfer ist kurze Zeit sp\u00e4ter im Slack Channel des ASW zu sehen.<\/p>\n<p>Die Ostsee ist eine Pf\u00fctze &#8211; so wird mir das unterwegs erst klar. Ich schaue immer wieder aufs Lot. Es zeigt mal sechs Meter Wassertiefe, mal acht Meter und ganz kurz auch mal zehn Meter. Land ist nicht in Sicht. Die gesamte Fl\u00e4che der Ostsee (412500 qkm) mit einer durchschnittlichen Tiefe von 55 m auf eine Pf\u00fctze von 1 qm geschrumpft, w\u00e4re die Tiefe gerade mal knapp 0,1 mm, also eine sehr flache Pf\u00fctze. Zum Vergleich: die mittlere Tiefe des Atlantischen Ozeans betr\u00e4gt 3.646 Meter, die des Bodensees 90 m.<\/p>\n<p>In der Kieler Bucht ist erwartungsgem\u00e4\u00df etwas mehr Schiffsverkehr. Ein schwarzes Segelboot kreuzt unsere Wege. Es ist die St\u00f6rtebeker. Eigner ist der Hamburgische Verein Seefahrt. Von weitem und von nahem sieht alles sehr (!) nach Hightech aus. Wie Svens Mobiltelefon nach kurzer Recherche zum Vorschein bringt, sind die Hamburger erst seit sechs Tagen mit dem Schiff zugang. Es ist eine Carkeek 47. So sehen potentielle Matchwinner aus. Ich will noch mehr zum Besten geben. Die wow ist das potentiell langsamste gemeldete Schiff. Die Regatta wird mit K\u00e4nguruhstart gestartet. Das hei\u00dft, dass das langsamste Schiff zuerst startet. Gem\u00e4\u00df der erwarteten Segelzeit starten die schnellsten Schiffe zuletzt, sodass nach der Reihenfolge des Zieleinlaufs gewertet werden kann. Das hie\u00dfe aber, dass die wow etwa um 5.30 Uhr auf die Bahn gehen k\u00f6nnte, das schnellste Schiff etwa um 11.30 Uhr. Das schnellste Schiff w\u00fcrde also theoretisch die 80 Seemeilen sechs Stunden schneller absegeln als die wow. Da kommt bei der wow Crew nat\u00fcrlich schon etwas Sehnsucht nach einem schnelleren Schiff auf. Andererseits ist auch ein gewisser Stolz und Ehrgeiz mit an Bord, mit so einem alten Schiff gegen modernen Plastikkram anzutreten. Hagen meldet lapidar von seinem Mobiltelefon, dass der Herr Trump (er sagt &#8222;Tramp&#8220;) an Corona erkrankt sei.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_154615.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1428\" src=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_154615.jpg\" alt=\"IMG_20201002_154615\" width=\"1280\" height=\"960\" srcset=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_154615.jpg 1280w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_154615-300x225.jpg 300w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_154615-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_154615-624x468.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Leuchtturm Kiel. Im Hintergrund warten Frachter auf die Schleusung in den Nord-Ostsee-Kanal.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_154632.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1429\" src=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_154632.jpg\" alt=\"IMG_20201002_154632\" width=\"1280\" height=\"960\" srcset=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_154632.jpg 1280w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_154632-300x225.jpg 300w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_154632-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_154632-624x468.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Blick zur\u00fcck.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_154708.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1430\" src=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_154708.jpg\" alt=\"IMG_20201002_154708\" width=\"1280\" height=\"960\" srcset=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_154708.jpg 1280w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_154708-300x225.jpg 300w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_154708-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_154708-624x468.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Blick nach oben.<\/p>\n<p>In der Kieler Bucht wird die Welle weniger. Auch der Wind flaut etwas ab. Wir bergen den Spi und segeln mit der Arbeitsgenua weiter. W\u00e4hrend wir die ber\u00fchmten Kieler Werften f\u00fcr zivile und nicht zivile Seefahrt und andere Sehensw\u00fcrdigkeiten passieren, mache ich mich landfein und packe meinen Zampend\u00fcdel. Wir fahren auch noch vorbei an zwei Kreuzfahrtschiffen, die da vert\u00e4ut im L\u00fcbecker Stadthafen liegen. Und da haben die Leute viel Geld bezahlt, dass sie ein paar Tage in so einem Knast verbringen d\u00fcrfen. Die Crew ist so lieb und bringt mich zum Bahnhof. Ich m\u00f6chte fast ein paar Tr\u00e4nen in die Kieler Bucht vergie\u00dfen. Noch bevor ich mich umschauen kann, hat Jule die Festmacher bereit gemacht. Sven f\u00e4hrt ein tadelloses Anlegeman\u00f6ver, ich klettere von Bord und schon ist die wow wieder auf dem Weg nach Strande. Letztes winken.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_165120.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1431\" src=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_165120.jpg\" alt=\"IMG_20201002_165120\" width=\"1280\" height=\"960\" srcset=\"http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_165120.jpg 1280w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_165120-300x225.jpg 300w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_165120-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/tressowblog.dtp-net.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_20201002_165120-624x468.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Land hat mich wieder. Und das dann gleich richtig. Es sind nur ein paar Schritte bis zum Bahnhof. Dort hei\u00dft es: Mundnasenschutz anlegen, Fahrkarte kaufen und in diese unpers\u00f6nliche Atmosph\u00e4re des \u00f6ffentlichen Personenverkehrs einsteigen, die gepr\u00e4gt ist naja &#8230; von diesen Reisenden, wie sie im Kleinen Prinzen beschrieben werden. Die ungl\u00fccklich oder getrieben von einem Ort zum anderen transportiert werden wollen &#8211; m\u00f6glichst schnell, m\u00f6glichst wenig von ihrer Umwelt wahrnehmen wollen. Und ich bin einer davon. Es wird fast konsequent Mundnasenschutz getragen. Lediglich einzelne ganz speziellen Superspreader sind auch unterwegs, die sich ganz cool finden und den Mundnasenschutz eben nur so ein bisschen zu tragen. Zum Gl\u00fcck sind die Z\u00fcge nicht allzu voll. Zweimal muss ich umsteigen, jeweils habe ich so 20 Minuten Wartezeit. In L\u00fcbeck leiste ich mir eine Apfelschorle. F\u00fcr zwei neunundneunzig. Materialpreis etwa 20 Cent. Hm. Dreieinhalb Stunden bin ich unterwegs. Dann noch 1 km zu Fu\u00df bis zum Parkplatz. Ich bin ziemlich kaputt und sehr froh, dass ich schon um 21 Uhr hier bin und nicht erst um 1 Uhr nachts &#8211; das w\u00e4re die letzte sinnvolle Verbindung gewesen. Da Liebschers als Umzugshelfer ins Erzgebirge gefahren sind, bin ich ganz alleine hier. Auch sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Und der R\u00fcckblick? Schwer zu sagen. Faszination segeln einerseits. Die unendliche Freiheit und die unendliche Weite des Wassers. Das Erleben von Wind, Gischt, Segel, Mannschaft, Bordleben, ablegen und ankommen. Ruhe, Geduld, Meditation. Den Elementen ausgeliefert sein. Natur pur. Andererseits bin ich jetzt der Oldie an Bord. Nicht mehr ganz so beweglich wie noch vor zwanzig Jahren. Alle anderen k\u00f6nnen alles andere besser und schneller. Wissen besser Bescheid. Kennen Revier und Boot besser. Alle Abl\u00e4ufe an Bord. Ich bin h\u00e4ufig nur der Gast, der Neuling. Keine Erfahrung im Hochseesegeln, Umgang mit Wellen und Lifebelt. Die Erkenntnis: ich werde wohl kein erfahrener Hochseesegler mehr. Ich br\u00e4uchte mindestens einen Satz guter Klamotten, ordentliche Seglerstiefel und all sowas.<\/p>\n<p>Segeln. Hier im Haus wird der Bau eines Optis ins Auge gefasst. Ich recherchiere. Der Plan w\u00fcrde 69 Euro kosten. Baukosten werden mit 500 Euro angegeben, was ich allerdings passenderweise als etwas optimistisch einsch\u00e4tze. Schlie\u00dflich brauchen wir noch einen Mast, Segel, Auftriebsk\u00f6rper, Beschl\u00e4ge, einen Bootswagen und dies und das. Dennoch irgendwie wollen wir uns damit den Winter vertreiben. Naja &#8230; habe ich schon wieder was zu tun. Ich werde als n\u00e4chstes mal eine Materialliste zusammenstellen. Ich will auf jeden Fall nicht zu schwer bauen. In den einschl\u00e4gigen Foren hei\u00dft es, dass ein Holzopti auf der Regattabahn nicht konkurrenzf\u00e4hig ist. Ich bezweifle das mal. Ich habe an Bord der wow von unserem Plan erz\u00e4hlt. Auch, dass die segelnde Pressesprecherin der Hansestadt Wismar auch schon in den Plan eingeweiht ist und es somit quasi kein Zur\u00fcck mehr gibt. Sven meinte gleich, dass der Opti ja dann n\u00e4chstes Jahr gleich beim Opti Panikrace unter der Flagge des asw fahren k\u00f6nnte. Optimisten \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich schreibe heute ein wenig von einem Segelausflug und von einem Plan. Die wow ist zur Offshore Youngsters mit Start in Kiel gemeldet. Es sind noch Pl\u00e4tze f\u00fcr die \u00dcberf\u00fchrung frei. Ich frage Anne-Christin. Sie gibt gr\u00fcnes Licht. 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